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Archiv für die Kategorie ‘Intelligenz’

Figurenbretzel

27. April 2010 Keine Kommentare

Eine kleine Figurenbretzel, mehr für zwischen als für durch:

bretzel

Das Kontrablem dürfte nicht klar sein: Finde die Kombination in der unteren Reihe, die sich am besten als Ersatz für das Fragezeichen in der oberen Folge eignet. Eine schöne Illustration für das Prinzip, dass es leichter ist, eine Lösung zu verstehen, als sie zu finden. Daran scheiden sich die Geister.
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IQ-Tests bei RTL2

13. April 2010 Keine Kommentare

Von einer Bekannten war ich auf die IQ-Show am Sonntag bei RTL2 aufmerksam gemacht worden. Da mich so etwas interessiert, saß ich an diesem Abend, bewaffnet mit einem Zettel und einem Kuli, vor dem Fernseher. Unglücklicherweise hatte ich vorher einen halben Liter Joghurt getrunken und mir vor Beginn der Sendung ein Bierchen aufgemacht. Das erwies sich als keine so gute Idee, denn die Werbepausen kamen nicht wie erwartet in halbstündigem Rhythmus. Das Konzept der Sendung: Zwei Moderatoren (Sonja Zietlow und Micky Beisenherz) führten bei einem halben Dutzend Prominenten und fünf verschiedenen Gruppen von Studiogästen einen richtigen IQ-Test durch.

Googelt man ein wenig im Netz, findet man eine Menge Spott und Häme für RTL2 wegen dieser Sendung, und in der Tat hat RTL2 nicht gerade den besten Ruf, wenn es um den intellektuellen Anspruch und die Intelligenz seiner Zuschauer geht. Auch die Aufteilung der fünf Gruppen im Studio (Putzfrauen, Bodybuilder, Bauern, Sekretärinnen, Akademiker) lädt zur Bestätigung wohlfeiler Klischees ein.

Man sollte es sich allerdings nicht zu einfach machen, Studiogast war Johannes Hoppe, der als leitender Psychologe bei MinD (Mensa in Deutschland) die Auswertung der Mensa-Gruppentests verantwortet. RTL2 bzw. Endemol hatten sich wegen dieser Sendung um Unterstützung an Mensa gewandt. Ich würde also davon ausgehen, dass der verwendete Test zwar fernsehkompatibel gemacht wurde, aber zumindest für durchschnittliche IQs einigermaßen richtig kalibriert war. Jedenfalls wurde bei den Testaufgaben auf die Einhaltung der Zeitbegrenzungen geachtet und auch die Aufteilung in verschiedene Aufgabenklassen entsprach dem, was in mir bekannten Tests üblich ist.
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Ellen Winner: Hochbegabt

28. Februar 2010 Keine Kommentare

Erst der Untertitel des Buchs verrät etwas mehr über den Inhalt: „Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern“. Ellen Winner ist Psychologieprofessorin in Boston. Der Textteil des Buchs ist knapp 300 Seiten lang, darauf folgen 70 Seiten Anmerkungen und ein fünfzigseitiges Literaturverzeichnis. Ein so langes Literaturverzeichnis lässt erahnen, dass sie sich erstens beruflich sehr ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat und zweitens in ihrem Buch so ziemlich alle Aspekte davon beleuchten wird.

Begabung und Intelligenz
Der Begriff der Hochbegabung wird auch bei uns überwiegend im Zusammenhang mit einem sehr guten Abschneiden in einem Intelligenztest verwendet. Dabei müssen in begrenzter Zeit Aufgaben auf überwiegend mathematischem und sprachlichem Gebiet gelöst werden. Hinter dieser Verwendung des Worts „Begabung“ verbirgt sich die Annahme, dass man damit eine allgemeine Persönlichkeitseigenschaft messen kann, die auch Aussagen über die Leistungsfähigkeit auf anderen Gebieten erlaubt und die auf verschiedenen Gebieten, also nicht nur Mathematik und Sprache, sondern auch Musik und Malerei oder Bildhauerei bei einer Person annähernd gleich entwickelt ist.
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Daniel Tammet: Elf ist freundlich und fünf ist laut

30. Januar 2010 Keine Kommentare

Daniel Tammet ist ein Savant. Das sind Menschen, die Autisten sind und zugleich auf einigen Gebieten über bemerkenswerte Fähigkeiten verfügen. Als Autist wird man geboren, Tammet hatte zusätzlich in seiner Kindheit epileptische Anfälle, von denen man vermutet, dass sie zusätzliche Veränderungen in seinem Gehirn verursacht haben.

Eine von Daniel Tammets Begabung ist Savant-typisch, er ist Kalenderrechner, d.h. er kann für einen beliebigen Tag angeben, welcher Wochentag es ist. Er spricht zehn Sprachen, wobei er sich zum Beispiel das Isländische innerhalb einer Woche angeeignet hat, nachdem er eine Einladung vom isländischen Fernsehen erhalten hatte. Die ersten drei Tage anhand von ein paar Büchern und Kassetten, die folgenden vier Tage gemeinsam mit einer Sprachlehrerin. Danach hat er im isländischen Fernsehen in Isländisch mehrere Interviews gegeben. Er wurde auch ins deutsche Fernsehen eingeladen und hat dafür in einer Woche Deutsch gelernt. Das war aber nicht ganz so verblüffend. Zum einen ist Deutsch dem Englischen, seiner Muttersprache, viel ähnlicher als Isländisch, zum anderen kannte er Deutsch schon aus der Schule.
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Links-Rechts-Feldforschung

14. August 2009 Keine Kommentare

Manchmal lese ich Artikel, die sowohl Abschnitte enthalten, denen ich zustimmen würde, als auch solche, die ich für Blödsinn halte, die objektiv betrachtet ziemlich unwissenschaftlich sind und die man eigentlich unter der Kategorie seichtes Wissenschafts-Entertainment abtun könnte, die mir aber trotzdem tagelang nicht aus dem Kopf gehen. Ein solcher Artikel ist „Links-Rechts-Feldforschung“ aus „Zeit Wissen“ Nr. 5 August/September 2009.

In dem Beitrag wird über psychologische Untersuchungen berichtet, die sich mit den Unterschieden zwischen „Linken“ und „Rechten“ befassen. Eigentlich fangen damit die Schwierigkeiten schon an, denn was ist „links“ und was ist „rechts“ bzw. genauer „konservativ“? Ein Großteil der berichteten Ergebnisse wurde in den USA gewonnen, deshalb kann man annehmen, dass mit „links“ meist die Demokraten und mit „rechts“ die Republikaner gemeint sind. Diese Schemata lassen sich nur bedingt auf europäische Verhältnisse übertragen.

KINDHEIT
Als Dreijährige wirken die späteren Linken kompetent, autonom und ausdrucksfreudig, und sie verlassen sich gern auf sich selbst. Die späteren Rechten zeigen als Dreijährige einen Hang zu Schuldgefühlen, mögen keine Unsicherheiten und erstarren bei Schwierigkeiten. Auch als Erwachsene sind Rechte ängstlicher – im Labor erkennen sie Wörter wie »Schlange« oder »Straßenräuber« besonders schnell. Psychologen glauben deshalb, dass Ängste konservativer machen. Veränderungen könnten ja gefährlich sein. Rechte bevorzugen ein einfaches, klares Weltbild.

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Kleine Einsteins

10. April 2009 Keine Kommentare

Eine Bekannte war recht begeistert von dem Spiegelartikel Kleine Einsteins, mit dem Teaser:

Psychologen vermelden einen Ansturm von Eltern, die ihre Kinder für hochbegabt halten. Selbst schlechtes Benehmen wird dabei gern in überdurchschnittliche Intelligenz umgedeutet.

Ich hatte den Artikel zuvor auch überflogen, aber nach den Sätzen

Nach allem, was Forscher wissen, hat sich indes kein Evolutionssprung ereignet in der Blauen Lehmkuhle und anderen Soziotopen der Republik: Der Anteil der Hochbegabten mit einem IQ von über 130 liegt konstant bei etwa zwei Prozent.

nicht mehr ernst genommen. Die Konstanz entsteht ja nicht dadurch, dass es keine Veränderungen des Menschen gibt, sondern liegt an dem Messverfahren, das immer so kalibriert wird, dass sich eine Normalverteilung mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 ergibt. Da liegen 2% halt immer bei 130. Auch der sogenannte Flynn-Effekt kommt nur zustande, wenn man heutige Probanden Tests machen lässt, die vor vielen Jahren geeicht wurden. Erst dann bemerkt man ein Ansteigen (oder auch nicht) der Messergebnisse über die Jahre.
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KategorienIntelligenz Tags:

Computer entdeckt selbständig Naturgesetze

5. April 2009 Keine Kommentare

Einen bemerkenswerten Artikel habe ich in dieser Woche im Spiegel gefunden: Computer entdeckt selbständig Naturgesetze. Der Ansatz ist leicht verständlich: Naturgesetze beschreiben Vorgänge so, dass man unter ähnlichen Voraussetzungen mit demselben oder wenigstens ähnlichem Verhalten anderer Systeme rechnen kann. Denkt man etwas darüber nach, dann ist eine Maschine, die aus Beobachtungen Gesetze extrahieren kann, keineswegs ungewöhnlich.

Jedes mustererkennende System sollte in der Lage sein, nach der Beobachtung und Analyse mehrerer Vorgänge oder Dinge nach gewissen algorithmischen Regeln die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden. Und die Gemeinsamkeiten sind dann entweder gemeinsame Eigenschaften von Dingen oder Konstanten oder eben Naturgesetze, im Artikel als die „Invarianten“ bezeichnet. Kreativ ist also lediglich, diesen Ansatz auf die Konstruktion einer Maschine anzuwenden, die bestimmte physikalische Vorgänge beobachtet und analysiert. Der letzte Abschnitt des Artikels hingegen stimmt nicht:
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Malcom Gladwell: Überflieger

15. Februar 2009 Keine Kommentare

Auf dem Einband meines Exemplars prangt ein Aufkleber „Der Nr.1-Bestseller aus den USA“. Das war aber nicht der Kaufgrund, sondern ich hatte in einer Rezension gelesen, dass es im Buch längere Abschnitte über Christopher Langan geben soll. Ich war wegen seiner CTMU auf ihn aufmerksam geworden und der dazu in offensichtlichem Widerspruch stehenden Tatsache, dass er sein Studium abgebrochen, lange Jahre als Türsteher gearbeitet und auch heute noch keinen wirklichen Zugang zur Scientific Community hat.

Im Auftrag der Nachrichtensendung 20/20 legte ein Neuropsychologe Langan einen herkömmlichen Intelligenztest vor; das Ergebnis war buchstäblich unfassbar und zu hoch für eine genaue Bestimmung. Bei einer anderen Gelegenheit unterzog sich Langan einem Intelligenztest, der speziell für hochintelligente Menschen entwickelt wurde. Er beantwortete alle Fragen bis auf eine.

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Christopher Langan: CTMU

16. Januar 2009 Keine Kommentare

Vor dreieinhalb Wochen war ich mir nach dem Studium von Christopher Langans Theorie der Theorien nicht sicher, ob ich sein Hauptwerk, „The Cognitive-Theoretic Model of the Universe“ (CTMU) so bald lesen würde, aber inzwischen habe ich es getan. Ich möchte nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe, aber einige der Hauptgedanken werden wohl richtig bei mir angekommen sein.

Ich bin ich mir nicht sicher, ob der Name seiner Theorie optimal ist, ich hätte nicht von einem Modell des Universums, sondern von einer Realitätstheorie gesprochen, so wie er selbst das an einigen Stellen schreibt. Ein Mitglied der Prometheus Society hat sich in einem Diskussionsforum zu Langans Theorie geäußert: „Sie ist ein wenig tautologisch, aber wir alle bewundern die Tiefe seiner Gedanken.“ Tatsächlich verwendet Langan selbst das Wort „tautologisch“ und an einigen Stellen sogar „supertautologisch“. Dazu muss man wissen, dass dieses Wort doppeldeutig ist. Im Alltagsgebrauch hat es eine eher negative Konnotation im Sinne von „überflüssige Wiederholung, Binsenweisheit“. In der Logik hingegen kennzeichnet es den Wahrheitswert einer Aussage.

Anforderungen an eine Realitätstheorie hat in den späten 70er Jahren John Wheeler formuliert, von dem auch das rechts stehende Bild stammt. Das „U“ steht für das Universum, der schmale Ast für den informationellen Aspekt, das Auge für die bewussten Beobachter innerhalb des Universums, also für den kognitiven Aspekt. „Das Universum beobachtet sich selbst und denkt über sich nach, es muss bewusst sein“, könnte man das Bild interpretieren. Als eine Kurzzusammenfassung der Forderungen Wheelers an eine Realitätstheorie kann man die 5 Fragen ansehen, die man im Wikipediaartikel über John Wheeler findet.
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Marianne Skarics: Sensibel kompetent – Zart besaitet und erfolgreich im Beruf

14. Dezember 2008 Keine Kommentare

Ein sehr schönes Video einer hochsensiblen Person findet man hier:

Ich musste es mir mehrmals ansehen, weil es vier Informationsebenen miteinander verknüpft, die relativ unabhängig voneinander sind: Bilder, Musik, Sprache, Text. Vielleicht hat es deshalb bei mir so einen intensiven Eindruck erzeugt. (Allerdings stören mich deswegen auch die Schreibfehler besonders, schade.)
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