Islam und Islamismus

10. Januar 2015 3 Kommentare

In den letzten Tagen haben Islamisten grausame Anschläge in Frankreich verübt. Zwei der Islamisten bekannten sich zu ihrer Zugehörigkeit zu Al Kaida, einer zum Islamischen Staat. Die beiden Brüder und der Einzeltäter sollen sich gekannt haben und in Telefonaten während ihrer Taten selbst ihre Bekanntschaft und die Beauftragung durch Al Kaida und IS zugegeben haben. Muslime in der ganzen Welt und muslimische Organisationen haben die Taten verurteilt und einhellig davon gesprochen, dass die Täter sich nicht auf den Islam berufen dürfen, das wäre mit diesem nicht vereinbar.

Mehr…

KategorienGesellschaft, Politik, Religion Tags:

Karl-Heinz Müller: Philosophien

22. Dezember 2014 Keine Kommentare

Alles, was man zu breit erklären muss, funktioniert nicht. Die einfachen Philosophien sind die besten.

KategorienZitate Tags:

Albert Einstein: Fantasie

22. Dezember 2014 Keine Kommentare

Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

KategorienZitate Tags:

Pädophilie und Killerspiele

22. Dezember 2014 1 Kommentar

In Hohe Luft 2/2014 habe ich ein bemerkenswertes Denkstück gefunden. Auf Seite 19 wird in dem Artikel “Ein Fall für Sweetie” von einem Second life-Angebot berichtet:

Sie ist zehn Jahre alt und kommt von den Philippinen. Ihr Name ist Sweetie. Vor der Webcam zieht sie sich gegen Geld aus – für erwachsene Männer. Allein auf den Philippinen müssen sich mehrere Zehntausend Kinder online prostituieren. Aber Sweetie ist anders: Sie ist nicht real. Sweetie ist ein dreidimensionales Computermodell,… In nur zehn Wochen suchten mehr als 20 000 Männer Kontakt zu dem virtuellen Mädchen, insgesamt 1000 von ihnen konnten identifiziert werden. Das Dossier liegt nun bei Interpol.

Das Programm wurde von Terre des Hommes geschrieben und diente als sogenannter Honeypot, etwas, das man sonst vor allem zum Anlocken neuer Computerviren durch Antivirenprogrammhersteller kennt. Vermutlich unterstellt Terre des Hommes allen, die das betreffende Angebot aufsuchen, dass sie auch anderen, realen Kinderpornografieangeboten folgen. Im Artikel interessiert nicht die Frage, ob sich hier nicht Terre des Hommes selbst strafbar macht, denn ein findiger Anwalt könnte der Organisation ja vorwerfen, dass sie eine Nachfrage erst dadurch herstellt, indem sie ein Angebot macht, und, bei Strafbarkeit von Kinderpornografie, zu selbiger anstiftet bzw. verleitet. Nein, es wird ein Vergleich zu Killerspielen hergestellt:

Mehr…

KategorienGesellschaft, Politik Tags:

Robert Spaemanns Gottesbeweis

14. Dezember 2014 Keine Kommentare

Hohe Luft widmet in der Ausgabe 3/2014 eines ihrer Denkstücke Robert Spaemanns Gottesbeweis. Es liest sich etwas verschwurbelt und findet sich auch an anderen Stellen im Netz, wenn man den Namen dieses Philosophen angibt:

Tatsachen sind hartnäckig. Sie werden nämlich nicht falsch. Was heute wahr ist, das muss auch in Zukunft wahr gewesen sein. Wenn ich heute mit Freunden zusammensitze, dann wird es auch morgen wahr sein, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe. Die vollendete Zukunft oder futurum exaktum ist also mit dem Präsens verbunden: Wenn ich von etwas sage, dass es ist, dann heißt das nichts anderes, als zu sagen, es sei in Zukunft gewesen.

In diesem Sinne ist Wahrheit ewig, wie schon einige Denker des Mittelalters erkannten. Denn wenn es irgendwann in Zukunft nicht mehr wahr wäre, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe, dann kann es auch heute nicht wahr sein, dass ich mit Freunden zusammensitze. Das Vergangene existiert weiter in unserer Erinnerung. Was aber, wenn sich niemand mehr erinnert? Wenn es überhaupt keine Menschen mehr gäbe? Die Antwort lautet: Selbst wenn es die Welt nicht mehr gibt, bleibt es immer noch wahr, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe.

Der Philosoph Robert Spaemann leitet daraus sogar eine Art Gottesbeweis ab. Zur Vergangenheit gehört eine Gegenwart, deren Vergangenheit sie ist. Gegenwart ist aber immer nur als bewusste Gegenwart zu verstehen – also als Gegenwart, die von jemandem erlebt wird. Wenn es aber keine bewusste Gegenwart mehr gibt, weil überhaupt nichts mehr existiert, dann ist auch die Vergangenheit ausgelöscht. Dann wäre es also tatsächlich nicht mehr wahr, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe. Und dann wäre es auch nicht wahr, dass ich heute mit Freunden zusammensitze. Und das können wir gar nicht denken, sagt Spaemann: »Wenn die gegenwärtige Wirklichkeit einmal nicht mehr gewesen sein wird, dann ist sie nicht wirklich.« Folglich muss es ein Bewusstsein geben, in dem alles, was geschieht, aufgehoben ist. Dieses Bewusstsein könnten wir Gott nennen.

Interessant fand ich bei der Suche nach “Robert Spaemanns Gottesbeweis”, dass da an ziemlich prominenter Stelle eine Rezension in Begleitschreiben angezeigt wurde. Daraus ein schönes Zitat:

Mehr…

KategorienPhilosophie, Religion Tags:

Staat und Religion

8. Dezember 2014 6 Kommentare

Hier bzw. hier hat Metepsilonema einen Text veröffentlicht, der eine Replik auf Niko Alms Gedanken zum Islamgesetz darstellt. Niko Alm kannte ich bisher nur als denjenigen, der sich für seinen Führerschein mit einem Nudelsieb auf dem Kopf hat fotografieren lassen. Leider haben es die Pastafari in Österreich nicht geschafft, sich auch als Religionsgemeinschaft registrieren zu lassen.

Erst durch Metepsilonema habe ich jetzt erfahren, dass Alm ein durchaus ernsthafter Politiker ist, für den die Auseinandersetzung zum Verhältnis zwischen Staat und Kirche ein wichtiges Anliegen ist. Metepsilonema verlinkt in seinem Beitrag zwei Artikel von Alm, in denen er sich mit dem Islamgesetz in Österreich auseinandersetzt:

Aus meiner Sicht stellt Niko Alm in seinem Blog genau die richtigen Fragen:

  • Wozu brauchen einzelne Religionsgesellschaften überhaupt eigene Gesetze?
  • Warum gibt es nicht ein Gesetz für alle?

Und er listet auch einige der religiösen Praktiken auf, die anderen Menschen äußerst befremdlich erscheinen:

  • Beschneidung
  • Speisevorschriften
  • Feiertage

Mehr…

KategorienGesellschaft, Religion Tags:

Was ist Wissen?

2. Dezember 2014 Keine Kommentare

In Hohe Luft 3/2014 findet man einen Essay mit dem Titel “Lob der Unschärfe”, in dem der Frage nachgegangen wird, was Wissen ist. Einer der Aufhänger in dem Artikel ist Sokrates, der zu seiner Zeit vom Orakel von Delphi als der weiseste aller Menschen bezeichnet wurde, seinen Mitmenschen durch sein beständiges Fragen auf die Nerven fiel, von sich selbst aber sagte: “Ich weiß, dass ich nichts weiß.” Im Artikel heißt es u.a.:

Dafür müssen wir uns den Hintergrund des sokratischen Bonmots ins Gedächtnis rufen. In Platons »Apologie des Sokrates« lässt dieser seine Athener Ankläger wissen, dass sein Freund Chairephon einst das delphische Orakel befragt habe, wer der weiseste aller Menschen sei. »Sokrates« habe die Pythia geantwortet. Das aber wollte der solcherart Gepriesene nicht glauben und schickte sich deshalb an, dem Gott – das heißt Apollon, dem das Orakel gehörte – das Gegenteil zu beweisen, indem er seine als »Wissende« in Ruf und Ansehen stehenden Mitbürger aufsuchte, um im Vergleich zu ihnen seine eigene Unwissenheit zu erweisen.

Der Versuch misslang, denn die vermeintlich Wissenden konnten der Dialogkunst des Sokrates nicht standhalten. Das weckte nicht nur deren dauerhaften Unmut, es wirft auch die Frage auf, welcherart eigentlich das Wissen ist, das diese Menschen für sich in Anspruch nahmen und das unter den Fragen des Sokrates zusammenbrach?


anzeigen...

Dieses Verständnis von Wissen gilt im Großen und Ganzen bis heute: Wissen bedeutet Kenntnis von Sachverhalten, idealerweise verifiziert durch wissenschaftliche Forschung, statistische Erhebungen oder andere formalisierte Verfahren, die von einer weltweit operierenden »Scientific Community« als Standard anerkannt sind und reproduziert werden können. Solches Wissen kann in Lehrbüchern und Lexika versprachlicht und bei Bedarf auf konkrete Situationen hin operationalisiert oder nachgemessen werden. Wer sich dessen zu bedienen weiß, darf sich mit Fug und Recht Experte nennen – und auf die Einladung zu einer Talkshow hoffen.

Nicht hoffen kann er allerdings darauf, einer sokratischen Prüfung standzuhalten. Denn die Fähigkeit, in Aussagen vermittelbares, propositionales, theoretisches Wissen abrufen zu können, machte in den Augen des Atheners noch keinen Wissenden aus. Selbst dann nicht, wenn der vermeintlich Wissende das von ihm Gewusste begründen oder von Axiomen ausgehend herleiten kann. Ja nicht einmal dann, wenn er selbst es nach den geltenden Regeln der Wissenschaftsgemeinde erarbeitet hat. Nein, in Sokrates’ Augen bleibt der Anspruch auf Wissen uneingelöst, solange ihm eine entscheidende Qualität fehlt, die sich der einfachen Versprachlichung entzieht: die Qualität des Verstehens.

Doch was ist damit gemeint? Bleiben wir bei Sokrates. Durch seine Dialogkunst nämlich wird deutlich, was dem bloßen Expertenwissen fehlt: Es ist die Fähigkeit, das theoretisch Gewusste und in »begründeten wahren Meinungen« Aussagbare auf eine gute Weise in der persönlichen oder auch sozialen Lebenswelt anzuwenden. Sokrates führt den Experten vor Augen, dass sie bei aller Expertise nicht zu sagen wissen, worin der Sinn des von ihnen Gewussten besteht. Sie verstehen nicht, was das Gut-Sein des von ihnen Gewussten ausmacht; warum das von ihnen Gewusste überhaupt wissenswert ist.

Mehr…

KategorienPhilosophie Tags:

Religionsfreiheit!

30. November 2014 Keine Kommentare

Als Nachtrag zum letzten Artikel Die Katholische Kirche entlässt einen Chefarzt…:

Link für Ahnungslose: FSM = Fliegendes Spaghettimonster.

KategorienReligion Tags:

Die Katholische Kirche entlässt einen Chefarzt…

28. November 2014 Keine Kommentare

…weil dieser wieder geheiratet hat. Die Geschichte ist schnell erzählt, sie ist ja auch durch alle Medien gegangen. In einem Düsseldorfer Krankenhaus, das unter der Leitung der Katholischen Kirche firmiert, ist ein Chefarzt entlassen worden. Der Arzt war im Jahr 2000 eingestellt worden, hat sich im Jahr 2005 von seiner Frau getrennt, sich im Jahr 2007 scheiden lassen und im Jahr 2008 seine neue Freundin geheiratet. Im Jahr 2009 wurde ihm gekündigt und er hat dagegen geklagt. 2011 wurde der Fall vor dem Bundesarbeitsgericht verhandelt und der Arzt bekam Recht. Der Spiegel schrieb damals:

Wer dort [bei der Kirche] anheuert, muss sich manche Einschränkungen gefallen lassen – auch im privaten Bereich. Das hat das Bundesarbeitsgericht jetzt bestätigt: Als Arbeitgeber genießen die Kirchen Sonderrechte. Ihre Angestellten sind zur Loyalität verpflichtet und müssen religiöse Glaubenssätze beachten. So kann auch die zweite Ehe eines Mitarbeiters zur Kündigung führen, stellte der Zweite Senat des Gerichts am Donnerstag in Erfurt klar.

Trotzdem bekam ein katholischer Arzt eines Düsseldorfer Krankenhaus auch in höchster Instanz recht, wie schon in den Verfahren zuvor. Die katholische Kirche als Klinikbetreiber hatte den Chefarzt entlassen, weil er nach seiner Scheidung ein zweites Mal standesamtlich geheiratet hatte. Aus Sicht seines Arbeitgebers verstieß er damit gegen die katholische Sitten- und Glaubenslehre.

Allerdings war der Fall verzwickt: Der Arzt und seine Ehefrau hatten sich 2005 getrennt. Danach lebte der Mediziner zwei Jahre lang mit seiner neuen Partnerin zusammen und heiratete sie 2008, ein halbes Jahr nach der Scheidung. Als die Klinik von der Eheschließung erfuhr, kündigte sie dem Chefarzt 2009. Dagegen klagte er und verlangte seine Weiterbeschäftigung.

anzeigen...

Schon in der Vorinstanz konnte sich der 49-jährige Arzt durchsetzen: Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf gab seiner Klage im vergangenen Jahr statt, daraufhin rief die Klinik per Revision das Bundesarbeitsgericht an. Auch wenn dies in den Ohren mancher altertümlich klinge, habe der Arzt aus katholischer Sicht gesündigt, sagte Klinik-Anwalt Burkard Göpfert. Die Lösung einer einmal geschlossenen Ehe sei nicht vorgesehen, der Mann habe “genau gewusst, dass er damit gegen seinen Arbeitsvertrag verstößt”.

Die Erfurter Richter sahen es anders. Sie mussten abwägen und werteten die Wiederheirat grundsätzlich als schweren Loyalitätsverstoß, der mit Kündigung geahndet werden könne. Damit blieben sie ihrer bisherigen Rechtsprechung treu. Zugleich machten sie aber deutlich, dass die Gerichte die Interessen zwischen den Grundrechten der Kirchen und den Freiheitsrechten der Arbeitnehmer sorgfältig abwägen müssen.

Vor allem drei Faktoren gaben den Ausschlag zugunsten des Chefarztes: Zum einen habe das Düsseldorfer Krankenhaus anderen, nicht-katholischen Ärzten mit gleichlautenden Verträgen in ähnlichen Fällen nicht gekündigt – also mit zweierlei Maß gemessen. Zum anderen sei der Klinikleitung lange vor der Kündigung bekannt gewesen, dass der Mann in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft lebte, was nach kirchlichen Maßstäben bereits einen schweren Sittenverstoß darstelle. Und schließlich stelle das Grundgesetz den Wunsch nach einer bürgerlichen Ehe unter besonderen Schutz, die Wiederheirat des Arztes gehöre zu dem “innersten Bezirk seines Privatlebens” (Aktenzeichen (2 AZR 543/10).

Mehr…

KategorienGesellschaft, Politik, Religion Tags:

Blödkäppchen und der Wolf

14. November 2014 Keine Kommentare

Es war einmal vor langer Zeit an einem schönen, sonnigen Tag, als der Jäger mit seiner Frau in den Wald fuhr. Ihren Wagen ließen sie hinter der Kurve auf dem Weg stehen, dann gingen die beiden zu Fuß weiter, um Beeren zu sammeln. Kurze Zeit später kam Blödkäppchen mit ihrer Freundin angebraust. Blödkäppchen war recht zügig unterwegs, vielleicht wollte sie ihrer Großmutter frisches Obst bringen, vielleicht aber war sie auch einfach zu einer Party unterwegs. Weil sie eigentlich zu schnell fuhr und es erst spät sah, wäre sie fast in das Auto des Jägers hineingekracht. Sie bremste und wartete ein Weilchen auf den Jäger, dann wurde sie ungeduldig – “Wieso muss ich denn hier stehen?” – und setzte zum Vorbeifahren an. Weil sie sich nicht besonders geschickt anstellte, rammte sie das auf dem Weg stehende Auto. Benommen stiegen Blödkäppchen und ihre Freundin aus. Durch den Lärm alarmiert, eilten auch der Jäger und seine Frau herbei.

Blödkäppchen entschuldigte sich wortreich beim Jäger und seiner Frau. Der Jäger tröstete sie: “Fräulein Blödkäppchen, das ist doch nicht so schlimm, als Fahranfänger hatte ich vor vielen Jahren auch mal einen Unfall. Doch hier und heute ist niemand zu Schaden gekommen. Wir lassen die beiden Wagen reparieren und alles wird wieder gut.” Blödkäppchen war sehr erleichtert, sie setzte sich wieder ans Steuer, fuhr etwas zurück, lenkte jetzt etwas geschickter und düste davon. Hinter ihr blieb nur eine große Staubwolke über dem Weg stehen. Der Jäger und seine Frau blickten den beiden Mädchen nach, die Frau des Jägers zweifelte: “Besonders viel scheint Blödkäppchen ja nicht aus ihrem Fehler gelernt zu haben.”
Mehr…

KategorienAlltag, Fiktion Tags: