Chile: In der Atacamawüste

24. Februar 2015 Keine Kommentare

Die Atacamawüste gilt als eine der trockensten Gegenden der Erde. Vier Länder haben einen Anteil an ihr: Im Norden Peru, im Nordosten Bolivien, im Osten Argentinien und im Westen und Süden Chile, siehe die nebenstehende Abbildung aus der Wikipedia. Zum Pazifik hin im Westen verhindert eine Küstenkordillere, dass sich die vom Humboldtstrom herangetragene Feuchtigkeit dort abregnen kann, im Westen wird die Atacama von den Anden begrenzt, auch diese bilden eine wirksame Dampfsperre für Wolken aus dem bolivianischen und argentinischen Tiefland. Aus der Wikipedia:

Im Jahresmittel fällt hier nur etwa ein Fünfzigstel der Regenmenge, die im Death Valley in den USA gemessen wird. Es gibt Wetterstationen in der Atacama, die in ihrer Geschichte nicht einen Tropfen Niederschlag verzeichnet haben. Es herrschen große Temperaturunterschiede zwischen Tag (30 °C) und Nacht (–15 °C).


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The Philosophers

23. Februar 2015 Keine Kommentare

Entgegen dem Titel ist der Film deutsch synchronisiert. Ich weiß nicht mehr, wie ich auf ihn aufmerksam geworden bin. Im Film wird die letzte Unterrichtsstunde eines Philosophiekurses gezeigt. Wie man ganz am Schluss erfährt, sind es offenbar hochbegabte Jugendliche, die sich mit der Teilnahme am Kurs zusätzliche Punkte für die Aufnahme an einer Universität erwerben. Vieles Weitere bleibt im Dunkeln, z.B. warum der Film in Jakarta spielt und welche Bedeutung verschiedene Kulissen haben: Khmertempel, eine Wüsten- und eine Südseelandschaft als Hintergrund verschiedener Szenen.

Zu Beginn der Stunde werden, gewissermaßen als Aufwärmübung, einige fast schon klassische philosophische Gedankenexperimente durchdekliniert. Das Beispiel mit den Gleisarbeitern (siehe z.B. hier als Trolley-Problem) kannte ich schon, aber das Unwissenheit-Glücks-Paradoxon nicht. Im Film wird es an einem Beispiel erläutert:

Eine junge Frau hängt nur noch mit ihren Händen an einem hohen Turm und droht herunterzufallen. Verzweifelt ruft sie über ihr Handy einige Freunde zu Hilfe. Diese kommen, stellen aber fest, dass sie sich bei der Hilfe selbst in Gefahr bringen würden und abzustürzen drohen. Deshalb weichen sie zurück und lassen die junge Frau allein. Sie fällt, aber (im Film entgegen aller Logik) hat sie auf einmal einen Fallschirm und kann sich retten. Später begegnet sie wieder ihren vormaligen Freunden.

Das Paradoxon, dass ich unter diesem Namen im Netz nicht gefunden habe, besteht nun darin, dass sie, wenn sie die Bekannten nicht um Hilfe gebeten hätte (bezüglich deren Hilfsbereitschaft also unwissend geblieben wäre), noch mit ihnen befreundet, also glücklich geblieben wäre. Nach diesem Intro stellt der Lehrer das eigentliche Gedankenexperiment vor, das den Hauptteil der Stunde füllen soll:

Auf der Erde beginnt gerade eine atomare Katastrophe, für die Schüler steht ein Bunker zur Verfügung, der ihnen für ein Jahr Unterschlupf gewähren kann. Aber er hat nur eine Kapazität für 10 Personen und sie sind 20, mit dem Lehrer 21. Jeder der Schüler muss ein Kärtchen ziehen, auf dem sein Beruf in diesem Szenario vermerkt ist. Es gibt einen Ökobauern, eine Bauingenieurin, einen Elektriker, …, eine Immobilienmaklerin, einen Harfenspieler, einen Dichter. Der Lehrer selbst ist der Joker, sein Beruf bleibt unbekannt.

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Chile: Santiago

21. Februar 2015 Keine Kommentare

Wenn man von Deutschland nach Chile möchte, dann ist man lange unterwegs, wir haben für die Hin- und Rückreise jeweils über 26 Stunden benötigt. Die meisten (lateinamerikanischen) Fluggesellschaften nutzen Madrid als Drehkreuz, die Hauptstadt ihres ehemaligen Kolonialreichs. Man startet meist in Frankfurt, hat eine Zwischenlandung in Madrid und kommt übernächtigt in Santiago an. Im deutschen Winter, dem chilenischen Sommer, beträgt der Zeitunterschied vier Stunden. Wenn man von Santiago aus um zwölf Uhr mittags anruft, klingelt das Telefon in Deutschland um vier Uhr nachmittags.

Offiziell leben in Santiago de Chile etwa fünfeinhalb Millionen Menschen, rechnet man das Umland und die Schwierigkeiten einer Zählung hinzu, werden es wohl eher gegen sieben Millionen sein. Da Chile selbst etwa 17,5 Millionen Einwohner hat, heißt das, dass knapp 40% aller Menschen Chiles in einer einzigen Stadt konzentriert und dass viele andere Landesteile sehr dünn besiedelt sind.

Moderne Großstädte sehen irgendwie alle gleich aus, einen Eindruck davon vermittelt vielleicht dieses Luftbild aus der Wikipedia:

Als Tourist interessiert einen in solchen Städten denn auch mehr der historische Stadtkern. Im Unterschied zu anderen lateinamerikanischen Großstädten ist in Santiago weniger spanisches Erbe zu sehen. Mit viel chilenischer Geschichte beladen ist der Palast La Moneda. Ursprünglich als Münzprägeanstalt gebaut, diente er viele Jahre als Präsidentenpalast. Im Artikel über die Geschichte Chiles beginnt hier der Abschnitt, der sich mit der Präsidentschaft Salvador Allendes beschäftigt, die letztlich mit dem Militärputsch unter Leitung von Augusto Pinochet beendet wurde. Man hat den Palast damals auch mit Flugzeugen angegriffen und bombardiert, worüber es mehrere Film- und Fotodokumentationen gibt. Ein heutiges Bild der Moneda:

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Chile-Reisesplitter

15. Februar 2015 Keine Kommentare

Vor drei Jahren sind wir bereits in Peru gewesen, noch länger zurück liegen eine Mexikoreise von Ines und ein siebenwöchiger Ecuadoraufenthalt von mir. Ines hat Freunde in Mexiko und ist ein großer Indiofan, mich haben damals vor allem die Berge in Ecuador und die Galapagosinseln gereizt. Berge gibt es in Chile zwar auch, aber der Schwerpunkt unserer diesjährigen Chilereise lag eher auf den Naturschönheiten dort, z.B. liegt im Norden des Landes die Atacamawüste, im Süden Patagonien, der südlichste bewohnte Landstrich vor der Antarktis.

Kommt man nach Chile, bemerkt man von Beginn an den Unterschied zu anderen mittel- und südamerikanischen Ländern, Chile gilt als das europäischste der südamerikanischen Staaten. Der Wikipediaartikel über Chile bestätigt den ersten subjektiven Eindruck, in ein vergleichsweise hoch entwickeltes Land zu kommen: Im Human Development Index, einem Wohlstandsindikator (Einkommen, Lebenserwartung, Bildungsdauer), belegt Chile den ersten Platz unter allen lateinamerikanischen Ländern.

Indirekt merkt man diesen Unterschied zu den anderen Ländern auch an den Reiseleitern. In Peru wurden wir die gesamte Zeit von Peruanern begleitet, die ihre Deutschkenntnisse an den dortigen Goetheinstituten erworben haben. In Chile hingegen waren viele der lokalen Guides Deutsche, die entweder für eine längere Zeit oder auf Dauer in Chile leben. Offensichtlich sind die Lebensverhältnisse in Chile so, dass man es dort als Deutscher gut aushalten kann.

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Andreas Eschbach: Der Jesus-Deal

12. Februar 2015 Keine Kommentare

Von Andreas Eschbach habe ich inzwischen schon eine ganze Reihe von Büchern gelesen, z.B. Eine Billion Dollar, Der Nobelpreis, Das Buch der Zukunft und Exponentialdrift. Sein bekanntestes Buch ist aber sicherlich “Das Jesus-Video”, auch wegen seiner Verfilmung. Die Hauptidee in diesem Roman ist, dass man sich, nachdem bei Ausgrabungen 2000 Jahre alter Artefakte die Bedienungsanleitung einer Videokamera gefunden wurde, die erst in der Zukunft auf den Markt kommen wird, auf die Suche nach einer Videokassette macht, die in der Lebenszeit von Jesus bespielt worden sein muss. Tatsächlich werden die Aufnahmen am Ende des Buchs gefunden. Sie zeigen den historischen Jesus und sind für einige der Betrachter so beeindruckend, dass sie ihr Leben verändern. Andere glauben hingegen an eine Fälschung.

Ich habe damals beim Lesen nicht gedacht, dass Andreas Eschbach nochmals darauf zurückkommen und eine Fortsetzung schreiben würde, aber mit “Der Jesus-Deal” hat er Ende des letzten Jahres einen zweiten Teil zu diesem Thema veröffentlicht. Im ersten Buch war der Zeitreisende im Dunkeln geblieben, aber nur ein solcher konnte ja die betreffenden Aufnahmen mit einer modernen Kamera machen. Im neuen Buch wird gleich eine ganze Gruppe mit dem Ziel in die Vergangenheit geschickt, Jesus in die Gegenwart zu holen. Auftraggeber und Chef des Unternehmens ist der Führer einer orthodoxen und obskuren christlichen Sekte, der aktuelle Ereignisse unserer Zeit anhand der Bibel so interpretiert, dass die Endzeit – Armageddon – angebrochen ist und mit der Rückkehr von Jesus das Jüngste Gericht beginnen wird.

Ich kann und will hier nicht weiter die Handlung “verraten”, denn schließlich ist ein belletristisches Buch nur halb so spannend, wenn man den Verlauf schon genau kennt. Aber einige Passagen, mit denen Eschbach die ganze Unlogik des (christlichen) Glaubens aufzeigt, komme ich hier nicht umhin zu zitieren:

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Islam und Islamismus

10. Januar 2015 3 Kommentare

In den letzten Tagen haben Islamisten grausame Anschläge in Frankreich verübt. Zwei der Islamisten bekannten sich zu ihrer Zugehörigkeit zu Al Kaida, einer zum Islamischen Staat. Die beiden Brüder und der Einzeltäter sollen sich gekannt haben und in Telefonaten während ihrer Taten selbst ihre Bekanntschaft und die Beauftragung durch Al Kaida und IS zugegeben haben. Muslime in der ganzen Welt und muslimische Organisationen haben die Taten verurteilt und einhellig davon gesprochen, dass die Täter sich nicht auf den Islam berufen dürfen, das wäre mit diesem nicht vereinbar.

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Karl-Heinz Müller: Philosophien

22. Dezember 2014 1 Kommentar

Alles, was man zu breit erklären muss, funktioniert nicht. Die einfachen Philosophien sind die besten.

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Albert Einstein: Fantasie

22. Dezember 2014 Keine Kommentare

Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

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Pädophilie und Killerspiele

22. Dezember 2014 1 Kommentar

In Hohe Luft 2/2014 habe ich ein bemerkenswertes Denkstück gefunden. Auf Seite 19 wird in dem Artikel “Ein Fall für Sweetie” von einem Second life-Angebot berichtet:

Sie ist zehn Jahre alt und kommt von den Philippinen. Ihr Name ist Sweetie. Vor der Webcam zieht sie sich gegen Geld aus – für erwachsene Männer. Allein auf den Philippinen müssen sich mehrere Zehntausend Kinder online prostituieren. Aber Sweetie ist anders: Sie ist nicht real. Sweetie ist ein dreidimensionales Computermodell,… In nur zehn Wochen suchten mehr als 20 000 Männer Kontakt zu dem virtuellen Mädchen, insgesamt 1000 von ihnen konnten identifiziert werden. Das Dossier liegt nun bei Interpol.

Das Programm wurde von Terre des Hommes geschrieben und diente als sogenannter Honeypot, etwas, das man sonst vor allem zum Anlocken neuer Computerviren durch Antivirenprogrammhersteller kennt. Vermutlich unterstellt Terre des Hommes allen, die das betreffende Angebot aufsuchen, dass sie auch anderen, realen Kinderpornografieangeboten folgen. Im Artikel interessiert nicht die Frage, ob sich hier nicht Terre des Hommes selbst strafbar macht, denn ein findiger Anwalt könnte der Organisation ja vorwerfen, dass sie eine Nachfrage erst dadurch herstellt, indem sie ein Angebot macht, und, bei Strafbarkeit von Kinderpornografie, zu selbiger anstiftet bzw. verleitet. Nein, es wird ein Vergleich zu Killerspielen hergestellt:

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Robert Spaemanns Gottesbeweis

14. Dezember 2014 Keine Kommentare

Hohe Luft widmet in der Ausgabe 3/2014 eines ihrer Denkstücke Robert Spaemanns Gottesbeweis. Es liest sich etwas verschwurbelt und findet sich auch an anderen Stellen im Netz, wenn man den Namen dieses Philosophen angibt:

Tatsachen sind hartnäckig. Sie werden nämlich nicht falsch. Was heute wahr ist, das muss auch in Zukunft wahr gewesen sein. Wenn ich heute mit Freunden zusammensitze, dann wird es auch morgen wahr sein, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe. Die vollendete Zukunft oder futurum exaktum ist also mit dem Präsens verbunden: Wenn ich von etwas sage, dass es ist, dann heißt das nichts anderes, als zu sagen, es sei in Zukunft gewesen.

In diesem Sinne ist Wahrheit ewig, wie schon einige Denker des Mittelalters erkannten. Denn wenn es irgendwann in Zukunft nicht mehr wahr wäre, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe, dann kann es auch heute nicht wahr sein, dass ich mit Freunden zusammensitze. Das Vergangene existiert weiter in unserer Erinnerung. Was aber, wenn sich niemand mehr erinnert? Wenn es überhaupt keine Menschen mehr gäbe? Die Antwort lautet: Selbst wenn es die Welt nicht mehr gibt, bleibt es immer noch wahr, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe.

Der Philosoph Robert Spaemann leitet daraus sogar eine Art Gottesbeweis ab. Zur Vergangenheit gehört eine Gegenwart, deren Vergangenheit sie ist. Gegenwart ist aber immer nur als bewusste Gegenwart zu verstehen – also als Gegenwart, die von jemandem erlebt wird. Wenn es aber keine bewusste Gegenwart mehr gibt, weil überhaupt nichts mehr existiert, dann ist auch die Vergangenheit ausgelöscht. Dann wäre es also tatsächlich nicht mehr wahr, dass ich heute mit Freunden zusammengesessen habe. Und dann wäre es auch nicht wahr, dass ich heute mit Freunden zusammensitze. Und das können wir gar nicht denken, sagt Spaemann: »Wenn die gegenwärtige Wirklichkeit einmal nicht mehr gewesen sein wird, dann ist sie nicht wirklich.« Folglich muss es ein Bewusstsein geben, in dem alles, was geschieht, aufgehoben ist. Dieses Bewusstsein könnten wir Gott nennen.

Interessant fand ich bei der Suche nach “Robert Spaemanns Gottesbeweis”, dass da an ziemlich prominenter Stelle eine Rezension in Begleitschreiben angezeigt wurde. Daraus ein schönes Zitat:

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