In seinem Roman “1984″ hat George Orwell im Jahr 1948 die Dystopie eines totalitären Staates entworfen, der seine Bürger rundum überwachen lässt. Ein zentrales Element in seinem Roman ist der Fernseher, um Wohnungen visuell und akustisch zu kontrollieren. Stand der Technik zu Orwells Zeit waren außerdem das Anbringen von Wanzen in Räumen und im Freien die Beschattung durch Agenten. Weiter reichte Orwells Phantasie nicht, zudem hielt er diese Techniken nur in einer Diktatur für denkbar.
Wie sehen heute die technischen Möglichkeiten aus?
Jedes Smartphone wird, wenn es bewegt wird, im Mobilfunknetz von einem Sendemast zum nächsten weiter gereicht. In vielen Smartphones kann man eine Landkarte aufrufen, in der der eigene Standort eingezeichnet ist. Diese Informationen werden aus dem Mobilfunknetz abgerufen. Manche der Geräte besitzen zusätzlich ein eingebautes GPS-Modul, das die Genauigkeit dieser Standortbestimmung weiter verbessert.
Dieses Bild ging gerade durch diverse Foren und Blogs:
Was an dem Bausatz überall kritisiert wurde, ist, dass 7536 keine Kubikzahl ist. Man kann sich leicht davon überzeugen, dass die Primfaktorzerlegung von 7536 ergibt:
Der Artikel in “Hohe Luft” 4/2103 “Das Leben der Zombies” hat ein für mich bereits bekanntes Thema wieder aktuell werden lassen. In dem Text liest man:
Man könnte sich eine Welt vorstellen, die exakt identisch ist mit unserer Welt. Mit einem einzigen Unterschied: In dieser Welt laufen unsere Zombie-Doppelgänger herum, die genauso aussehen und das Gleiche tun wie wir. Nun stellen Sie sich vor, dass Sie gerade mit Freunden ein gutes Glas Wein trinken. Der Wein schmeckt Ihnen, Sie fühlen sich beschwingt und vielleicht ein wenig angeheitert. Aber was geht in diesem Moment in Ihrem Zombie-Doppelgänger vor? Auch er sitzt mit seinen Zombie-Freunden zusammen und nippt am Wein. Ihr Zombie-Doppelgänger ist also nicht nur physisch identisch mit Ihnen, er verarbeitet auch die gleichen Informationen, er ist also »funktional identisch« mit Ihnen – und er macht sogar die gleichen Wahrnehmungen wie Sie. Doch er hat keinerlei bewusste Erfahrung.
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Eine solche Zombie-Welt ist offenbar logisch möglich. Aber wenn das stimmt, so behauptet der australische Philosoph David Chalmers, dann beruht Bewusstsein offenbar nicht nur auf physischen Tatsachen. Sein Argument ist simpel: In unserer eigenen Welt gibt es bewusste Erfahrungen, in der Zombie-Welt nicht. Offenbar ist die Existenz von Bewusstsein also eine weitere Tatsache über unsere Welt, die zu den physischen Tatsachen hinzukommt. Wenn das stimmt, kann die materialistische Auffassung, wonach Bewusstsein nur auf körperlichen Tatsachen beruht, nicht richtig sein. Und wenn ein Zombie ohne jegliche bewusste Erfahrung genauso »funktioniert« wie ein Mensch, dann erklären »funktionalistische« Beschreibungen offenbar nicht, was Bewusstsein ausmacht. Das Argument läuft offenbar auf einen Dualismus hinaus, wie eine spiegelbildliche Variante von Rene Descartes’ Argument, wonach der Geist ohne den Körper existieren kann – woraus folgt, dass der Geist nicht mit dem Körper identisch sein kann.
In dieser verkürzten Form wird nicht verständlich, warum David Chalmers Ansichten von den Philosophen, die sich mit der Philosophie des Geistes beschäftigen, so ernst genommen werden. Etwas besser versteht man es bereits nach dem Lesen des entsprechenden Abschnitts im Zombie-Artikel der Wikipedia: Mehr…
Meistens fällt es einem gar nicht auf, aber (geschichtliche) Ereignisse, Entdeckungen und Erfindungen werden häufig mit den Namen der Menschen verbunden, die sie verursacht oder gemacht haben. Bewusst wird einem das zum Beispiel, wenn sich die Bewertung historischer Ereignisse ändert und eine Adolf-Hitler- oder eine Willhelm-Pieck-Straße von den politischen Nachfolgern umbenannt werden. Ich kannte das Wort Eponym noch nicht, aber Druwe Draaisma hat sein Buch genau diesem Thema gewidmet: Wie in der Medizin die Namen von Wissenschaftlern oder Ärzten als Bezeichnungen für Krankheiten oder Syndrome verwendet werden. Es gibt davon Tausende, er hat sich auf eine kleine Auswahl aus der Hirnforschung beschränkt.
Eponyme sind Teil der Prozesse, die in der Wissenschaft Ruhm und Anerkennung regulieren. Mit einem Eponym, schrieb der Wissenschaftssoziologe Robert Merton, hinterlassen Wissenschaftler in der Geschichte »eine unauslöschliche Unterschrift; ihre Namen werden in alle wissenschaftlichen Sprachen der Welt aufgenommen. Hoch am Firmament leuchten Eponyme wie die Newtonsche Physik, die Euklidische Geometrie oder das Kopernikanische System. Die nächste Staffel bildet eine lange Reihe von “Vätern” der Wissenschaften, Disziplinen oder Spezialgebiete: Bernoulli, “Vater der mathematischen Physik”, Wundt, “Vater der experimentellen Psychologie” Hughlings Jackson, “Vater der britischen Neurologie.”
Ein paar Eponyme aus der Medizin haben es bis in die Alltagssprache geschafft. Man sagt “Er hat Alzheimer”, “Sie hat Parkinson” oder “Das Kind ist ein Aspi (hat das Asperger-Syndrom)”. Es sind in diesen drei Fällen die (Familien)Namen der Personen, die an der Erforschung beteiligt waren. Nach Draaisma wurde die Mehrzahl aller Eponyme in einer vergleichsweise kleinen Periode der Vergangenheit geprägt, heute werden neue Namen eher aus den Abkürzungen der Fremdwortagglomerationen gebildet, wie bei Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome), ALS (Amyotrophe Lateralsklerose, Stephen Hawkings Leiden) oder MS (Multiple Sklerose). Die Zeit der großen Eponyme scheint vorbei. Mehr…
Es gibt Dinge, die man lange im Gedächtnis behält. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel weil sie so gut oder weil sie so schlecht oder weil sie so schräg sind. Das folgende Lied habe ich mir über fünf Jahre gemerkt, nur hat es jetzt eine Weile gedauert, bis ich den Link wiedergefunden habe. Das Lied gehört zur schrägen Art; so schräg, das nicht mal mein Kollege, der sonst allem ziemlich offen gegenübersteht, es bis zum Ende hören wollte. Aber irgendeine seiner Bemerkungen hatte bei mir diese alte Erinnerung wieder hervorgeholt.
Bruno Fortuno hat damals ein paar Lieder in ähnlichem Stil veröffentlicht, ein weiteres Highlight ist: Mehr…
Bei Spektrum.de findet man einen Artikel über einen Beweis von Freeman Dyson, dass die Gravitation im Rahmen der Quantentheorie nicht beschrieben werden kann: Entpuppt sich die Suche nach der Weltformel als Hirngespinst? Für Laien und ScienceFiction-Anhänger ist Freeman Dysons Name untrennbar mit der sogenannten Dyson-Sphäre verknüpft. Aber der Hauptbeitrag von Dyson liegt wohl eher auf dem Gebiet der Quantenelektrodynamik. Als junger Physiker hat er eng mit Richard Feynman zusammengearbeitet und zur Popularisierung der Feynman-Diagramme beigetragen.
Ein seit über 50 Jahren ungelöstes Problem in der Physik ist, wie man die Allgemeine Relativitätstheorie (ART), die Gravitation, Raum und Zeit beschreibt, mit der Quantentheorie (QT) zusammenfassen kann. Die ART beschreibt die Wechselwirkungen, die massebehaftete Teilchen aufeinander ausüben, mit den Methoden einer Feldtheorie. Die QT wiederum beschreibt die Welt des ganz Kleinen mit Hilfe von “Teilchen”, zwischen denen es mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten “Wechselwirkungen” gibt. Mehr…
Der Spiegel bewirbt eine neue Heftreihe “Spiegel Job” und veröffentlicht peu a peu, weil sich das erste Heft wohl um den “IQ” dreht, eine Reihe von Beiträgen zu diesem Thema. Den Anfang hat der Artikel Willkommen zum Intelligenztest! gemacht. Im Teaser liest man:
Den beruflichen Erfolg beeinflussen viele Faktoren, aber in erster Linie punktet man mit Grips. Die Wissenschaft weiß: Je höher der IQ, desto steiler die Karriere. Und wie clever sind Sie? Hier können Sie Ihre Intelligenz überprüfen – machen Sie mit beim großen Test!
Naja, so einfach sind die Zusammenhänge wohl nicht, etwas differenzierter zum selben Thema äußert sich Tanja Gabriele Baudson in den SciLogs in ihrem Artikel Wie sind Hochbegabte?: Mehr…
Im Verlauf der Menschheitsgeschichte sind die Menschen immer älter geworden, einen ersten diesbezüglichen Überblick kann man sich in der Wikipedia verschaffen. Es ist sicher plausibel, dass eine gestiegene Lebenserwartung nicht bloß kleinere Wahrscheinlichkeiten natürlicher, sondern auch sinkende Raten gewaltsamer Todesursachen impliziert. Der Zusammenhang ist recht leicht hergestellt: Wenn das Leben insgesamt schwieriger ist, stirbt man entweder eher eines natürlichen Todes oder greift häufiger zu Gewalt. Das ist auch das Ergebnis von Untersuchungen von Steven Pinker in seinem Buch Eine neue Geschichte der Menschheit.
Auf der anderen Seite ist unsere alltägliche Wahrnehmung eine ganz andere. Klimawandel, Umweltverschmutzung, Wirtschaftskrise, Kriminalität,… Die Welt wird immer schlechter!? (Oder aphoristisch: Früher war selbst die Zukunft besser.) Zum einen steckt da ein Informationsbias dahinter. Es wird berichtet: “Auf der A7 hat sich ein Unfall ereignet”, aber nicht: “Auf der …, A6, A8,… hat sich kein Unfall ereignet”. Oder auch: “In Deutschland sind 2012 1000 Kinder Opfer sexueller Übergriffe geworden.” aber nicht “In Deutschland sind 2012 10 Millionen Kinder keine Opfer sexueller Übergriffe geworden.”
Ein Mehr an Katastrophenmeldungen bedeutet nicht, dass es mehr Katastrophen gibt, sondern nur, dass wir uns mehr Sorgen darüber machen, was die Zukunft bringen wird. Der Fachbegriff für in Theorien oder in Literatur gepresste negative Zukunftserwartungen ist Dystopie. Eine gewisse Überbetonung negativer Tendenzen und eine besondere Wachsamkeit sind dabei durchaus sinnvoll, denn eine einzige Katastrophe kann einem das Leben nehmen, während eine lange Folge von Glück oder wenigstens Nicht-Katastrophen Unglücke in der Zukunft nicht ausschließen können. Mehr…
Wenn man die Aprilausgabe einer Zeitschrift liest, muss man immer gegenwärtig sein, einem Aprilscherz aufzusitzen. Im Fall des Artikels “Datenspeicher für die Ewigkeit” in “Spektrum der Wissenschaft” 4/2013 war ich mir aber sicher, dass er kein Scherz ist. Sucht man im Netz nach “DNA als Speicher”, wird man mit einer ganzen Reihe von Artikeln überschwemmt, die alle über ähnliche Experimente berichten.
Schon lange ist ja bekannt, dass DNA in Lebewesen zur Kodierung des Aufbaus von Proteinen dient. In der Wikipedia kann man zum Aufbau der DNA u.a. lesen:
Die Desoxyribonukleinsäure ist ein langes Kettenmolekül (Polymer) aus vielen Bausteinen, die man Desoxyribonukleotide oder kurz Nukleotide nennt. Jedes Nukleotid hat drei Bestandteile: Phosphorsäure bzw. Phosphat, den Zucker Desoxyribose sowie eine heterozyklische Nukleobase oder kurz Base. Die Desoxyribose- und Phosphorsäure-Untereinheiten sind bei jedem Nukleotid gleich. Sie bilden das Rückgrat des Moleküls. Einheiten aus Base und Zucker (ohne Phosphat) werden als Nukleoside bezeichnet.
…
Bei der Base kann es sich um ein Purin, nämlich Adenin (A) oder Guanin (G), oder um ein Pyrimidin, nämlich Thymin (T) oder Cytosin (C), handeln. Da sich die vier verschiedenen Nukleotide nur durch ihre Base unterscheiden, werden die Abkürzungen A, G, T und C auch für die entsprechenden Nukleotide verwendet.
Die allbekannte Doppelhelix der DNA entsteht, weil sich jeweils zwei gegenüberliegende Nukleotide eines der beiden Doppelhelix-Einzelstränge miteinander verbinden: Mehr…
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