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Bewegt sich die Menschheit langsam in Richtung Atheismus?

Unter Atheismus wird an verschiedenen Stellen etwas anderes verstanden:

  • Gottlosigkeit als Nichtglauben an einen personalen Gott.
  • Spiritualismus kennt diese Art des Nichtglaubens auch, aber ist das Atheismus?
  • Antitheismus als eine Art missionarische antireligiöse Bewegung.
  • Agnostizismus als die Annahme der Unbeantwortbarkeit der Frage nach der Existenz eines oder mehrerer Götter.
  • Naturalismus als Ablehnung übernatürlicher Kräfte.
  • Konfessionslosigkeit als Nichtzugehörigkeit zu einer anerkannten Glaubensgemeinschaft.
  • Zwangsatheismus, wenn die vorherrschende Staatsideologie Religionen unterdrückt.

Atheismus ist kein neues Phänomen, zeitgleich mit dem griechischen Götterpantheon gab es bereits die ersten Atheisten. Die Gründe waren damals dieselben wie heute: Die den Göttern zugeschriebenen Eigenschaften halten logischen Schlüssen nicht stand und Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten in der Welt lassen am göttlichen Wohlwollen zweifeln.

Für mich ist „echter“ Atheismus ausschließlich mit Naturalismus gleichzusetzen. Die Zahl der so denkenden Menschen ist erheblich kleiner als die derjeniger, die allgemein den Atheisten zugeordnet werden. Naturalismus setzt eine naturwissenschaftliche Bildung voraus und die Überzeugung, dass alle beobachtbaren Vorgänge natürlich erklärt werden können. So tiefgründig denken die meisten Menschen nicht darüber nach.

Wenn man sich die Statistiken zu den Weltreligionen und zum Atheismus ansieht, dann erkennt man, dass Demokratie und Atheismus tatsächlich eher westliche Phänomene sind, die einen hohen Wohlstand und eine hohe Bildung voraussetzen. Meistens wird man in eine bestimmte Religion bzw. Atheismus hineingeboren, der radikale Wechsel solcher Grundüberzeugungen im Erwachsenenalter ist selten. Die Konvertiten sind häufig radikaler und missionarischer als die Nativen, weil sie eine Lebenskrise hinter sich haben und in einem Rechtfertigungszwang gegenüber ihrer Umgebung stehen.

Die Demografie macht einem für den Atheismus eher wenig Hoffnung. Die Bevölkerung in den westlichen Staaten schrumpft, während sie in den ärmeren Staaten zunimmt. Die Prognosen für die Entwicklung von heute bis 2070 sehen etwa so aus:

  • Muslime +75%
  • Christen +35%
  • Hindus +35%
  • Buddhisten +-0%
  • Atheismus +-0%

Wenn man das in Relation zur Zunahme der Weltbevölkerung (35%) setzt, dann legt der Islam zu, Christentum und Hinduismus halten ihre Anteile, Buddhismus und Atheismus nehmen ab.

Die Zahlen sind aber in hohem Maße davon abhängig, wie sich Bevölkerung, Wohlstand und Bildung auf der Welt entwickeln werden. Das Perverse ist, dass ein hohes Bevölkerungswachstum in den muslimischen Staaten einerseits die Zahl der Muslime erhöht und andererseits die Grundlage für Wohlstand und Bildung untergräbt – die Hauptvoraussetzung für Atheismus.

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