Warum kann man Gravitation nicht abschirmen?

19. Januar 2019 Keine Kommentare

Bei der Gravitation gibt es im Gegensatz zu den drei anderen bekannten physikalischen Wechselwirkungen (Elektromagnetische Kraft, starke und schwache Kernkraft) keine entgegengesetzte Ladung. Die bisherigen Experimente, mit denen man versucht hat, Antigravitation zu erzeugen, basierten auf starker Rotation von Massen (das Raumzeitfeld wird verwirbelt) oder starken elektromagnetischen Feldern in der Nähe von Supraleitern. Die Ergebnisse konnten nie von anderen Wissenschaftlern reproduziert werden.

Die dunkle Energie, die unser Universum auseinandertreibt, könnte aber eine Möglichkeit sein. Sie muss negativ sein, sonst wäre ihre Wirkung in der Allgemeinen Relativitätstheorie nicht so, wie es sein muss, um den Effekt zu erklären.

Anschaulich kann man sich das so erklären: Die Massen ziehen sich zwar gegenseitig an, die dunkle Energie erzeugt aber fortwährend neuen Raum zwischen ihnen, so dass sie sich nicht näher kommen können. Das ist exakt die gewünschte Wirkung von Antigravitation. Allerdings ist es in einem Universum, in dem diese dunkle Energie derart stark ist, wahrscheinlich ziemlich ungemütlich, wenn man sich die Raumzeitgeometrie in der Umgebung dieses Ortes vorstellt.

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Sollte jede Autorität hinterfragt werden?

17. Januar 2019 Keine Kommentare

Es gibt in der Liste der Argumentationsfehler das Argumentum ad hominem. Hier wird ein Argument nicht akzeptiert, weil es von einer bestimmten Person stammt. Man greift die Person an, anstatt sich mit der Argumentation zu beschäftigen. Besonders viele Beispiele dafür findet man in der Politik. Gesetzentwürfe werden prinzipiell abgelehnt, weil sie vom politischen Gegner stammen, auch wenn man vielleicht inhaltlich in den wesentlichen Punkten übereinstimmt.

Das kritiklose Akzeptieren der Meinung eines Menschen, weil er als eine “Autorität” gilt, ist das Gegenteil zum Argumentum ad hominem. Hier wird ein Argument azeptiert, weil eine bestimmte Person es äußert.

Man kann nicht jede Aussage in jedem Fall selbst überprüfen, weil man nicht auf jedem Gebiet selbst ein Experte sein kann. Aber es schadet nicht, jede Behauptung wenigstens auf ihre Plausibilität zu untersuchen. Die Sorgfalt des eigenen Nachdenkens sollte dabei umso größer sein, desto mehr Auswirkungen die Entscheidungen des oder der Autoritäten für das eigene Leben haben.

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Wie hat sich das Christentum so weit ausgebreitet?

15. Januar 2019 Keine Kommentare

Der Erfolg des Christentums im Vergleich zu anderen jüdischen Sekten, von denen es zu Lebzeiten von Jesus in seinem Lebensraum sehr viele gab, ist zum einen der Öffnung gegenüber Nichtjuden zu verdanken. Hier war der erste wohl Paulus, der von der Christussekte ins “Ausland” geschickt wurde, um zu missionieren, einem Auftrag, mit dem viele andere Mitglieder seiner Sekte eigentlich nicht einverstanden waren. Aus diesem Grund ist das Judentum nie zur Weltreligion aufgestiegen, man hat sich bewusst anderen Ethnien verschlossen.

Zum zweiten wurde das Christentum so erfolgreich, weil die herrschenden Eliten bemerkten, dass sich ihre Herrschaft mit dem Christentum als Staatsreligion einfacher aufrecht erhalten ließ, weil die Urchristen die weltlichen Herrscher nicht anzweifelten. Der erste christliche Herrscher war Kaiser Konstantin. Die Christen wollten ihr besseres Leben nicht im Diesseits erkämpfen, sondern hofften auf den Gotteslohn im Jenseits.

Das ist nahe verwandt mit dem dritten Aspekt: Im Monotheismus fällt es den Regierenden leichter, ihre Herrschaft zu legitimieren: Im Himmel gibt es nur einen Gott, auf der Erde nur einen Herrscher, und dieser erhält seine Macht von Gott verliehen. Viele Krönungszeremonien werden noch heute von christlichen Würdenträgern und in Kirchen vollzogen. Bei uns schwören die Bundeskanzler und andere Würdenträger noch immer auf die Bibel.

Der vierte Aspekt ist, dass nach den Kriegen zwischen Katholiken und Protestanten die Religion in den betreffenden Ländern etwas in den Hintergrund gedrängt wurde und mit der kurz danach einsetzenden Aufklärung diese Staaten wirtschaftlich besonders erfolgreich werden konnten. Die immer noch vorhandenen christlichen Kirchen in diesen Ländern profitieren von dem säkularen Erfolg.

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Warum ist Mathematik so schwer?

13. Januar 2019 Keine Kommentare

Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen der Mathematik und den Naturwissenschaften.

Alle Naturwissenschaften gehen von empirischen Beobachtungen aus. Aus diesen wird dann versucht, auf Gemeinsamkeiten zu schließen und diese mathematisch zu formulieren. Das ist ein induktives Verfahren, das nie zu Ende geht: Beobachtungen können zwar niemals veralten (falsch werden), die Theorien darüber aber schon, wenn es weitere Beobachtungen gibt, die von den bestehenden Theorien nicht beschrieben werden können. Die wissenschaftliche Methode ist hier die Falsifikation.

In der Mathematik geht man von unbeweisbaren, aber als zweckmäßig empfundenen Axiomen aus. Alle mathematischen Sätze werden daraus deduktiv abgeleitet und sind bei Einhaltung der Logik aus der Sicht der grundlegenden Axiome stets wahr, werden also verifiziert. (Gödel lassen wir hier besser einmal weg.)

Diese grundlegend andere Herangehensweise schlägt auf den Unterricht durch, auch wenn man in der Schule oder einem Nichtmathematikstudium nicht ansatzweise in die Nähe der wirklichen Arbeit der heutigen Mathematiker kommt. Offensichtlich kommen die meisten Menschen besser damit klar, anhand von konkreten Beispielen nach Gemeinsamkeiten zu suchen (Induktion), als das Allgemeine auf konkrete Einzelbeispiele / Aufgaben (Deduktion) anzuwenden.

Ich empfand Mathematik niemals als schwer, sondern immer nur als interessante Herausforderung an meinen Verstand. Was man einmal als richtig herausgefunden hat, gilt für immer.

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Gibt es einen Spiegel, der nicht seitenverkehrt abbildet?

11. Januar 2019 Keine Kommentare

In einem Hotel hat mich ein Eckspiegel verblüfft. Ich habe darüber nachgedacht: Wenn man zwei Spiegel mit einem 90 Grad-Winkel zusammenklebt und in die Ecke schaut, wird zweimal reflektiert – was die Seitenvertauschung aufhebt.

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Warum findet man sich im Spiegel oft schöner als auf Fotos?

9. Januar 2019 Keine Kommentare

Im Spiegel sieht man sich seitenverkehrt, auf Fotos „richtig“ herum. Da man sich selbst häufiger im Spiegel betrachtet, ist einem dieser Anblick vertrauter.

Einen ähnlichen Eindruck hat man, wenn man die eigene Stimme in einer Aufzeichnung hört. Das klingt sehr fremd, weil dort der Körperschall fehlt – das zusätzliche Übertragen des Schalls über die eigenen Knochen.

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Ist die Theorie von Karl Marx noch anwendbar?

7. Januar 2019 Keine Kommentare

„Die Theorie“ von Marx gibt es gar nicht. Die verschiedenen Teile seiner Arbeit können durchaus verschieden beurteilt werden.

Die Verbrechen, die später im Namen des „Marxismus“ begangen worden sind, haben eine einfache Ursache, die man auch bei anderen Gelegenheiten findet und die immer Probleme verursacht: Im Ergebnis seiner ökonomischen Analyse hat Marx die Gesellschaft in zwei Hauptklassen unterteilt, die der Kapitalisten und die der Arbeiter. Während Marx hier sicher der Ansicht war, dass die Klasse der Kapitalisten beseitigt werden soll, indem das Privateigentum an Produktionsmitteln beseitigt wird, haben die sogenannten „Marxisten“ die Menschen verfolgt, die der Kapitalistenklasse angehören. Marx hätte das sicher nicht so gewollt, sein bester Freund war Friedrich Engels, ein Kapitalist.

Dasselbe Schema findet man auch wieder, wenn „die Juden“, „die Ausländer“ oder wer auch immer als Ursache für ein Problem ausgemacht werden. Menschen sind aber zuerst Individuen und nicht Angehöriger einer Gruppe. Dieses Grundprinzip liegt der Rechtsordnung jedes beliebigen zivilisierten Landes zugrunde: Es zählen individuelle Taten, die der Einzelne auch zu verantworten hat.

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Gibt es einen maximalen IQ?

7. Januar 2019 Keine Kommentare

Ja, es gibt einen Maximalwert. Um das zu erklären, muss man sich ansehen, wie der IQ berechnet wird:

  • Aus der Anzahl der richtig beantworteten Fragen eines Probanden im Test wird sein Prozentrang berechnet. Hat ein Proband zum Beispiel mehr Fragen beantwortet als 98% aller Teilnehmer, dann beträgt sein Prozentrang 98. Er war besser als 98% aller anderen. Es gibt nur 2%, die gleich gut oder besser waren.

  • Der Prozentrang wird auf eine Normalverteilung mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 abgebildet. Die Gesamtfläche unter dieser Kurve ist genau eins. Diese Fläche kann mit einem Integral von minus unendlich bis plus unendlich berechnet werden. Das Integral zwischen minus unendlich bis 130 liefert 0.98, also dem Prozentrang 98. Deshalb wird die Schwelle zur Hochbegabung bei 130 angegeben. 2% der Bevölkerung haben IQs, die so hoch oder höher sind.

  • Für drei Standardabweichungen (entsprechen einem IQ von 145) findet man einen Prozentrang von 99.865, für vier (IQ = 160) 99.997. Höhere Standardabweichungen sind im Netz meist nicht angegeben, sie nähern sich aber immer mehr dem Wert 100 (bzw. eins für die Fläche unter der Kurve) an.

Für die Anzahl der Menschen mit einem IQ höher als einem bestimmten Wert bedeutet das:

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Ist ein bedingungsloses Einkommen eine gute Idee?

5. Januar 2019 Keine Kommentare

Vor einigen Jahren habe ich das Buch von Götz Werner zum bedingungslosen Grundeinkommen gelesen. Er wirbt dort sehr eindringlich für diese Idee. Der zweite Teil seines Buchs ist einer radikalen Steuerreform gewidmet: Alle Steuern mit Ausnahme der Mehrwertsteuer sollen abgeschafft werden. Diese würde dann etwa 50% betragen müssen, damit in etwa das heutige Steueraufkommen erreicht werden kann.

Inzwischen ist die Idee des Grundeinkommens sehr vielen bekannt. Es lässt aufhorchen, dass es Befürworter in allen politischen Lagern gibt, bei den Linken, den Liberalen und den Konservativen. Man kann deshalb vermuten, dass jede Fraktion eigentlich ganz andere Ziele mit dem BGE verfolgt und eine ganz andere Höhe des BGE anstrebt. Die Linken wollen natürlich den Ärmeren mehr geben, die Liberalen die Freiheit des Einzelnen stärken und die Konservativen … auch irgendetwas Gutes.

Ein BGE würde nach dem Willen seiner Befürworter eine ganze Reihe von heutigen Sozialleistungen ersetzen. Dazu würden vermutlich steuerfreies Existenzminimum, Kindergeld oder Steuerfreibetrag, Krankengeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Rente zählen. Ein kurzer Kommentar zu diesen Sozialleistungen:

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Macht es Sinn, an alle Religionen zu glauben?

3. Januar 2019 Keine Kommentare

Man kann nicht an alle Religionen glauben, weil man nicht alle Religionen kennen kann. Es könnte in der Welt ja sehr seltsame Vorstellungen geben, z.B. den Glauben an die böse Dreizehn, das fliegende Spaghettimonster oder die Unsterblichkeit zahmer Marienkäfer. Obwohl, so groß ist der Unterschied dann wohl doch nicht, ob man daran auch noch glaubt oder nicht. Das macht einen großen Haufen Sinn.

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