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Wochenrückschau

Eine der Standardforderungen in der Integrationsdebatte ist es, dass die hier lebenden Ausländer, die dauerhaft bleiben wollen, Deutsch lernen sollen. Zunächst erscheint das als eine sehr vernünftige Forderung, aber derjenige der sie aufstellt, sollte sich auch eine gute Entgegnung überlegen, wenn er mit dem Einwand konfrontiert wird, dass es woanders auch mehrsprachig geht: In Südtirol, das im Übrigen eine sehr interessante und mit der Geschichte Hitlerdeutschands und Mussoliniitaliens eng verwobene Geschichte hat, in der Schweiz mit den vier Amtssprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch, im Süden der USA mit Spanisch.

Südtirol ist interessant, weil dort jeder, der in der Verwaltung arbeiten will, Zweisprachigkeit nachweisen muss, Italienisch und Deutsch. Konflikte zwischen den Italienern und Deutschen gibt es natürlich genug, wen wundert das auch bei dieser Geschichte? Rätoromanisch als Amtssprache in der Schweiz ist auch interessant, denn der Anteil dieser Muttersprachler in der Schweiz beträgt 0.5%. Zum Vergleich: Die Anzahl der Türken in Deutschland liegt irgendwo zwischen 2,5 Millionen und 4 Millionen, also zwischen 2% und 5% der Bevölkerung. Die Forderung nach Deutsch als gemeinsamer Sprache ist deshalb auch implizit ein Eingeständnis, dass man es deutschen Verwaltungsbeamten und Polizisten nicht zutraut, eine oder mehrere Fremdsprachen zu beherrschen.

Aber zurück zum Deutschen. Wenn Deutsch, dann welches Deutsch? Auch hier wieder meine Unterstellung, dass jeder, der möchte, dass jemand deutsch spricht, sein Deutsch meint und nicht das einer anderen Region oder einer anderen Zeit. Dazu ein schönes Video:

Sprache lebt, und mindestens drei Quellen treiben ihre Weiterentwicklung voran. Eine ist der Einfluss fremder Sprachen, wenn neue Gewohnheiten oder Dinge es über die Landesgrenzen schaffen und deshalb auch die Sprachgrenzen überwinden. Die zweite ist die Alltagssprache, hier kommt auch der Einfluss der Immigranten zum Tragen (Stichworte: Kanak-Sprak, Pidgin, Kreolisch). Die dritte sind die Kreativen. Mein Lieblingskollege hat mich auf das folgende Video aufmerksam gemacht:

Mein Kollege hat zwar nicht das Aussehen von Bodo Wartke, aber sein Humor liegt etwa zwischen dessen und meinem. Meistens verstehen wir uns sofort. So auch in dieser Woche, als ein anderer Kollege ins Zimmer kam und fragte: „Sagt mal, wisst ihr, wo der T. ist?“ (T. ist ein weiterer Kollege, der zusammen mit uns im Zimmer sitzt.) Ich antwortete spontan: „Ist er nicht hier, ist er auf’m Sonnendeck.“ Mein Lieblingskollege antwortete sofort: „Oder im Solarium.“ Worauf ich zurückgab: „Oder am Radar.“ Verwirrt schloss der Fragesteller die Tür wieder. Tags darauf kam er auf das Gespräch zurück und sagte: „Ihr habt so absurd, aber schnell gewortwechselt, dass euch das unmöglich in diesem Moment eingefallen sein kann. Ich habe deshalb gegoogelt und die Quelle gefunden:

In dieser Woche musste ich meinen Kollegen trösten. Er hatte seiner Frau einen dänischen (Pseudo-)IQ-Test gezeigt, worauf sich seine Frau an den Rechner gesetzt und ohne weitere Vorbereitung einen Wert von 140 erreicht hatte. Das bedeutet, von den 39 Aufgaben hatte sie nur 3 falsch. Mein Kollege musste in der Zeit die Wäsche machen. Ich lachte, als er mir davon erzählte, und sagte: „Das wird wohl in der Zukunft häufiger vorkommen. Das ist immer so, wenn man mit einem intellektuellen Überflieger zusammenlebt. Man wird dann für die niederen Tätigkeiten eingeteilt.

Bei diesem Online-Test kann man durch stupides Ausbaldowern die richtigen Lösungen finden. So habe ich die Grenzen des Tests schon vor einiger Zeit ermittelt:

Weder mir noch einem meiner Bekannten ist es aber bis jetzt gelungen, die Lösungsideen der folgenden beiden Aufgaben des Tests zu finden (man muss in das freie Feld eine der Vorschläge A bis H setzen):

Es sind die drittletzte und die letzte Aufgabe, also die, die darüber entscheiden, ob man bei 140 oder 145 landet. Oder mit anderen Worten: „They separate the men from the boys.“

Any helpfull advices from outer space?

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