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Artikel Tagged ‘Langan’

Zur Realität mathematischer Objekte II

8. Juni 2009 Keine Kommentare

Ich bin ja bekennender Platoniker, gehe also von der tatsächlichen Existenz mathematischer Objekte unabhängig vom physikalischen Universum aus. Der Standpunkt der Intuitionisten, der die tatsächliche Existenz dieser Objekte mit ihrer potenziellen Anwendung in der Physik verknüpft, ist für mich nicht plausibel. Warum sollte sich der Grad der Realität eines solchen Objektes ändern, das zuvor in einem mathematischen Beweis widerspruchsfrei aus den Axiomen hergeleitet wurde, weil es zufällig eine Anwendung in der Physik erfährt?

Jetzt erhält diese meine Meinung nicht nur Schützenhilfe von Christopher Langan, sondern auch in Spektrum der Wissenschaften 06/09 findet sich ein diesbezüglicher Artikel: „Was ist Mathematik?“ Autor ist Bernulf Kanitscheider, emeritierter Professor für Philosophie der Naturwissenschaften. Ausgangspunkt ist der Vergleich zwischen Mathematik und Physik:
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Malcom Gladwell: Überflieger

15. Februar 2009 Keine Kommentare

Auf dem Einband meines Exemplars prangt ein Aufkleber „Der Nr.1-Bestseller aus den USA“. Das war aber nicht der Kaufgrund, sondern ich hatte in einer Rezension gelesen, dass es im Buch längere Abschnitte über Christopher Langan geben soll. Ich war wegen seiner CTMU auf ihn aufmerksam geworden und der dazu in offensichtlichem Widerspruch stehenden Tatsache, dass er sein Studium abgebrochen, lange Jahre als Türsteher gearbeitet und auch heute noch keinen wirklichen Zugang zur Scientific Community hat.

Im Auftrag der Nachrichtensendung 20/20 legte ein Neuropsychologe Langan einen herkömmlichen Intelligenztest vor; das Ergebnis war buchstäblich unfassbar und zu hoch für eine genaue Bestimmung. Bei einer anderen Gelegenheit unterzog sich Langan einem Intelligenztest, der speziell für hochintelligente Menschen entwickelt wurde. Er beantwortete alle Fragen bis auf eine.

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Christopher Langan: CTMU

16. Januar 2009 Keine Kommentare

Vor dreieinhalb Wochen war ich mir nach dem Studium von Christopher Langans Theorie der Theorien nicht sicher, ob ich sein Hauptwerk, „The Cognitive-Theoretic Model of the Universe“ (CTMU) so bald lesen würde, aber inzwischen habe ich es getan. Ich möchte nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe, aber einige der Hauptgedanken werden wohl richtig bei mir angekommen sein.

Ich bin ich mir nicht sicher, ob der Name seiner Theorie optimal ist, ich hätte nicht von einem Modell des Universums, sondern von einer Realitätstheorie gesprochen, so wie er selbst das an einigen Stellen schreibt. Ein Mitglied der Prometheus Society hat sich in einem Diskussionsforum zu Langans Theorie geäußert: „Sie ist ein wenig tautologisch, aber wir alle bewundern die Tiefe seiner Gedanken.“ Tatsächlich verwendet Langan selbst das Wort „tautologisch“ und an einigen Stellen sogar „supertautologisch“. Dazu muss man wissen, dass dieses Wort doppeldeutig ist. Im Alltagsgebrauch hat es eine eher negative Konnotation im Sinne von „überflüssige Wiederholung, Binsenweisheit“. In der Logik hingegen kennzeichnet es den Wahrheitswert einer Aussage.

Anforderungen an eine Realitätstheorie hat in den späten 70er Jahren John Wheeler formuliert, von dem auch das rechts stehende Bild stammt. Das „U“ steht für das Universum, der schmale Ast für den informationellen Aspekt, das Auge für die bewussten Beobachter innerhalb des Universums, also für den kognitiven Aspekt. „Das Universum beobachtet sich selbst und denkt über sich nach, es muss bewusst sein“, könnte man das Bild interpretieren. Als eine Kurzzusammenfassung der Forderungen Wheelers an eine Realitätstheorie kann man die 5 Fragen ansehen, die man im Wikipediaartikel über John Wheeler findet.
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Christopher Langan: Die Theorie der Theorien

20. Dezember 2008 3 Kommentare

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich vor einer reichlichen Woche auf Christopher Langan und sein Cognitive-Theoretic Model of the Universe, kurz CTMU, gestoßen bin. Die deutsche Wikipedia kennt seinen Namen nicht, aber in der englischen Version wird man fündig. Seine Biografie ist sehr ungewöhnlich. Er arbeitete lange als Türsteher, schafft beim Bankdrücken im Fitnesscenter 250 Kilogramm und wohnt jetzt auf seiner eigenen Pferderanch. Das wäre noch nichts Besonderes, wenn da nicht sein IQ von rund 200 wäre. Der Psychologe, der ihn seinerzeit begutachtet hat und auf Fälle extremer Intelligenz spezialisiert ist, hat hinterher gesagt, dass ihm in seiner über 25jährigen Berufslaufbahn noch niemals ein solch intelligenter Mensch begegnet ist. Langan verdingte sich knapp zwanzig Jahre als Bauarbeiter, Cowboy, Feuerwehrmann, Farmarbeiter und Türsteher, ist jetzt mit einer Professorin für klinische Neuropsychologie verheiratet und arbeitet in seiner Freizeit an seiner eigenen Theorie des Universums. In einem Interview mit ihm habe ich gelesen, dass er als Türsteher öfter ein blaues Auge und eine blutige Nase bekam und sich das erst besserte, als er berühmt wurde – nach seiner Teilnahme an einer Fernsehshow, in der er 250.000$ gewann.
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