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Artikel Tagged ‘Krieg’

Horst Köhler und Israels Angriff auf den Gaza-Konvoi

1. Juni 2010 Keine Kommentare

Auf den ersten Blick sind der Rücktritt von Horst Köhler als Bundespräsident und der Angriff der israelischen Armee mit vielen zivilen Todesopfern auf einen Schiffskonvoi in internationalen Gewässern, der Hilfsgüter in das eingeschlossene Gaza bringen sollte, nur zufällig auf denselben Tag gefallen. Wenn man aber bedenkt, dass Köhler anscheinend zurückgetreten ist, weil es zuviel Kritik an seinen Äußerungen zum manchmal notwendigen Einsatz militärischer Mittel zum Schutz wirtschaftlicher Interessen gegeben hat, dann besteht wohl doch ein inhaltlicher Zusammenhang.

Horst Köhler hat vermutlich etwas gesagt, das jeder weiß, das man aber als Politiker nicht aussprechen darf: Kriege werden nicht geführt, damit Mädchen in anderen Ländern zur Schule gehen dürfen, sondern damit die eigenen Interessen im Ausland gewahrt werden können. Und die Toten, die man dabei in Kauf nimmt, sind der Preis dafür. Es ist reiner Utilitarismus, der aber tunlichst verschiegen wird, weil man im Inland demokratische Mehrheiten benötigt und Leute, die sich fürs Militär melden und im Ausland totschießen lassen.

Im Wikipediaartikel über Carl von Clausewitz liest man über seinen berühmtesten Ausspruch:
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Kein Gedenken für die Opfer des deutschen Luftangriffs in Kunduz durch den Bundestag

26. Februar 2010 Keine Kommentare

Kein Gedenken für die Opfer des deutschen Luftangriffs in Kunduz durch den Bundestag, stattdessen wird über die erneute Aufstockung der Truppen beraten. Das Bild zeigt Angehörige der Linksfraktion, als sie Transparente mit einigen Namen der Opfer des Bombardements hoch halten. Sie werden daraufhin von Parlamentspräsident Norbert Lammert des Saales verwiesen.

Spiegelartikel mit Video des Ereignisses.
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Uri Avnery: Die Lügen des Kriegs

12. Januar 2009 Keine Kommentare

In der Telepolis findet sich heute ein Artikel von Uri Avnery über den Krieg Israels gegen den Gazastreifen, den er so beginnt:

Warum Israel den Krieg nicht gewinnen und die Hamas ihn nicht verlieren kann

Vor fast 70 Jahren wurde während des Zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheuliches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielt eine Gang von Extremisten, die „Rote Armee“ genannt wurde, Millionen von Einwohnern der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit, als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte. Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchillbande versteckte sich inmitten in die Londoner Bevölkerung und missbrauchte Millionen von Bürgern als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.

Dies ist die Beschreibung, die jetzt in den Geschichtsbüchern stünde – wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten.

Absurd? Nicht absurder als die täglichen Nachrichten unserer Medien, die so oft wiederholt werden, dass einem speiübel wird: Die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als „Geiseln“ und benützen die Frauen und Kinder als „menschliche Schutzschilde“, sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden.

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Irak: 17fach erhöhtes Risiko durch Gewalt zu sterben

11. Januar 2008 Keine Kommentare

In der Telepolis wird auf eine Studie über den Irak im Auftrag der WHO berichtet:

Die aktuelle Studie, Iraq Family Health Survey (IFHS), die heute im New England Journal of Medicine veröffentlicht wird, basiert auf Interviews, durchgeführt in 9345 Haushalten in etwa 1000 Wohnvierteln und Dörfen in ganz Irak.

Auf dem Fragebogen, der darüberhinaus eine ganze Menge anderer gesundheitlicher Themenkomplexe erfasst, sind 23 potenzielle Todesarten aufgeführt und codifiziert – meist Krankheiten, aber eben auch durch „armed conflict“. Laut Fragebogen wollte man Todesfälle und Todesursache seit Juni 2001 wissen.

Wie der oft bissige informierte Kommentator zum Irak-Einsatz der USA, Juan Cole, aus der Studie liest, hat sich die Zahl der gewaltsam ums Leben gekommenen Iraker durch den Einmarsch der Amerikaner, den die Regierung Bush zu verantworten hat, um das 17fache gesteigert.

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Einsatzregeln für Kampfroboter

26. April 2007 Keine Kommentare

Ein Artikel bei Telepolis erschreckt zunächst, Einsatzregeln für Kampfroboter, aber ist das wirklich etwas Neues? Worin besteht denn zum Beispiel der Unterschied zu Mienen, die in großer Zahl in Krisengebieten überall auf der Welt vergraben, von Flugzeugen abgeworfen werden oder im Meer treiben? Das sind doch auch technische Systeme, die, autonom arbeitend, nur dem Zweck dienen, Menschen zu töten, und die im Einsatzfall keinen Unterschied machen zwischen Freund und Feind, Militär und Zivilist, Mensch oder Maschine.
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Militärprognose für 2037

10. April 2007 Keine Kommentare

Briten fürchten Strahlen, Chips und Neomarxismus

lautet der Titel eines Spiegelartikels. Weiter heißt es:

Welche Kriege und Konflikte bedrohen die Welt in dreißig Jahren? Diese Frage stellte der britische Verteidigungsminister seinen Strategen. Überraschendes Ergebnis: Die Militärs fürchten sich vor Neomarxisten in der globalen Mittelklasse.

Im Artikel wird es dann noch konkreter:
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Der Krieg gegen den Libanon – Vorbereitung des Krieges gegen den Iran?

8. August 2006 Keine Kommentare

Was bisher meine private Vermutung war, nämlich dass der Krieg Israels gegen den Libanon und die Zerstörung der zivilen Infrastruktur dort der Vorbereitung des Krieges gegen den Iran dienen, diese Vermutung wird von Georg Meggle in der Telepolis analysiert: Was steckt hinter dem Libanonkrieg?. Er kommt im Wesentlichen zu denselben Schlussfolgerungen wie ich, nur dass er eine wesentlich größere Zahl von Fakten und Aussagen zu Rate zieht.

Man sollte sich ab und zu und auch nach dem Kriegsende daran erinnern, dass Israel diesen Krieg mit dem Märchen begonnen hat, man wolle zwei entführte Soldaten befreien. Inzwischen wurden über tausend libanesische Zivilisten getötet. Mit vergleichbaren Lügengeschichten wurde seinerzeit seitens der USA der Irakkrieg begonnen.
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Bettina Köthke: Recht auf Notwehr?

27. Juli 2006 Keine Kommentare

In der Telepolis habe ich den bisher besten Artikel zum gegenwärtigen Krieg im Libanon gefunden: Recht auf Notwehr?. Die Autorin Bettina Köthke hat eine enge berufliche Beziehung zum Israelisch-Palästinensischen Dauerkonflikt und zu Problemen totalitärer Herrschaftssysteme, wie man durch Googeln leicht herausfinden kann: Sie lehrt an der Uni Leipzig zu den entsprechenden Themengebieten am Institut für Philosophie im Fachgebiet Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften.

In ihrem Artikel beleuchtet sie die Rechtmäßigkeit des israelischen militärischen Vorgehens im Libanon unter moraltheoretischen Gesichtspunkten. Unter welchen Voraussetzungen ist es vertretbar, so militärisch zuzuschlagen, wie es Israel derzeit gegen die Hisbollah im Libanon tut? In dem Artikel werden zunächst die Pro- und die Kontraargumente aufgelistet und bewertet. Nach Meinung der Autorin ist ein massiver Schlag unter bestimmten Bedingungen nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, in diesem Fall wenn eine unmittelbare und existenzbedrohende Gefährdung von Israel und seiner Bürger bestanden hätte.
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Kampf gegen den Terror

24. Juli 2006 Keine Kommentare

So sieht das also aus, wenn man zwei Soldaten aus der Gefangenschaft befreien will. Für alle diejenigen, die Krieg für das richtige Mittel zum Erreichen ihrer Ziele halten.

Quelle
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Deutschland / Israel / Palästina

23. April 2006 Keine Kommentare

In der Telepolis kann man einen wirklich großartigen Artikel zum Israel-Palästina-Konflikt lesen. An der Universität Leipzig hat es eine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema gegeben. Die Einbeziehung von „Deutschland“ in den Titel macht deutlich, dass wir gegenüber Israel eine besondere Verantwortung haben. Der Philosoph Georg Meggle zieht eine erste Bilanz: Deutschland/Israel/Palästina. Der Artikel ist sehr lang, aber auch sehr gut. Es lohnt sich, ihn bis zum Ende zu lesen. Hier nur ein einziges Zitat:
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