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Artikel Tagged ‘Klima’

Wenn der Golfstrom ausfällt

1. Januar 2011 Keine Kommentare

Der Klimawandel ist in vollem Gange, was viele in den letzten Tagen nicht so recht glauben wollten, weil in Deutschland Unmengen von Schnee gefallen sind. Bei uns nicht ganz so viel wie 2001, aber doch schon ganz ordentlich. Aber es könnte durchaus so sein, dass eine Folge des Klimawandels für Europa ein Schwächerwerden oder vollständiges Ausfallen des Golfstroms ist. Was uns dann blüht, kann man sich an einem Globus anschauen, wenn man mit dem Finger auf einem Breitengrad Richtung Amerika fährt. Auf der Höhe von Berlin liegt in Kanada z.B. Portage la Prairie. In Berlin sind es im Januar durchschnittlich -0,5°C, im August 17,3°C, in Portage la Prairie zur selben Zeit -17,2°C bzw. 18,4°C. Europa profitiert also heute vor allem im Winter enorm vom Golfstrom.

Hier zwei schöne Bilder aus Japan, die zeigen, was uns in kalten und schneereichen Wintern blühen könnte:

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Josef H. Reichholf: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends

29. April 2010 Keine Kommentare

Es gibt verschiedene Positionen, die man zum Klimawandel einnehmen kann. Manche Skeptiker bezweifeln entweder vollständig eine derzeitige globale Erwärmung, andere stellen den anthropogenen Einfluss infrage, d.h. dass der Mensch wesentlich zur Erwärmung beiträgt. Weiterhin kann man auch der Meinung sein, dass die Erwärmung nicht negativ sein muss, denn Warmzeiten waren in der Vergangenheit immer gute Zeiten für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Dann gibt es noch die Einstellungen, dass es sowohl dringendere von der Menschheit zu lösende Probleme gibt, als auch dass andere durch den Menschen induzierte Veränderungen viel größeren Einfluss auf die Natur haben.

Was von den meisten Wissenschaftler inzwischen nicht mehr bezweifelt wird, sind folgenden Tatsachen bzw. Zusammenhänge:

  • Kohlendioxid ist ein „Treibhausgas“, eine erhöhte Konzentration in der Atmosphäre führt unter sonst gleichen Bedingungen zu deren Erwärmung.
  • Der in der Atmosphäre gemessene erhöhte Anteil an Kohlendioxid korrespondiert mit dem gestiegenen Verbrauch fossiler Brennstoffe.
  • Eine wärmere Atmosphäre führt zur verstärkten Freisetzung weiterer klimarelevanter Gase wie Wasserdampf und Methan. Mehr Wasserdampf entsteht, weil wärmere Gewässer eine höhere Verdunstung haben. Methan wird nicht nur durch die Landwirtschaft freigesetzt (Tierzucht, Fleischkonsum), sondern ist auch in den auftauenden Permafrostböden enthalten und im Methanhydrat in den Ozeanen.

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Die Ethik des Klimawandels

25. Mai 2009 Keine Kommentare

Kein ernstzunehmender Wissenschaftler wird heute noch bestreiten, dass ein Klimawandel begonnen hat. Die Erde heizt sich durch menschliches Handeln immer weiter auf. Die Bekämpfung und Milderung der Auswirkungen wird in der Zukunft beträchtliche Ressourcen verschlingen. Entweder direkt durch die Auswirkungen des Klimawandels oder durch den Abzug von sonst an anderer Stelle verwendbarer Ressourcen werden Menschen in der Zukunft zu Schaden kommen. Es ist deshalb sinnvoll, frühzeitig gegen die Ursachen der Veränderungen anzugehen.

Allerdings bedeutet das, dass bereits heute Ressourcen umverteilt werden müssen, wodurch die heute lebenden Menschen benachteiligt werden, durch Wohlstandsverluste oder durch den Abzug von für sie lebensnotwendigen Ressourcen. Es liegt also ein klassisches ethisches Problem vor: Wie balanciert man die Interessen der heute lebenden Menschen mit denen der Menschen der Zukunft aus? In „Spektrum der Wissenschaft“ 04/09 findet man von John Broome, einem Professor für Moralphilosophie an der Universität Oxford einen außerordentlich interessanten Artikel:

Wie sollen wir, die wir heute leben, das Wohl künftiger Generationen, die doch wahrscheinlich über mehr materielle Güter verfügen werden, im Vergleich zu unseren eigenen Lebensbedingungen einschätzen? Viele Menschen, einige schon auf der Welt und andere noch ungeboren, werden an den Folgen des Klimawandels sterben. Ist jeder Tod gleich schlecht, oder zählt er weniger, wenn die Person erst in ferner Zukunft stirbt? Viele Menschen werden umkommen, bevor sie Nachwuchs haben. Ist es verantwortbar, diese ungeborenen Kinder um ihre Lebenschance zu bringen? Begehen die reichen Nationen durch die Emission von Treibhausgasen ein Unrecht gegenüber der armen Weltbevölkerung? Wie soll man die geringe, aber doch reelle Gefahr in Ansatz bringen, dass der Klimawandel zu einer globalen Katastrophe führt?

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Wohin mit dem CO2?

14. September 2008 Keine Kommentare

Unlängst habe ich in einem interessanten Artikel Folgendes gelesen: Das Problem Öl erledigt sich von selbst. Die zentralen Gedanken in diesem Beitrag sind, dass erstens das Erdöl genügend schnell alle sein und deshalb nicht die Ursache für das Kippen des Klimas sein wird und zweitens, dass dies für Kohle nicht gilt, weil sie erheblich länger als das Öl reichen wird. Die Idee, die verschiedenen Quellen für CO2 voneinander zu trennen, ist etwas merkwürdig, weil ein CO2-Molekül ja unabhängig von seiner Herkunft in der Atmosphäre seine Wirkung entfaltet und allein die Konzentration entscheidet. Es muss deshalb an allen Fronten versucht werden, die Emissionen zu senken, oder das entstehende CO2 nicht in die Atmosphäre gelangen zu lassen. Eine der Möglichkeiten dazu wird von Wattenfall derzeit getestet, siehe z.B. hier. Da der Beitrag von Greenpeace ist, werden auch die Bedenken gegen diese neue Technologie angesprochen. Unabhängig von diesen Bedenken muss der Kampf gegen die Klimaerwärmung an allen Fronten und mit allen Mitteln geführt werden, die uns zur Verfügung stehen.
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Jared Diamond: Kollaps

27. Mai 2007 Keine Kommentare

Jared Diamond hat in den letzten 25 Jahren auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie gearbeitet. In seinem Buch stellt er die Erkenntnisse zusammen, die er bei der Untersuchung über das Überleben oder Untergehen vergangener und gegenwärtiger Kulturen gewonnen hat. Das Werk ist gleichzeitig Geschichtsbuch, weil es über viele vergangene Kulturen berichtet, Geografiebuch, weil sehr viele verschiedene Regionen der Erde darin vorkommen, es ist ein ökologisches Lehrbuch, weil in ihm nachgewiesen wird, dass auch heute viele scheinbar politische oder ethnische Konflikte in Wirklichkeit auf ungelösten ökonomisch-ökologischen Problemen beruhen, und es ist natürlich ein Buch über heutige Ökonomie und Politik.
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Kohlendioxidfreie Verbrennungskraftwerke

4. April 2006 Keine Kommentare

Bereits vor einiger Zeit hatte ich vom der Möglichkeit gehört, Kraftwerke, die Energie aus der Verbrennung fossiler Energieträger gewinnen, kohlendioxidfrei zu betreiben. Zunächst hielt ich das für völligen Nonsens, denn Endprodukt jeglicher Verbrennung von Kohlenstoff ist Kohlendioxid. Später erfuhr ich dann, dass man plant, das Kohlendioxid aus der Abluft zurückzuhalten und unterirdisch einzulagern. In der Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft vom März 2006 werden das Konzept und mehrere Realisierungsmöglichkeiten vorgestellt.
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