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Artikel Tagged ‘Israel’

Horst Köhler und Israels Angriff auf den Gaza-Konvoi

1. Juni 2010 Keine Kommentare

Auf den ersten Blick sind der Rücktritt von Horst Köhler als Bundespräsident und der Angriff der israelischen Armee mit vielen zivilen Todesopfern auf einen Schiffskonvoi in internationalen Gewässern, der Hilfsgüter in das eingeschlossene Gaza bringen sollte, nur zufällig auf denselben Tag gefallen. Wenn man aber bedenkt, dass Köhler anscheinend zurückgetreten ist, weil es zuviel Kritik an seinen Äußerungen zum manchmal notwendigen Einsatz militärischer Mittel zum Schutz wirtschaftlicher Interessen gegeben hat, dann besteht wohl doch ein inhaltlicher Zusammenhang.

Horst Köhler hat vermutlich etwas gesagt, das jeder weiß, das man aber als Politiker nicht aussprechen darf: Kriege werden nicht geführt, damit Mädchen in anderen Ländern zur Schule gehen dürfen, sondern damit die eigenen Interessen im Ausland gewahrt werden können. Und die Toten, die man dabei in Kauf nimmt, sind der Preis dafür. Es ist reiner Utilitarismus, der aber tunlichst verschiegen wird, weil man im Inland demokratische Mehrheiten benötigt und Leute, die sich fürs Militär melden und im Ausland totschießen lassen.

Im Wikipediaartikel über Carl von Clausewitz liest man über seinen berühmtesten Ausspruch:
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Uri Avnery: Die Lügen des Kriegs

12. Januar 2009 Keine Kommentare

In der Telepolis findet sich heute ein Artikel von Uri Avnery über den Krieg Israels gegen den Gazastreifen, den er so beginnt:

Warum Israel den Krieg nicht gewinnen und die Hamas ihn nicht verlieren kann

Vor fast 70 Jahren wurde während des Zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheuliches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielt eine Gang von Extremisten, die „Rote Armee“ genannt wurde, Millionen von Einwohnern der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit, als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte. Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchillbande versteckte sich inmitten in die Londoner Bevölkerung und missbrauchte Millionen von Bürgern als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.

Dies ist die Beschreibung, die jetzt in den Geschichtsbüchern stünde – wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten.

Absurd? Nicht absurder als die täglichen Nachrichten unserer Medien, die so oft wiederholt werden, dass einem speiübel wird: Die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als „Geiseln“ und benützen die Frauen und Kinder als „menschliche Schutzschilde“, sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden.

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Ehud Olmert soll zurücktreten,

12. Dezember 2006 Keine Kommentare

wird in Israel gefordert, weil er, sehr durch die Blume, die Wahrheit ausgesprochen hat: Israel besitzt Atomwaffen. Damit breche er die fünfzigjährige politische Tradition Israels. Aha, wer die Wahrheit ausspricht, weicht also von der offiziellen Politik Israels ab.

Ein weiteres Muster: Atomwaffen in der Hand demokratischer Staaten sind selbstverständlich etwas anderes als die in der Hand von Diktaturen. Olmerts zählt dann auch gleich die demokratischen Staaten auf, denen sich Israel zugehörig fühlt: Amerika, England, Frankreich und Russland. Vermutlich werden das zumindest die Herrschenden in Diktaturen etwas anders sehen, wenn es um die Berechtigung zum Besitz von Atomwaffen geht und ihnen die sich selbst so klassifizierenden demokratischen Staaten atomwaffenbesitzend gegenüberstehen. Aber eine gewisse Logik ist dem ja nicht abzusprechen: Eigene Atomwaffen sind gut, fremde schlecht.
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Der Krieg gegen den Libanon – Vorbereitung des Krieges gegen den Iran?

8. August 2006 Keine Kommentare

Was bisher meine private Vermutung war, nämlich dass der Krieg Israels gegen den Libanon und die Zerstörung der zivilen Infrastruktur dort der Vorbereitung des Krieges gegen den Iran dienen, diese Vermutung wird von Georg Meggle in der Telepolis analysiert: Was steckt hinter dem Libanonkrieg?. Er kommt im Wesentlichen zu denselben Schlussfolgerungen wie ich, nur dass er eine wesentlich größere Zahl von Fakten und Aussagen zu Rate zieht.

Man sollte sich ab und zu und auch nach dem Kriegsende daran erinnern, dass Israel diesen Krieg mit dem Märchen begonnen hat, man wolle zwei entführte Soldaten befreien. Inzwischen wurden über tausend libanesische Zivilisten getötet. Mit vergleichbaren Lügengeschichten wurde seinerzeit seitens der USA der Irakkrieg begonnen.
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Bettina Köthke: Recht auf Notwehr?

27. Juli 2006 Keine Kommentare

In der Telepolis habe ich den bisher besten Artikel zum gegenwärtigen Krieg im Libanon gefunden: Recht auf Notwehr?. Die Autorin Bettina Köthke hat eine enge berufliche Beziehung zum Israelisch-Palästinensischen Dauerkonflikt und zu Problemen totalitärer Herrschaftssysteme, wie man durch Googeln leicht herausfinden kann: Sie lehrt an der Uni Leipzig zu den entsprechenden Themengebieten am Institut für Philosophie im Fachgebiet Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften.

In ihrem Artikel beleuchtet sie die Rechtmäßigkeit des israelischen militärischen Vorgehens im Libanon unter moraltheoretischen Gesichtspunkten. Unter welchen Voraussetzungen ist es vertretbar, so militärisch zuzuschlagen, wie es Israel derzeit gegen die Hisbollah im Libanon tut? In dem Artikel werden zunächst die Pro- und die Kontraargumente aufgelistet und bewertet. Nach Meinung der Autorin ist ein massiver Schlag unter bestimmten Bedingungen nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, in diesem Fall wenn eine unmittelbare und existenzbedrohende Gefährdung von Israel und seiner Bürger bestanden hätte.
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Deutschland / Israel / Palästina

23. April 2006 Keine Kommentare

In der Telepolis kann man einen wirklich großartigen Artikel zum Israel-Palästina-Konflikt lesen. An der Universität Leipzig hat es eine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema gegeben. Die Einbeziehung von „Deutschland“ in den Titel macht deutlich, dass wir gegenüber Israel eine besondere Verantwortung haben. Der Philosoph Georg Meggle zieht eine erste Bilanz: Deutschland/Israel/Palästina. Der Artikel ist sehr lang, aber auch sehr gut. Es lohnt sich, ihn bis zum Ende zu lesen. Hier nur ein einziges Zitat:
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