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Artikel Tagged ‘IQ’

IQ-Tests bei RTL2

13. April 2010 Keine Kommentare

Von einer Bekannten war ich auf die IQ-Show am Sonntag bei RTL2 aufmerksam gemacht worden. Da mich so etwas interessiert, saß ich an diesem Abend, bewaffnet mit einem Zettel und einem Kuli, vor dem Fernseher. Unglücklicherweise hatte ich vorher einen halben Liter Joghurt getrunken und mir vor Beginn der Sendung ein Bierchen aufgemacht. Das erwies sich als keine so gute Idee, denn die Werbepausen kamen nicht wie erwartet in halbstündigem Rhythmus. Das Konzept der Sendung: Zwei Moderatoren (Sonja Zietlow und Micky Beisenherz) führten bei einem halben Dutzend Prominenten und fünf verschiedenen Gruppen von Studiogästen einen richtigen IQ-Test durch.

Googelt man ein wenig im Netz, findet man eine Menge Spott und Häme für RTL2 wegen dieser Sendung, und in der Tat hat RTL2 nicht gerade den besten Ruf, wenn es um den intellektuellen Anspruch und die Intelligenz seiner Zuschauer geht. Auch die Aufteilung der fünf Gruppen im Studio (Putzfrauen, Bodybuilder, Bauern, Sekretärinnen, Akademiker) lädt zur Bestätigung wohlfeiler Klischees ein.

Man sollte es sich allerdings nicht zu einfach machen, Studiogast war Johannes Hoppe, der als leitender Psychologe bei MinD (Mensa in Deutschland) die Auswertung der Mensa-Gruppentests verantwortet. RTL2 bzw. Endemol hatten sich wegen dieser Sendung um Unterstützung an Mensa gewandt. Ich würde also davon ausgehen, dass der verwendete Test zwar fernsehkompatibel gemacht wurde, aber zumindest für durchschnittliche IQs einigermaßen richtig kalibriert war. Jedenfalls wurde bei den Testaufgaben auf die Einhaltung der Zeitbegrenzungen geachtet und auch die Aufteilung in verschiedene Aufgabenklassen entsprach dem, was in mir bekannten Tests üblich ist.
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Ellen Winner: Hochbegabt

28. Februar 2010 Keine Kommentare

Erst der Untertitel des Buchs verrät etwas mehr über den Inhalt: „Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern“. Ellen Winner ist Psychologieprofessorin in Boston. Der Textteil des Buchs ist knapp 300 Seiten lang, darauf folgen 70 Seiten Anmerkungen und ein fünfzigseitiges Literaturverzeichnis. Ein so langes Literaturverzeichnis lässt erahnen, dass sie sich erstens beruflich sehr ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat und zweitens in ihrem Buch so ziemlich alle Aspekte davon beleuchten wird.

Begabung und Intelligenz
Der Begriff der Hochbegabung wird auch bei uns überwiegend im Zusammenhang mit einem sehr guten Abschneiden in einem Intelligenztest verwendet. Dabei müssen in begrenzter Zeit Aufgaben auf überwiegend mathematischem und sprachlichem Gebiet gelöst werden. Hinter dieser Verwendung des Worts „Begabung“ verbirgt sich die Annahme, dass man damit eine allgemeine Persönlichkeitseigenschaft messen kann, die auch Aussagen über die Leistungsfähigkeit auf anderen Gebieten erlaubt und die auf verschiedenen Gebieten, also nicht nur Mathematik und Sprache, sondern auch Musik und Malerei oder Bildhauerei bei einer Person annähernd gleich entwickelt ist.
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Kleine Einsteins

10. April 2009 Keine Kommentare

Eine Bekannte war recht begeistert von dem Spiegelartikel Kleine Einsteins, mit dem Teaser:

Psychologen vermelden einen Ansturm von Eltern, die ihre Kinder für hochbegabt halten. Selbst schlechtes Benehmen wird dabei gern in überdurchschnittliche Intelligenz umgedeutet.

Ich hatte den Artikel zuvor auch überflogen, aber nach den Sätzen

Nach allem, was Forscher wissen, hat sich indes kein Evolutionssprung ereignet in der Blauen Lehmkuhle und anderen Soziotopen der Republik: Der Anteil der Hochbegabten mit einem IQ von über 130 liegt konstant bei etwa zwei Prozent.

nicht mehr ernst genommen. Die Konstanz entsteht ja nicht dadurch, dass es keine Veränderungen des Menschen gibt, sondern liegt an dem Messverfahren, das immer so kalibriert wird, dass sich eine Normalverteilung mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 ergibt. Da liegen 2% halt immer bei 130. Auch der sogenannte Flynn-Effekt kommt nur zustande, wenn man heutige Probanden Tests machen lässt, die vor vielen Jahren geeicht wurden. Erst dann bemerkt man ein Ansteigen (oder auch nicht) der Messergebnisse über die Jahre.
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Malcom Gladwell: Überflieger

15. Februar 2009 Keine Kommentare

Auf dem Einband meines Exemplars prangt ein Aufkleber „Der Nr.1-Bestseller aus den USA“. Das war aber nicht der Kaufgrund, sondern ich hatte in einer Rezension gelesen, dass es im Buch längere Abschnitte über Christopher Langan geben soll. Ich war wegen seiner CTMU auf ihn aufmerksam geworden und der dazu in offensichtlichem Widerspruch stehenden Tatsache, dass er sein Studium abgebrochen, lange Jahre als Türsteher gearbeitet und auch heute noch keinen wirklichen Zugang zur Scientific Community hat.

Im Auftrag der Nachrichtensendung 20/20 legte ein Neuropsychologe Langan einen herkömmlichen Intelligenztest vor; das Ergebnis war buchstäblich unfassbar und zu hoch für eine genaue Bestimmung. Bei einer anderen Gelegenheit unterzog sich Langan einem Intelligenztest, der speziell für hochintelligente Menschen entwickelt wurde. Er beantwortete alle Fragen bis auf eine.

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Marianne Skarics: Sensibel kompetent – Zart besaitet und erfolgreich im Beruf

14. Dezember 2008 Keine Kommentare

Ein sehr schönes Video einer hochsensiblen Person findet man hier:

Ich musste es mir mehrmals ansehen, weil es vier Informationsebenen miteinander verknüpft, die relativ unabhängig voneinander sind: Bilder, Musik, Sprache, Text. Vielleicht hat es deshalb bei mir so einen intensiven Eindruck erzeugt. (Allerdings stören mich deswegen auch die Schreibfehler besonders, schade.)
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Prodigies‘ Oddities II

7. Dezember 2008 Keine Kommentare

In einem Diskussionsforum habe ich das folgende Zitat von einem Mitglied der Prometheus Society gefunden, er schrieb darin über Untersuchungen an „Gifted People“:

Damals ergab sich, dass Kinder mit einem IQ von 146 ungefähr mit einem Jahr anfangen sinnvolle Sätze zu konstruieren, bei einem IQ von 160 ungefähr mit acht oder neun Monaten und bei 180+ mit sechs Monaten.

Es ist nicht ganz klar, was er mit sinnvollen Sätzen gemeint hat, zwei Wörter oder drei, welcher Grad an Grammatik? Und er weist auch darauf hin, dass die Datenbasis für diese Schätzungen sehr klein war: 146+: 42, 160+: 25, 190+: 9). Über die sprachliche Entwicklung eines durchschnittlich begabten Kindes jedenfalls ist bekannt, dass es mit etwa 18 Monaten die ersten Zwei-Wort-Sätze spricht. Aber das eigentlich Interessante an dem Posting war der Link The Outsiders:

His name was William James Sidis, and his IQ was estimated at between 250 and 300. At eighteen months he could read The New York Times, at two he taught himself Latin, at three he learned Greek. By the time he was an adult he could speak more than forty languages and dialects.

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Kampf der Superhirne

4. September 2008 Keine Kommentare

„Kampf der Superhirne“ hieß eine gestern im Fernsehen ausgestrahlte BBC-Dokumentation. Bei BBC Germany heißt es dazu:

Wer ist intelligenter? Der Quantenphysiker oder das Börsengenie, die Künstlerin oder der Elitesoldat, die Schachweltmeisterin, die Schriftstellerin oder gar das Musikwunderkind? In diesem Film treten sieben Superhirne gegeneinander an, um die Frage zu beantworten: Was genau ist überhaupt Intelligenz? Und lässt sie sich objektiv messen?

Die Idee ist interessant. Man versucht, auf ganz verschiedenen Gebieten erfolgreiche Menschen gegeneinander antreten zu lassen und den Besten zu ermitteln. „Schriftstellerin“, wie in der Einleitung und in den übrigen Begleittexten bei BBC Germany genannt, ist nicht ganz exakt, tatsächlich wurde die siebte Teilnehmerin in der Sendung durchgängig als „Theaterregisseurin“ bezeichnet.

Weiter heißt es in der Ankündigung der BBC:

Der klassische Intelligenztest ist nur eine Möglichkeit, die geistigen Fähigkeiten zu testen. So müssen die Kandidaten sich ganz verschiedenen Herausforderungen stellen, von denen sie manche – wie der Korken in der Flasche – zur Verzweiflung treiben werden. Auch die Ergebnisse sind oft verblüffend, denn offenbar ist Intelligenz mehr als nur bloßes Wissen. Knifflige Probleme zu lösen erfordert oft Kreativität und Erfindungsreichtum…

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The brain (honoris causa)

19. März 2008 Keine Kommentare

Nach einem Blick aus dem Fenster, es schneit wie verrückt, habe ich mich heute morgen spontan dazu entschlossen, meine Festplatte und meine Linkliste im Browser zu entrümpeln (Simplify your life), und bin dabei auch auf die folgende Urkunde gestoßen:

Der Teilnehmer hat das uneingeschränkte Recht, die Ehrenurkunde mit sich zu führen, an die Wand zu nageln oder damit bei Freunden und der buckligen Verwandtschaft zu prahlen. Diese Auszeichnung bedarf zur Führung in der Bundesrepublik Deutschland keiner weiteren Genehmigung.

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Reiner Gripsrabatt gilt nicht

8. Januar 2008 Keine Kommentare

Nach der Universität Konstanz hat jetzt auch Freiburg den IQ-Rabatt wieder abgeschafft, in diesem Fall nicht ganz freiwillig, man wurde durch ein Gerichtsurteil dazu gezwungen.

In einem heute veröffentlichten Urteil hat das Freiburger Verwaltungsgericht die Regelung kassiert und mehr Befreiungsgründe gefordert. Ein Erlass der Gebühren allein wegen eines bestimmten Intelligenzquotienten oder eines Stipendiums sei unzulässig, so die Richter. Nach ihrer Auffassung müssen auch besonders gute Studienleistungen eine Rolle spielen.

Genau das war das Argument von Thorsten Deppner, 26. Der Jurastudent hatte gemeinsam mit einem weiteren angehenden Juristen, einem Mediziner und einem Physiker geklagt und sich selbst vor Gericht vertreten. Die Freiburger Uni hatte es abgelehnt, Deppner für sein noch nicht bestandenes zweites Fach Politik von der Gebühr zu befreien – mit dem Jura-Staatsexamen sei auch das relevante Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgelaufen.

Dass eine Sachbearbeiterin ihn beschied, er könne ja seine Intelligenz testen lassen, fuchste Deppner mächtig: „Es ist ein Skandal, dass ein IQ-Test als Nachweis dienen soll und die eigentlichen Studienleistungen außen vor bleiben sollen.“

Auch bei herausragenden Leistungen müsse eine Hochschule die Gebühren erlassen. Nur diese Auslegung vermeide das sinnlose Ergebnis, dass etwa Studenten gefördert würden, die trotz ihres hohen Intelligenzquotienten während des Studiums keine besonderen Leitungen erbrächten.

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Ingrun Führlich: Lebenslänglich hochbegabt

29. Dezember 2007 Keine Kommentare

Ingrun Führlich nimmt einen anderen Zugang zum Thema Hochbegabung, als ihn Andrea Brackmann in Jenseits der Norm – Hochbegabt und hochsensibel? bzw. Ganz normal hochbegabt gewählt hat. Ingrun Führlich hat im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Universitäten in Mainz und Warschau eine Umfrage innerhalb von Mensa durchgeführt und Antworten von 304 Mensanern erhalten.

Viele Mensa-Mitglieder machen sich Gedanken über die Frage, wie ihre Kindheit, Schulzeit und Ausbildung hätte besser verlaufen können, was hilfreich war oder was ihnen fehlte. Um diese wertvollen Erfahrungen und Überlegungen zu dokumentieren, bat ich sie aufzuschreiben, wie sich ihre Begabung auf ihr Leben auswirkte und noch auswirkt und welche Förderung sie sich wünschen.

Mich wundert es eigentlich wenig, dass sie bei den zum Umfragezeitpunkt etwa 5000 Mitgliedern über 300 schriftliche Rückmeldungen erhalten hat, ist doch ihre Fragestellung eines der zentralen Anliegen von Mensa. Spannend ist eher, ob sich bei der Auswertung von so vielen verschiedenen Meinungsäußerungen überhaupt Gemeinsamkeiten finden und in praktische Empfehlungen umsetzen lassen.
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