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Artikel Tagged ‘Geld’

Die Unlösbarkeit der Probleme der Finanzkrise

3. Oktober 2011 8 Kommentare

Nachdem es im Jahr 2007 bereits einmal eine große Finanzkrise gab, die vom Platzen einer „Immobilienblase in den USA“ ausgelöst wurde, haben wir nun eine „Eurokrise“, die im Wesentlichen darin besteht, dass mehrere europäische Länder ihre Staatsschulden nicht mehr bezahlen können, und eine Krise in den USA, ebenfalls wegen deren Staatsschulden. Ich hatte hier bereits etwas darüber geschrieben, wie Geld eigentlich funktioniert. Jetzt, um zu zeigen, dass allen diesen Ereignissen (Finanzkrise, Eurokrise, USA-Krise) gemeinsame Ursachen zugrundeliegen, zunächst zwei Videos:

In Bretton Woods waren 1949 die Währungen fest an Gold gekoppelt worden, ein beliebiges Wachstum der Geldmengen war dadurch nicht möglich. Die USA haben sich von diesem System 1971 verabschiedet, weil sie sonst ihre Schulden nicht mehr hätten bezahlen können, die sie wegen der Finanzierung des Vietnamkriegs aufnehmen mussten. Seitdem ist der Gegenwert für Geld nur noch Vertrauen. Es ist schon paradox, dass ein System, das auf Vertrauen basieren soll, mit einem massiven Vertrauensbruch der USA eingeführt wurde.

Seitdem ist Geld eine Ware wie jede andere, die nach Belieben produziert oder vernichtet werden kann. Das folgende Video beginnt etwas dröge, aber nach etwa 3 Minuten nimmt es richtig Fahrt auf und wirkt dann sehr erhellend:
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Vier Videos zur Eurokrise

1. Oktober 2011 Keine Kommentare

Es ist ja eigentlich keine Frage mehr ob, sondern nur noch wann die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands erklärt wird, denn die jetzt beschlossenen Maßnahmen können entweder von Griechenland nicht umgesetzt werden, oder wenn, dann werden sie das Problem bloß weiter verschärfen. Unklar ist auch, was dann passiert: Gibt es den Schuldenschnitt Griechenlands mit oder ohne Verlassen der Eurozone? Für die griechische Bevölkerung wäre zweifellos die Wiedereinführung der Drachme besser, aber das interessiert ja bei den Versuchen, den ausländischen Banken und griechischen Reichen Vermögensverluste zu ersparen, die Politiker nicht.

Hier im Folgenden vier Videos zur Eurokrise, die mir besonders bemerkenswert erscheinen. Das erste Video (3:35 min) zeigt eine Befragung einiger Parlamentarier über elementare Fakten zu dem Rettungsschirm, dessen Zustimmung von der Regierung zu einer Schicksalsfrage erklärt worden ist. Bekanntlich hatte das BVerfG ja gefordert, dass sich das Parlament nicht das Haushaltsrecht durch die Regierung entziehen lassen darf und deshalb solchen gravierenden Umschichtungen von Geldern immer vom Parlamente zugestimmt werden muss:

Bemerkenswert ist, dass die meiste Sachkenntnis von denen gezeigt wurde, die dem Beschluss nicht zugestimmt haben. Das zweite Video (9:59 min), dass ich hier leider nicht direkt verlinken kann, zeigt ein Streitgespräch zwischen Wolfgang Bosbach und Norbert Barthle: Euro-Streitgespräch Barthle gegen Bosbach.
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Börsenpanik

20. August 2011 7 Kommentare

Die Entwicklung an den Börsen und der Goldkurs treiben mich dazu, jetzt auch noch meinen Senf zu diesem Thema abzugeben. Ich habe mir ja schon öfters Mühe gegeben zu verstehen, wie das mit Aktien funktioniert. Ich bin sehr froh, dass ich nicht Börsianer bin, denn das, was ich so höre und lese, führt mich zu der Vermutung, dass sich hier eine neue Religion etabliert hat. Statt dem Wort zum Sonntag (damit wurde oder wird man wenigstens nur einmal in der Woche belästigt) gibt es jeden Tag vor der Hauptnachrichtensendung eine Direktschaltung zur Börse.


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Militärausgaben Chinas

5. März 2011 Keine Kommentare

Die Erhöhung der Militärausgaben Chinas war ja gestern gerade ein großer Aufreger in den Nachrichten. Das hat meine Neugier geweckt, hier kann man sich eine schöne Grafik anzeigen lassen. Und die sieht so aus, wenn man die USA, Deutschland und China miteinander vergleicht:

militaer

Dazu vielleicht noch eine kleine Tabelle, die die Zahl der Soldaten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt:

Land Bevölkerung Soldaten Prozent
USA 3,11E+008 1,48E+006 0,48%
Deutschland 8,20E+007 2,28E+005 0,28%
China 1,33E+009 2,29E+006 0,17%

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Geld – Mythos und Macht

29. Dezember 2010 1 Kommentar

„Geld – Mythos und Macht“, so lautet die Überschrift eines zweiteiligen Artikel in der Telepolis (Originalartikel: Teil 1, Teil 2). Geschrieben hat ihn Jens Berger, der Betreiber des Spiegelfechter. Was den Artikel für mich unter anderem so interessant gemacht hat, sind seine Erklärungen, warum eine Rückkehr zum Goldstandard (bei einem befürchteten Auseinanderbrechen des Euro) unmöglich ist:

Der Goldstandard war lange Zeit ein Erfolgsmodell. Bei ihm ist der Wert einer Währungseinheit direkt oder indirekt an den Handelspreis für Gold gekoppelt. Die Zentralbanken sind verpflichtet, die Gegenmenge des ausgegebenen Geldes in Gold vorzuhalten. Da Gold nicht beliebig vermehrbar ist, können goldgedeckte Währungen auch nicht beliebig vermehrt werden. Geld gleich Gold – diese Formel wurde lange Zeit als Zauberformel gegen eine unkontrollierbare Inflation angesehen.

Bei einem strengen Goldstandard würde paradoxerweise auch nicht die wirtschaftliche Entwicklung, sondern die Fördermenge des Edelmetalls Gold die Geldmenge bestimmen. So hat beispielsweise der legendäre Goldraub der Conquistadores in der „neuen Welt“ dazu geführt, dass die „alte Welt“ in einem Wirtschaftschaos versank – die Kolonialmacht Spanien musste in einem Jahrhundert ganze dreizehn Staatsbankrotte erklären. Warum eine moderne Volkswirtschaft ein so wichtiges Instrument wie das Geld von bergbaulichen Detailfragen abhängig machen sollte, ist ohnehin nicht ersichtlich. Da könnte man die Geldmenge auch an die Schneemenge, die jeden Winter auf unser Land niederfällt, koppeln – der Zusammenhang erschließt sich nämlich genauso wenig.
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