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Artikel Tagged ‘Eva_Herman’

Esther Vilar, die Nonkonformistin

10. Oktober 2008 Keine Kommentare

Meine Entdeckung der letzten Wochen ist Esther Vilar, von der ich im Zusammenhang mit dem Streit um Eva Herman (gegen Alice Schwarzer & Co.) zum ersten Mal gehört habe und von der ich derzeit die Trilogie „Der dressierte Mann / Das polygame Geschlecht / Das Ende der Dressur“ lese.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die Welt, so wie wir sie kennen, weniger durch ihre Existenz ausgezeichnet ist als dadurch, dass wir sie in unseren Köpfen konstruieren, die derzeitige Finanzkrise beweist es nachdrücklich. Gesellschaft und Wirtschaft sind noch nahezu dieselben wie vor vier Wochen, es wird genauso produziert und konsumiert wie vor einem Monat, trotzdem stehen wir am Beginn einer ernsten Wirtschaftskrise – weil eine große Zahl von Menschen das Vertrauen ineinander verloren hat und stattdessen an eine kommende Rezession glaubt.
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Arne Hoffmann: Der Fall Eva Herman

16. August 2008 Keine Kommentare

Das dritte Buch, dass ich mir in diesem Zusammenhang gekauft hatte, und dessen Autor die damaligen Geschehnisse, beginnend von Eva Hermans Cicero-Interview, dann ihrem ersten Buch (über dieses Thema, tatsächlich war es wohl ihr sechstes) und der Sendung mit Johannes B. Kerner, analysiert hat. Der Autor ist selbst eine interessante Person, aktiv in der Männerbewegung, er hat u.a. das Buch Männerbeben geschrieben und ist auf der Webseite Capitalista aktiv. Auf der Recherche für sein Buch muss er sich durch tausende von Quellen gewühlt haben – ganz offenbar im Gegensatz zur Mehrheit der Journalisten, die damals über das Thema berichtet haben.

Aus dem Klappentext des Buchs:

Mehrfach wurde Eva Herman zur beliebtesten Moderatorin Deutschlands gewählt. Nachdem sie aber im Frühjahr 2006 die Erfolge der feministischen Bewegung infrage stellte, lancierte „Emma“-Chefin Alice Schwarzer eine Kampagne, um Herman aus der „Tagesschau“ zu entfernen. Anderthalb Jahre später, nach einem inquisitorischen TV-Tribunal bei Johannes B. Kerner, titelte die Bildzeitung „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“, auf den Seiten des „Focus“ heißt es, „dass man an ihre Bücher sofort mit dem Feuerzeug dran möchte“ und der „Neuen Zürcher Zeitung“ zufolge ist Eva Herman mittlerweile die „meistgehasste Frau Deutschlands“. Wie kam es zu dieser rasanten Hexenjagd? Und was darf man im Deutschland 2007 eigentlich noch sagen, ohne sich in Gefahr zu begeben?“

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Alice Schwarzer und Thea Dorn vs. Eva Herman

15. August 2008 Keine Kommentare

Alice Schwarzer: Die Antwort – Das Buch war ein Fehlkauf. Ich hatte ein Buch haben wollen, in dem konkret auf Eva Hermans „Eva-Prinzip“ geantwortet wird. Alice Schwarzers Buch ist zwar zeitlich danach geschrieben worden, aber sie geht nur an wenigen Stellen auf Eva Herman ein:

Und auch die späte Mutter vom Dienst, Eva Herman, 48, verbat sich in höchsten Tönen mehr Krippenplätze (die sie ja auch nicht nötig hatte).

Meiner Erinnerung nach hat Eva Herman das nicht geschrieben (in ihrem Buch „Das Eva-Prinzip“, andere kenne ich nicht), es ist also eine Lüge (euphemistisch kann man auch „Polemik“ dazu sagen). Ich habe das Buch von Alice Schwarzer nicht bis zu Ende gelesen, will aber trotzdem hier ein paar Anmerkungen machen, die sich mir aufgedrängt haben. Alice Schwarzer polarisiert, nicht nur Männer, auch Frauen. Ein Zitat:

Wenn mich eines nervt, und zwar schon lange, lange vor der Frauenbewegung, dann ist es die Art, wie diese Weibchen über Männer reden. Als seien sie Marionetten, bei denen eine echte Frau nur an der richtigen Strippe ziehen muss. Ist es den Männern solcher Frauen eigentlich klar, dass ihr Preis dieser Spott der Sklavinnenseelen hinter dem Rücken des Herrn ist?

Es kostet natürlich Zeit und Nerven, sich mit einem Mann wirklich auseinanderzusetzen. Und schlaue Männer haben längst vielfältige Techniken entwickelt, den Frauen irgendwo, irgendwie recht zu geben – und ihnen dann doch wieder durch die Machen zu schlüpfen. Es ist mit ihnen wie mit dem Hasen und dem Igel: Die Männer sind immer schon da – während die Frauen noch rennen.

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Eva Herman: Das Eva-Prinzip

11. August 2008 Keine Kommentare

Eva Hermans Thesen zur Emanzipationsbewegung und über eine „neue Weiblichkeit“ haben heftige Reaktion in der Öffentlichkeit ausgelöst. Ich erinnere mich noch an die Talkshow, bei der Johannes B. Kerner sie zum Verlassen seiner Sendung aufgefordert hat. Damals hatte ich mir vorgenommen, ihr Buch im Original zu lesen, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen, denn bei einigen Medienleuten habe ich das Gefühl, dass sie ihr Urteil nicht aus dem gebildet haben, was Eva Herman selbst, sondern was andere über sie gesagt und geschrieben haben. Auf jeden Fall muss ihr ihr Anliegen ernst sein, denn sie hat heftige Emotionen und Widerstand einkalkuliert:

Die heftigen Emotionen machen deutlich: Wir sind noch längst nicht am Ende der Diskussion über den Feminismus angelangt. Wir fangen gerade erst an. Das, wofür er angetreten war, die Freiheit der Frau, ihr Anspruch auf ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben, ist nicht eingelöst worden. Schlimmer noch: Wir stehen heute oft vor den Trümmern unserer Existenz, persönlich, gesellschaftlich und finanziell. Ehe und Familie sind bedroht, das Unbehagen und die Verunsicherung wachsen.

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Ein neues Zitat von Eva Herman

27. September 2007 Keine Kommentare

Durch den Spiegel bin ich heute auf eine Art Gegendarstellung von Eva Herman aufmerksam gemacht worden. Ihr wird ja vorgeworfen, die Familienpolitik im dritten Reich als beispielhaft für unsere heutige Zeit zu finden. Tatsächlich kann man auch auf ihrer Homepage das folgende Zitat lesen:

Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben….

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KategorienPolitik, Sprache Tags:

Rückkehr des Patriarchats – Lösung unserer demografischen Probleme?

23. Mai 2006 Keine Kommentare

Nachdem auch in der großen Politik nicht mehr verschwiegen werden kann, dass unser Rentensystem in ernsthaften Schwierigkeiten steckt, weil die Zahl der Rentenempfänger ständig steigt, die der Beitragszahler hingegen sinkt, ist eine heftige Debatte über Lösungsmöglichkeiten entbrannt. Im Spiegel 18/2006 vom 29.4. kam dazu in einem Interview Philip Longman zu Wort (siehe online den Artikel „Die gehen Elche jagen”), ein Amerikaner, den Spiegel Online einen Tag zuvor im Kommentar „Da staunt die Feministin!” über Eva Hermans Cicero-Artikel wie folgt charakterisiert hatte:

Fellow des Neocon-Think-Tanks „New America Foundation”, der seinem Buch über den Bevölkerungsrückgang in westlichen Gesellschaften „The Empty Cradle” einen auch hierzulande in einschlägigen Kreisen andächtig zitierten Aufsatz folgen ließ, in dem er die Rückkehr des Patriarchats voraussagte. Außerdem machte er zwei Ursachen der aktuellen Weltmisere aus: alleinerziehende Frauen und die Säkularisierung. Zu beheben sei das Dilemma nur, wenn sich der Westen wieder auf eheliche und religiöse Werte besinnen würde.

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KategorienFrauen, Gesellschaft Tags: ,