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Artikel Tagged ‘Energieversorgung’

Energiespeicher

22. Mai 2011 Keine Kommentare

Vor zwei Wochen habe ich in Goldisthal ein Pumpspeicherkraftwerk besucht. Dieser Kraftwerkstyp ist nicht dafür gedacht, kontinuierlich Energie zu erzeugen, sondern seine elektrischen Maschinen können sowohl als Turbinen als auch als Motoren arbeiten. Fließt das Wasser von einem höher gelegenen in ein niedriger gelegenes Becken, dann treibt das fließende Wasser die Maschinen als Turbinen an und es wird Strom erzeugt. Speist man hingegen in dieselben Maschinen Strom ein, der in einem anderen Kraftwerk erzeugt wurde, dann arbeiten die Maschinen als Motoren und pumpen das Wasser aus dem Unter- in das Oberbecken. Die Aufgabe eines solchen Kraftwerks ist also die Speicherung von Energie für eine zeitlich spätere Nutzung.

Das Kraftwerk in Goldisthal ist das größte dieses Typs in Deutschland, hier eine Übersicht. Von insgesamt vier Turbinen kann etwas mehr als ein Gigawatt Leistung zur Verfügung gestellt werden. Das ist mehr als der gesamte Verbrauch Thüringens. Allerdings ist nach acht Stunden das Oberbecken leer. Es wieder zu füllen, dauert etwa 11 Stunden. Der Wirkungsgrad der Motoren / Turbinen ist ziemlich gut. Es gibt zwei Synchronmaschinen mit etwa 80% Wirkungsgrad und zwei Asynchronmaschinen mit sogar 90% Wirkungsgrad.

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KategorienPhysik, Visionen Tags:

Kalte Kernfusion

26. März 2011 Keine Kommentare

Seit etwa 60 Jahren wird der heißen Kernfusion prognostiziert, dass sie dereinst die Energieprobleme der Menschheit lösen kann. Beim Lesen von Artikeln darüber begegnet man einer interessanten „Naturkonstante“, die langsam von 30 auf etwa 40 Jahre angewachsen ist. Vor 50 Jahren hieß es, dass in etwa 30 Jahren (also etwa um 1990 herum) mit den ersten Fusionsreaktoren zu rechnen sei. 2010 wurde dieses Ziel dann für etwa 2050 angekündigt. Die Erklärung für das langsame Anwachsen dieser Größe ist einfach:

Wird ein beteiligter Wissenschaftler gefragt, wann er denn mit der praktischen Nutzung seiner Forschungen rechnet, dann überschlägt er grob die ihm bereits bekannten Probleme und erkennt, dass er sie in seinem Berufsleben wohl nicht mehr lösen wird, und gibt einen Zeitpunkt an, der nach seinem vermuteten Todesdatum liegt. Da in den letzten Jahrzehnten die Lebenserwartung auch der Wissenschaftler angestiegen ist, wird diese Zeitkonstante größer. Jedes gelöste Problem hat zugleich neue hervorgebracht.
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Moratorium

14. März 2011 Keine Kommentare

Jetzt gibt es also ein Moratorium zur Aussetzung der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. „Man müsse die neuen Erkenntnisse aus den japanischen Störfällen prüfen.“ Ich wollte mich eigentlich nicht zum Thema äußern, aber das reizt mich jetzt doch zum Widerspruch. Zunächst die Fakten:

  • An den deutschen Kernkraftwerken haben die Erdbeben und der Tsunami in Japan keine Schäden angerichtet.
  • Vergleichbare Erdbeben und Tsunamis sind in Deutschland nicht zu erwarten.

Die technischen Fakten geben es also nicht her, dass man zu einer Neubewertung der Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke kommen wird. Und in einem Vierteljahr wird das nicht anders sein. Diejenigen Fachleute, die deutsche AKW für sicher halten, müssen dieselbe Einschätzung auch in einem Vierteljahr vertreten, die Sachverständigen der anderen Seite werden ihre Bewertung ebenfalls beibehalten, für Deutschland gibt es keine neuen technischen und geologischen Fakten. Was Merkel und ihre Parteifreunde also abwarten wollen, sind die Wahlausgänge und die Entwicklung der öffentlichen Meinung. Daran ist nicht einmal etwas Verwerfliches, denn Politiker in einer Demokratie zu sein bedeutet, sowohl die Meinung derjenigen zu vertreten, die einen gewählt, als auch derjenigen, die einen bezahlt haben. Zwischen beiden Gruppen gibt es Unterschiede, weil zwar alle eine Stimme haben, aber unterschiedlich viele Steuern bezahlen.
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Pro und Kontra zur Kernenergie

29. August 2009 Keine Kommentare

In meiner Jugend stand für mich der Nutzen der Kernkraft außer Frage, sichere und saubere Energie in jeder denkbaren Größenordnung. Dann kam Tschernobyl und ich änderte meine Meinung. So wie bei mir (und vielen Ostdeutschen) war es wohl auch in Westdeutschland.

Heute, mit dem Bewusstwerden der Gefahren der klassischen Energiegewinnung durch Verbrennung fossiler Energieträger für das Klima, kommen die Proponenten der Kernenergie wieder zu Wort. Ich bin unlängst durch ein paar interessante Beiträge in einem Diskussionsforum wieder etwas aufmerksamer auf das Thema geworden, aber zunächst mal ein Zitat aus der „Zeit“ vom letzten Wochenende. Christiane Grefe, „Die Havarie in Block 4“:

Nach der knappen Radiomeldung blieb‘ ich zunächst merkwürdig ruhig. Ein möglicher. Super-GAU in der Ukraine? Wohl niemand konnte das ganze Ausmaß der Erschütterungen schon im ersten Moment erahnen, welche die Havarie in Block 4 des Atomkraftwerks W.I. Lenin am 26. April 1986 auslösen würde. Außerhalb jeder Vorstellung die für lange Zeit unbewohnbaren Landschaften und Hunderttausenden von Toten, Kranken, vertriebenen weit über Tschernobyl hinaus, noch kaum auszumalen, dass die Explosion letztlich auch das Fundament einer Supermacht, der Sowjetunion, ins Wanken bringen sollte. Mit dem Inferno am Pripjetfluss war eine jener Katastrophen passiert, vor denen die Kritiker der Atomkraft immer gewarnt hatten.
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Hydrinos?

26. Oktober 2008 1 Kommentar

In der Telepolis findet man den Artikel Durchbruch bei der Gewinnung von Energie aus Wasserstoff?, in dem ein neues Verfahren zur Gewinnung von Energie aus Wasser vorgestellt wird. Die Idee stammt von einer Firma namens BlackLight Power.

Aus dem Telepolisartikel kopiert:
Darstellung des BlackLight-Verfahrens. Bild: BlackLight (Bild vergrößern)

Eine Kurzzusammenfassung ihres Verfahrens ist die folgende:

  1. Wasser wird in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten.
  2. Der Wasserstoff wird mit einem Katalysator zusammengebracht, dieser veranlasst das einzige Elektron des Wasserstoffs auf ein niedrigeres Energieniveau zu springen. Die Differenzenergie wird abgegeben.
  3. Das entstehende neue Teilchen wird Hydrino genannt, es ist ein Abfallprodukt des Prozesses.
  4. Die in Schritt 2 gewonnene Energie ist größer als die Energie, die zur Aufspaltung des Wassers benötigt wurde, es kann also in Schritt 1 weiteres Wasser aufgespalten werden und es bleibt trotzdem nutzbare Energie übrig.

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Wohin mit dem CO2?

14. September 2008 Keine Kommentare

Unlängst habe ich in einem interessanten Artikel Folgendes gelesen: Das Problem Öl erledigt sich von selbst. Die zentralen Gedanken in diesem Beitrag sind, dass erstens das Erdöl genügend schnell alle sein und deshalb nicht die Ursache für das Kippen des Klimas sein wird und zweitens, dass dies für Kohle nicht gilt, weil sie erheblich länger als das Öl reichen wird. Die Idee, die verschiedenen Quellen für CO2 voneinander zu trennen, ist etwas merkwürdig, weil ein CO2-Molekül ja unabhängig von seiner Herkunft in der Atmosphäre seine Wirkung entfaltet und allein die Konzentration entscheidet. Es muss deshalb an allen Fronten versucht werden, die Emissionen zu senken, oder das entstehende CO2 nicht in die Atmosphäre gelangen zu lassen. Eine der Möglichkeiten dazu wird von Wattenfall derzeit getestet, siehe z.B. hier. Da der Beitrag von Greenpeace ist, werden auch die Bedenken gegen diese neue Technologie angesprochen. Unabhängig von diesen Bedenken muss der Kampf gegen die Klimaerwärmung an allen Fronten und mit allen Mitteln geführt werden, die uns zur Verfügung stehen.
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Jürgen Petermann: Sichere Energie im 21. Jahrhundert

15. Dezember 2007 Keine Kommentare

Die Konferenz auf Bali ist zu Ende gegangen, die Streitereien um die richtige Klimapolitik gehen weiter. Hintergrund der Probleme ist der Energiehunger der ganzen Welt, der heute überwiegend durch die Verbrennung fossiler Energieträger gedeckt wird. Es gibt eine Vielzahl von Einzelartikeln, gedruckt oder im Netz, die sich mit verschiedenen Detailproblemen beschäftigen. Demgegenüber versucht das von Jürgen Petermann herausgegebene Buch „Sichere Energie im 21. Jahrhundert“ durch eine gezielte Auswahl von Beiträgen letztendlich zu einer Gesamtübersicht beizutragen.

Gleich zu Beginn ein interessanter Gedanke: Unsere Epoche ist die Übergangszeit zwischen dem ersten und dem zweiten solaren Zeitalter. Die Menschen haben bis zum Mittelalter nur regenerative Energien benutzt: Holz, Wind, Wasserkraft. Nachdem wir alle Kohle, das Erdöl und -gas verbrannt haben (falls wir es wegen dem CO2 überhaupt können), werden wir wieder in einem solaren Zeitalter leben. Aber wie wird die Übergangszeit, also das 21. Jahrhundert, gestaltet? Petermann listet in der Einleitung einige der Fragestellungen dazu auf:
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Kohlendioxidfreie Verbrennungskraftwerke

4. April 2006 Keine Kommentare

Bereits vor einiger Zeit hatte ich vom der Möglichkeit gehört, Kraftwerke, die Energie aus der Verbrennung fossiler Energieträger gewinnen, kohlendioxidfrei zu betreiben. Zunächst hielt ich das für völligen Nonsens, denn Endprodukt jeglicher Verbrennung von Kohlenstoff ist Kohlendioxid. Später erfuhr ich dann, dass man plant, das Kohlendioxid aus der Abluft zurückzuhalten und unterirdisch einzulagern. In der Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft vom März 2006 werden das Konzept und mehrere Realisierungsmöglichkeiten vorgestellt.
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