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Artikel Tagged ‘Buddhismus’

Jamie Zeppa: Mein Leben in Bhutan

12. März 2010 Keine Kommentare

Bis Ostern arbeite ich nur halbtags, habe ich mit meinem Chef vereinbart. So komme ich fast jeden Tag auf dem Nachhauseweg an der Bibliothek vorbei, wenn sie noch geöffnet hat. Das Ordnungssystem der Regale in der Bibliothek ist für mich ziemlich ungeeignet, an den Regalen steht „Romane“, „Krimis“, „Sachbücher“ etc., anstelle von „Das könnte dich interessieren“ oder „Das lohnt sich nicht, nach Hause zu schleppen“.

Weil ich mich einmal in den Bücherschluchten fast verirrt habe und mich danach mit zwei dickleibigen Kunstbänden und mehreren Kinderbüchern abschleppen musste, inspiziere ich jetzt nur noch das Regal mit den Neuerwerbungen und die Bibliotheksecke mit den Hörbüchern. Das ist deutlich rückenschonender. Zu Beginn der Woche fiel mein Blick, nachdem ich Krimis, Koch-, Back- und Yogabücher sowie Bücher mit Titeln wie „XYZ für Dummies“ beiseite geschoben hatte, auf „Mein Leben in Bhutan“.
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Goldberg und Dresden

20. September 2009 Keine Kommentare

Meine Familie mütterlicherseits stammt aus Oberschlesien, genauer gesagt aus Goldberg. Heute heißt Goldberg Zlotoryja und liegt in Polen. Der Tag, an dem meine Großmutter und meine damals sechsjährige Mutter zusammen mit den meisten anderen Verwandten Goldberg verlassen haben, lässt sich genau angeben: Am 13. Februar 1945 erhielt ihr Zug keine Einfahrt in den Dresdner Bahnhof, weil Militärtransporte Vorrang hatten. So sahen sie das nach den Bombenangriffen der Alliierten lichterloh brennende Dresden von einem etwas erhöhten Punkt auf einem Abstellgleis außerhalb der Stadt.

In Goldberg besaßen meine Großeltern ein Mehrfamilienhaus, dass sie kurz vor dem Krieg endlich abgezahlt hatten. Es war schon etwas älter, aber da mein Großvater Maurer war, sollte das für sie kein Problem darstellen. Meine Großmutter arbeitete ab und zu in einer Hutfabrik. Das Grundstück, auf dem das Haus gestanden hat, muss ziemlich groß gewesen sein, jedenfalls sollen dort etwa 1000 Obstbäume gestanden haben, und es wurden auch Ziegen, Hühner und ein Schwein gehalten. Goldberg selbst war eher eine gutbürgerliche Stadt, das Grundstück meiner Großeltern lag fast am Ortsrand. Jeden Tag zog meine Urgroßmutter mit einem Handwägelchen los, um in der Stadt Küchenabfälle zu sammeln, die als Futter für die Tiere benötigt wurden.
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Ab ins Nirwana?

23. August 2007 Keine Kommentare

Der Besuch des Dalai Lama hat vielfältige Reaktionen hervorgerufen, ist dieser doch gerade in Deutschland ein Sympathieträger, der in seiner Beliebtheit wahrscheinlich auch den derzeitigen „deutschen“ Papst schlägt. Einen analytischen Artikel zum Buddhismus findet man unter dem Titel Ab ins Nirwana? in der Telepolis. Der Autor Stephan Schleim ist Neurowissenschaftler und hat auf diesem Gebiet schon eine ganze Reihe von populärwissenschaftlichen Artikeln veröffentlicht, wie man seiner Homepage entnehmen kann.

Aus dem Artikel und den zugehörigen Kommentaren geht hervor, dass der Autor in Hamburg an mehreren Veranstaltungen mit dem Dalai Lama teilgenommen hat. Ich vermute also ein persönliches Interesse am Buddhismus, das über den rationalen Blick des Naturwissenschaftlers hinausgeht. Veilleicht ist der Buddhismus, der sowieso mehr Philosophie als Religion ist, von den großen Weltreligionen auch diejenige, die am ehesten wissenschaft(s/ler)kompatibel ist.
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Kamingespräche

1. April 2007 Keine Kommentare

Heute morgen erwachte ich mit dem unbedingten Drang, einen bestimmten Aphorismus zu finden. Er geht ungefähr so:

Der Schüler fragt den Meister (Laotse, Konfutse, Buddha – nein der wahrscheinlich doch nicht): „Was soll ich tun, um Weisheit (oder Offenbarung, Erleuchtung, o.ä.) zu erlangen?“
Der Meister antwortet: „Iss deinen Reis!“
Eine Weile später fragt der Schüler erneut: „Und was soll ich jetzt tun, Meister?“
Der Meister antwortet: „Wasch deine Reisschüssel ab!“

Gestern Abend hatten wir eine lange Diskussion über Politik: Gesundheitsreform, Demografie und Unsicherheit der Rente, mögliche Kriege um Wasser, Öl und andere Ressourcen. Politiker denken überwiegend an ihre Wiederwahl, weniger an das längerfristige Allgemeinwohl, usw. Im Nachhinein fällt mir auf, dass die Klimakatastrophe fehlte. Mein Freund war ungewöhnlich munter. Vielleicht lag es am Thema, vielleicht an den zwei starken Espressos, vielleicht aber auch an seinem unbequemen Sitz auf dem Hocker. Sonst liegt er nämlich auf dem Sofa, ist um diese Zeit schon sehr schläfrig oder nickt machmal sogar ein.
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Ursula Gräfe: Buddha. Leben Werk Wirkung

27. August 2006 Keine Kommentare

Wenn man nach der Autorin „Ursula Gräfe“ googelt, findet man neben „Buddha“ Bücher über den Hinduismus, Konfuzianismus, asiatische Lebensweisheiten, Samurai u.ä. Sie hat also ein ausgeprägtes Faible für asiatische Philosophien und Religionen, ist aber offenbar keine Fachwissenschaftlerin. In ihrem hier vorgestellten Buch trägt sie Einzelheiten aus dem Leben Siddharta Gautamas zusammen und gibt einen Überblick über die Entwicklung und die verschiedenen Strömungen des Buddhismus.

Diese erste Information über die Autorin war für mich wichtig, weil es manchmal im Buch nicht ganz klar wird, welches Verhältnis sie selbst zum Buddhismus hat. Meist sind (ihre eigenen) Übersetzungen von Originalzitaten aus buddhistischen Quellen farblich klar vom übrigen Text abgesetzt, an einer Stelle findet man aber im fortlaufenden Text:
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Reisesplitter

26. Januar 2005 Keine Kommentare

Unser Reiseleiter ist ein religioeser Mensch. In jedem Tempel betet und spendet er. In einem hat er sich von einem Moench segnen lassen. Er hat einer alten Frau etwas bezahlt, obwohl er eigentlich nichts ihrer Sachen benoetigt hat, er hat Hunden Futter gekauft. Unser Reiseleiter ist ein kluger Mensch, er sagt: Mit meinen guten Taten komme ich nach meinem Tod dem Himmel ein Stueck naeher. Wenn es aber keinen Himmel gibt, dann bin ich immer noch ein guter Mensch gewesen. Das kommt mir bekannt vor, Descartes?
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Bangkok

23. Januar 2005 Keine Kommentare

Bangkok ist ein Moloch. Im Reisefuehrer liest man von 11 Millionen Einwohnern, die Reiseleiterin, eine dort Wohnende, von schon 20 Millionen. Steht man nachts auf der Aussichtsplattform des mit ueber 300 Metern hoechsten Hotels der Stadt, dann reichen die Lichter der Stadt bis zum Horizont.

Wir sind vor drei Tagen hier angekommen, mit dem Bus auf einer sechzehnspurigen und zweistoeckigen Autobahn Richtung Stadtzentrum gefahren. Vorher war eine Rundreise im Westen und Osten Thailands, in 2 Tagen brechen wir Richtung Norden auf, bis an die Grenze zu Burma. Die Zeit zwischen diesen beiden Rundreisen fuellt jetzt das Sightseeing in Bangkok.
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