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Sheldrakes morphogenetischen Felder

Formal erfüllt Sheldrakes Arbeit die Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit:

  1. Er gibt Beobachtungen an, die mit anderen Theorien schwer erklärbar sind.
  2. Er formuliert eine Theorie, von der er annimmt, dass sie das kann.
  3. Er schlägt Experimente und Beobachtungen vor, mit denen man die Theorie testen könnte.

Für eine fundierte Kritik an Sheldrake kann man an allen drei Punkten ansetzen. Zum ersten Punkt, seinen Beobachtungen, kann ich ohne ein ausgiebiges Quellenstudium nichts sagen. Beim dritten Punkt fällt auf, dass die Experimente praktisch sehr schwer umzusetzen sind. Aber das galt und gilt für andere wissenschaftliche Theorien auch.

Einige Annahmen zu Eigenschaften morphischer Felder (Punkt 2) können so nicht stimmen. (Man sollte nicht den Begriff „morphogenetische Felder“ verwenden, denn das überschneidet sich in der Wortbedeutung mit anderen Wissenschaftszweigen.) Aber prinzipiell, hier irren einige Kritiker, kann es selbstverständlich weitere Felder geben.

Ein Beispiel ist die Schallausbreitung. Die physikalische Grundlage dieser „Klangfelder“ ist die elektromagnetische Wechselwirkung. Aber niemand käme auf den Gedanken, die Ausbreitung von Schall mit den Maxwellschen Gleichungen zu beschreiben, obwohl das prinzipiell natürlich möglich sein müsste. Es ist einfach nicht zweckmäßig, man beschreibt die Ausbreitung von Schall, ohne sich dabei Gedanken über den Elektromagnetismus zu machen. Aber es ist klar, dass die Grenzen, die wir für elektromagnetische Felder kennen, die Möglichkeiten der Ausbreitung von Schall begrenzen. Für morphische Felder würde das ebenfalls gelten, mindestens an dieser Stelle irrt sich Sheldrake.

Mein Fazit: Seine Bücher sind lesenswert, man nimmt viele interessante Anregungen mit. Seine Theorie ist nicht bewiesen, einige Annahmen können nicht stimmen und aufgrund der Struktur seiner Theorie sind Experimente sehr schwer durchführbar.

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