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Lässt sich durch die Quantenmechanik ein freier Wille erklären?

Um die Frage zu beantworten, ob die Quantenmechanik etwas mit dem freien Willen zu tun hat, muss man sich zunächst überlegen, was man unter diesem Begriff verstehen möchte. Am plausibelsten erscheinen mir die folgenden Festlegungen:

  • Eine Person muss zweifelsfrei als Akteur einer Handlung gelten.
  • Es muss mehrere Handlungsalternativen geben, u.U. für andere Personen in derselben Situation oder für dieselbe Person zu einer anderen Zeit.
  • Die Person darf nicht durch die Umstände oder durch andere zu ihrer Handlung gezwungen worden sein.

Dann und nur dann kann ich von einer freien Handlung sprechen, für die die betreffende Person verantwortlich gemacht werden kann.

Ein Beispiel: Ich stehe im Supermarkt vor dem Regal mit den Kartoffelchips. In meinem Geist kämpfen widerstrebende Gedanken um die Vorherrschaft: „Hm, Kartoffelchips sind soo lecker. Andererseits sind sie total ungesund. Aber wir bekommen heute Abend Besuch, dem können wir sie anbieten. Habe ich überhaupt genug Geld für den Einkauf einstecken?“

Unabhängig davon, wie meine Entscheidung letztlich ausfallen wird, kann ich hinterher einen oder mehrere Gründe für meine Entscheidung angeben. In der Physik gibt es den Begriff des Grundes nicht, nur den der Ursache. Hier hat ein Vorgang in der klassischen Physik eine oder mehrere Ursachen oder kann in der Quantenphysik ein Vorgang auch zufällig verursacht geschehen.

Im letzten Satz sieht man, dass bereits in der Physik zwei verschiedene Betrachtungsweisen (determiniert, indeterminiert) möglich sind. Beide Betrachtungsweisen sagen aber nichts darüber aus, ob die Welt determiniert oder indeterminiert ist, sondern lediglich, dass wir determinierte und indeterminierte Beschreibungen bestimmter Vorgänge in der Natur gefunden haben.

Der tiefere Grund für den Kategorienfehler der Frage nach der Relevanz der Quantenmechanik für den freien Willen besteht im Folgenden, auch dafür wieder ein Beispiel: Wir können einen unbelebten Gegenstand, z.B. einen Tisch in seine Atome und Moleküle zerlegen. Dasselbe können wir (zumindest theoretisch) auch mit einem Menschen machen. Nach der Zerlegung (der Reduktion) gibt es keine Möglichkeit mehr, die Atome des unbelebten Gegenstandes und die des Menschen voneinander zu unterscheiden. Davor aber haben beide Objekte völlig unterschiedliche Eigenschaften besessen.

Bei der Zerlegung eines Objekts in seine Bestandteile (oder auch nur bei deren Analyse) gehen essentielle Eigenschaften verloren, die für das Verständnis des Objekts wesentlich sind. Die Realität besteht eben nicht aus Atomen, sondern diese bilden lediglich eine notwendige Grundlage für ihre Objekte und Vorgänge bzw. sind sogar (bei einer anderen Art der Betrachtung) nur unsere Modelle.

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