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Klaus Cäsar Zehrer: Das Genie

In seinem ersten Roman verarbeitet Zehrer die Lebensgeschichte von William James Sidis, von dem die Wikipedia u.a. schreibt:

Sidis war der Sohn von Sarah (geb. Mandelbaum) und Boris Sidis. Seine Eltern waren als Juden nach Pogromen aus der Ukraine ausgewandert. Sie zogen ihn von frühster Kindheit an nach speziellen Lernmethoden auf, die darauf abzielten, ihn zu einem Genie zu erziehen. Schon im Alter von 18 Monaten konnte er lesen (Hyperlexie) und bis zu seinem achten Lebensjahr schrieb er bereits vier Bücher. Sein Intelligenzquotient wurde auf über 250 taxiert, er nahm aber nie an einem Test teil. Er begann sein Studium am 11. Oktober 1909 an der Harvard-Universität mit elf Jahren als Teil eines Sonderprogramms für hochbegabte Kinder, zu der u. a. junge Menschen wie Norbert Wiener und Roger Sessions gehörten. Als Polyglotter beherrschte Sidis 40 Sprachen und lernte angeblich eine davon an einem einzigen Tag.

Wer sich für Originalschriften von Sidis interessiert, der wird hier fündig, besonders interessant ist The animate and the inanimate.

Ich möchte keine Rezension des sehr lesenswerten Romans von Zehrer schreiben, sondern nur eine einzige Stelle zitieren, die weniger etwas über Sidis als über Zehrer aussagt (ich glaube nicht, dass dieser Gedanke von Sidis authentisch ist) und die mir außerordentlich gut gefallen hat:

Zur Sicherheit studierte er die Schriften, die er sich bei den Bibelforschern in Boston besorgt hatte: eine King-James-Bibel, einen Sammelband mit Predigten von Pastor Charles Taze Russell, einen Stapel Zeitschriften namens Der Wachturm und ein paar Traktate mit Titeln wie Der einzige Weg zum Frieden, Warum Gott das Böse zulässt oder Die Wiederkehr des Königs – was erwartet dich? Noch nie in seinem ganzen Leben hatte er etwas derartig Unverständliches gelesen. Aber er biss sich durch und lernte alles auswendig. Es zeigte sich, dass das Ganze eine überraschend straffe innere Logik besaß, die mit tausenden und abertausenden internen Belegstellen und Querverweisen untermauert war. Das Gedankengebäude war in sich geschlossen, nur schwebte es frei in der Luft, wie ein solide gemauertes Hochhaus, bei dem das unterste Stockwerk fehlte. Dieses Stockwerk, dachte Williams, muss wohl der Glaube sein. Mit seiner Hilfe erhält das Gebäude eine unverwüstliche Stabilität, ohne ihn stürzt alles zu einem haltlosen Nichts zusammen.

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