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Hungert denn der alte Yogi noch, Yogi noch, Yogi noch? Teil 2

Vermutlich nicht mehr, denn der Versuch ist ja vorbei, hier dazu Teil 1. Ein Bekannter hat das folgende lustige Bild gepostet (und vielleicht selbst erstellt):

yogi2

Er vergaß nicht, in seinem Begleittext auf die Standby-LED hinzuweisen. (Wer findet sie nicht in dem Bild?) Aber interessanter ist doch ein Artikel im Guardian: India’s man who lives on sunshine. Zitate:

While the test was running, I exposed some of those loopholes in a live programme on India TV: an official video clip revealed that Jani would sometimes move out of the CCTV camera’s field of view; he was allowed to receive devotees and could even leave the sealed test room for a sun bath; his regular gargling and bathing activities were not sufficiently monitored and so on. I demanded an opportunity to check the test set-up with an independent team of rationalist experts. There was no immediate reaction from Ahmadabad. But a sudden call from Sterling hospital invited me – live on TV – to join the test the next day itself.

Early morning, ready to fly to Gujarat, we were informed that we had to wait for the permission of the „top boss“ of the project. Needless to say: this permission never came.

Similarly, we were unable to attend Shah’s first Jani test in November 2003 (that was financed by Dipas too). Shah has a long record of conducting these studies, which up till now have never been discussed in any scientific journal. They merely try to prove his strange sunshine theory: that humans can stop eating and drinking and switch to „other energy sources, sunlight being one“. Prahlad Jani is not Shah’s first poster child.

Also:

  • Der Test wurde live im Fernsehen übertragen, dabei sind Lücken in der Überwachung ersichtlich, der Yogi durfte während der Überwachung den Raum verlassen und erhielt Besuch von Personen, die seine Anhänger sind, aber keine Teilnehmer an der Überwachung.
  • Der Leiter des Krankenhauses ist Anhänger der Sonnenernährungshypothese und hat noch weitere solche Experimente veranstaltet, von denen aber offensichtlich keines den Kriterien stand gehalten hat, die eine Veröffentlichung in einem seriösen Wissenschaftsmagazin erlaubt hätten.
  • Die Kontrolle durch unabhängige Beoabchter wurde Skeptikern versprochen, aber niemals ermöglicht.

Shah is a deeply religious Jain. As the president of the Indian Jain Doctors‘ Federation (JDF), he proposes that via research, the still imperfect science of medicine is to be brought in line with the Jainist ‚“super-science“ as revealed by the omniscient Lord Mahavir. We can only wonder whether his researcher eyes are sometimes clouded by religious zeal. Interestingly, many members of his team are Jains and his partner in the Manek test was a former president of JDF too.

Also:

  • Der Institutsleiter ist tief religiös und gehört dabei derselben Sekte an, für die der Yogi als lebender Gott gilt. Er ist Vorsitzender einer Ärztevereinigung dieser Sekte.
  • Viele Teammitglieder sind ebenfalls dieser Sekte bzw. Ärzteorganisation zugehörig.

Das macht beide Tests, denn auch der von 2003 war ja von dieser „Qualität“, wissenschaftlich wertlos. Ich bin gespannt, ob es solche kritischen Berichte in den nächsten Tagen bis Wochen ebenfalls in deutsche Mainstream-Medien schaffen.

Kommentare

lou-salome 05/20/2010 11:40:23 PM

Interessante Artikel finden sich immer wieder auf Ihren Seiten. Auch dieser wieder.
Eigentlich ( und überhaupt) wollte ich mich gar nicht zum obigen Thema äußern, da Sie nun aber Teil II veröffentlicht haben, melde ich mich dann doch.
Denn, und das hat nun überhaupt nichts mit Ihrer Veröffentlichung zu tun, die finde ich sehr gut und gelungen, ich empfinde es als ein Affront gegenüber der Millionen hungernden Menschen, dass jemand daher kommt und meint, ohne Flüssigkeit und Nahrung kann man uralt werden, vorausgesetzt der Glaube stimmt. Ja, glaubt der Rest der Weltbevölkerung nicht?
Und wenn sie nicht glauben, hat Nihilismus oder Nicht-Glaube noch niemanden verhungern oder verdursten lassen; das sind politisch gemachte Bedingungen.
Es ist unglaublich, dass es immer wieder möglich ist, Aufmerksamkeit auf solche Humbug- „Medienereignisse“ zu erzielen. Eine einzige Person schafft es, medial überdimensional bedient zu werden, jedoch die hungernde Weltbevölkerung, die verhungerten Menschen, da kräht kaum der Hahn danach, das ist nicht werbewirksam. Das ist „unangenehm“.
Und gerade deshalb und überhaupt ist es gut, diesen zweiten Beitrag zu dem Thema bei Ihnen zu lesen und deshalb habe ich ein wenig meine Gedanken mitteilen müssen.
Das eingestellte „Kabel“-Bild ist gelungen. ( „Biostrom“ !!! 🙂 )

KategorienMedizin, Skeptizismus Tags:
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