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Ein Prost auf Gaia

Eigentlich wollte ich ja heute auf einen interessanten Artikel über die Gaia-Hypothese hinweisen. Diesen Artikel findet man in den SciLogs unter dem Titel Die Erde ist kein Lebewesen – Kritik der Gaia-Hypothese. Die Gaia-Hypothese gibt es in einer extrem verkürzten und volkstümlichen Variante auch als Witz:

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine zum anderen: „Du, ich habe Homo sapiens.“ Sagt der zweite zum ersten: „Ach, das macht nichts. Das hatte ich auch. Das geht vorbei.

Bemerkenswert an dem Artikel wider die Gaia-Hypothese sind nicht nur die Argumente, mit denen der Autor die Hypothese unter biologischen Aspekten zerpflückt, sondern auch seine Kritik an der allgemeinen (Un)Sitte von (Natur)Wissenschaftlern, sich (scheinbar kompetent und wissenschaftlich) zu Themen außerhalb ihrer Fachgebiete zu äußern:

Nun kennt man das ja: Verdienstvolle Wissenschaftler versuchen sich öfter mal auf Gebieten, die jenseits ihrer Fachgrenzen liegen. Dagegen ist nichts zu einzuwenden. Sie können sich ja in andere Fächer einarbeiten und dann zu deren Fragen etwas beitragen. Es ist in aller Regel nichts von Bedeutung, was da herauskommt, doch kann es hinreichend solide sein, um nicht verschwiegen werden zu müssen.


Es sind so gut wie immer Naturwissenschaftler, die so etwas tun. Geistes- und Sozialwissenschaftlern oder Philosophen kommt es kaum, wenn überhaupt jemals in den Sinn, Naturwissenschaftler auf deren Gebiet berichtigen zu wollen. Das hat unter mehreren Gründen sicher auch den, daß sie gelernt haben, daß es Fachgrenzen gibt, und zwar gerade deshalb, weil sie oft gezwungen sind, über sie hinauszugreifen. Naturwissenschaftlern dagegen passiert letzteres kaum, weshalb sie gerne die Grenzen ihres Faches – zumindest die der Naturwissenschaft insgesamt – mit den Grenzen der Wissenschaft überhaupt und die Grenzen ihres Gegenstandsbereiches mit denen der Welt verwechseln.

[Max] Weber hat von „naivem Banausentum“ gesprochen und die Sache damit getroffen, sowohl mit „naiv“ als auch mit „Banausentum“. Wolf Singer und Gerhard Roth, Richard Dawkins und Edward O. Wilson konnte er noch nicht kennen.

Von den vier Genannten war mir nur Edward O. Wilson unbekannt, ein kurzer Blick in die Wikipedia zeigt seine geistige Vorgängerschaft zu Dawkins Selfish genes.

Nach dem heutigen Tag bin ich aber viel zu müde, um noch irgendetwas Sinnvolles zustande bringen zu können. Beim Surfen durch mir bekannte Blogs bin ich bei diesem Kleinod hängen geblieben: So funktioniert Homöopathie. Autor des Artikels ist David Stingl, den ich aus einem Forum kenne. Am Ende seines Textes verlinkt er ein Video, dessen erneute Verlinkung ich mir nicht verkneifen kann: Homöopath Hinterbrenner macht eine Arzneimittelprüfung.

Hier nochmal ganz langsam zum Mitschreiben: Um das schreckliche Kopfweh nach einem Saufabend zu vermeiden, einfach nach jedem Bier einen Tropfen des Biers in ein Wasserfläschchen fallen lassen und ebenfalls austrinken. Wenn man dann am nächsten Morgen immer noch Kopfschmerzen hat, dann lag das gewiss nicht an der Unwirksamkeit der Homöopathie, sondern nur daran, dass der ins Wasser fallengelassene Tropfen noch zu groß war und stärker hätte verdünnt werden müssen.

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