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Chile: Die Insel Chiloé

Chiloé ist mit 9322 km2 die zweitgrößte Insel Chiles, nur Feuerland ist noch größer. (Zum Vergleich: Rügen ist 926 km2 groß.) Es wird vermutet, dass hier die ursprüngliche Heimat der Kartoffel liegt. Verblüfft hat mich auch, dass die Panamericana über die Insel verläuft. Autofahrer müssen so zweimal die Fähre benutzen, wenn sie diese Straße von oder nach Patagonien benutzen wollen.


Kirche in Chacao


Kirche in Castro


Kirche in der Nähe von Caulin (siehe unten)

Chiloé ist berühmt wegen seiner über 150 Holzkirchen, die im Jahr 2000 in das Weltkulturerbe aufgenommen worden sind. Hier noch ein Link zu einer Bildersammlung dieser Kirchen. In Ancud gibt es ein Museum, in dem einige Ausstellungstücke zu diesen Holzkirchen zusammengetragen worden sind.


Plakat aus dem Kirchenmuseum in Ancud

Im Kirchenmuseum, selbst in einer Kirche untergebracht, habe ich diesen Anschauungskasten gefunden. Er zeigt, wie man Holzteile ohne Nägel miteinander verbinden kann. Einige (oder alle?) Kirchen auf der Insel sind so gebaut.

Ob die Austern, die uns in dem oben abgebildeten Restaurant Caulin serviert wurden, gefangen oder gezüchtet worden sind, weiß ich nicht. Nicht alle von uns wollten welche essen. Da ich vorher noch keine probiert hatte, habe ich zwei oder drei gekostet. Einigen anderen aus der Gruppe haben sie sehr gut geschmeckt, weil sie im Gegensatz zu ihren vorherigen Erfahrungen absolut frisch waren. Aber ich glaube, ich komme auch in Zukunft sehr gut ohne Austern aus.

Viele der Holzhäuser auf der Insel sind sehr farbenfroh bemalt. Die Reiseführerin meinte dazu, dass es hier sehr viel regnet und die Einheimischen sich dadurch ihre Laune aufbessern. Tatsächlich fallen zum Beispiel in Ancud über 2000 mm Niederschläge im Jahr, was auch die dichte Vegetation auf Chiloé erklärt. Die Insel ist vor allem in Ufernähe dicht besiedelt. Um dem ausgepägten Tidenhub von Ebbe und Flut zu begegnen, finden man an vielen Stellen diese Pfahlbauten.

Vom Strand von Puñihuil kann man mit dem Boot zu Inseln hinausfahren, die von verschiedenen Vogelarten besiedelt sind. Ein Highlight ist, dass man hier Humboldt– und Magellanpinguine gleichzeitig trifft.

Auf einigen Felsen sind auch Küstenotter zu Hause, einer von ihnen bot uns eine Extravorstellung und lies sich, rücklings schwimmend und eine Muschel fressend, von uns nicht weiter stören.

Muschelessen (für uns hier im Haus von Maria Luisa) ist ein gutes Stichwort: Als El Curanto wird eine Zubereitungsart bezeichnet, die in Chiloé zu Hause ist. Dabei werden schichtweise Muscheln, Kartoffeln, Würstchen und Fleisch in einem abgedeckten Erdloch gegart, das vorher mit einem Holzfeuer entsprechend erhitzt worden ist.

Beim Betrachten der Zubereitung war ich noch skeptisch und hatte etwas gemischte Gefühle, aber auf dem Teller sah es dann nicht nur lecker aus, sondern schmeckte auch sehr sehr gut.

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