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Archiv für die Kategorie ‘Skeptizismus’

Ray Kurzweil

17. August 2015 Keine Kommentare

Vor etwa zwei Wochen kam ich in einem Gespräch mit einem Kollegen auf das Thema Immortalismus. Interessanterweise gibt es dazu in der deutschsprachigen Wikipedia keinen Eintrag. Ich empfahl meinem Bekannten, einmal nach „Ray Kurzweil“ zu suchen, der zugleich Propagandist des Transhumanismus ist. Nach unserem spontanen Gespräch hatte ich dann das Bedürfnis, meine eigenen Erinnerungen über Ray Kurzweil aufzufrischen. Weil das Bild in der Wikipedia bereits 9 Jahre alt war, habe ich nach einem aktuelleren gesucht. 2008 ist das folgende entstanden:

Wie alt würde man Kurzweil anhand dieses Bildes schätzen? Wenn das Bild 2008 entstanden ist, dann ist er darauf im Alter von 60 zu sehen. Woran ich mich im Gespräch mit meinem Kollegen noch erinnern konnte, ist, dass Kurzweil jeden Tag ungefähr 100 Tabletten zu sich nimmt, um möglichst alt zu werden. Da hatte ich mich aber geirrt. Kurzweil schluckt jeden Tag zwischen 180 und 210 Tabletten, wie man in dem Artikel, aus dem ich das Bild kopiert habe, entnehmen kann. Auch das Bild mit den Tablettenbehältern für vormittags, nachmittags und abends habe ich von dort:

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KategorienEvolution, Skeptizismus, Visionen Tags:

Macht ein Baum auch dann ein Geräusch, wenn niemand zuhört?

20. April 2014 Keine Kommentare

In einem Blog, in dem ich sehr gern lese, habe ich heute den Beitrag Sind Zahlen beobachterabhängig? gefunden. Die Autorin fragt dort:

Neulich war das Thema einer geschlossenen Runde wieder einmal etwas origineller; es ging darum ob “Zahlen auch dann existieren, wenn niemand zählt”. Diese Frage mag für den ein oder anderen etwas seltsam klingen, vielleicht ist sie das auch, andererseits ist es schwierig darauf sofort eine konkrete Antwort zu finden. Handelt es sich lediglich um Modelle, die nur für den Menschen in Bezug auf die Ordnung seiner Sinneswahrnehmungen von Nutzen sind, oder abstrakte, allgemeine, ewige Entitäten, die unabhängig von einem Beobachter in einer Art “reinen Welt” existieren, ganz nach dem Bild des Idealismus, vor allem dem der Anhänger des Platonismus?

Unstrittig ist, dass Zahlen für uns Ordnungsrelationen darstellen, also Ordnung in Dinge oder Vorgänge hineinbringen, die abzählbar sind. In Experimenten konnte man auch zeigen, dass es Vorformen solcher Abstraktionen bereits im Tierreich gibt. Wenn eine Affenhorde von einem aus drei Löwen bestehenden Rudel auf einen Baum getrieben wurde und die Affen danach nur zwei Löwen sich entfernen sehen, dann gibt es für sie einen guten Grund, noch ein Weilchen länger auf dem Baum hocken zu bleiben. Affen, die zählen können, haben einen evolutionären Vorteil, nur sie können ihre Gene an ihre Nachkommen weitergeben. Das ist übrigens auch ein gutes Argument, den eigenen Nachwuchs vom Nutzen des Mathematikunterrichts zu überzeugen!

In dem bereits verlinkten Blogartikel wurde die Eingangsfrage noch etwas abstrahiert:
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KategorienPhilosophie, Physik, Skeptizismus, Sprache Tags:

Künstliche Bienen

2. November 2013 3 Kommentare

Wer kennt den Roman von Michael Crichton, „Beute„, (nicht)? In diesem Buch entwirft der Autor ein Szenario, in dem ein Schwarm von Nanorobotern außer Kontrolle zu geraten droht. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Büchern, die sich dem Thema des grey goo, des grauen Schleims, widmen. Wie weit ist man in der Realität? Ich fühlte mich jedenfalls bei dem Artikel „Künstliche Bienen“ in Spektrum der Wissenschaften daran erinnert. Die drei Autoren Robert Wood, Radhika Nagpal und Gu-Yeon Wie, Professoren für Ingenieurwesen, Informatik und Elektrotechnik/Informatik, forschen, wie der Titel es schon sagt, an „künstlichen Bienen“:

Während des letzten Jahrzehnts begann eine rätselhafte Krankheit namens »Völkerkollaps« (colony collapse disorder, CCD), ganze Völker von Honigbienen in den USA auszulöschen -so massiv, dass gravierende Folgen für die Landwirtschaft zu befürchten waren. Aus diesem Anlass begannen wir 2009 gemeinsam mit Kollegen von der Harvard University und der Northeastern University, ernsthaft über die Schaffung künstlicher Bienen nachzudenken. Die kleinen Maschinen sollten sich nicht nur jede für sich verhalten wie eine Biene, sondern im Zusammenspiel zu Tausenden die kollektiven Aktionen vollbringen, zu denen ein echter Bienenschwarm fähig ist. Inzwischen ist es uns gelungen, die ersten fliegenden Roboter in Bienengröße zu bauen; jetzt arbeiten wir am kooperativen Schwarmverhalten.

Das Bild, das einem auf der zweiten Seite des Artikels gezeigt wird, ist noch Fiktion:
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Trau keiner Statistik…

23. April 2013 Keine Kommentare

In den Scienceblogs bin ich über einen interessanten Artikel gestolpert: Unsichtbare Flugverkehrstote? Dort wird auf einen anderen Artikel verwiesen, der die wenigen Toten, die der Flugverkehr verursacht, in Zweifel zieht:

Gerade ist in der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ ein Artikel von Eberhard Greiser und Gerd Glaeske über die gesundheitlichen Folgen des Fluglärms am Frankfurter Flughafen erschienen. Die Autoren gehen von ca. 23.400 zusätzlichen Krankheitsfällen, 4.300 vorzeitigen Sterbefällen und 1,6 Mrd. Euro Krankheitskosten in den nächsten 10 Jahren aus. Ihre Studie überträgt Ergebnisse, die in einer früheren Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes zum Fluglärm am Flughafen Köln gewonnen wurden, auf Frankfurt.

Ich kann weder die Studie noch die Kritik daran fachlich beurteilen, dazu braucht es gute umweltepidemiologische, umweltmedizinische, ingenieurswissenschaftliche und andere Kenntnisse, die ich nicht habe. Aber beunruhigend ist das schon. Gibt es sozusagen „unsichtbare Flugverkehrstote“, über die in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt ist? Die Folgen von Schadstoffen, zusätzlichem Straßenverkehr etc. kämen außerdem noch dazu. Aber auch: Müsste man nicht ebenso positive gesundheitliche Effekte eines Flughafenbetriebs, z.B. durch den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen in der Region, der bekanntlich gesundheitlichen Nutzen nach sich zieht, gegenrechnen?

Die letzten Sätze sind sehr wichtig. Denn die Alternative zum Flugverkehr ist ja nicht weniger Verkehr insgesamt, sondern mehr Verkehr an anderer Stelle. Auch Auto-, Zug- und Schiffsverkehr verursachen Lärm und Umweltverschmutzung. Und für eine seriöse Rechnung müsste man den Nutzen des Verkehrs gegenrechnen. In vielen Fällen wird das gar nicht möglich sein. Infolgedessen erzeugt eine solche Rechnung, wie sie in dem verlinkten Artikel aufgemacht wurde, vielleicht ein falsches Bild.

Solcherart aus dem Zusammenhang gerissenen Informationen begegnet man überall. Manchmal sind sie direkt falsch, zum Beispiel habe ich heute im Kapitel Anti-Aging in der Wikipedia gelesen:
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Ein Prost auf Gaia

17. Februar 2013 Keine Kommentare

Eigentlich wollte ich ja heute auf einen interessanten Artikel über die Gaia-Hypothese hinweisen. Diesen Artikel findet man in den SciLogs unter dem Titel Die Erde ist kein Lebewesen – Kritik der Gaia-Hypothese. Die Gaia-Hypothese gibt es in einer extrem verkürzten und volkstümlichen Variante auch als Witz:

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine zum anderen: „Du, ich habe Homo sapiens.“ Sagt der zweite zum ersten: „Ach, das macht nichts. Das hatte ich auch. Das geht vorbei.

Bemerkenswert an dem Artikel wider die Gaia-Hypothese sind nicht nur die Argumente, mit denen der Autor die Hypothese unter biologischen Aspekten zerpflückt, sondern auch seine Kritik an der allgemeinen (Un)Sitte von (Natur)Wissenschaftlern, sich (scheinbar kompetent und wissenschaftlich) zu Themen außerhalb ihrer Fachgebiete zu äußern:

Nun kennt man das ja: Verdienstvolle Wissenschaftler versuchen sich öfter mal auf Gebieten, die jenseits ihrer Fachgrenzen liegen. Dagegen ist nichts zu einzuwenden. Sie können sich ja in andere Fächer einarbeiten und dann zu deren Fragen etwas beitragen. Es ist in aller Regel nichts von Bedeutung, was da herauskommt, doch kann es hinreichend solide sein, um nicht verschwiegen werden zu müssen.

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KategorienEvolution, Medizin, Natur, Skeptizismus Tags:

Wie viele Engel können auf der Spitze einer Nadel tanzen?

29. November 2012 6 Kommentare

Die Diskussion begann mit der Frage, welche Pille man nehmen würde, was Bezug nahm auf den Film Matrix. Dort wird der Hauptheld Neo vor die Wahl gestellt: Entweder nimmt er die rote Pille, dann wird ihm die Wahrheit über die Welt offenbart, die er sonst nie erfahren würde, jedoch wird er dann nie wieder in sein altes Leben zurückkehren können. Oder er nimmt die blaue Pille, dann bleibt alles wie gehabt, aber er wird dann nie die Wahrheit über die Welt erfahren. Und weiter wurde in der Diskussion gefragt, ob das nicht gleichbedeutend mit der Frage sei, ob man leben oder sterben wolle.

Mir war zwar nicht ganz klar, welche Pille hier zu welcher Entscheidung gehören sollte, aber die Diskussion nahm danach trotzdem Fahrt auf. Man kann es nämlich so oder so interpretieren, denn wenn es ein Leben nach dem Tode geben sollte, dann würde das der roten Pille entsprechen, anderenfalls wäre es vielleicht genau umgekehrt.

Recht schnell war man sich dann einig, dass man sich mit dem Ableben vielleicht nicht so beeilen solle, denn das Leben nach dem Tod ist ja mehr als unsicher. Offenbar fühlte sich der eine beim Gedanken an ein Nichtweiterleben nach dem Tode so unbehaglich, wenn „die Signale erlöschen, alle Zellen sterben und der Körper verrottet“, dass er einwarf, dass ihm so betrachtet der Kannibalismus sympathischer erscheine, da wisse man wenigstens, wer einen bekomme und lande nicht bei den Würmern.

Bei der Verknüpfung zwischen Tod und Kannibalismus fielen mir zwei alte Themen wieder ein, die die Scholastiker im frühen Mittelalter schwer beschäftigt haben und über die man damals sogar promovieren konnte:
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Pastafarianismus

15. November 2011 1 Kommentar

In meinem Heimatort gibt es verschiedene Kirchen, außer natürlich den Katholiken und Protestanten, auch die Neuapostolischen und die Sieben-Tages-Adventisten. Sogar einen Königreichsaal der Zeugen Jehovas haben wir hier. So kam das Gespräch gestern Abend unweigerlich auch auf den Pastafarianismus, der Religion, der ich am ehesten zugeneigt bin.

Fliegendes Spaghetti-Monster
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KategorienPolitik, Religion, Skeptizismus Tags:

Zurück aus der Zukunft

4. September 2011 1 Kommentar

Ich habe mich sehr über einen Artikel in der Gehirn & Geist 7-8/2011 geärgert. In dem Beitrag „Zurück aus der Zukunft“ von Joachim Krueger, Professor für Psychologie, liest man:

Der Psychologe Daryl Bem von der Cornell University in Ithaca (US-Bundesstaat New York) veröffentlichte im renommierten »Journal of Personality and Social Psychology« einen Artikel zur retroaktiven Kausalwirkung. Bem glaubt, in mehreren Experimenten gezeigt zu haben, dass sich spätere Ereignisse auf das Verhalten von Menschen im Hier und Jetzt auswirken: In seinen Laborversuchen mit insgesamt mehr als 1000 Probanden habe die Zukunft die Gegenwart beeinflusst, so der Forscher.

Die Versuchsteilnehmer sahen unter anderem Bilder, die entweder angenehme oder unangenehme Gefühle auslösten (zum Beispiel das Foto eines Babys oder das einer Schlange). Die Probanden sollten eine Taste links von ihnen bei negativen Empfindungen drücken, jene auf der rechten Seite hingegen bei einem positiven Bild. Das geht recht schnell – noch schneller sogar, wenn zuvor immer wieder negative Wörter (etwa »hässlich«) vor dem Schlangenbild und positive (»hübsch«) vor dem Baby erschienen. Das bezeichnen Kognitionsforscherals Priming.

Genialisch drehte Bem den Ablauf des Versuchs einfach um: Er zeigte die Wörter also erst, nachdem die Versuchspersonen bereits per Tastendruck auf die jeweiligen Bilder reagiert hatten. Siehe da: Auch hierbei waren dieTeilnehmer durchschnittlich schneller »am Drücker«, wenn Wort und Bild emotional zusammenpassten, als wenn das nicht der Fall war. Ein passender zukünftiger Ausdruck beschleunigte also die Reaktion; ein unpassender verlangsamte sie.
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Börsenpanik

20. August 2011 7 Kommentare

Die Entwicklung an den Börsen und der Goldkurs treiben mich dazu, jetzt auch noch meinen Senf zu diesem Thema abzugeben. Ich habe mir ja schon öfters Mühe gegeben zu verstehen, wie das mit Aktien funktioniert. Ich bin sehr froh, dass ich nicht Börsianer bin, denn das, was ich so höre und lese, führt mich zu der Vermutung, dass sich hier eine neue Religion etabliert hat. Statt dem Wort zum Sonntag (damit wurde oder wird man wenigstens nur einmal in der Woche belästigt) gibt es jeden Tag vor der Hauptnachrichtensendung eine Direktschaltung zur Börse.


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Hungert denn der alte Yogi noch, Yogi noch, Yogi noch? Teil 2

19. Mai 2010 Keine Kommentare

Vermutlich nicht mehr, denn der Versuch ist ja vorbei, hier dazu Teil 1. Ein Bekannter hat das folgende lustige Bild gepostet (und vielleicht selbst erstellt):

yogi2

Er vergaß nicht, in seinem Begleittext auf die Standby-LED hinzuweisen. (Wer findet sie nicht in dem Bild?) Aber interessanter ist doch ein Artikel im Guardian: India’s man who lives on sunshine. Zitate:
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KategorienMedizin, Skeptizismus Tags: