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Archiv für die Kategorie ‘Reiseberichte’

Chile: Valparaíso

26. Mai 2015 Keine Kommentare

Von Santiago haben wir einen Tagesausflug nach Valparaíso unternommen. Das ist heute fast eine Millionenstadt, hat einen der größten Häfen Chiles, eine interessante Geschichte und eine wunderschöne Altstadt.

Das erste Ziel, das wir in Valparaíso angesteuert haben, war ein ehemaliges Wohnhaus von Pablo Neruda. Der Nobelpreisträger für Literatur war auch politisch sehr aktiv und hat mehrfach für die KP Chiles kandidiert. Weil er 12 Tage nach dem Militärputsch 1973 in einem Krankenhaus gestorben ist, sind die Gerüchte um seine Ermordung durch die Junta bis heute nicht verstummt.

Auf dem Bild sieht man sein Wohnhaus in Valparaíso. Es ist heute ein Museum. Leider hatten wir nicht genügend Zeit es zu besichtigen. Pablo Neruda hat in seinen Häusern allerlei Dinge von Trödelmärkten zusammengetragen, was einige heute als „Kitsch“ bezeichnen. Wir haben im Museumsshop ein paar Postkarten gekauft, die Fotografien der Inneneinrichtung zweier Häuser zeigen. Ich fand die Ausstattung der Räume durchaus geschmackvoll.

Schlendert man durch die Altstadt, dann nimmt einen das besondere Flair schnell gefangen. Valparaíso ist berühmt für seine Grafitti und seine immer noch lebendige Kunst- und Studentenszene. Was mich als Elektroingenieur auch gefesselt hat, ist die exotische überirdische Verkabelung. Derlei faszinierend mich immer wieder, obwohl ich Vergleichbares bereits in Ecuador und Peru gesehen habe.
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Chile: Mylodon, Clovis und Mapuche

7. Mai 2015 Keine Kommentare

Auf der Rückfahrt von Patagonien haben wir an der Mylodon-Höhle Halt gemacht, in der man Ende des 19. Jahrhunderts die Überreste eines Mylodons gefunden hat. Diese Riesenfaultiere waren zu ihren Lebzeiten Pflanzenfresser und sind schon seit fast 10.000 Jahre ausgestorben. Am Höhleneingang hat man ein lebensgroßes Modell aufgestellt, es ist etwa vier Meter hoch. Leider wurden alle Fundstücke aus der Höhle ins Britische Museum nach London geschafft.

Inzwischen wurden in der Höhle selbst bzw. in ihrer Nähe weitere archäologische Funde gemacht, unter anderem von Menschen, die etwa in derselben Epoche wie das Mylodon gelebt haben. Heute nährt diese Koinzidenz zwischen der Besiedlung durch den Menschen und dem Aussterben vieler großer Tiere Spekulationen, dass unsere Vorfahren diese Tiere ausgerottet haben könnten. Aber es gibt andere und mindestens genauso plausible Hypothesen. Die Menschen, die zu dieser Zeit Amerika neu besiedelten, kamen über die Beringstraße. Diese Verbindung zwischen Asien und Amerika lag immer während einer Eiszeit im Trocknen, weil viel Wasser der Ozeane in den Gletschern gebunden und dadurch der Meeresspiegel tiefer als heute war. Etwa als das Mylodon und viele andere Tiere ausstarben, endete die vorerst letzte Eiszeit. Es ist meiner Meinung nach viel wahrscheinlicher, dass einige Tierarten dem Klimawechsel nicht gewachsen waren, als dass sie in den Mägen der wenigen Menschen dieser Zeit landeten.

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Chile: Grey-Gletscher

28. April 2015 Keine Kommentare

Die folgende Karte ist auch ein Nachtrag zum vorigen Tag, einer Ganztageswanderung durch den Nationalpark „Torres del Paine“ zum Aussichtspunkt „Mirador las Torres“ (auf der Karte mit „2“ gekennzeichnet). Vor dieser Wanderung hatten wir in der Hosteria las Torres übernachtet (auf der Karte: „1“). Dort hatte man recht saftige Preise mit 70 Euro für ein Bett in einem Sechsbettzimmer und 30 Euro für ein Abendbrot, dessen kulinarischer Höhepunkt aus einem halben Pfirsisch aus der Dose bestand. Die Betreiber können diese Mondpreise fordern, weil sie in diesem Teil des Nationalparks keine Konkurrenz haben, ihnen gehören in der Nachbarschaft alle Hotels, Hosterias und Zeltplätze.

Unser Unterkunft für die nächsten zwei Übernachtungen war komfortabler und preiswerter (auf der Karte mit „3“ gekennzeichnet), siehe unten. Auf der weiten Fläche um den Rio Serrano gibt es einige Hotels und kleinere Ferienunterkünfte. Von hier startete unser Ausflug zum Grey-Gletscher (auf der Karte die Nummer „4“).

Den Gletscher erreicht man am besten mit dem Schiff. Unsere Reiseleiterin hatte sich für einen Termin am frühen Morgen bemüht, da ist das Wasser ruhiger, es weht weniger Wind und die Sicht ist besser. Aber es ist zu Sonnenaufgang und in der Nähe des Gletschers noch eiskalt.

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Chile: Torres del Paine

19. April 2015 Keine Kommentare

Patagonien ist der südlichste Teil von Südamerika, zwei Länder teilen sich diese Landspitze an der Küste des Antarktischen Ozeans, der Amerika von der Antarktis trennt. Wie das Bild zeigt, erinnert die Landschaft an die Tundra im Norden von Eurasien, wobei es in Patagonien auch einige hohe Bergmassive gibt. Sehr bekannt ist z.B. der Fitz Roy im Nationalpark Los Glaciares in Argentinien. Das chilenische Pendant sind die Torres del Paine, die im gleichnamigen Nationalpark liegen.

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Chile: Die Insel Chiloé

7. April 2015 Keine Kommentare

Chiloé ist mit 9322 km2 die zweitgrößte Insel Chiles, nur Feuerland ist noch größer. (Zum Vergleich: Rügen ist 926 km2 groß.) Es wird vermutet, dass hier die ursprüngliche Heimat der Kartoffel liegt. Verblüfft hat mich auch, dass die Panamericana über die Insel verläuft. Autofahrer müssen so zweimal die Fähre benutzen, wenn sie diese Straße von oder nach Patagonien benutzen wollen.


Kirche in Chacao


Kirche in Castro


Kirche in der Nähe von Caulin (siehe unten)

Chiloé ist berühmt wegen seiner über 150 Holzkirchen, die im Jahr 2000 in das Weltkulturerbe aufgenommen worden sind. Hier noch ein Link zu einer Bildersammlung dieser Kirchen. In Ancud gibt es ein Museum, in dem einige Ausstellungstücke zu diesen Holzkirchen zusammengetragen worden sind.

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Die chilenische Schweiz

25. März 2015 Keine Kommentare

Unser nächstes Etappenziel war die Stadt Pucón, die etwa in der Mitte Chiles liegt. Das Klima ist gemäßigt, vielleicht etwas wärmer als in Deutschland. Die Wanderführer und Reiseleiter, die in dieser Gegend leben, verdienen sich ihr Geld im Winter zwar als Skilehrer, aber dazu muss man etwas höher in die Berge gehen.

Solche Holzhäuser sind typisch für kleinere Städte und Ortschaften im Umland. Die ganze Gegend wird als „chilenische Schweiz“ bezeichnet, weil es hier tatsächlich ähnlich wie bei uns in den Mittelgebirgen aussieht – allerdings mit Vulkanen im Hintergrund. Ein zweiter Grund für die Benennung war vielleicht auch, dass es hier vergleichsweise viele Einwohner gibt, die deutschsprachige Vorfahren haben.

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Chile: Elqui-Tal und Astro-Hotel

19. März 2015 Keine Kommentare

Die nächste Etappe unserer Reise führte uns ins Elqui-Tal. Aufgrund seiner hervorragenden klimatischen Gegebenheiten ist das Tal das bedeutendste Weinanbaugebiet Chiles. Es ist aber nur so fruchtbar, weil es dort den Fluss Río Elqui gibt. Geht man ein kleines Stück einen Berg hinauf, dann schwindet sehr schnell die Vegetation und macht einer wüstenartigen Landschaft Platz, die Atacama ist nahe.

Man kann die Trauben essen, zu Wein verarbeiten oder Pisco daraus brennen. Wie bereits der Wikipediaartikel erwähnt, beanspruchen sowohl Peru als auch Chile die Rechte an dem Namen „Pisco“. Beide haben deshalb die Einfuhr von Getränken mit dem Namen „Pisco“ verboten. In beiden Staaten gibt es jeweils eine gleichnamige Ortschaft, Pisco in Peru und Pisco Elqui in Chile. Im zweiten Ort hat übrigens Gabriela Mistral, eine chilenische Nobelpreisträgerin für Literatur, den größten Teil ihrer Jugend verbracht.

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Chile: Pazifikküste

10. März 2015 Keine Kommentare

Chile liegt entlang der Pazifikküste und ist überall sehr schmal im Vergleich zu seiner Nord-Süd-Ausdehnung. Man sollte deshalb vermuten, dass das Land sehr wasserreich ist. Die Ursache, warum das nicht so ist, wurde bereits im Artikel über die Atacamawüste erwähnt – das verdunstende Wasser des Humboldtstroms, der nährstoffreiches, aber kaltes Wasser an der Küste Südamerikas vorbeiführt, regnet sich an den Küstenkordilleren ab und gelangt nicht tief ins Landesinnere.

Was mich beim Lesen von Artikeln über den Humboldtstrom verblüfft hat, ist, dass er nicht zur thermohalinen Zirkulation gerechnet wird. Damit wird ein System von Meeresströmungen bezeichnet, das sich über die gesamte Fläche der Ozeane erstreckt. Der Golfstrom zählt zum Beispiel dazu und ist die Ursache dafür, dass in Europa überhaupt so ein mildes Klima herrscht.

Auf unserer Reise haben wir den Pazifik das erste Mal in Valparaiso näher in Augenschein genommen, (dazu gibt es später noch einen eigenen Artikel). Das zweite Mal waren wir in La Serena an der Pazifikküste. Die Chilenen machen gern Urlaub am Meer, was zumindest ich nicht recht verstehen kann, denn für meinen Geschmack ist es am Strand viel zu kalt.


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Chile: In der Atacamawüste

24. Februar 2015 Keine Kommentare

Die Atacamawüste gilt als eine der trockensten Gegenden der Erde. Vier Länder haben einen Anteil an ihr: Im Norden Peru, im Nordosten Bolivien, im Osten Argentinien und im Westen und Süden Chile, siehe die nebenstehende Abbildung aus der Wikipedia. Zum Pazifik hin im Westen verhindert eine Küstenkordillere, dass sich die vom Humboldtstrom herangetragene Feuchtigkeit dort abregnen kann, im Westen wird die Atacama von den Anden begrenzt, auch diese bilden eine wirksame Dampfsperre für Wolken aus dem bolivianischen und argentinischen Tiefland. Aus der Wikipedia:

Im Jahresmittel fällt hier nur etwa ein Fünfzigstel der Regenmenge, die im Death Valley in den USA gemessen wird. Es gibt Wetterstationen in der Atacama, die in ihrer Geschichte nicht einen Tropfen Niederschlag verzeichnet haben. Es herrschen große Temperaturunterschiede zwischen Tag (30 °C) und Nacht (–15 °C).


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Chile: Santiago

21. Februar 2015 7 Kommentare

Wenn man von Deutschland nach Chile möchte, dann ist man lange unterwegs, wir haben für die Hin- und Rückreise jeweils über 26 Stunden benötigt. Die meisten (lateinamerikanischen) Fluggesellschaften nutzen Madrid als Drehkreuz, die Hauptstadt ihres ehemaligen Kolonialreichs. Man startet meist in Frankfurt, hat eine Zwischenlandung in Madrid und kommt übernächtigt in Santiago an. Im deutschen Winter, dem chilenischen Sommer, beträgt der Zeitunterschied vier Stunden. Wenn man von Santiago aus um zwölf Uhr mittags anruft, klingelt das Telefon in Deutschland um vier Uhr nachmittags.

Offiziell leben in Santiago de Chile etwa fünfeinhalb Millionen Menschen, rechnet man das Umland und die Schwierigkeiten einer Zählung hinzu, werden es wohl eher gegen sieben Millionen sein. Da Chile selbst etwa 17,5 Millionen Einwohner hat, heißt das, dass knapp 40% aller Menschen Chiles in einer einzigen Stadt konzentriert und dass viele andere Landesteile sehr dünn besiedelt sind.

Moderne Großstädte sehen irgendwie alle gleich aus, einen Eindruck davon vermittelt vielleicht dieses Luftbild aus der Wikipedia:

Als Tourist interessiert einen in solchen Städten denn auch mehr der historische Stadtkern. Im Unterschied zu anderen lateinamerikanischen Großstädten ist in Santiago weniger spanisches Erbe zu sehen. Mit viel chilenischer Geschichte beladen ist der Palast La Moneda. Ursprünglich als Münzprägeanstalt gebaut, diente er viele Jahre als Präsidentenpalast. Im Artikel über die Geschichte Chiles beginnt hier der Abschnitt, der sich mit der Präsidentschaft Salvador Allendes beschäftigt, die letztlich mit dem Militärputsch unter Leitung von Augusto Pinochet beendet wurde. Man hat den Palast damals auch mit Flugzeugen angegriffen und bombardiert, worüber es mehrere Film- und Fotodokumentationen gibt. Ein heutiges Bild der Moneda:

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