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Archiv für die Kategorie ‘Quora’

Macht es Sinn, an alle Religionen zu glauben?

3. Januar 2019 Keine Kommentare

Man kann nicht an alle Religionen glauben, weil man nicht alle Religionen kennen kann. Es könnte in der Welt ja sehr seltsame Vorstellungen geben, z.B. den Glauben an die böse Dreizehn, das fliegende Spaghettimonster oder die Unsterblichkeit zahmer Marienkäfer. Obwohl, so groß ist der Unterschied dann wohl doch nicht, ob man daran auch noch glaubt oder nicht. Das macht einen großen Haufen Sinn.

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Was ist Autotheismus?

3. Januar 2019 Keine Kommentare

Genauso wie es bei den Weltbildern die Weiterentwicklung vom geozentrischen über das heliozentrischen zum egozentrischen Weltbild gab, gibt es bei den Gottesbildern die Entwicklung vom Polytheismus über den Monotheismus zum Autotheismus, der Selbstvergötterung.

Man begegnet dem egozentrischen Autotheisten überall, der typische Vertreter ist der Smombie, der ins Smartphone glotzende Zombie. Er hat nur eine kurze Lebenserwartung, denn die anderen Objekte unseres Planeten, wie Auto, Laternenpfahl oder Baugrube, nimmt er nicht wahr, aber sie ihn.

Der Smombie wird meist mit seinem Gehirnersatz beerdigt, denn die Glas- und Plastereste des Smartphones sind nach dem Überrollen durch das Auto, dem Zusammenprall mit dem Laternenpfahl oder dem Sturz in die Baugrube meist fest in den Schädel eingedrückt – dorthinein, wo sich früher beim Menschen das Gehirn befand.

Bewegt sich die Menschheit langsam in Richtung Atheismus?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Unter Atheismus wird an verschiedenen Stellen etwas anderes verstanden:

  • Gottlosigkeit als Nichtglauben an einen personalen Gott.
  • Spiritualismus kennt diese Art des Nichtglaubens auch, aber ist das Atheismus?
  • Antitheismus als eine Art missionarische antireligiöse Bewegung.
  • Agnostizismus als die Annahme der Unbeantwortbarkeit der Frage nach der Existenz eines oder mehrerer Götter.
  • Naturalismus als Ablehnung übernatürlicher Kräfte.
  • Konfessionslosigkeit als Nichtzugehörigkeit zu einer anerkannten Glaubensgemeinschaft.
  • Zwangsatheismus, wenn die vorherrschende Staatsideologie Religionen unterdrückt.

Atheismus ist kein neues Phänomen, zeitgleich mit dem griechischen Götterpantheon gab es bereits die ersten Atheisten. Die Gründe waren damals dieselben wie heute: Die den Göttern zugeschriebenen Eigenschaften halten logischen Schlüssen nicht stand und Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten in der Welt lassen am göttlichen Wohlwollen zweifeln.

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Wie beweisen Atheisten, dass es Gott nicht gibt?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Es gibt zwei Arten von Gottesbeweisen, logische und empirische. Die logischen Gottesbeweise, die heute bekannt sind, beginnend bei Anselm von Canterbury, über Kurt Gödel bis Robert Spaemann, sind alle falsch, und zwar logisch falsch. Bei den empirischen Beweisen muss man unterscheiden zwischen den Beweisen, dass es Gott gibt und denen, dass es Gott nicht gibt.

Ein empirischer Beweis, dass es Gott nicht gibt, ist – wiederum aus logischen Gründen – unmöglich. Der Grund ist, dass man hier einen sogenannten Allbeweis fordert. Man müsste zeigen, dass es eine Entität namens Gott überall und zu allen Zeiten nicht gibt. Einzelbeispiele beweisen hier nichts, denn es könnte ja noch einen anderen Ort oder eine andere Zeit geben, bei dem man den besagten Herrn findet.

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Zu welchem Zeitpunkt soll eine Frau das Recht verlieren, die Entscheidung über eine Abtreibung zu treffen?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Die Ansichten zu dieser Frage waren in der Geschichte der Menschheit und sind auch heute noch in vielen Ländern der Erde sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite ist es zum Teil bei Naturvölkern heute noch so, dass sowohl mehrjährige Kinder als auch alte Menschen getötet oder ausgesetzt werden, um das Überleben des Stammes zu gewährleisten. Auf der anderen Seite ist es bei streng orthodoxen Gläubigen so, dass sie bereits die befruchtete Eizelle als menschliches Leben ansehen, das von Gott gestiftet wurde und vom Menschen nicht genommen werden darf. Diese Extreme sind Beispiele dafür, dass aus dem Sein kein Sollen folgt – das Humesche Gesetz der Ethik. Jede Gesellschaft kann ihre eigenen Argumente suchen, Gesetze erlassen und Regeln bestimmen.

Was die Abtreibung betrifft, ist es so, dass daran nicht nur die Frau und der Embryo beteiligt sind, sondern sehr viele andere Menschen. Es gibt einen potenziellen Vater und andere Verwandte, den Abbruch muss ein Arzt vornehmen, usw. Kein Mensch hat zu allen Zeiten und bei allen Gelegenheiten die Möglichkeit, vollständig über sein Leben oder das eines anderen zu entscheiden. Wir leben in Gruppen oder in Gesellschaften mit wechselseitigen Abhängigkeiten.

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Benutzen wir wirklich nur 10 Prozent unseres Gehirns?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Es gibt eine einfache Überlegung, die zeigt, dass die Behauptung mit den 10% nicht stimmen kann: Unser Gehirn verbraucht sehr viel Energie. Wenn wir mit weniger Gehirn auskommen würden, hätte sich im Laufe der Evolution eine Mutation zu einem kleineren Gehirn durchgesetzt. Diese Wesen hätten weniger Energie benötigt, was ihnen einen Vorteil verschafft hätte. Da das nicht passiert ist, brauchen wir das größere Gehirn.

Dieselbe Logik gilt übrigens auch für den Blinddarm. Auch wenn wir da lange nicht wussten, wozu er zunutze ist. Wahrscheinlich dient er als Bakterienreserve nach Darmentzündungen, so ist jedenfalls die derzeit beste Theorie.

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Was ist der Unterschied zwischen Glauben und Aberglauben?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Die Wikipedia sagt dazu, dass Aberglauben ein als irrig angesehener Glauben ist. Das heißt, ob man etwas als Glauben oder als Aberglauben betrachtet, hängt nicht vom Gläubigen, sondern von demjenigen ab, der den Gläubigen bewertet. Einige Religionen betrachten ihre Konkurrenten als Irr- oder Aberglauben.

Atheisten können es aphoristisch so definieren: Den Unterschied zwischen Glauben und Aberglauben macht die Kirchensteuer.

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Ist Pantheismus ein sinnvoller „Glaube“?

1. Januar 2019 2 Kommentare

Wenn man im Pantheismus Gott als Synonym für die Natur verwendet, dann war das zu Zeiten von Spinoza oder Goethe eine sehr mutige Haltung. Spinoza ist ein Sephardim gewesen und auch Goethe war natürlich in einem christlichen Umfeld sozialisiert und lebte dort. Inzwischen sind unsere Kenntnisse aber weiter fortgeschritten.

Wenn man Natur und Gott synonym verwenden will, warum klingen dann die beiden Sätze trotzdem so unterschiedlich: „Ich erforsche die Naturgesetze“ vs. „ich erforsche die Gesetze Gottes“. Wenn jemand den zweiten Satz ausspricht, bekomme ich schon Angst um mein Leben. Er verheißt mir nichts Gutes.

Man kann der Natur zwei Eigenschaften unterstellen, die Gläubige auch Gott zugestehen: Allmacht und Allwissen. Die Natur kann alles und sie weiß auch immer, wie es weitergeht. Weil sie alles ist, was existiert. Es gibt aber zwei wesentliche Unterschiede zum Gottesbegriff:

Allgüte: Manchmal erscheint uns die Natur schön und zweckmäßig, was wir mit dem anthropischen Prinzip zusammenfassen, aber sie ist auch häufig sinnlos und grausam.

Teleologie: Alles, was wir in den Naturwissenschaften herausgefunden haben, weist darauf hin, dass die Natur keine Ziele verfolgt. Das gilt für den Gott der Gläubigen nicht, er verfolgt mit der Welt einen Plan.

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Warum kann eine wissenschaftliche Theorie nur widerlegt und nicht bewiesen werden?

30. Dezember 2018 Keine Kommentare

Meistens wird die Unmöglichkeit der Verifikation anhand von Beispielen gezeigt. Mein Liebling ist das vom Mann, der zeigen will, dass das Springen von einem Hochhaus völlig ungefährlich ist. Er steigt also auf das Dach eines Hochhauses und springt hinunter. Als er am ersten Stock vorbeisaust, sagt er zufrieden: “Na also. Ich habe bewiesen, dass das Springen von einem Hochhaus völlig ungefährlich ist, denn mir ist bis jetzt nichts passiert.”

Das ist ein weiteres Beispiel zum induktiven Fehlschluss. Mit noch so vielen Einzelfällen, in meinem Beispiel Stockwerken, kann man nicht zeigen, dass es für alle Fälle bzw. Stockwerke auch gilt. Deshalb war Karl Popper der Ansicht, dass nur die Falsifikation einer empirischen Theorie möglich ist. Aber auch Popper hat sich geirrt. Nicht nur die Verifikation, sondern auch die Falsifikation einer empirischen Theorie ist unmöglich. Das ist jedenfalls die Aussage der Duheme-Quine-These. Für eine empirische Theorie ist weder die Falsifikation noch die Verifikation anhand von Beispielen möglich.

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Wurde Mathematik entdeckt oder erfunden?

21. Dezember 2018 2 Kommentare

Um die Frage vernünftig beantworten zu können, muss man sich zunächst einmal die Einordnung der Mathematik in die anderen Wissenschaften ansehen. Heute ist es üblich, die Mathematik als „Strukturwissenschaft“ anzusehen. Strukturwissenschaften, zu denen auch die Informatik zählt, beschäftigen sich mit allgemeinen und abstrakten Objekten, die als Hilfsmittel für andere Wissenschaften dienen – den Geisteswissenschaften (Beschäftigung mit spezifisch menschlichen Themen) und den Naturwissenschaften (hier sagt der Name ja schon alles Wesentliche).

Die Frage, ob mathematische Objekte erfunden oder gefunden werden, ist die Frage nach ihrem ontologischen Status. Wichtig ist an dieser Stelle zu erkennen, dass es keine Beobachtungen oder Experimente gibt, die diese Frage beantworten können, es ist deshalb philosophisch gesehen eine metaphysische Frage. Auf Fragen dieses Typs gibt es im Allgemeinen keine eindeutige Antwort. Man kann lediglich die Argumente zusammentragen, die für oder gegen eine bestimmte Position sprechen.

Platon hat von einer Welt der Ideen und der idealen Objekte gesprochen, unsere reale Welt bietet lediglich unvollkommene Abbilder dieser idealen Welt. Aristoteles vertrat den entgegengesetzten Standpunkt. Für die Fragestellung hier würde ich drei Positionen unterscheiden:

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