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Archiv für die Kategorie ‘Psychologie’

Intelligenztest bei SPON II

22. Juli 2013 7 Kommentare

Kurz vor meinem Urlaubsbeginn lag noch die Auswertung des Tests bei SPON in meinem elektronischen Briefkasten. Ich wusste zwar schon, dass ich 39 Punkte habe, aber wie dieses Ergebnis einzuordnen ist, darauf war ich dann doch gespannt. Gleich die ersten drei Aufgaben hatte ich falsch:



Das war insofern keine große Überraschung, weil ich mich noch daran erinnern konnte, dass ich bei diesen Aufgaben nur geraten hatte. Auch wenn ich sie mir jetzt ohne Zeitdruck anschaue, komme ich immer noch nicht auf die richtige Lösung.

Bei zwei der drei Anagramme wusste ich ebenfalls, dass ich sie nicht herausgefunden habe:
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Druwe Draaisma: Geist auf Abwegen

26. Mai 2013 Keine Kommentare

Meistens fällt es einem gar nicht auf, aber (geschichtliche) Ereignisse, Entdeckungen und Erfindungen werden häufig mit den Namen der Menschen verbunden, die sie verursacht oder gemacht haben. Bewusst wird einem das zum Beispiel, wenn sich die Bewertung historischer Ereignisse ändert und eine Adolf-Hitler- oder eine Willhelm-Pieck-Straße von den politischen Nachfolgern umbenannt werden. Ich kannte das Wort Eponym noch nicht, aber Druwe Draaisma hat sein Buch genau diesem Thema gewidmet: Wie in der Medizin die Namen von Wissenschaftlern oder Ärzten als Bezeichnungen für Krankheiten oder Syndrome verwendet werden. Es gibt davon Tausende, er hat sich auf eine kleine Auswahl aus der Hirnforschung beschränkt.

Eponyme sind Teil der Prozesse, die in der Wissenschaft Ruhm und Anerkennung regulieren. Mit einem Eponym, schrieb der Wissenschaftssoziologe Robert Merton, hinterlassen Wissenschaftler in der Geschichte »eine unauslöschliche Unterschrift; ihre Namen werden in alle wissenschaftlichen Sprachen der Welt aufgenommen. Hoch am Firmament leuchten Eponyme wie die Newtonsche Physik, die Euklidische Geometrie oder das Kopernikanische System. Die nächste Staffel bildet eine lange Reihe von „Vätern“ der Wissenschaften, Disziplinen oder Spezialgebiete: Bernoulli, „Vater der mathematischen Physik“, Wundt, „Vater der experimentellen Psychologie“ Hughlings Jackson, „Vater der britischen Neurologie.“

Ein paar Eponyme aus der Medizin haben es bis in die Alltagssprache geschafft. Man sagt „Er hat Alzheimer“, „Sie hat Parkinson“ oder „Das Kind ist ein Aspi (hat das Asperger-Syndrom)“. Es sind in diesen drei Fällen die (Familien)Namen der Personen, die an der Erforschung beteiligt waren. Nach Draaisma wurde die Mehrzahl aller Eponyme in einer vergleichsweise kleinen Periode der Vergangenheit geprägt, heute werden neue Namen eher aus den Abkürzungen der Fremdwortagglomerationen gebildet, wie bei Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome), ALS (Amyotrophe Lateralsklerose, Stephen Hawkings Leiden) oder MS (Multiple Sklerose). Die Zeit der großen Eponyme scheint vorbei.
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Intelligenztest bei SPON

7. Mai 2013 Keine Kommentare

Der Spiegel bewirbt eine neue Heftreihe „Spiegel Job“ und veröffentlicht peu a peu, weil sich das erste Heft wohl um den „IQ“ dreht, eine Reihe von Beiträgen zu diesem Thema. Den Anfang hat der Artikel Willkommen zum Intelligenztest! gemacht. Im Teaser liest man:

Den beruflichen Erfolg beeinflussen viele Faktoren, aber in erster Linie punktet man mit Grips. Die Wissenschaft weiß: Je höher der IQ, desto steiler die Karriere. Und wie clever sind Sie? Hier können Sie Ihre Intelligenz überprüfen – machen Sie mit beim großen Test!

Naja, so einfach sind die Zusammenhänge wohl nicht, etwas differenzierter zum selben Thema äußert sich Tanja Gabriele Baudson in den SciLogs in ihrem Artikel Wie sind Hochbegabte?:
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Können wir ohne Glauben leben?

3. März 2013 1 Kommentar

Die Überschrift habe ich einem der beiden Artikel entlehnt, die ich hier kommentieren möchte. Die Frage, ob Religion einen Nutzen für die Menschen hat oder eher schädlich ist, wird bereits seit langem diskutiert. Im Übrigen lässt sich darüber streiten, ohne eine zweite Frage, die nach der Existenz Gottes zu thematisieren. Glauben/Nichtglauben setzt Existenz/Nichtexistenz nicht voraus.

Die Frage und mögliche Antworten sind ungeheuer komplex. Es fängt bereits bei dem Begriff „Nutzen“ an. Für einen Gläubigen bedeutet Nutzen etwas ganz anderes als für einen Atheisten, bzgl. seines Glaubens hat der Gläubige ja kaum eine Wahl. Der Atheist fokussiert auf die Qualität des diesseitigen Lebens, der Gläubige vielleicht auf das gute ewige Leben nach dem Tod. Da redet man schnell aneinander vorbei. Doch es können sich um die Frage auch die Atheisten sehr gut allein und unter sich streiten. Ich habe zwei Artikel am selben Tag gelesen:

  • In „Bild der Wissenschaft“ 1/2013 gibt es auf 18 Seiten eine ganze Reihe von Beiträgen, der zentrale stammt von Rüdiger Vaas, „Göttliche Gesellschaften“.
  • In „Zeit Wissen“ 1/2013 findet man eine Artikelserie mit 14 Seiten. Hier hat den Hauptartikel „Was wir von der Religion lernen können“ Ulrich Schnabel geschrieben.

Beide Autoren sind Wissenschaftsjournalisten. Der eine hat Biologie, Germanistik, Linguistik und Philosophie studiert, der andere Physik und Publizistik. Wie misst man nun den Nutzen oder den Schaden einer Religion? Zwei Fakten(?) waren mir bereits vor den beiden Artikeln im Gedächtnis haften geblieben: „Regelmäßige Gottesdienstbesucher leben länger“ und „je religiöser jemand ist, desto mehr Kinder hat er“. Rüdiger Vaas gehört zum wissenschaftlichen Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung, sein Fazit bzgl. Religion und religiösen Gesellschaften fällt negativ aus. In Form einiger Schlüsselsätze:
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Der Geist ist ausbaufähig

27. November 2012 1 Kommentar

In Bild der Wissenschaft 10/2012 findet man ein Interview mit Holger Lyre. In diesem Text geht es um die Diskussion der Frage „Steckt Genialität nicht nur im Gehirn eines Menschen, sondern auch in seinen Hilfsmitteln wie Stift, Papier und Computer?“ Genau zu dieser Frage hatte ich unlängst schon einen Artikel gefunden: Externalismus. In dem neuen Artikel wird dieser Begriff des Externalismus durch den neuen Begriff der erweiterten Kognition ergänzt (siehe auch den Wikipediaartikel zum erweiterten Geist). Lyre sagt im Interview dazu:

Die These besagt, dass wir zum Denken mehr benötigen als unser Gehirn und unser Nervensystem.

Wenn ich ein Loch in den Boden grabe, dann kann ich das mit den Händen tun, und jeder wird sagen: „Das Loch hat dieser Mann gegraben.“ Wenn ich eine Schaufel verwende, dann würde man nicht sagen, das System „Mensch plus Schaufel“ habe das Loch gegraben. Sondern man würde sagen: „Es war immer noch dieser Mann, der das Loch gegraben hat, und er hat eine Schaufel zu Hilfe genommen.“ Das ist in meinen Augen auch richtig, denn Schaufeln sind keine Werkzeuge, mit denen ich eng verwoben bin, sondern solche, die ich manchmal zu Hilfe nehme und dann wieder zurückstelle. Dasselbe gilt im Prinzip für die Frage, wann etwas nur ein Werkzeug der Kognition ist und wann es mehr wird. Zuallererst kommt es darauf an, wie stark man mit dieser externen Komponente, also mit diesem Werkzeug, verkoppelt ist. Wenn die Kopplung sehr innig, sehr stabil, quasi unentwirrbar ist, dann kann man irgendwann sagen: „Die Kopplung ist jetzt so stark, dass diese Sache wirklich wesentlich dazugehört und ein Teil des Systems ist.“

Man kann sich heute noch darüber streiten, ob die Kopplungen an Google, Facebook oder das iPhone bereits so sind, dass man sie als „innig, sehr stabil und quasi unentwirrbar“ betrachtet, aber in der Zukunft werden sie es zweifellos sein. Als Analogien zur Kognition können heutige Beispiele aus Sport und Musik dienen:
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Die Suche nach dem Ich

20. Oktober 2012 1 Kommentar

„Die Suche nach dem Ich“ heißt das neue Heft Nr. 32 von Geo Kompakt. In zwei Artikeln habe ich dort Bemerkenswertes gefunden, das ich so noch nicht wusste bzw. über das ich so noch nicht nachgedacht hatte. Die erste Erkenntnis entstammt dem Artikel „Das Rätsel Ich“ ab Seite 64 des Heftes. Dort wird darüber berichtet, dass bis jetzt neun verschiedene Bewusstseinszustände gefunden wurden. Im Einzelnen wird im Artikel unterschieden zwischen:

Dazu gehören:

  • die Wahrnehmung von Vorgängen in der Umwelt und im eigenen Körper („Ich höre ein Geräusch, ich empfinde Schmerz, mich juckt etwas“);
  • mentale Zustände wie Denken, Erinnern, Vorstellen („Ich grübele über ein Problem, ich erinnere mich an einen Urlaub, ich überlege, was ich morgen machen werde“);
  • Bedürfnisse, Affekte, Emotionen („Ich habe Durst, ich bin erschöpft, ich ängstige mich“);
  • das Erleben der eigenen Identität und Kontinuität („Ich bin der, der ich gestern war“);
  • die sogenannte Meinigkeit des eigenen Körpers („Dies sind meine Beine, meine Hände, mein Gesicht“);
  • die Autorschaft und Kontrolle der eigenen Handlungen und Gedanken („Ich möchte das tun, was ich gerade tue“);
  • die Verortung des Selbst in Zeit und Raum („Es ist Ostermontag, ich befinde mich zu Hause“);
  • die Unterscheidung zwischen Realität und Vorstellung („Was ich gerade sehe, existiert wirklich und ist kein Traum“);
  • das selbstreflexive Ich („Wer bin ich, warum tue ich etwas?“).

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Noch’n Pseudo-IQ-Test

29. Juli 2012 Keine Kommentare

Dieser Test wird von der schwedischen Sektion von Mensa angeboten um festzustellen, ob es sich für jemanden lohnt, an einem „offiziellen“ Test teilzunehmen: Jag har läst och förstått texten ovan! Schwedisch muss man nicht können, auch das ist ein Matrizentest.

Hat man alles richtig, wird einem ein IQ von mindestens 126 attestiert. – Hier glaube ich, dass der Test zu einfach ist und falsch normiert. Für 126 sind die Aufgaben viel zu leicht – wahrscheinlich wollen die Schweden so mehr Leute zu ihren offiziellen (und kostenpflichtigen!) Test locken?

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Nicologic

14. Juli 2012 Keine Kommentare

Vor etwa zwei Wochen bin ich auf die Seite http://www.nicologic.fr/ gestoßen, auf der „IQ-Tests“ zu finden sind und online absolviert werden können. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Test, die sich mit der Erkennung von Bilddetails und dem räumlichen Vorstellungsvermögen beschäftigen. Die Tests sind kulturfrei, insofern als sie als reine Matrizentests keine sprachlichen Aufgaben enthalten. (Eigentlich ist ja Nicologic eine französische Seite.) Eine typische Aufgabe sieht so aus:

Hier soll in der linken 3×3-Matrix das Symbol rechts unten ergänzt werden, zur Auswahl stehen 6 Vorschläge auf der rechten Seite. Man kann dann unter der Grafik für seine Lösung einen der Knöpfe „A“ bis „F“ anklicken.
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Sprache und Denken III

22. März 2012 3 Kommentare

Ein Hinweis in einem Forum lässt mich auf eines meiner Lieblingsthemen zurückkommen, das ich zuletzt hier diskutiert hatte, den Zusammenhang zwischen Sprache und Denken. In der FAZ(.net) findet sich ein Artikel, in dem ein Zusammenhang zwischen dem Sparverhalten der Deutschen und Griechen auf der einen und Besonderheiten der Grammatiken des Deutschen und des Griechischen auf der anderen Seite hergestellt wird: Warum die Griechen mit Deutsch weniger Schulden hätten.

Bereits der Teaser ist ziemlich reißerisch:

Rehabilitation für die viel gescholtenen Griechen. Laut einer Yale-Studie lässt sich ihre Schuldenmentalität mit der gesprochenen Sprache erklären. Mit Deutsch als Landessprache wäre das anders.

Und im Artikel wird diese These dann so erklärt:

Unterscheidung zwischen Gegenwart und Zukunft
Der Ausgangsgedanke, auf der die Studie basiert, ist dabei sehr einfach. Und zwar ist die Grundlage die Tatsache, dass Sprachen grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt werden können. Die eine Gruppe unterscheidet dabei deutlich zwischen Gegenwart und Zukunft, während bei der anderen Gruppe der Übergang fließender ist. So kann im Deutschen auch gesagt werden, „Morgen scheint die Sonne“, im Englischen wird dagegen in der Regel klar zwischen der Gegenwart („die Sonne scheint jetzt“) und der Zukunft („Morgen wird die Sonne scheinen“) unterschieden.

Wer sprachlich weniger trennt, spart mehr
Angesichts dieser Unterschiede fragte sich Chen, ob die letztgenannte Sprachgruppe mit einer klaren Trennung zwischen Heute und Morgen unter wirtschaftlichen Aspekten nicht auch den kurzfristigen Ertrag höher gewichten als den langfristigen Ertrag. „Das war in höchstem Maße der Fall. Sprachmuster können die Denkmuster und die Handlungsmuster beeinflussen“, so Chen.

Chen ist deshalb davon überzeugt, dass Menschen mit einem mehr fließenden Gebrauch von Gegenwart und Zukunft mehr Sparen, weniger Rauchen, sportlich aktiver sind und sich allgemein aktiver auf die Zukunft vorbereiten. Wer umgekehrt agiere und etwa weniger spare, kommuniziere und denke dagegen vermutlich mit einer klaren sprachlichen Differenzierung zwischen Gegenwart und Zukunft.

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Peter Duecks Unpro-Prinzip

8. März 2012 1 Kommentar

Heute bin ich auf den sehr schönen neuen Artikel Das Unpro-Prinzip… von Peter Dueck gestoßen. Die meisten werden sicherlich das Peter-Prinzip kennen:

In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.

Oder anders ausgedrückt:

  1. Wenn jemand gut ist, dann wird er befördert.
  2. Wenn jemand nicht gut ist, wird er nicht befördert.
  3. Also werden alle solange befördert, bis sie an einer Stelle arbeiten, an der sie nicht mehr gut sind.

In der Wikipedia wird auch eine wesentliche Voraussetzung genannt: Es muss genügend viele Hierarchiestufen geben. Das Prinzip hat einen positiven Aspekt: Der Beförderte weiß wenigstens über seine Unterstellten gut Bescheid, weil er deren Tätigkeiten früher mit einigem Erfolg selbst ausgeübt hat.

Das Dilbert-Prinzip ist das genaue Gegenteil:

Beim Dilbert-Prinzip werden die ineffizientesten Arbeiter unverzüglich ins Management versetzt, wo sie den geringsten Schaden anrichten können. Dadurch verfügt die Person im Management weder über die notwendigen sozialen Eigenschaften eines Managers, noch über die fachlichen Kenntnisse bzgl. des von ihr gemanagten Bereiches.

Diese beiden „Beobachtungen“ werden sicherlich nicht immer stimmen, aber auch eine gute Satire zeichnet sich ja dadurch aus, dass sie ein Körnchen Wahrheit enthält. Peter Dueck versucht sich in seinem Artikel an einer weiteren Modifikation dieser beiden Prinzipien. Den wahren Kern des Peter-Prinzips erläutert er an einem Beispiel:
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