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Archiv für die Kategorie ‘Philosophie’

Wie beweisen Atheisten, dass es Gott nicht gibt?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Es gibt zwei Arten von Gottesbeweisen, logische und empirische. Die logischen Gottesbeweise, die heute bekannt sind, beginnend bei Anselm von Canterbury, über Kurt Gödel bis Robert Spaemann, sind alle falsch, und zwar logisch falsch. Bei den empirischen Beweisen muss man unterscheiden zwischen den Beweisen, dass es Gott gibt und denen, dass es Gott nicht gibt.

Ein empirischer Beweis, dass es Gott nicht gibt, ist – wiederum aus logischen Gründen – unmöglich. Der Grund ist, dass man hier einen sogenannten Allbeweis fordert. Man müsste zeigen, dass es eine Entität namens Gott überall und zu allen Zeiten nicht gibt. Einzelbeispiele beweisen hier nichts, denn es könnte ja noch einen anderen Ort oder eine andere Zeit geben, bei dem man den besagten Herrn findet.

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Zu welchem Zeitpunkt soll eine Frau das Recht verlieren, die Entscheidung über eine Abtreibung zu treffen?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Die Ansichten zu dieser Frage waren in der Geschichte der Menschheit und sind auch heute noch in vielen Ländern der Erde sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite ist es zum Teil bei Naturvölkern heute noch so, dass sowohl mehrjährige Kinder als auch alte Menschen getötet oder ausgesetzt werden, um das Überleben des Stammes zu gewährleisten. Auf der anderen Seite ist es bei streng orthodoxen Gläubigen so, dass sie bereits die befruchtete Eizelle als menschliches Leben ansehen, das von Gott gestiftet wurde und vom Menschen nicht genommen werden darf. Diese Extreme sind Beispiele dafür, dass aus dem Sein kein Sollen folgt – das Humesche Gesetz der Ethik. Jede Gesellschaft kann ihre eigenen Argumente suchen, Gesetze erlassen und Regeln bestimmen.

Was die Abtreibung betrifft, ist es so, dass daran nicht nur die Frau und der Embryo beteiligt sind, sondern sehr viele andere Menschen. Es gibt einen potenziellen Vater und andere Verwandte, den Abbruch muss ein Arzt vornehmen, usw. Kein Mensch hat zu allen Zeiten und bei allen Gelegenheiten die Möglichkeit, vollständig über sein Leben oder das eines anderen zu entscheiden. Wir leben in Gruppen oder in Gesellschaften mit wechselseitigen Abhängigkeiten.

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Ist Pantheismus ein sinnvoller „Glaube“?

1. Januar 2019 2 Kommentare

Wenn man im Pantheismus Gott als Synonym für die Natur verwendet, dann war das zu Zeiten von Spinoza oder Goethe eine sehr mutige Haltung. Spinoza ist ein Sephardim gewesen und auch Goethe war natürlich in einem christlichen Umfeld sozialisiert und lebte dort. Inzwischen sind unsere Kenntnisse aber weiter fortgeschritten.

Wenn man Natur und Gott synonym verwenden will, warum klingen dann die beiden Sätze trotzdem so unterschiedlich: „Ich erforsche die Naturgesetze“ vs. „ich erforsche die Gesetze Gottes“. Wenn jemand den zweiten Satz ausspricht, bekomme ich schon Angst um mein Leben. Er verheißt mir nichts Gutes.

Man kann der Natur zwei Eigenschaften unterstellen, die Gläubige auch Gott zugestehen: Allmacht und Allwissen. Die Natur kann alles und sie weiß auch immer, wie es weitergeht. Weil sie alles ist, was existiert. Es gibt aber zwei wesentliche Unterschiede zum Gottesbegriff:

Allgüte: Manchmal erscheint uns die Natur schön und zweckmäßig, was wir mit dem anthropischen Prinzip zusammenfassen, aber sie ist auch häufig sinnlos und grausam.

Teleologie: Alles, was wir in den Naturwissenschaften herausgefunden haben, weist darauf hin, dass die Natur keine Ziele verfolgt. Das gilt für den Gott der Gläubigen nicht, er verfolgt mit der Welt einen Plan.

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Warum kann eine wissenschaftliche Theorie nur widerlegt und nicht bewiesen werden?

30. Dezember 2018 Keine Kommentare

Meistens wird die Unmöglichkeit der Verifikation anhand von Beispielen gezeigt. Mein Liebling ist das vom Mann, der zeigen will, dass das Springen von einem Hochhaus völlig ungefährlich ist. Er steigt also auf das Dach eines Hochhauses und springt hinunter. Als er am ersten Stock vorbeisaust, sagt er zufrieden: “Na also. Ich habe bewiesen, dass das Springen von einem Hochhaus völlig ungefährlich ist, denn mir ist bis jetzt nichts passiert.”

Das ist ein weiteres Beispiel zum induktiven Fehlschluss. Mit noch so vielen Einzelfällen, in meinem Beispiel Stockwerken, kann man nicht zeigen, dass es für alle Fälle bzw. Stockwerke auch gilt. Deshalb war Karl Popper der Ansicht, dass nur die Falsifikation einer empirischen Theorie möglich ist. Aber auch Popper hat sich geirrt. Nicht nur die Verifikation, sondern auch die Falsifikation einer empirischen Theorie ist unmöglich. Das ist jedenfalls die Aussage der Duheme-Quine-These. Für eine empirische Theorie ist weder die Falsifikation noch die Verifikation anhand von Beispielen möglich.

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Wurde Mathematik entdeckt oder erfunden?

21. Dezember 2018 2 Kommentare

Um die Frage vernünftig beantworten zu können, muss man sich zunächst einmal die Einordnung der Mathematik in die anderen Wissenschaften ansehen. Heute ist es üblich, die Mathematik als „Strukturwissenschaft“ anzusehen. Strukturwissenschaften, zu denen auch die Informatik zählt, beschäftigen sich mit allgemeinen und abstrakten Objekten, die als Hilfsmittel für andere Wissenschaften dienen – den Geisteswissenschaften (Beschäftigung mit spezifisch menschlichen Themen) und den Naturwissenschaften (hier sagt der Name ja schon alles Wesentliche).

Die Frage, ob mathematische Objekte erfunden oder gefunden werden, ist die Frage nach ihrem ontologischen Status. Wichtig ist an dieser Stelle zu erkennen, dass es keine Beobachtungen oder Experimente gibt, die diese Frage beantworten können, es ist deshalb philosophisch gesehen eine metaphysische Frage. Auf Fragen dieses Typs gibt es im Allgemeinen keine eindeutige Antwort. Man kann lediglich die Argumente zusammentragen, die für oder gegen eine bestimmte Position sprechen.

Platon hat von einer Welt der Ideen und der idealen Objekte gesprochen, unsere reale Welt bietet lediglich unvollkommene Abbilder dieser idealen Welt. Aristoteles vertrat den entgegengesetzten Standpunkt. Für die Fragestellung hier würde ich drei Positionen unterscheiden:

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KategorienMathematik, Philosophie, Quora Tags:

Cixin Liu und Stephen Hawking zum Fermi-Paradoxon

10. Mai 2018 2 Kommentare

In der Wikipedia wird das Fermi-Paradoxon in einem Satz zusammengefasst:

Der weit verbreitete Glaube, es gebe in unserem Universum viele technisch fortschrittliche Zivilisationen, in Kombination mit unseren Beobachtungen, die das Gegenteil nahelegen, ist paradox und deutet darauf hin, dass entweder unser Verständnis oder unsere Beobachtungen fehlerhaft oder unvollständig sind.

Hinter dieser Aussage stecken ähnliche Überlegungen wie sie auch der Drake-Gleichung zugrunde liegen:

  • Es gibt sehr viele Sterne in unserer Galaxis, einige sollten sonnenähnlich sein.

  • Einige dieser Sonnen haben Planeten, auf denen ähnliche Bedingungen wie auf der Erde herrschen.

  • Auf einigen dieser Planeten sollte sich Leben entwickelt haben.

  • Auf einigen dieser belebten Planeten sollten sich intelligente Lebensformen entwickelt haben.

  • Einige dieser intelligenten Lebensformen sollten eine technologisch fortgeschrittene Entwicklungsstufe erreicht haben.

  • Einige dieser technologischen Zivilisationen sollten das Interesse an interstellarer Kommunikation entwickelt haben und auch genügend lange existieren.

Gegenüber den Überlegungen von Drake geht das Fermi-Paradoxon noch einen Schritt weiter und unterstellt diesen Zivilisationen zusätzlich, dass sie das Bestreben haben, sich in ihrer gesamten Galaxis zu verbreiten. Sie müssten also überall zu beobachten sein. Warum haben wir sie bis jetzt noch nicht gefunden?

In der Wikipedia werden eine ganze Reihe von Lösungsvorschlägen für das Paradoxon angeboten. Hier eine Auswahl:

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Terror (Film)

18. Oktober 2016 4 Kommentare

Gestern Abend wurde in der ARD der Film „Terror“ des Regisseurs Lars Krause gezeigt, der wiederum auf dem gleichnamigen Theaterstück von Ferdinand von Schirach beruht. Die Handlung ist schnell zusammengefasst:

Ein Passagierflugzeug wird in Deutschland von Terroristen gekapert und soll über dem Münchner Olympiastadion zum Absturz gebracht werden. Die Passagiermaschine wird von einem Kampfflugzeug abgeschossen und dessen Pilot wegen 164fachem Mord vor Gericht gestellt. Dieser handelte gegen den ausdrücklichen Befehl seiner Vorgesetzten, denn das Bundesverfassungsgericht hat seinerzeit das Gesetz, das einen Abschuss gesetzlich erlauben wollte, vor allem mit dem Verweis auf den Artikel 1 des Grundgesetzes, „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, gekippt. Im Theaterstück bzw. im Film wird die Gerichtsverhandlung gezeigt, am Ende dürfen die Zuschauer als virtuelle Schöffen über das Urteil für den Piloten abstimmen: „Schuldig“ oder „Nicht schuldig des Mordes“.

Damals nach der Theateraufführung und gestern nach dem Film fiel die Entscheidung der Zuschauer eindeutig aus: „Nicht schuldig“. Da der Film gleichzeitig sowohl in Österreich als auch in der Schweiz ausgestrahlt wurde, erfuhr man nach dem Film in der Diskussion bei Plasberg das Votum in allen drei Staaten: 86% sowohl in Deutschland als auch in Österreich und 84% in der Schweiz plädieren für den Freispruch. Nach dem Theaterstück war seinerzeit das Urteil nicht ganz so deutlich – die Zusammensetzung des Theaterpublikums war sicher eine andere als beim Fernsehen und die (gefühlte?) Bedrohung durch den Terrorismus hat vielleicht auch weiter zugenommen.

Sowohl der Autor Ferdinand von Schirach, der zugleich studierter Strafrechtler ist, als auch der Regisseur Lars Krause plädieren für „schuldig“. Die Mehrzahl der Zuschauer hingegen, „aus dem Bauch heraus“ oder moralisch, für „nicht schuldig“. Ich spüre diese Ambivalenz sogar in mir, also ein und derselben Person. Hätte ich als Zuschauer abgestimmt, dann für „nicht schuldig“, als Richter bzw. als Kenner der Rechtslage hätte ich selbstverständlich auf „schuldig“ befunden. Eine der vier Talkgäste von Plasberg, eine Theologin, die mit einem Verfassungsrechtler verheiratet ist, hat das gleich zu Beginn auf den Punkt gebracht: „Hier geht es nicht um eine Entscheidung zwischen ‚richtig‘ oder ‚falsch‘, sondern man mus sich bei zwei ‚falschen‘ Alternativen für die entscheiden, die man für ‚weniger falsch‘ hält.“

Im Film werden einige Klassiker aus ethischen Diskussionen zitiert:

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Das Rabenparadoxon

3. Oktober 2016 1 Kommentar

Im Urlaub habe ich das Buch „Paradoxien“ von Gary Hayden und Michael Picard gelesen. Eines der ersten Paradoxa im Buch ist Hempels Paradoxon, benannt nach dem Philosophen Carl Gustav Hempel, siehe Wikipedia. Besser bekannt ist es sicher unter dem Namen „Rabenparadoxon“. Im Buch liest man dazu:

Die Wissenschaftlerin Martha möchte die These „Alle Raben sind schwarz.“ untersuchen. Wann immer sie auf einen Raben trifft und er schwarz ist, fühlt sie sich bestärkt. Dies ist eine normale induktive Folgerung. Jede Sichtung eines schwarzen Raben ist eine Bestätigung von Marthas These. Je mehr Bestätigungen, umso wahrscheinlicher ist die Korrektheit ihrer Annahme.

Die Tücken induktiver Schlüsse (also von Einzelfällen auf die Allgemeinheit) sind hinreichend bekannt. Auch wenn bisher die Sonne jeden Tag aufgegangen ist, bietet das keine Garantie darauf, dass sie auch morgen wieder aufgehen wird. Im Gegenteil, wir wissen ja sicher, dass sie das eines Tages nicht mehr tun wird. Das einprägsamste Beispiel der Fehlbarkeit induktiver Schlüsse ist für mich der folgende Witz: „Springt ein Mann aus dem zehnten Stock eines Hochhauses. Als er am ersten Stock vorbeisaust, sagt er sich: ‚Ich weiß gar nicht, was die anderen nur wollen. Bisher ging doch alles gut!'“

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KategorienLogik, Philosophie Tags:

Caster Semenya

19. August 2016 Keine Kommentare

In einem Fernsehbeitrag von der Olympiade wurde auch über Caster Semenya berichtet. Im Unterschied zum hier verlinkten Wikipediabeitrag, der darüber nichts enthält, wurden im Fernsehen Details über den bei ihr wohl doch vorhandenen Hermaphroditismus gebracht. Semenya hat zwar eine Vagina, jedoch keine Gebärmutter und stattdessen im Körper liegende Hoden. Caster Semenya könnte über 800m aufgrund ihrer Besonderheiten die Goldmedaille gewinnen. Männer und Frauen unterscheiden sich im Mittel deutlich in der körperlichen Leistungsfähigkeit, nicht ohne Grund werden deshalb im Sport die Wettkämpfe nach Männern und Frauen getrennt durchgeführt. (Ob es auch Unterschiede in der geistigen Leistungsfähigkeit gibt, darüber lässt sich trefflich streiten, warum gibt es bei Schachwettkämpfen eine Geschlechtertrennung, wenn dem nicht so ist?)
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Die Grenzen von Raum und Zeit

29. Juni 2016 1 Kommentar

Spätestens mit der Relativitätstheorie hat sich unser Verständnis von Raum und Zeit grundlegend geändert. Newton – und zum Beispiel auch Kant – gingen davon aus, dass Raum und Zeit unabhängig von den Dingen sind, die es in der Welt gibt. Einstein hat gezeigt, dass es keinen Sinn hat, von Zeit zu sprechen, wenn es keine Uhr gibt, um sie zu messen. Genausowenig ist es müßig, einen Raum anzunehmen, ohne Maßstäbe zu verwenden. Uhren und Maßstäbe sind aber materielle Objekte, deshalb sind die Begriffe Raum und Zeit nur im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Materie von Bedeutung.

Wichtig ist sich klarzumachen, dass das Bestimmen von Längen oder Zeiten immer das Vergleichen von zwei Objekten bzw. Vorgängen ist. Man misst zum Beispiel die Zeit, indem man zählt, wie viele Takte (Perioden) der Uhr ein bestimmter Vorgang andauert. Einstein hat das insofern mit Materie (Masse, Energie) verknüpft, indem er gezeigt hat, dass die gemessenen Längen und Zeiten von der relativen Bewegung zwischen Uhr bzw. Maßstab und Messobjekt in der Speziellen Relativitätstheorie abhängig sind. Die allgemeine Relativitätstheorie zeigt dann grundlegender den Zusammenhang zwischen Masse, Beschleunigung, Raum und Zeit.

Spannend werden die Zusammenhänge zwischen Materie, Raum und Zeit, wenn man die Konsequenzen astronomischer Beobachtungen zum sogenannten Urknall überdenkt. Weil sich das Universum im Laufe der Zeit räumlich ausdehnt, gelangt man bei einer Extrapolation der Messdaten rückwärts in der Zeit zu einem Punkt, an dem alles auf einem einzigen Raumpunkt konzentriert war. Dieser Raum-Punkt korrespondiert mit einem Zeit-Punkt und der Annahme des Beginns von Raum und Zeit in diesem Punkt.
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KategorienPhilosophie, Physik Tags: