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Archiv für die Kategorie ‘Ökonomie’

Weitere Artikel zu Bankenkrise und Vollgeld

9. Oktober 2012 1 Kommentar

In der letzten Woche habe ich neue interessante Artikel zur Bankenkrise und zum Vollgeld gelesen, die das Thema weiter vertiefen, Zusammenhänge herstellen und Fragen beantworten. Im ersten Artikel Zur Diskussion um das „Vollgeld“ werden einige Details des ursprünglichen Vorschlags von Irwing Fischer besprochen und Ergebnisse der Analysen des IWF vorgestellt. Fischer hatte zum Beispiel herausgearbeitet, dass die Praxis des Giralgelds dazu führt, dass Banken prozyklisch wirken. In Boomzeiten heizen sie durch billige Kredite den Boom weiter an (bis zum Crash), während sie in Krisenzeiten diese durch eine restriktive Kreditvorgabe noch verstärken:

Die Regierung bzw. die Notenbank kann dabei nur das Zentralbankgeld kontrollieren, während die Banken Giralgeld weitgehend nach Belieben schöpfen können. So herrschte zu Fischers Zeiten zwar eine zehnprozentige Unterlegungspflicht, die jedoch nur zu rund einem Drittel tatsächlich in Zentralbankgeld zu halten war, woraus sich aus realen Einlagen ein bis zu dreißigfaches Kreditvolumen generieren ließ, wie es auch heute üblich ist. Für eine Kundeneinlage von z. B. 100 Dollar Giralgeld musste die Bank theoretisch 10, praktisch aber nur 3,50 Dollar an Zentralbankgeld vorhalten. Für 10 Dollar an von Kunden real eingezahlten Einlagen konnte sie also fast 300 Dollar an Giral-Gutschriften kreieren.

Allerdings hat die Notenbank – anders als von der traditionellen Ökonomik in Einführungskursen nach wie vor gelehrt – keinerlei Einfluss darauf, dass die Banken die theoretisch möglichen Kredite tatsächlich vergeben. So würden laut Fischer in Boomzeiten regelmäßig viel zu viele Kredite vergeben und der Geldhahn in der Krise zugedreht. Während der „Great Depression“ hätten die Banken Kredite eingefordert und dadurch die Guthaben auf den Scheck-Konten um mehr als ein Drittel reduziert, was hauptverantwortlich für das gewaltige Ausmaß der Depression gewesen sei. Die Notenbank hatte dem nichts entgegensetzen können, denn durch den Abzug von Kundengeldern waren die Banken gezwungen, die Giral-Geldmenge um ein Zehnfaches zu reduzieren, wodurch die Geldmenge so sehr reduziert wurde, dass sich die Kaufkraft des Dollars verdoppelt hatte und ebenso die aushaftenden Schuldenlast.

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Absurdes Geldsystem

1. Oktober 2012 2 Kommentare

In der vergangenen Woche habe ich zwei Artikel gelesen, die inhaltlich eine Ergänzung zum Beitrag Vollgeld und Monetative leisten können. Der erste dieser beiden Artikel enthält ein Interview mit Franz Hörmann Absurdes Geldsystem. Zu Beginn bringt er den Grundfehler des jetzigen Systems auf den Punkt:

In Wahrheit sind dies alle Menschen, die gut davon leben, dass sie „ihr Geld arbeiten lassen“. Die alte Kritik an diesem Ausspruch gründete sich in der Vergangenheit ja hauptsächlich auf moralische und humanistische Bedenken. Neu ist nun aber, dass dieser Kritik auch knallharte, sachliche Argumente zugrunde liegen, an denen auch unsere ökonomisch-rationalen Eliten nicht ohne weiteres vorbeisehen können, weil nun ganz klar beweisbar ist, dass ihre bisherigen Geschäftsmodelle (leistungslose Einkommen in Form von Zinsen, Dividenden und Kurssteigerungen) schlicht auf einem antiken Buchungsfehler beruhen und, logisch konsistente Buchführung vorausgesetzt, so überhaupt nicht funktionieren können: Im Kreislauf der doppelten Buchhaltung ist die Geldmenge an sich stets konstant, jeder finanzielle Gewinn muss daher immer zu Lasten anderer Menschen erzielt werden, da ja für jede Buchung eine Gegenbuchung existieren muss.

Die einzige heute legale Methode der Geldschöpfung besteht nun aber darin, dass private Geschäftsbanken Kredite vergeben, dabei Geld erzeugen, das vorher noch nicht existierte, dies jedoch stets als verzinste Schuld, wobei aber das Geld für die Zinszahlung nie mit erzeugt wird. Diese (mangels Geld) verzinst nie rückzahlbare Schuld lassen die Banken aber durch dingliche Sicherheiten der Kreditnehmer besichern, womit es im Gesamtsystem zwangsläufig zu Enteignungen von Kreditnehmern kommen muss, da die zu geringe Geldmenge die Bezahlung der Zinsen ja nicht gestattet. Es müssen daher stets neue Kredite aufgenommen werden, um einfach die Zinsen zu bezahlen. Verschuldete Staaten sind also nicht das Ergebnis fahrlässiger Politik sondern das Resultat eines Systemfehlers in der Buchhaltung der Geschäftsbanken.

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Vollgeld und Monetative

11. September 2012 12 Kommentare

Ein Artikel im Spiegel Zwei Alternativen zur Geldschwemme hat mir den neuen Begriff des „Vollgelds“ nahegebracht und mich veranlasst, dazu etwas genauer zu recherchieren.

Die meisten Menschen werden zu den Themen, wie Geld entsteht und wie Banken arbeiten, eine völlig falsche Vorstellung haben. Ich muss gestehen, ich hatte diese bis vor kurzer Zeit auch und habe sie erst vor reichlich anderthalb Jahren in diesem Artikel beerdigt: Geld – Mythos und Macht. Die Lieschen-Müller-Vorstellung ist in etwa die folgende:

Wenn wir 100 Euro bei der Bank anlegen, zahlt uns diese vielleicht nach einem Jahr 2% Zinsen, wir erhalten 102 Euro zurück. In dieser Zeit verleiht die Bank dieses Geld für z.B. 4% Zinsen, erhält nach eínem Jahr 104 Euro zurück und deckt mit den zwei Euro Unterschied zwischen Soll- und Habenzinsen ihre Kosten.

Stutzig machen dürfte einen hier nur, wie dann die Deutsche Bank unter Herrn Ackermann eine Rendite von 25% erzielen konnte. Immerhin, wie man heute lesen durfte, wollen sie seine Nachfolger auf 12% reduzieren: Deutsche Bank kämpft gegen das Gier-Image. Aber auch mit den jetzt angepeilten 12% kann die obige Lieschen-Müller-Vorstellung nicht stimmen. Die wahren Verhältnisse beschreibt das folgende Beispiel besser:
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Sprache und Denken III

22. März 2012 3 Kommentare

Ein Hinweis in einem Forum lässt mich auf eines meiner Lieblingsthemen zurückkommen, das ich zuletzt hier diskutiert hatte, den Zusammenhang zwischen Sprache und Denken. In der FAZ(.net) findet sich ein Artikel, in dem ein Zusammenhang zwischen dem Sparverhalten der Deutschen und Griechen auf der einen und Besonderheiten der Grammatiken des Deutschen und des Griechischen auf der anderen Seite hergestellt wird: Warum die Griechen mit Deutsch weniger Schulden hätten.

Bereits der Teaser ist ziemlich reißerisch:

Rehabilitation für die viel gescholtenen Griechen. Laut einer Yale-Studie lässt sich ihre Schuldenmentalität mit der gesprochenen Sprache erklären. Mit Deutsch als Landessprache wäre das anders.

Und im Artikel wird diese These dann so erklärt:

Unterscheidung zwischen Gegenwart und Zukunft
Der Ausgangsgedanke, auf der die Studie basiert, ist dabei sehr einfach. Und zwar ist die Grundlage die Tatsache, dass Sprachen grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt werden können. Die eine Gruppe unterscheidet dabei deutlich zwischen Gegenwart und Zukunft, während bei der anderen Gruppe der Übergang fließender ist. So kann im Deutschen auch gesagt werden, „Morgen scheint die Sonne“, im Englischen wird dagegen in der Regel klar zwischen der Gegenwart („die Sonne scheint jetzt“) und der Zukunft („Morgen wird die Sonne scheinen“) unterschieden.

Wer sprachlich weniger trennt, spart mehr
Angesichts dieser Unterschiede fragte sich Chen, ob die letztgenannte Sprachgruppe mit einer klaren Trennung zwischen Heute und Morgen unter wirtschaftlichen Aspekten nicht auch den kurzfristigen Ertrag höher gewichten als den langfristigen Ertrag. „Das war in höchstem Maße der Fall. Sprachmuster können die Denkmuster und die Handlungsmuster beeinflussen“, so Chen.

Chen ist deshalb davon überzeugt, dass Menschen mit einem mehr fließenden Gebrauch von Gegenwart und Zukunft mehr Sparen, weniger Rauchen, sportlich aktiver sind und sich allgemein aktiver auf die Zukunft vorbereiten. Wer umgekehrt agiere und etwa weniger spare, kommuniziere und denke dagegen vermutlich mit einer klaren sprachlichen Differenzierung zwischen Gegenwart und Zukunft.

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Kapitalanlage- versus Umlageverfahren II

24. November 2011 3 Kommentare

Im Jahr 2005 war ich bei einem Vortrag von Bert Rürup, eine Zusammenfassung über diese Veranstaltung habe ich hier geschrieben: Die Rente ist sicher. Ein Jahr später habe ich meine Zweifel an einer kapitalgedeckten Rentenversicherung in einem weiteren Artikel formuliert: Kapitalanlage- versus Umlageverfahren. Anfang der Woche habe ich nun hier einen sehr schönen Vortrag gefunden, in der ein Wirtschaftswissenschaftler die beiden unterschiedlichen Methoden einmal sauber vergleicht: Alterssicherung und gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Der Artikel ist nicht allzu lang, nur 12 Seiten, und er ist in einer sehr verständlichen Sprache abgefasst, sodass sich seine Lektüre wirklich lohnt. Die zentrale Eingangsthese in dem Artikel stammt von Gerhard Mackenroth und findet sich so auch in der Wikipedia:

Nun gilt der einfache und klare Satz, dass aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muss. Es gibt keine andere Quelle und hat nie eineandere Quelle gegeben, aus der Sozialaufwand fließen könnte, es gibt keine Ansammlung von Fonds, keine Übertragung von Einkommensteilen von Periode zu Periode, kein ‚Sparen’ im privatwirtschaftlichen Sinne – es gibt gar nichts anderes als das laufende Volkseinkommen als Quelle für den Sozialaufwand.

Es ist egal, woher ein Rentner sein Geld bezieht. Wenn er für seine Rente ein Brötchen kauft und isst, kann dieses Brötchen kein anderer mehr kaufen und essen. Das gilt für alle Waren und Dienstleistungen, die ein Nichtarbeitender verbraucht, sie müssen zeitnah produziert bzw. zur Verfügung gestellt werden, und sie bedingen einen Konsumverzicht eines anderen zur selben Zeit. Beim Umlageverfahren wird das Geld zur selben Zeit von einem Arbeitenden zur Verfügung gestellt (er zahlt in die Rentenversicherung ein und diese überweist dieses Geld dem Rentner), beim Kapitalanlageverfahren hat der Rentner selbst vor vielen Jahren Konsumverzicht geleistet (er hat in irgendeine Kapitalanlage investiert) und erhält sein Geld jetzt verzinst zurück – zumindest sieht es auf den ersten Blick so aus.
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Die Unlösbarkeit der Probleme der Finanzkrise 2

8. Oktober 2011 Keine Kommentare

Das zweite Video in dem Artikel Die Unlösbarkeit der Probleme der Finanzkrise wurde auch an anderer Stelle diskutiert. Daraufhin wurde u.a. kritisiert, dass ja das BIP eine „Flussgröße“ sei, eine Art jährlicher Zuwachs, während das Geldvermögen eine „Bestandsgröße“ ist.

Ich schrieb dort als Entgegnung:

Nach etwas drögem Beginn kommt es in dem Video zu der Aussage, dass das Geldvermögen (das man natürlicherweise in Geld beziffert) in den letzten Jahrzehnten stärker als das Bruttoinlandsprodukt (ebenfalls in Geld gemessen) gewachsen ist. Beides hat vermutlich nichts mit der umlaufenden Geldmenge zu tun.

Aber wenn man jetzt davon ausgeht, dass der Sinn von Geldvermögen darin besteht, etwas dafür zu kaufen (Waren und Dienstleistungen), dann müssen beide Seiten, also Geldvermögen und Warenwert im gleichen Maßstab steigen. Tun sie das nicht, dann wird von Zeit zu Zeit Geldvermögen vernichtet (muss vernichtet werden). Das kann über Inflation passieren, über Kursstürze an der Börse oder über einen Schuldenschnitt bzw. Staatsbankrott. In allen Fällen wird Geldvermögen relativ zu Warenwerten vernichtet.

Und dann habe ich noch ein Open-Calc-Sheet zur Demonstration angefertigt, Ergebnisse siehe unten. Zur Erklärung:
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Die Unlösbarkeit der Probleme der Finanzkrise

3. Oktober 2011 8 Kommentare

Nachdem es im Jahr 2007 bereits einmal eine große Finanzkrise gab, die vom Platzen einer „Immobilienblase in den USA“ ausgelöst wurde, haben wir nun eine „Eurokrise“, die im Wesentlichen darin besteht, dass mehrere europäische Länder ihre Staatsschulden nicht mehr bezahlen können, und eine Krise in den USA, ebenfalls wegen deren Staatsschulden. Ich hatte hier bereits etwas darüber geschrieben, wie Geld eigentlich funktioniert. Jetzt, um zu zeigen, dass allen diesen Ereignissen (Finanzkrise, Eurokrise, USA-Krise) gemeinsame Ursachen zugrundeliegen, zunächst zwei Videos:

In Bretton Woods waren 1949 die Währungen fest an Gold gekoppelt worden, ein beliebiges Wachstum der Geldmengen war dadurch nicht möglich. Die USA haben sich von diesem System 1971 verabschiedet, weil sie sonst ihre Schulden nicht mehr hätten bezahlen können, die sie wegen der Finanzierung des Vietnamkriegs aufnehmen mussten. Seitdem ist der Gegenwert für Geld nur noch Vertrauen. Es ist schon paradox, dass ein System, das auf Vertrauen basieren soll, mit einem massiven Vertrauensbruch der USA eingeführt wurde.

Seitdem ist Geld eine Ware wie jede andere, die nach Belieben produziert oder vernichtet werden kann. Das folgende Video beginnt etwas dröge, aber nach etwa 3 Minuten nimmt es richtig Fahrt auf und wirkt dann sehr erhellend:
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Vier Videos zur Eurokrise

1. Oktober 2011 Keine Kommentare

Es ist ja eigentlich keine Frage mehr ob, sondern nur noch wann die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands erklärt wird, denn die jetzt beschlossenen Maßnahmen können entweder von Griechenland nicht umgesetzt werden, oder wenn, dann werden sie das Problem bloß weiter verschärfen. Unklar ist auch, was dann passiert: Gibt es den Schuldenschnitt Griechenlands mit oder ohne Verlassen der Eurozone? Für die griechische Bevölkerung wäre zweifellos die Wiedereinführung der Drachme besser, aber das interessiert ja bei den Versuchen, den ausländischen Banken und griechischen Reichen Vermögensverluste zu ersparen, die Politiker nicht.

Hier im Folgenden vier Videos zur Eurokrise, die mir besonders bemerkenswert erscheinen. Das erste Video (3:35 min) zeigt eine Befragung einiger Parlamentarier über elementare Fakten zu dem Rettungsschirm, dessen Zustimmung von der Regierung zu einer Schicksalsfrage erklärt worden ist. Bekanntlich hatte das BVerfG ja gefordert, dass sich das Parlament nicht das Haushaltsrecht durch die Regierung entziehen lassen darf und deshalb solchen gravierenden Umschichtungen von Geldern immer vom Parlamente zugestimmt werden muss:

Bemerkenswert ist, dass die meiste Sachkenntnis von denen gezeigt wurde, die dem Beschluss nicht zugestimmt haben. Das zweite Video (9:59 min), dass ich hier leider nicht direkt verlinken kann, zeigt ein Streitgespräch zwischen Wolfgang Bosbach und Norbert Barthle: Euro-Streitgespräch Barthle gegen Bosbach.
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Börsenpanik

20. August 2011 7 Kommentare

Die Entwicklung an den Börsen und der Goldkurs treiben mich dazu, jetzt auch noch meinen Senf zu diesem Thema abzugeben. Ich habe mir ja schon öfters Mühe gegeben zu verstehen, wie das mit Aktien funktioniert. Ich bin sehr froh, dass ich nicht Börsianer bin, denn das, was ich so höre und lese, führt mich zu der Vermutung, dass sich hier eine neue Religion etabliert hat. Statt dem Wort zum Sonntag (damit wurde oder wird man wenigstens nur einmal in der Woche belästigt) gibt es jeden Tag vor der Hauptnachrichtensendung eine Direktschaltung zur Börse.


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Geld – Mythos und Macht

29. Dezember 2010 1 Kommentar

„Geld – Mythos und Macht“, so lautet die Überschrift eines zweiteiligen Artikel in der Telepolis (Originalartikel: Teil 1, Teil 2). Geschrieben hat ihn Jens Berger, der Betreiber des Spiegelfechter. Was den Artikel für mich unter anderem so interessant gemacht hat, sind seine Erklärungen, warum eine Rückkehr zum Goldstandard (bei einem befürchteten Auseinanderbrechen des Euro) unmöglich ist:

Der Goldstandard war lange Zeit ein Erfolgsmodell. Bei ihm ist der Wert einer Währungseinheit direkt oder indirekt an den Handelspreis für Gold gekoppelt. Die Zentralbanken sind verpflichtet, die Gegenmenge des ausgegebenen Geldes in Gold vorzuhalten. Da Gold nicht beliebig vermehrbar ist, können goldgedeckte Währungen auch nicht beliebig vermehrt werden. Geld gleich Gold – diese Formel wurde lange Zeit als Zauberformel gegen eine unkontrollierbare Inflation angesehen.

Bei einem strengen Goldstandard würde paradoxerweise auch nicht die wirtschaftliche Entwicklung, sondern die Fördermenge des Edelmetalls Gold die Geldmenge bestimmen. So hat beispielsweise der legendäre Goldraub der Conquistadores in der „neuen Welt“ dazu geführt, dass die „alte Welt“ in einem Wirtschaftschaos versank – die Kolonialmacht Spanien musste in einem Jahrhundert ganze dreizehn Staatsbankrotte erklären. Warum eine moderne Volkswirtschaft ein so wichtiges Instrument wie das Geld von bergbaulichen Detailfragen abhängig machen sollte, ist ohnehin nicht ersichtlich. Da könnte man die Geldmenge auch an die Schneemenge, die jeden Winter auf unser Land niederfällt, koppeln – der Zusammenhang erschließt sich nämlich genauso wenig.
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