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Archiv für die Kategorie ‘Ökonomie’

Ist die Theorie von Karl Marx noch anwendbar?

7. Januar 2019 Keine Kommentare

„Die Theorie“ von Marx gibt es gar nicht. Die verschiedenen Teile seiner Arbeit können durchaus verschieden beurteilt werden.

Die Verbrechen, die später im Namen des „Marxismus“ begangen worden sind, haben eine einfache Ursache, die man auch bei anderen Gelegenheiten findet und die immer Probleme verursacht: Im Ergebnis seiner ökonomischen Analyse hat Marx die Gesellschaft in zwei Hauptklassen unterteilt, die der Kapitalisten und die der Arbeiter. Während Marx hier sicher der Ansicht war, dass die Klasse der Kapitalisten beseitigt werden soll, indem das Privateigentum an Produktionsmitteln beseitigt wird, haben die sogenannten „Marxisten“ die Menschen verfolgt, die der Kapitalistenklasse angehören. Marx hätte das sicher nicht so gewollt, sein bester Freund war Friedrich Engels, ein Kapitalist.

Dasselbe Schema findet man auch wieder, wenn „die Juden“, „die Ausländer“ oder wer auch immer als Ursache für ein Problem ausgemacht werden. Menschen sind aber zuerst Individuen und nicht Angehöriger einer Gruppe. Dieses Grundprinzip liegt der Rechtsordnung jedes beliebigen zivilisierten Landes zugrunde: Es zählen individuelle Taten, die der Einzelne auch zu verantworten hat.

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Ist ein bedingungsloses Einkommen eine gute Idee?

5. Januar 2019 Keine Kommentare

Vor einigen Jahren habe ich das Buch von Götz Werner zum bedingungslosen Grundeinkommen gelesen. Er wirbt dort sehr eindringlich für diese Idee. Der zweite Teil seines Buchs ist einer radikalen Steuerreform gewidmet: Alle Steuern mit Ausnahme der Mehrwertsteuer sollen abgeschafft werden. Diese würde dann etwa 50% betragen müssen, damit in etwa das heutige Steueraufkommen erreicht werden kann.

Inzwischen ist die Idee des Grundeinkommens sehr vielen bekannt. Es lässt aufhorchen, dass es Befürworter in allen politischen Lagern gibt, bei den Linken, den Liberalen und den Konservativen. Man kann deshalb vermuten, dass jede Fraktion eigentlich ganz andere Ziele mit dem BGE verfolgt und eine ganz andere Höhe des BGE anstrebt. Die Linken wollen natürlich den Ärmeren mehr geben, die Liberalen die Freiheit des Einzelnen stärken und die Konservativen … auch irgendetwas Gutes.

Ein BGE würde nach dem Willen seiner Befürworter eine ganze Reihe von heutigen Sozialleistungen ersetzen. Dazu würden vermutlich steuerfreies Existenzminimum, Kindergeld oder Steuerfreibetrag, Krankengeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Rente zählen. Ein kurzer Kommentar zu diesen Sozialleistungen:

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Karl Marx

23. August 2015 Keine Kommentare

Mit der Nummer 69 von Geo Epoche „Der Kapitalismus“ ist den Heftproduzenten wieder ein bemerkenswertes Heft gelungen. In Erinnerung werden mir sicherlich einige Kapitel bleiben:

Das Heft enthält auch einen sehr interessanten sechzehnseitigen Artikel über Karl Marx. Gegen Ende des Artikels liest man dort als Resümee:

… attestieren spätere Ökonomen Marx massive theoretische Versäumnisse. In mehreren Punkten wird das Marxsche Werk, obwohl durchaus anspruchsvoll konstruiert, in den folgenden Jahrzehnten wissenschaftlich widerlegt. So wird seine Einschätzung, dass sich der Wert und Preis einer Ware vor allem nach dem Maß der darin enthaltenen menschlichen Arbeit bemisst, verworfen zugunsten der Erkenntnis, dass sich ein Marktpreis vor allem durch die Nachfrage bildet.

Auch die für Marx zentrale Mehrwerttheorie stellen Ökonomen infrage. Sie gehört daher auch nicht zum wirtschaftswissenschaftlichen Kanon (wenngleich sie für viele Kapitalismuskritiker ein brauchbares Analysewerkzeug bleibt).

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Griechenland

12. Juli 2015 Keine Kommentare

Wahrscheinlich ist es müßig, noch etwas über Griechenland schreiben zu wollen, es ist bereits alles (Kluges und Dummes) dazu gesagt worden. Aber noch nicht von jedem. Ich möchte es deshalb auch ganz kurz machen:

1. Die griechischen Schulden sind absolut seit 2011 trotz neuer Hilfspakete nicht gewachsen. Relativ sind sie leicht gestiegen, weil die Wirtschaftsleistung gesunken ist. Die Schlussfolgerung aus dieser Tatsache ist, dass sowohl die Politik in Europa gegenüber Griechenland als auch die griechische Innenpolitik nicht geeignet waren, das Schuldenproblem zu lösen. Der Einbruch 2011 war ein teilweiser Schuldenerlass für Griechenland – eine der Bedingungen, mit der öffentliche Geldgeber private Schulden aufgekauft haben.

Quelle

2. Die Schulden verteilen sich heute so:

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Bertrand Russell: Lob des Müßiggangs

19. Juni 2015 Keine Kommentare

Auch bei Bertrand Russell hat mir das Philosophie-Buch eine bislang unbekannte Seite gezeigt. Er war offenbar nicht nur ein brillanter Mathematiker, Logiker und Philosoph, sondern hat sich auch mit ökonomischen Fragen beschäftigt. Den Essay „Lob des Müßiggangs“ hat er laut dem Artikel 1932 geschrieben, in Buchform ist er aber zusammen mit anderen Texten offenbar erst 1957 veröffentlicht worden.

Russell unterscheidet in seinen Ausführungen zwei Arten von Arbeit. Erstens bezweckt Arbeit »die Veränderung der Lage von Materie auf oder nahe der Erdoberfläche im Verhältnis zu anderer Materie«. Das ist der grundlegendste Sinn von Arbeit – der Handarbeit. Der zweite Typus von Arbeit ist, »anderen Menschen zu sagen, sie sollten die Lage von Materie im Verhältnis zu anderer Materie verändern«. Dieser zweite Typus von Arbeit lässt sich unendlich ausdehnen – man kann nicht nur Angestellte haben, die diesen Leuten, die Materie bewegen, Anweisungen geben, man kann weitere Angestellte einstellen, die diese Leute, die Anweisungen geben, kontrollieren und so weiter. Der erste Typus von Arbeit ist häufig unangenehm und schlecht bezahlt, der zweite in der Regel weniger unangenehm und besser bezahlt.

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Zweifel am Bedingungslosen Grundeinkommen

15. Juni 2014 2 Kommentare

Bereits vor einigen Jahren bin ich auf die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) gestoßen. Am stringensten hat für mich Götz Werner diese Idee in seinem Buch Einkommen für alle dargestellt. Erinnert wurde ich jetzt an dieses Thema, weil ich in Seelenlachen ein Interview mit Arfst Wagner gelesen habe: Link.

Inzwischen bin ich dieser Idee gegenüber etwas skeptischer geworden. Nicht wegen dem prinzipiellen Zweifel, den man äußert, wenn man sagt, dass die Natur des Menschen nicht so ist, dass er ohne einen gewissen Zwang gar nichts mehr tun würde. Meistens steckt dahinter die unausgesprochene Prämisse: „Ich selbst würde mich natürlich nicht auf die faule Haut legen, aber viele andere wahrscheinlich schon.“ Der hier zutage tretende Bias kommt sicher aus zweierlei Gründen zustande: Erstens hat jeder Mensch im Mittel eine bessere Meinung von sich als von anderen – weil er die Beweggründe für sein eigenes Handeln besser kennt. Zweitens hält jeder die eigene Arbeit im Mittel für interessanter als die von anderen. Ich vermute jedoch, dass die Höhe eines BGE so niedrig sein würde, dass es, genau wie heute, einen gewissen Druck gegen Entgeld zu arbeiten auf alle ausüben würde, die etwas mehr als Nahrung und Kleidung vom Leben haben wollen.

Ein BGE würde nach dem Willen seiner Befürworter eine ganze Reihe von heutigen Sozialleistungen ersetzen. Dazu würden vermutlich steuerfreies Existenzminimum, Kindergeld oder Steuerfreibetrag, Krankengeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Rente zählen. Ein kurzer Kommentar zu diesen Sozialleistungen:

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Peter Plöger: Warum wir es gerne einfach hätten…

25. Mai 2014 Keine Kommentare

… „und alles immer so kompliziert ist.“ – Das ist der Titel eines Buchs von Peter Plöger.

Auf den ersten Seiten hatte ich Mühe mit seinem Stil. Ich erinnere mich nicht mehr, was mich gestört hat, denn am Ende hat mir das Buch ausnehmend gut gefallen. Ein paar Mal erwähnt er in seinem Text Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahnemann. Ich kenne Kahnemanns Buch nicht, es steht bei mir noch ungelesen im Regal. Aber es könnte ebenfalls von den verschiedenen Methoden handeln, mit denen wir Urteile über die Welt bilden. Plöger jedenfalls zeigt Möglichkeiten fehlerhaften Denkens auf ganz verschiedenen Gebieten, von denen ich hier Beispiele aus drei Gebieten – Kultur, Wirtschaft und Demokratie – herausgesucht habe.

Die Welt muss für uns Sinn haben, und wir müssen in ihr handeln können. Deshalb wird unsere Wahrnehmung der Welt von Prozessen bestimmt, die ihnen eine Sinn- und Handlungsstruktur geben. Der Wahrnehmungsapparat (die Sinnesorgane und die Teile des zentralen Nervensystems, die an der Wahrnehmung beteiligt sind) schafft eine Erzählung, von der das Individuum annehmen muss, dass sie der Wirklichkeit entspricht. Es ist, als würde er eine fortlaufende Geschichte konstruieren mit der Wirklichkeit als Inhalt. Der Wahrnehmungsapparat erzählt, und wie ein guter Geschichtenerzähler lässt er Einzelheiten wegfallen, hebt andere dafür deutlicher hervor, dramatisiert, ordnet Dinge, fügt Ereignisse in Abfolgen hintereinander und trennt eins vom anderen. Er schafft damit Klarheit und Verständlichkeit. Und nicht zuletzt Sinn. Die Welt muss Sinn ergeben, damit wir uns in ihr zurechtfinden können.

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»Abstraktionen entfernen die Besonderheiten, die zwei Objekte voneinander unterscheiden… Experimente entfernen zudem (oder versuchen das zumindest) die Verbindungen, die jeder Prozess zu seiner Umgebung hat – sie erzeugen eine künstliche und in gewissem Sinne verarmte Umgebung, um dann ihre Eigenschaften zu untersuchen. In beiden Fällen wird etwas weggenommen oder „blockiert“ gegenüber der Gesamtheit, die uns umgibt.

In den letzten Jahren war häufig vom Kampf der Kulturen die Rede. Plöger beschäftigt sich mit den Äußerungen von Thilo Sarrazin und worin dessen Hauptdenkfehler bestehen. Ersetzt man in Sarrazins Thesen den Begriff der Kultur durch den der Rasse, dann erkennt man das Denkmuster. Außer dem Fehler, individuelle Eigenheiten jedes Menschen zu ignorieren, wenn man ihn einer bestimmten Gruppe zuordnet, kann man beim Verwenden des Begriffs der Kultur aber noch weitere Fehler machen:

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Zypern

25. März 2013 1 Kommentar

Wir müssen uns in Deutschland überhaupt keine Sorgen um den Euro machen, denn sicher gilt, außer dass es keinem schlechter gehen wird und die Renten sicher sind, auch noch die Aussage des folgenden Wahlplakats der CDU aus dem Jahr 1999:

Dass die Überschuldung sicher ausgeschlossen werden kann, ist quasi alternativlos.

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Geplante Obsoleszenz

24. März 2013 13 Kommentare

In der Wikipedia findet man zu diesem Stichwort:

Der Begriff Obsoleszenz (von lat. obsolescere‚ sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren) bezeichnet, dass ein Produkt auf natürliche oder künstlich beeinflusste Art veraltet ist oder altert.

Als Erfinder der geplanten Obsoleszenz gilt Alfred P. Sloan, welcher in den 1920er Jahren in seiner Funktion als GM-Präsident annuelle Konfigurationsänderungen und Veränderungen an Automobilen einführte. Mit dieser Strategie wollte er die Verbraucher dazu bringen, alle drei Jahre ein neues Auto zu kaufen. Der eigentliche Begriff der geplanten Obsoleszenz geht zurück auf Bernard Londons Veröffentlichung Ending the Depression Through Planned Obsolescence aus dem Jahre 1932.

Gemeint ist mit ihm heute ein Teil einer Produktstrategie, bei der schon während des Herstellungsprozesses bewusst Schwachstellen in das betreffende Produkt eingebaut, Lösungen mit absehbarer Haltbarkeit und/oder Rohstoffe von minderer Qualität eingesetzt werden, die dazu führen, dass das Produkt schneller schad- oder fehlerhaft wird und nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann.

Gleich an mehreren Stellen im Netz wird eine von den Grünen in Auftrag gegebene Studie zitiert, u.a.:

In dem Spiegelartikel wird dann gleich nochmals auf einen anderen Artikel verlinkt: Studie: Hersteller setzen auf schnellen Verschleiß bei Elektrogeräten. Dort liest man:
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Facebook ist nicht das Internet

22. Februar 2013 1 Kommentar

Die Idee zu diesen Thema stammt nicht von mir, sondern aus diesem Artikel. Ich wusste nicht, was eine „Blogparade“ ist und wollte mich eigentlich auch nicht daran beteiligen, aber da das Thema nun doch ein paar Tage in mir rumort, hier also wie gewünscht ein paar Zeilen zum Thema.

Vor vielleicht zwei oder drei Jahren habe ich mich bei Facebook angemeldet. Irgend etwas, das mich interessiert hat, war in Facebook verfügbar, und da man an die Informationen anderweitig nicht heran kam, besorgte ich mir also einen Account unter meinem Realnamen. So gewaltig war der Informationsgewinn nicht und ich hätte das Ganze auch sehr schnell wieder vergessen, aber ein oder zwei Tage später kam eine Freundschaftsanfrage. Woher der Betreffende erfahren hatte, dass ich mich angemeldet habe, weiß ich nicht. Wir hatten uns Jahre zuvor in einem Diskussionsforum kennengelernt. Ich klickte den Annehmen-Button (oder so etwas Ähnliches). In den nächsten Tagen purzelten eine Reihe von weiteren derartigen Anfragen herein, alle von Exmitgliedern dieses Forums.
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KategorienAlltag, Gesellschaft, Ökonomie, Politik Tags: