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Archiv für die Kategorie ‘Natur’

Maurice Maeterlinck: Das Leben der Ameisen

6. November 2012 Keine Kommentare

Als ich vor Kurzem das Buch von Maurice Maeterlinck Das Leben der Termiten gelesen habe, war ich mir noch nicht sicher, ob ich auch etwas über sein anderes Werk „Das Leben der Ameisen“ schreiben will, das sich zusammen mit dem über die Termiten in einem Band befindet. Das „Ameisenbuch“ ist 1930, vier Jahre nach dem „Termitenbuch“, erschienen.


Eine Ameise, die eine Blattlaus melkt (Bild aus der Wikipedia)

Was in diesem jüngeren Werk noch deutlicher zu Tage tritt, ist Maeterlincks Hang zur Anthromorphisierung der Tiere und ihres Lebens. Heute wird man dergleichen in einem aktuellen (populär)wissenschaftlichen Buch nicht mehr finden. Aus wissenschaftlicher Sicht sind Maeterlincks Ideen überholt, aber literarisch sind sie recht reizvoll. Er beginnt unverfänglich:

Nach der Auffassung einiger Ameisenforscher allerdings, vor allem Wheelers, kann man eine sehr einleuchtende Entwicklung von Art zu Art verfolgen. Danach wären die Ameisen, durch verschiedene Umstände dazu gedrängt, von Erdbewohnern, die sie ursprünglich waren, zu Baumbewohnern geworden, hätten sich der insekten-, also fleischfressenden Lebensweise, wobei sie auf Raub ausgehen mußten, entwöhnt und wären zur Milch der Blattläuse übergegangen, das heißt zum Hirtenleben und später zur Pilzzüchtung, mit anderen Worten: zum Ackerbau und zur Pflanzenkost. Diese übrigens nicht unbestrittene Entwicklung, deren sämtliche Stufen heute nebeneinander bestehen, gemahnt merkwürdig an die Entwicklung des Menschen; denn auch er ist nacheinander Jäger, Hirte und Ackerbauer gewesen. … Sicherlich herrscht da eine merkwürdige Übereinstimmung.

Im Weiteren beschreibt Maeterlinck nicht bloß eigene Beobachtungen, sondern zitiert auch bekannte Forscher seiner Zeit:
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Eugène N. Marais und Maurice Maeterlinck

23. Oktober 2012 Keine Kommentare

Als ich unseren Peru-Urlaub nachbereitet habe, bin ich im Wikipediaartikel über Termiten auf die beiden Namen Eugène N. Marais und Maurice Maeterlinck gestoßen. Beide haben Anfang das 20. Jahrhunderts jeweils ein eigenes populärwissenschaftliches Buch über diese Tiere geschrieben.

Eugène Marais war ein Südafrikaner, der Termiten selbst beobachtet und mit ihnen Experimente durchgeführt hat. Sein Buch (deutsch: „Die Seele der weißen Ameise“) erschien 1925 in Afrikaans, eine Übersetzung ins Englische lehnte er ab. Der Belgier Maurice Maeterlinck hatte bereits 1911 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Sein Buch (deutsch: „Das Leben der Termiten“) kam 1926 in französischer Sprache heraus. Daraufhin wurde Maeterlinck von Marais verklagt, weil dieser von ihm abgeschrieben habe solle. In den Wikipediaartikeln der beiden liest man:

1926 veröffentlichte Maurice Maeterlinck, der belgische Literatur-Nobelpreisträger von 1911, (der als Flame Afrikaans verstehen konnte) sein Buch “La Vie des Termites“, mit dem er zahlreiche Ideen aus Marais‘ Buch für sich beanspruchte. Marais ging gegen das Plagiat vergeblich juristisch vor.

1926 veröffentlichte er „La Vie des Termites“, ein eklatantes Plagiat des Werkes „The Soul of the White Ant“ des südafrikanischen Biologen und Dichters Eugène Marais.

Das wird immer wieder erwähnt, wenn es um eine der beiden Personen geht, z.B. so in der Badischen Zeitung anlässlich des 150. Geburtstages von Maeterlinck:
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Eier trennen

26. August 2012 1 Kommentar

Wer behauptet, dass Chinesen nicht kreativ sein können?

Interessant an diesem Video finde ich, dass das Eigelb offenbar nicht oder kaum mit dem Eiweiß verbunden zu sein scheint. Das wusste ich bisher noch nicht.

Hiermit melde ich mich von einem längeren Peru-Urlaub zurück, von dem es sicher bald einen Bericht geben wird. 😉

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Tetrachromaten

26. Juni 2012 Keine Kommentare

Seit ein paar Tagen geht die Nachricht um die Welt, dass die britische Wissenschaftlerin Gabriele Jordan endlich eine menschliche Tetrachromatin gefunden hat, hier ein englischsprachiger, hier ein deutschsprachiger Artikel. Mich verblüfft weniger die Nachricht als die Tatsache, dass das eine Neuigkeit sein soll, meiner Meinung nach ist deren Existenz seit vielen Jahren bekannt. 2003 hatte ich davon erfahren und das in einer kleinen Geschichte verarbeitet: Der Goldsensor oder das Geheimnis des vierten Zäpchens.

Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass das Farbsehen dreikanalig ist, es gibt Tiere, die nur Schwarzweiß sehen, andere haben zwei Farbkanäle (z.B. Hunde), andere vier. Hier ein netter Artikel aus der „Kinder-Uni“. Tatsächlich haben wohl auch einige (oder alle?) Vögel einen vierten Sensortyp für Ultraviolett – bei einigen Arten, bei denen für uns Männchen und Weibchen gleich aussehen, findet man deutliche Geschlechtsunterschiede, wenn man die Tiere ultraviolett bestrahlt und diese Bilder auswertet.
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Lonesome George ist tot

26. Juni 2012 Keine Kommentare

In einem Spiegelartikel habe ich es gelesen: George ist tot.

Ich war vor 17 Jahren auf Galapagos, hier mein Bericht, hier der dazugehörige erste und hier der zweite Teil über meinen Urlaub in Ecuador. Damals gab es noch keine Digitalkameras (es ist also gefühlte Tausend Jahre her), sodass ich die folgenden beiden Bildern aus einem Fotoalbum einscannen musste. Hier eine Gruppe anderer Riesenschildkröten in der Darwin-Forschungsstation:
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Goldener Herbst

6. November 2011 1 Kommentar

Dieses Jahr haben wir wirklich einen goldenen Herbst. Es ist tagsüber nicht nur sonnig und mild, sondern vor allem windstill. Deshalb bleiben die Blätter an den Bäumen hängen, die der Wind sonst schon längst fortgeblasen hätte. Am Freitag sah es in einer Richtung aus meinem Arbeitszimmer geblickt zum Beispiel so aus:

Sind das nicht traumhafte Farben?

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Neue Beispiele für Epigenetik

14. August 2011 2 Kommentare

Ich habe mir schon lange die Frage gestellt, warum die Eigenschaften von Lebewesen über viele Generationen weitgehend konstant bleiben, während es dann in kurzer Zeit bei einer Veränderung der Umwelt zu einer drastischen Explosion der Varianten kommt. Ein besonders eindrückliches Beispiel ist die Kambrische Explosion.

Die Hypothesen im verlinkten Wikipediaartikel sind mir aber allesamt unplausibel, ich bevorzuge eine andere. Im Phänotyp widerspiegelt sich immer der Genotyp und die Mutationsraten im Erbgut sind weitgehend konstant. Es ist also eigentlich gar nicht möglich, dass nach einer schnellen Änderung der Umwelt schnell genug verschiedene neue Baupläne durch den üblichen Evolutionsmechanismus (Mutation, Vermehrung, Selektion) entwickelt und ausprobiert werden können.

Meine adhoc Erklärung war seinerzeit, als ich das erste Mal von diesem Problem gelesen habe, dass sich Mutationen in den für Proteine nicht kodierenden Teilen der DNA anhäufen können, ohne dass es für die Träger dieses Genoms nachteilige Wirkungen hat. Dazu muss man wissen, dass nur etwa 1,5% unserer DNA die Baupläne für unsere Proteine enthält, den Rest betrachtete man lange für „Müll“. Ich hielt diese Müllhypothese schon immer für unsinnig, denn ein Lebewesen, das sich den Aufwand mit dem Kopieren dieses Mülls in die nachfolgende Generation spart, sollte evolutionäre Vorteile haben. Also muss dieser „Müll“ eine Bedeutung haben.
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Symmetriebrüche

13. Juni 2011 Keine Kommentare

Ein Bekannter hat ein Bild gepostet, das in verschiedenen Version im Netz herumgeistert. Man findet das Original schnell, wenn man in einer Suchmaschine z.B. die Wörter left right brain mercedes eingibt.

leftrightbrain

In dem Forum, in dem das Bild gepostet wurde, ging es daraufhin um die Frage, warum es so einen und inzwischen auch empirisch gut bestätigten funktionellen Unterschied zwischen den beiden Gehirnhälften gibt.

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Ethikpreis an Paola Cavalieri und Peter Singer

4. Juni 2011 7 Kommentare

Gestern haben die italienische Philosophin Paola Cavalieri und der australische Philosoph Peter Singer den diesjährigen Ethikpreis der Giordano-Bruno-Stiftung für ihre Initiierung des Great Ape Project erhalten. Ziel dieses Projektes ist es, den großen Menschenaffen (Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans) weitergehende Rechte als bisher zu gewähren, u.a. das Recht auf Leben, den Schutz der individuellen Freiheit, das Verbot von Folter. Das impliziert eine Reihe weiterer Dinge, zum Beispiel das Verbot von Versuchen mit ihnen, die ihnen Leiden zufügen oder ihnen unnatürliche Lebensbedingungen zumuten.

Um die Positionen von Peter Singer gibt es seit langem Streit, eine kurze Einführung gibt es hier: Humanist oder Tötungsphilosoph? In dem Telepolisartikel wird auf einen älteren Artikel verwiesen: Schonung der Tiere, Euthanasie für schwer behinderte Kinder? Dort findet man u.a.:

Warum also gibt es Probleme mit ihm? Sie rühren vor allem daher, daß Singer die Meinung vertritt, auch schwerstbehinderte Neugeborene dürften unter strengen Einschränkungen zu ihrem eigenen Wohl getötet werden.

Diese Aufhebung des Tötungsverbotes wird durch die Infragestellung des Unterschieds zwischen einer passiven und aktiven Tötung begründet, denn vom Standpunkt des Konsequentialismus sind die Folgen der Einstellung von lebensverlängernden Maßnahmen und die einer schmerzlosen Tötung dieselben. Infragegestellt wird durch seinen Ansatz auch, warum es erlaubt sein soll, Föten bis kurz vor der Geburt abzutreiben, wenn sich eine schwere Behinderung etwa durch einen Gentest nachweisen läßt, und warum es verboten ist, Neugeborene zu töten, die entweder als Frühgeburt oder bis zu einem Lebensalter von einem Monat sich nicht von Föten unterscheiden.

Wenn man Abtreibung befürwortet, dann wird für ihn die Grenzziehung zwischen Fötus und Neugeborenem willkürlich. Deswegen will Singer nur das personale Leben als heilig anerkennen, was aber dann auch Folgen für die Rechte von Tieren hat (Vergleiche hierzu das Buch von Peter Singer „Befreiung der Tiere“).

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Tierversuche und Ethik

28. November 2010 Keine Kommentare

Manchmal stapeln sich bei mir die Zeitschriften, wenn ich zwischendurch ein Buch lese. Dann kann es vorkommen, dass ich Ausgaben derselben Zeitschrift in umgekehrter Reihenfolge zur Kenntnis nehme. Im vorliegenden Fall habe ich also zuerst den Artikel „Bonobos bauen keine Kathedralen“ in „Gehirn und Geist“ 12/2010 gelesen. In diesem Artikel streiten zwei Wissenschaftler über die Zulässigkeit von Tierversuchen.

Der Philosoph Klaus Peter Rippe von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stellt die gängige Praxis der Tierversuche radikal in Frage: Ihm zufolge gibt es zwischen Mensch und Tier ethisch betrachtet keinen grundlegenden Unterschied. Der Mediziner Wolf Singer vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main hält Laborexperimente mit Tieren dagegen für gerechtfertigt – ja für unverzichtbar.

Die aktuellen Probleme rühren daher, dass die Wissenschaft, eben auch durch Tierversuche, festgestellt hat, dass die Unterschiede zwischen Menschen und Tieren viel kleiner sind, als man früher angenommen hat.

Die Positionen der beiden Wissenschaftler sind letztlich unvereinbar.

Wenn er aber jetzt unscharf geworden ist [der Unterschied zwischen Menschen und Tieren] – wie rechtfertigen Sie Tierversuche dann? Singer: Für mich reduziert sich das Problem auf die Beurteilung der Leidensfähigkeit. Hier besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Mensch und Tier. Zum Beispiel sind Tiere nicht in der Lage, ihren eigenen Tod zu antizipieren, weil ihnen bestimmte Frontalhirnstrukturen fehlen. Sie begreifen ihr Leben nicht als endlich. Dazu kommt ein sozialer Aspekt: Die speziell für Laborversuche gezüchteten Tiere wachsen in Forschungsinstituten auf – ihnen fehlt die Sozialisierung in einem Rudel oder einer Herde. Wenn solch ein Tier stirbt, gibt es in der Zuchtkolonie keine Trauer. Deshalb glaube ich: Wenn ich das Leben einer Ratte opfere, erzeuge ich weniger Leid, als wenn ich die Suche nach den Ursachen bislang unheilbarer Krankheiten einfach unterlassen würde. Wir müssen einen Kompromiss finden, bei dem Kosten und Nutzen in einem möglichst ausgewogenen Verhältnis stehen.

Herr Rippe, darf man zur Minimierung von menschlichem Leid an Tieren forschen? Rippe: Die Argumente, die eindeutig dafür sprechen, gelten heute nicht mehr. Wir Menschen haben keine moralische Sonderstellung, etwa weil wir Gottes Ebenbild wären – oder weil wir durch unsere Vernunft einen absoluten Wert besäßen. Da sich Mensch und Tier nicht kategorial unterscheiden, sind Kosten-Nutzen-Abwägungen ethisch nicht haltbar. Nur in einer echten Dilemma-Situation sind Güterabwägungen unvermeidlich: Entweder stirbt das eine Lebewesen oder das andere – es besteht keine Chance, beide zu retten. Oft instrumentalisieren wir Lebewesen aber nach dem Motto: Ich füge einer Kreatur Leid zu, um aus meiner Sicht möglicherweise ein positives Ziel zu erreichen.

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