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Archiv für die Kategorie ‘Natur’

Caster Semenya

19. August 2016 Keine Kommentare

In einem Fernsehbeitrag von der Olympiade wurde auch über Caster Semenya berichtet. Im Unterschied zum hier verlinkten Wikipediabeitrag, der darüber nichts enthält, wurden im Fernsehen Details über den bei ihr wohl doch vorhandenen Hermaphroditismus gebracht. Semenya hat zwar eine Vagina, jedoch keine Gebärmutter und stattdessen im Körper liegende Hoden. Caster Semenya könnte über 800m aufgrund ihrer Besonderheiten die Goldmedaille gewinnen. Männer und Frauen unterscheiden sich im Mittel deutlich in der körperlichen Leistungsfähigkeit, nicht ohne Grund werden deshalb im Sport die Wettkämpfe nach Männern und Frauen getrennt durchgeführt. (Ob es auch Unterschiede in der geistigen Leistungsfähigkeit gibt, darüber lässt sich trefflich streiten, warum gibt es bei Schachwettkämpfen eine Geschlechtertrennung, wenn dem nicht so ist?)
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Racetrack-Playa-Rätsel gelöst

2. September 2014 Keine Kommentare

Vor inzwischen schon sieben Jahren bin ich auf das Rätsel der wandernden Steine gestoßen: Keine Kornkreise zu sehen!

Ich habe versucht mich zu erinnern, was ich seinerzeit gedacht habe. Wenn ich damals bereits gewusst hätte, dass dort ab und zu starke Überschwemmungen sind und es auch mal ordentlich gefriert, wäre es sicherlich für mich weniger mysteriös gewesen. Jetzt scheint das Rätsel gelöst geworden zu sein, wie ich zuerst im Spiegel gelesen habe: Forscher lösen Rätsel der wandernden Steine.

Das Video ist wirklich sehenswert und vermittelt einen kleinen Eindruck von dem Aufwand, mit dem man das Rätsel jetzt endlich geknackt hat:

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Künstliche Bienen

2. November 2013 3 Kommentare

Wer kennt den Roman von Michael Crichton, „Beute„, (nicht)? In diesem Buch entwirft der Autor ein Szenario, in dem ein Schwarm von Nanorobotern außer Kontrolle zu geraten droht. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Büchern, die sich dem Thema des grey goo, des grauen Schleims, widmen. Wie weit ist man in der Realität? Ich fühlte mich jedenfalls bei dem Artikel „Künstliche Bienen“ in Spektrum der Wissenschaften daran erinnert. Die drei Autoren Robert Wood, Radhika Nagpal und Gu-Yeon Wie, Professoren für Ingenieurwesen, Informatik und Elektrotechnik/Informatik, forschen, wie der Titel es schon sagt, an „künstlichen Bienen“:

Während des letzten Jahrzehnts begann eine rätselhafte Krankheit namens »Völkerkollaps« (colony collapse disorder, CCD), ganze Völker von Honigbienen in den USA auszulöschen -so massiv, dass gravierende Folgen für die Landwirtschaft zu befürchten waren. Aus diesem Anlass begannen wir 2009 gemeinsam mit Kollegen von der Harvard University und der Northeastern University, ernsthaft über die Schaffung künstlicher Bienen nachzudenken. Die kleinen Maschinen sollten sich nicht nur jede für sich verhalten wie eine Biene, sondern im Zusammenspiel zu Tausenden die kollektiven Aktionen vollbringen, zu denen ein echter Bienenschwarm fähig ist. Inzwischen ist es uns gelungen, die ersten fliegenden Roboter in Bienengröße zu bauen; jetzt arbeiten wir am kooperativen Schwarmverhalten.

Das Bild, das einem auf der zweiten Seite des Artikels gezeigt wird, ist noch Fiktion:
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DNA als Speicher

28. April 2013 Keine Kommentare

Wenn man die Aprilausgabe einer Zeitschrift liest, muss man immer gegenwärtig sein, einem Aprilscherz aufzusitzen. Im Fall des Artikels „Datenspeicher für die Ewigkeit“ in „Spektrum der Wissenschaft“ 4/2013 war ich mir aber sicher, dass er kein Scherz ist. Sucht man im Netz nach „DNA als Speicher“, wird man mit einer ganzen Reihe von Artikeln überschwemmt, die alle über ähnliche Experimente berichten.

Schon lange ist ja bekannt, dass DNA in Lebewesen zur Kodierung des Aufbaus von Proteinen dient. In der Wikipedia kann man zum Aufbau der DNA u.a. lesen:

Die Desoxyribonukleinsäure ist ein langes Kettenmolekül (Polymer) aus vielen Bausteinen, die man Desoxyribonukleotide oder kurz Nukleotide nennt. Jedes Nukleotid hat drei Bestandteile: Phosphorsäure bzw. Phosphat, den Zucker Desoxyribose sowie eine heterozyklische Nukleobase oder kurz Base. Die Desoxyribose- und Phosphorsäure-Untereinheiten sind bei jedem Nukleotid gleich. Sie bilden das Rückgrat des Moleküls. Einheiten aus Base und Zucker (ohne Phosphat) werden als Nukleoside bezeichnet.

Bei der Base kann es sich um ein Purin, nämlich Adenin (A) oder Guanin (G), oder um ein Pyrimidin, nämlich Thymin (T) oder Cytosin (C), handeln. Da sich die vier verschiedenen Nukleotide nur durch ihre Base unterscheiden, werden die Abkürzungen A, G, T und C auch für die entsprechenden Nukleotide verwendet.

Die allbekannte Doppelhelix der DNA entsteht, weil sich jeweils zwei gegenüberliegende Nukleotide eines der beiden Doppelhelix-Einzelstränge miteinander verbinden:
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Vielleicht hilft ja etwas Voodoo?

9. April 2013 Keine Kommentare

Der Winter 2012 / 2013 war nicht nur gefühlt sehr lange und sehr kalt, Meteorologen können das auch mit Zahlen bestätigen. Der Rekordmärz 2013 lautet ein Artikel in den SciLogs, der entsprechende Daten aufbereitet anzeigt:

Der vergangene März war mit -0,70 °C nur ganz knapp nicht der kälteste seit Beginn der Messungen; der März 1917 war mit -0,75 °C noch fünf Hundertstel Grad kälter.

Allerdings sollte noch bedacht werden, dass sich das Klima in den letzten 120 Jahren ja erwärmt hat. Die rote lineare Trendlinie ist eine Möglichkeit, dies zu illustrieren – danach betrug die lineare Erwärmung 0,8 °C. Im Vergleich zu dem insgesamt wärmeren Klima ist dieser März noch ungewöhnlicher. Zieht man den linearen Trend ab,…

Danach wäre der gerade erlebte März sogar mit Abstand der größte Ausreißer nach unten.

In einem Vorgängerartikel hatte derselbe Autor, Stefan Rahmstorf, auch etwas über die Ursachen dieser ungewöhnlichen Wetterlage berichtet: Eisschmelze und kaltes Wetter. Das Fazit in diesem etwas längeren Artikel lautet:
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KategorienAlltag, Natur Tags:

Testosteron und Lebenserwartung

9. März 2013 Keine Kommentare

Ein schönes praktisches Beispiel, wozu die Beschäftigung mit Argumentationsfehlern gut ist, liefert das Thema „Testosteron und Lebenserwartung“. Gibt man diese beiden Stichworte in Google ein, dann wird man mit einer Vielzahl von Links zugeschüttet. Die erste Gruppe bezieht sich auf eine Studie, die das Leben koreanischer Eunuchen in der Joseon-Dynastie von 1392-1897 untersucht hat:

Die (feministische) TAZ lockert das Thema noch mit einem launigen Bild auf

und untertitelt dieses:

Mit diesen Hoden wird der Zuchtstier sicher nicht besonders alt.

In den angegebenen Artikeln beschränken sich Focus Online, N-TV, Die Welt und T-Online darauf, einen bei allen weitgehend gleichen Text zu publizieren, die TAZ formuliert ihn wenigstens ein bisschen um. Hier die Quintessenz der Artikel:
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Ein Prost auf Gaia

17. Februar 2013 Keine Kommentare

Eigentlich wollte ich ja heute auf einen interessanten Artikel über die Gaia-Hypothese hinweisen. Diesen Artikel findet man in den SciLogs unter dem Titel Die Erde ist kein Lebewesen – Kritik der Gaia-Hypothese. Die Gaia-Hypothese gibt es in einer extrem verkürzten und volkstümlichen Variante auch als Witz:

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine zum anderen: „Du, ich habe Homo sapiens.“ Sagt der zweite zum ersten: „Ach, das macht nichts. Das hatte ich auch. Das geht vorbei.

Bemerkenswert an dem Artikel wider die Gaia-Hypothese sind nicht nur die Argumente, mit denen der Autor die Hypothese unter biologischen Aspekten zerpflückt, sondern auch seine Kritik an der allgemeinen (Un)Sitte von (Natur)Wissenschaftlern, sich (scheinbar kompetent und wissenschaftlich) zu Themen außerhalb ihrer Fachgebiete zu äußern:

Nun kennt man das ja: Verdienstvolle Wissenschaftler versuchen sich öfter mal auf Gebieten, die jenseits ihrer Fachgrenzen liegen. Dagegen ist nichts zu einzuwenden. Sie können sich ja in andere Fächer einarbeiten und dann zu deren Fragen etwas beitragen. Es ist in aller Regel nichts von Bedeutung, was da herauskommt, doch kann es hinreichend solide sein, um nicht verschwiegen werden zu müssen.

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KategorienEvolution, Medizin, Natur, Skeptizismus Tags:

Maurice Maeterlinck: Das Leben der Ameisen

6. November 2012 Keine Kommentare

Als ich vor Kurzem das Buch von Maurice Maeterlinck Das Leben der Termiten gelesen habe, war ich mir noch nicht sicher, ob ich auch etwas über sein anderes Werk „Das Leben der Ameisen“ schreiben will, das sich zusammen mit dem über die Termiten in einem Band befindet. Das „Ameisenbuch“ ist 1930, vier Jahre nach dem „Termitenbuch“, erschienen.


Eine Ameise, die eine Blattlaus melkt (Bild aus der Wikipedia)

Was in diesem jüngeren Werk noch deutlicher zu Tage tritt, ist Maeterlincks Hang zur Anthromorphisierung der Tiere und ihres Lebens. Heute wird man dergleichen in einem aktuellen (populär)wissenschaftlichen Buch nicht mehr finden. Aus wissenschaftlicher Sicht sind Maeterlincks Ideen überholt, aber literarisch sind sie recht reizvoll. Er beginnt unverfänglich:

Nach der Auffassung einiger Ameisenforscher allerdings, vor allem Wheelers, kann man eine sehr einleuchtende Entwicklung von Art zu Art verfolgen. Danach wären die Ameisen, durch verschiedene Umstände dazu gedrängt, von Erdbewohnern, die sie ursprünglich waren, zu Baumbewohnern geworden, hätten sich der insekten-, also fleischfressenden Lebensweise, wobei sie auf Raub ausgehen mußten, entwöhnt und wären zur Milch der Blattläuse übergegangen, das heißt zum Hirtenleben und später zur Pilzzüchtung, mit anderen Worten: zum Ackerbau und zur Pflanzenkost. Diese übrigens nicht unbestrittene Entwicklung, deren sämtliche Stufen heute nebeneinander bestehen, gemahnt merkwürdig an die Entwicklung des Menschen; denn auch er ist nacheinander Jäger, Hirte und Ackerbauer gewesen. … Sicherlich herrscht da eine merkwürdige Übereinstimmung.

Im Weiteren beschreibt Maeterlinck nicht bloß eigene Beobachtungen, sondern zitiert auch bekannte Forscher seiner Zeit:
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KategorienNatur, Rezensionen Tags:

Eugène N. Marais und Maurice Maeterlinck

23. Oktober 2012 Keine Kommentare

Als ich unseren Peru-Urlaub nachbereitet habe, bin ich im Wikipediaartikel über Termiten auf die beiden Namen Eugène N. Marais und Maurice Maeterlinck gestoßen. Beide haben Anfang das 20. Jahrhunderts jeweils ein eigenes populärwissenschaftliches Buch über diese Tiere geschrieben.

Eugène Marais war ein Südafrikaner, der Termiten selbst beobachtet und mit ihnen Experimente durchgeführt hat. Sein Buch (deutsch: „Die Seele der weißen Ameise“) erschien 1925 in Afrikaans, eine Übersetzung ins Englische lehnte er ab. Der Belgier Maurice Maeterlinck hatte bereits 1911 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Sein Buch (deutsch: „Das Leben der Termiten“) kam 1926 in französischer Sprache heraus. Daraufhin wurde Maeterlinck von Marais verklagt, weil dieser von ihm abgeschrieben habe solle. In den Wikipediaartikeln der beiden liest man:

1926 veröffentlichte Maurice Maeterlinck, der belgische Literatur-Nobelpreisträger von 1911, (der als Flame Afrikaans verstehen konnte) sein Buch “La Vie des Termites“, mit dem er zahlreiche Ideen aus Marais‘ Buch für sich beanspruchte. Marais ging gegen das Plagiat vergeblich juristisch vor.

1926 veröffentlichte er „La Vie des Termites“, ein eklatantes Plagiat des Werkes „The Soul of the White Ant“ des südafrikanischen Biologen und Dichters Eugène Marais.

Das wird immer wieder erwähnt, wenn es um eine der beiden Personen geht, z.B. so in der Badischen Zeitung anlässlich des 150. Geburtstages von Maeterlinck:
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KategorienEvolution, Natur, Rezensionen Tags:

Eier trennen

26. August 2012 1 Kommentar

Wer behauptet, dass Chinesen nicht kreativ sein können?

Interessant an diesem Video finde ich, dass das Eigelb offenbar nicht oder kaum mit dem Eiweiß verbunden zu sein scheint. Das wusste ich bisher noch nicht.

Hiermit melde ich mich von einem längeren Peru-Urlaub zurück, von dem es sicher bald einen Bericht geben wird. 😉

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