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Archiv für die Kategorie ‘Kunst’

Bruno Fortuno – Doktor der Filosofie

18. Mai 2013 Keine Kommentare

Es gibt Dinge, die man lange im Gedächtnis behält. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel weil sie so gut oder weil sie so schlecht oder weil sie so schräg sind. Das folgende Lied habe ich mir über fünf Jahre gemerkt, nur hat es jetzt eine Weile gedauert, bis ich den Link wiedergefunden habe. Das Lied gehört zur schrägen Art; so schräg, das nicht mal mein Kollege, der sonst allem ziemlich offen gegenübersteht, es bis zum Ende hören wollte. Aber irgendeine seiner Bemerkungen hatte bei mir diese alte Erinnerung wieder hervorgeholt.

Bruno Fortuno hat damals ein paar Lieder in ähnlichem Stil veröffentlicht, ein weiteres Highlight ist:
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Urheberrrecht

12. Mai 2012 8 Kommentare

Ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, dem die jetzige Diskussion um das Urheberrecht etwas befremdlich vorkommt. Auf der einen Seite kann man so etwas lesen:

Wir müssen die Künstler schützen!

Ich kann Schriftsteller und Musiker gut verstehen, die momentan so vehement den Schutz ihres geistigen Eigentums auch im Internet einfordern. Die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, hat kürzlich formuliert: „Ohne Urheberschutz geht im Kino das Licht aus.“ Diesem Satz können wir nur zustimmen.

Quelle

Auf der anderen Seite findet man solche Argumente:

Aufgeblasener Protest

1500 Autoren protestieren. Aber diese 1500 Autoren protestieren nicht gegen die Verletzung der Menschenrechte in China. Diese 1500 Autoren protestieren nicht gegen die Demokratievernichtungsmaschine EU. Und diese 1500 Autoren protestieren auch nicht gegen eine Wirtschafts- und Wachstumspolitik, die die Welt in den Untergang treibt, wie es gerade der Club of Rome beschrieben hat.

Nein, wenn 1500 Autoren protestieren, dann denken sie an ihr eigenes Frühstück. Dagegen ist im Grunde nichts zu sagen. Die Frage ist nur, was das alles soll.

Denn an wen richtet sich dieser Aufruf, der mit einem Täterätä beginnt: „Wir sind die Urheber! Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums“? Richtet er sich also an die Diebe, das wäre ja naheliegend. Aber die Diebe, die Diebe sind ja so schwer zu fassen, die Diebe sind du und ich, die Diebe will man auch nicht verschrecken, sie könnten ja am Ende doch mal ein Buch kaufen und nicht nur runterladen. Also richtet man sich lieber an die weite Welt, das große Nichts, ein ungefähres Gefühl.

Hier werden dann Die fünf größten Irrtümer im Urheberrechtsstreit aufgelistet:

  • Irrtum Nummer eins: Die Abschaffung des Urheberrechts steht bevor
  • Irrtum Nummer zwei: Die Piraten wissen, was sie tun
  • Irrtum Nummer drei: Das Geschäftsmodell von Charlotte Roche, Mario Adorf und Sven Regener ist durch Filesharing existentiell bedroht
  • Irrtum Nummer vier: In dem Konflikt stehen sich geizige Filesharer und missachtete Urheber gegenüber.
  • Irrtum Nummer fünf: Es ist derzeit unmöglich, gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorzugehen.

Ich sehe eigentlich einen noch größeren Irrtum in der Diskussion.
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Was ist Kunst?

11. Februar 2012 2 Kommentare

In der letzten Woche hatte ich eine Diskussion darüber, was Kunst ist. Irgendwie waren wir im Gespräch auf die MoMA gekommen, die im Sommer 2004 in Berlin stattgefunden hat. Ich erzählte, dass mich dort unter anderem dieses Bild von Picasso beeindruckt hat:

Ich erinnere mich sehr gut an dieses Bild. Es ist etwa lebensgroß, und als ich davor stand, bemerkte ich eine Art hilflose Verzweiflung des Harlekins. Später habe ich dann gelesen, dass Picasso dieses Bild zu einer Zeit gemalt hat, als seine Frau im Sterben lag. Der Harlekin ist ein immer wiederkehrendes Motiv in seinem Schaffen, Picasso hat in seinem Leben viele von ihnen gemalt, in vielen verschiedenen Stilen:
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Kunst – Original und Fälschung

7. Oktober 2010 1 Kommentar

Ein Bekannter stellte die folgende Frage:

Was macht eigentlich den Wert eines Kunstwerks aus? Anlass der Frage ist der Skandal um gefälschte Expressionistenbilder. Ein sehr guter Fälscher hat im Stil verstorbener Künstler Bilder gemalt (nicht abgemalt sondern nach Beschreibungen verschollener Bilder sozusagen „nacherfunden“). Dass diese als Originale verkauft wurden, ist natürlich Betrug.

Aber was macht die Originale so viel wertvoller, als die Bilder vom Nachahmer? Der ästhetische Wert kann es ja nicht sein, da die Nachahmer-Bilder für echt gehalten wurden, also ästhetisch kaum hinter den Originalen zurückgeblieben sein können. Ein Bild kann schön sein. Ein Bild kann inspirieren. Ein Bild kann nachdenklich machen… Aber das gilt für beide, Originale und Nachempfindungen.

Warum ist also das eine Bild Millionen Wert, das andere – technisch und ästhetisch gleichwertige – ohne Betrug vermutlich höchstens ein paar Tausend? (Banale Antwort: Weil die Zahlungsbereitschaft halt so unterschiedlich ist. Aber warum ist die Zahlungsbereitschaft so unterschiedlich?)

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Paul-Klee-Zentrum Bern

31. Oktober 2007 Keine Kommentare

Am Wochenende war ich zum ersten Mal in der Schweiz, zu Besuch bei zwei Bekannten, die ich im Sommer kennen gelernt hatte. Zumindest an diesem Wochenende erinnerte mich die Schweiz sehr an Thüringen – mit Tunneln und Brücken und keinen Bergen, die höher als 1000 Meter waren – wegen dem Hochnebel waren alle höheren Berge wie ausradiert. Wegen dem spätherbstlichen Wetter hatte ich auch keine Mühe, meine Bekannten zu einem Besuch des Paul-Klee-Zentrums und des Einsteinhauses in Bern zu überreden.

Paul Klee ist mir durch seine Tätigkeit für das Bauhaus in Weimar bekannt, gemeinsam mit Lyonel Feininger und Wassili Kandinsky, deren Kunst ich ebenfalls sehr mag, wurde er von Walter Gropius in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Weimar geholt. Aber Paul Klee stammt aus der Schweiz und ist nach der Vertreibung durch die Nationalsozialisten später dorthin zurückgekehrt. Das Paul-Klee-Zentrum in Bern wurde durch private Investitionen ermöglicht und 2005 eröffnet. Es gibt dort eine ständige Klee-Ausstellung und eine Wanderausstellung, die derzeit ebenfalls Werke von Paul Klee enthält.


Paul Klee Zentrum

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Französische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts

23. September 2007 Keine Kommentare

Nach den vielen Klimaschutzdebatten hat man ein schlechtes Gewissen, wenn man 50 Liter Benzin verfährt, nur um eine Kunstausstellung zu besuchen. Ich weiß nicht, was man in der Zukunft darüber denken wird, aber manche Kunstwerke will man ganz einfach einmal im Original sehen, auch wenn Aufwand und Nutzen in keinem akzeptablen Verhältnis zueinander zu stehen scheinen. Gestern waren wir in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, wo derzeit die Ausstellung „Französische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts“ aus dem Metropolitan Museum of Art aus New York zu Gast ist. Vor drei Jahren war im selben Haus die MOMA, hier mein Reisebericht von damals, dort ein paar Bildeindrücke.

Die Organisatoren haben es dieses Mal besser geschafft, die Besuchermassen zu kanalisieren. Man steht zunächst eine reichliche halbe Stunde nach Eintrittskarten an, kann sich danach mit seiner Kartennummer in einen SMS-Service eintragen und wird so etwa eine halbe Stunde, bevor man an der Reihe ist, mit einer SMS informiert. Wir nutzten die knapp zwei Wartestunden zum Besuch des Holocaust-Mahnmal. Vor drei Jahren war es noch für Besucher gesperrt. Danach, wir saßen gerade im Sony-Center bei einem Kaffee, summte die erwartete SMS in meine Brusttasche hinein, wir eilten zur Nationalgalerie zurück und wurden eingelassen.
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Documenta XII

19. August 2007 Keine Kommentare

Gestern habe ich die Documenta XII besucht. Insgesamt war es meine vierte, frühere Besuche hatte mein damaliges Heimatland erfolgreich verhindert. Die besten Erinnerungen habe ich an meine erste Documenta, viele Installationen, bleibende Ideen, z.B. das „Klo“ auf dem Kulturbahnhof. Die zweite und die erste müssen in meinem Kopf verschmolzen sein, die dritte und letzte dagegen fand ich grottenschlecht. Videoinstallationen, Videoinstallationen, Videoinstallationen.

Überhaupt finde ich das Übermaß an Performancen, Videos und anderen vergänglichen Objekten beunruhigend. Was bleibt von unserer Zeit, wenn man den Strom abschaltet? Große Ideen, die hinter einigen Kunstwerken stehen, werden sicher überdauern, auch wenn die Werke selbst verschwunden sind, weil sie in Bildbänden und in Gesprächen tradiert werden, aber die vielen Videos werden als ein zäher Brei im Kopf mit denjenigen, die diese Bilder ertragen mussten, endgültig aus der Welt verschwinden. Wegen der Enttäuschung bei der letzten Documenta hatten wir relativ lange gewartet, welche Reaktionen die diesjährige Ausstellung hervorrufen würde. Bei einem ähnlichen Medienecho wie bei der vorigen wären wir gar nicht erst hingefahren.

Ok, gestern waren wir also dort und begaben uns auf die Suche nach „unserem“ Kunstwerk, der folgende Bericht eine typische Variante des blogistischen Stöckchenwerfens. Im Fridericianum das erste Kunstwerk, das der Besucher nach dem Aufstieg über die Treppe sieht – eine Performance.

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Panorambild, Rom, 27. 10. 312

19. Februar 2006 Keine Kommentare

Ich werde in diesem Jahr für ein paar Tage nach Rom fliegen, von einer Freundin erhielt ich deshalb den Tipp, dass in Leipzig gerade ein großes Rom-Panorama zu sehen ist. Mitten in der Stadt gibt es ein altes Gasometer, dass sich hervorragend für die Ausstellung von Panoramabildern eignet. Dieses Gebäude befindet sich im Besitz der Stadtwerke und diente früher der Aufbereitung und Speicherung von Stadtgas. Im Erdgaszeitalter hat sich diese Aufgabe erledigt, man kann die alten Gebäude entweder abreißen, vergammeln lassen, wie man es bei dem zweiten Gasometer neben dem „Panorama-„Gebäude sehen kann, oder eine neue Nutzmöglichkeit dafür finden. Bereits im vorletzten Jahr gab es ein Panoramabild in diesem Gasometer zu sehen, ein 360°-Everest-Panorama.
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Im Gartenzwergmuseum

10. August 2005 Keine Kommentare

Im Zuge der aktuellen Entwicklung in Deutschland ist ja oft die Rede vom deutschen Mittelstand, der gestärkt werden muss, von deutschen Produkten, die zu bevorzugen sind, von deutschen Tugenden, auf die man sich besinnen soll, und von der deutschen Lightkultur. Als deutscher Patriot macht man sich da natürlich Gedanken, mit welchen Erzeugnissen die Deutschen in der Welt bekannt geworden sind und welchen Beitrag das eigene Bundesland in der Vergangenheit zum Ruhme Deutschlands geleistet hat.

Nun, da das Bier, das als erstes nach dem deutsche Reinheitsgebot gebraut wurde, einem anderen Bundesland zugeschrieben wird, und auch der Deutsche Schäferhund anderswo gezüchtet wurde, und Thüringer Rostbratwürste überall auf der Welt gefälscht werden, und auch die geliebten Thüringer Klöße nicht mehr das sind, was sie einst waren, bleibt für uns heute und hier Lebende nur, die Urheberschaft für den ersten deutschen Gartenzwerg zu beanspruchen.
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Berlin am 11.9.2004

18. September 2004 Keine Kommentare

Seit Februar stellte das Museum of Modern Art (MoMA) in der Neuen Nationalgalerie in Berlin über 200 seiner bedeutendsten Werke aus. An diesem Wochenende endet „das MoMA” in Berlin. Ich wollte von Anfang an dorthin, hatte meinen Besuch aber immer wieder aufgeschoben. Zuletzt schreckten mich die Erzählungen von Bekannten ab, die bis zu 11 Stunden nach einer Eintrittskarte angestanden hatten. Die im Internet täglich veröffentlichten Wartezeiten (in letzter Zeit war dort von 6 Stunden die Rede) haben nie gestimmt.

Mitte August rief mich eine Bekannte an: „Die Volkshochschule macht eine Busexkursion zum MoMA, willst du nicht mitfahren?”
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