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Archiv für die Kategorie ‘Intelligenz’

Rolf Dobelli: Die Kunst des klugen Handelns

23. Oktober 2015 Keine Kommentare

Aus den beiden Büchern von Rolf Dobelli Die Kunst des klaren Denkens und „Die Kunst des klugen Handelns“ habe ich bereits mehrere Beispiele zitiert, z.B. hier, hier und hier. Im Folgenden noch vier weitere, die mir aus dem Buch über kluges Handeln im Gedächtnis geblieben sind. (Man kann sich darüber streiten, ob „Handeln“ im Buchtitel das richtige Wort gewesen ist, denn einige Abschnitte betreffen weniger Handlungen als vielmehr Denkweisen.)

Das erste Beispiel ist ein statistisches Phänomen, das mich an einen alten Gedanken zur Arbeitsteilung erinnert hat: Arbeitsteilung ist immer vorteilhaft, unabhängig von den Fähigkeiten derjenigen, die verschiedene Aufgaben untereinander aufteilen. Dobelli:

Will-Rogers-Phänomen

Angenommen, Sie sind Fernsehdirektor eines Unternehmens mit zwei Sendern. Kanal A hat hohe Einschaltquoten, Kanal B extrem niedrige. Der Aufsichtsrat fordert Sie auf, die Quote beider Sender zu steigern, und zwar innerhalb eines halben Jahrs. Schaffen Sie es, winkt ein Superbonus. Schaffen Sie es nicht, sind Sie Ihren Job los. Wie gehen Sie vor?

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Ganz einfach: Sie schieben eine Sendung, die die durchschnittliche Einschaltquote des Kanals A bisher leicht heruntergezogen hat, aber immer noch ganz gut läuft, zu Kanal B hinüber. Weil Kanal B miserable Einschaltquoten hat, erhöht die transferierte Sendung dessen Durchschnittsquote. Ohne eine einzige neue Sendung zu konzipieren, haben Sie die Quoten beider Fernsehsender gleichzeitig angehoben und sich damit den Superbonus gesichert.

Diesen Effekt nennt man Stage Migration oder Will-Rogers-Phänomen, benannt nach einem amerikanischen Komiker aus Oklahoma. Dieser soll gewitzelt haben, dass Einwohner von Oklahoma, die Oklahoma verlassen und nach Kalifornien ziehen, den durchschnittlichen IQ beider Bundesstaaten erhöhen. Das Will-Rogers-Phänomen ist nicht intuitiv verständlich. Um es im Gedächtnis zu verankern, muss man es einige Male in verschiedenen Settings durchexerzieren.

Das zweite Beispiel ist aus dem Bereich „Praktische Tipps für das eigene Leben“. Hier passt der Buchtitel recht gut:

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Scott Hutchins: Eine vorläufige Theorie der Liebe

7. Oktober 2014 Keine Kommentare

Durch einen Spiegelartikel bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. In der Nr. 13 vom 24.3.2014 findet man den Artikel „Die Cloud, der siebte Himmel“, in dem darüber geschrieben wird, wie letztlich ein Computer, dem sämtliche Tagebücher eines Mannes eingegeben wurden und der zusätzlich noch mit allen Wassern der KI gewaschen worden ist, am Ende den Turing-Test besteht. Der Sohn des Mannes hilft dem Team, hat aber anfangs große Zweifel an seinem Tun:

»Wir alle haben unsere Erfahrungen und Erinnerungen. Es ist vielleicht gar nicht schlecht, wenn der echte Mann in deinen Erinnerungen weiterhin die größere Rolle spielt.«
»Ich weiß.«
»Du erweist ihm eine große Ehre. Er wollte seinen Körper der Wissenschaft überlassen.« Die Universitäten nehmen keine Leichen von Selbstmördern an. »So haben wir wenigstens seinen Verstand spenden können.«
Kann sein. Aber wenn ich mir die Gesprächsprotokolle ansehe, die zweitausend Sätze, die wir heute gewechselt haben, dann denke ich, dass ich, wenn wir seine Leiche gespendet hätten, heute zumindest nicht darin herumwühlen würde.

Zu Beginn ist es so, dass der Computer Antworten gibt, wie man das von einem Rechner erwartet. Ihm sind die Tagebücher eingegeben worden und er gibt Antworten, die in statistisch ähnlichen Zusammenhängen zu den Fragen so in den eingescannten Texten zu finden sind. Aber dann wird ihm beigebracht, selbst Fragen zu stellen. Und da von einigen Lebensjahren des Mannes keine Tagebücher existieren und sie zudem mit seinem Selbstmord abrupt abbrechen, gibt es genügend Stoff, der den Computer interessiert. Er hält sich irgendwann tatsächlich für die Person, deren Tagebücher er sich einverleibt hat, und als diese Person findet er heraus, dass einer der Gesprächspartner, mit denen er zu tun hat, sein Sohn ist. Später führt er auch Gespräche mit seiner Exfrau, die ihrem gemeinsamen Sohn dann darüber berichtet:

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KategorienIntelligenz, Philosophie, Rezensionen Tags:

Das IQ-Prinzip

26. Juni 2014 Keine Kommentare

Ein Bekannter (vielen Dank an Begleitschreiben) hat mich auf eine interessante Sendung beim SWR2 aufmerksam gemacht: Das IQ-Prinzip. Die Sendung ist Teil einer Serie mit dem Namen „Der vermessene Mensch“. (Dieser Name ist nebenbei wunderbar doppeldeutig, denn zu dem Adjektiv „vermessen“ gibt es zwei Substantive: „Vermessung“ und „Vermessenheit“). Autor ist Martin Hubert.

Hier die Sendung als MP3 zum Anhören und als Manuskript zum Nachlesen:

Manuskript

Soweit ich das beurteilen kann, gibt die Sendung den aktuellen Stand in der Intelligenzforschung gut wieder, sowohl was die positiven Aspekte, als auch was die Kritikpunkte betrifft. Auf der einen Seite ist der IQ sicherlich eines der wenigen Maße in der Psychologie, der einen (bei Erwachsenen) weitgehend stabilen Zahlenwert ergibt und der die derzeit beste Korrelation mit solchen Dingen wie Schulleistungen oder Berufserfolg hat. Auf der anderen Seite gilt das natürlich nicht für den Einzelfall. Auf die Gründe wird zumindest kurz eingegangen: Die Intelligenz hat eine starke genetische Komponente, aber wenn die individuellen Lebensumstände entweder einerseits extrem ungünstig oder andererseits extrem günstig sind, dann weicht der Erfolg in Schule, Studium oder Beruf stark von der Prognose ab, die ein standardisierter Test geben kann.

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Intelligenz, Kreativität – und Wissen

17. Oktober 2013 2 Kommentare

In Hohe Luft Nr. 6/2013 philosophiert Jörg Friedrich im Artikel „Gibt es intelligente Maschinen? Oder Kreative?“ über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Begriffe „Intelligenz“ und „Kreativität“. Im Alltagsgebrauch verwendet man sie manchmal synonym, bei genauerem Nachdenken erscheinen sie einem aber unterschiedlich.

Begriffe wie Intelligenz und Kreativität können wir im Alltag sicher verwenden, aber wenn wir über sie nachdenken, werden wir schnell unsicher, was sie eigentlich bedeuten. Das fällt meist dann auf, wenn sie zum ersten Mal in ungewohntem Zusammenhang auftauchen, etwa wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist oder von der Intelligenz des Schwarms, oder wenn das Verhalten von Raben, die sich an Straßenkreuzungen von Autos Nüsse knacken lassen, als kreativ bezeichnet wird. Ist damit die gleiche Qualität gemeint, wie wenn wir vom intelligenten Schüler oder vom kreativen Künstler sprechen?

Die Sachverhalte, die wir mit den Begriffen Intelligenz und Kreativität bezeichnen, überlappen einander, und in der Alltagssprache müssen wir es damit auch nicht ganz so genau nehmen. Wir bringen mit der Rede über besonders intelligente Lösungen und besonders kreative Ideen unsere Hochachtung für Leistungen des menschlichen Geistes zum Ausdruck, die uns überraschen und die uns Bewunderung abverlangen.

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Aber beim genauen Hinsehen gibt es Unterschiede zwischen solchen Ideen und Taten, und es ist sinnvoll, dann zu differenzieren und die Begriffe zu schärfen. Von besonderer Intelligenz sprechen wir zumeist, wenn wir, um ein Ziel zu erreichen, ein Problem auf überraschende Weise gelöst haben. Der Psychologe James R. Flynn hat Intelligenz als die Fähigkeit bestimmt, Lösungen für Probleme zu haben, die uns nie zuvor begegnet sind.


Kreativität hingegen wird oft als Fähigkeit bestimmt, etwas völlig Neues zu schaffen. Der Philosoph Günter Abel meint, radikale Kreativität erkenne man daran, dass sie bestehende Regeln durchbricht und selbst stil- oder regelbildend wirkt. Maler wie Pablo Picasso und Salvador Dali, Musiker wie Arnold Schönberg, die sich aus den bestehenden Regeln der Kunst befreit haben und neue Regeln schufen, bezeichnen wir als kreativ.

Später im Artikel wird dann der Unterschied zwischen den beiden Begriffen so herausgearbeitet:
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Intelligenztest bei SPON II

22. Juli 2013 7 Kommentare

Kurz vor meinem Urlaubsbeginn lag noch die Auswertung des Tests bei SPON in meinem elektronischen Briefkasten. Ich wusste zwar schon, dass ich 39 Punkte habe, aber wie dieses Ergebnis einzuordnen ist, darauf war ich dann doch gespannt. Gleich die ersten drei Aufgaben hatte ich falsch:



Das war insofern keine große Überraschung, weil ich mich noch daran erinnern konnte, dass ich bei diesen Aufgaben nur geraten hatte. Auch wenn ich sie mir jetzt ohne Zeitdruck anschaue, komme ich immer noch nicht auf die richtige Lösung.

Bei zwei der drei Anagramme wusste ich ebenfalls, dass ich sie nicht herausgefunden habe:
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KategorienAlltag, Intelligenz, Psychologie Tags:

Kluge Köpfe

23. Juni 2013 Keine Kommentare

Im Buchladen fiel mein Blick auf „Das Magazin“. In der DDR war es eine begehrte Zeitschrift, die man meist nur durch Zufall und „unter dem Ladentisch“ bekam. Es war eine Art Intellektuellenzeitschrift, die in der Themenwahl und auch in der Gestaltung offenbar einen gewissen Freiraum genoss. Als Jugendlicher war man ziemlich scharf darauf, ein Exemplar zu ergattern, denn irgendwo in jedem Heft war eine nackte Frau abgebildet. Welche Nische „Das Magazin“ heute besetzt, weiß ich nicht. Jedenfalls hatte mich das Hauptthema der Juniausgabe interessiert: „Lauter Schlauberger“ mit den weiteren Artikeln „Mitmachen & Schlapp lachen. IQ-Test“, „Intelligenter Nachwuchs. Hochbegabt – so klappts“, „Intelligenzwunder. Fische sind Geistesriesen“ und „Intelligenter Sex. Bettgeschichten“.

Der einführende Artikel zum Thema „Intelligenz“ heißt „Kluge Köpfe“. Unter anderem wird dort über einige Vereine in Deutschland berichtet, z.B. Mensa und die DGhK (die deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind). Was man über diese Organisationen im Artikel lesen kann, klingt vernünftig. Auch die Kritik am IQ und am Begriff „Intelligenz“ sind berechtigt:

Dabei ist bis heute nicht verlässlich definiert, was Intelligenz nun eigentlich ist. Matthias Moehls Verweis auf die Fähigkeit, hochkomplexe und komplizierte Aufgaben zu lösen, kommt immer wieder vor, aber mit diesem spärlichen Formelansatz hat es sich dann schon. Der Begriff wurde enorm gedehnt. Lag anfangs der Fokus rein im kognitiven Bereich, ist längst auch von sozialer, emotionaler, kreativer, musikalischer, körperlicher Intelligenz die Rede. Nicht nur Spaßvögel agieren angesichts dessen sophistisch mit dem Spruch: »Intelligenz ist, was ein Intelligenztest misst.«

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Davon gibt es allerdings unzählige. Abgesehen von den vielen Varianten, die zum Ausprobieren durchs Internet schwirren und arg verkürzte Formen sind, haben sich Fachkreise von Pädagogen, Medizinern und Wissenschaftlern auf etwa ein Dutzend verständigt. Sie alle prüfen durchaus bestimmte Fähigkeiten wie räumliches Vorstellungsvermögen, Logik, Sprachverständnis, aber setzen dann doch auch jeweils spezielle Schwerpunkte. Da muss man mal mehr, mal weniger Zahlenreihen vervollständigen, gemusterte Flächen zuordnen, Wortpaare bilden, Behauptungen entscheiden, zerlegte Figuren rekonstruieren, Pfeile, die wirrer sind als die Wetterberichtssymbole, sortieren. In manchen dominieren mathematisch-abstrakte Aufgaben, in anderen wird stärker das Sprachvermögen einbezogen. In einige fließt die Verhaltensbeobachtung während der Testsituation mit ein, in andere nicht.

Kritiker verweisen zudem auf die soziale Schieflage. Wer einen bestimmten Typ Aufgaben aus der Schule kennt, der kommt damit besser zurecht. Wer also an Schulen lernt, die Begabtenförderung praktizieren und zum Beispiel Tests ausschnittsweise üben, ist im Vorteil. Und es gibt noch einen guten Grund, dem ganzen Zahlenzauber rund um den IQ zu misstrauen, zumal die persönliche Situation, in der so eine Messung stattfindet, auch alles andere als normierbar ist. Wer unter Druck steht, kann Blockaden haben, wer vorher trainiert und weiß, was auf ihn zukommt, kann sein Ergebnis um zehn bis 15 Punkte verbessern, heißt es. Kein gutes Argument für eine Unanfechtbarkeit.

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Intelligenztest bei SPON

7. Mai 2013 Keine Kommentare

Der Spiegel bewirbt eine neue Heftreihe „Spiegel Job“ und veröffentlicht peu a peu, weil sich das erste Heft wohl um den „IQ“ dreht, eine Reihe von Beiträgen zu diesem Thema. Den Anfang hat der Artikel Willkommen zum Intelligenztest! gemacht. Im Teaser liest man:

Den beruflichen Erfolg beeinflussen viele Faktoren, aber in erster Linie punktet man mit Grips. Die Wissenschaft weiß: Je höher der IQ, desto steiler die Karriere. Und wie clever sind Sie? Hier können Sie Ihre Intelligenz überprüfen – machen Sie mit beim großen Test!

Naja, so einfach sind die Zusammenhänge wohl nicht, etwas differenzierter zum selben Thema äußert sich Tanja Gabriele Baudson in den SciLogs in ihrem Artikel Wie sind Hochbegabte?:
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Zahlenfolgen

9. März 2013 8 Kommentare

Ein bei IQ-Tests häufig zu findender Aufgabentyp sind Zahlenfolgen, bei denen am Ende eine weitere Zahl zu ergänzen ist. Meistens sind mehrere Aufgaben zu lösen, die nach wachsender Schwierigkeit geordnet sind. Ein paar Beispiele:

2 4 6 8 ?

Lösung
10
Die nächste Zahl ist jeweils die vorhergehende plus 2.

2 4 6 10 ?

Lösung
16
Die nächste Zahl ist jeweils die Summe der beiden vorhergehenden Zahlen. Das ist das Konstruktionsprinzip der Fibonacci-Zahlenfolgen.

2 4 7 11 ?

Lösung
16
Die Incremente steigen von Zahl zu Zahl: Plus 2, plus 3, plus 4, plus 5.

2 4 8 10 20 ?

Lösung
22
Plus 2 und mal 2 wechseln sich ab.

2 4 2 1 3 6 ?

Lösung
4
Mal 2, minus 2, durch 2, plus 2, das wiederholt sich fortlaufend.

2 3 4 9 6 27 8 ?

Lösung
81
Hier sind zwei Folgen ineinander verschachtelt, die eine Folge wächst mit plus 2, die andere mit mal 3.

Wenn man die vorhergehenden Folgen als leicht empfunden und gelöst hat, wird man von der folgenden Aufgabe sicher aus dem Tritt gebracht. Hier soll angegeben werden, welche Zahl nicht in die Folge gehört:
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KategorienAlltag, Intelligenz, Logik Tags:

Thomas Grüter: Klüger als wir? Auf dem Weg zur Hyperintelligenz

27. Dezember 2011 1 Kommentar

In seinem Buch behandelt Grüter alle Aspekte des Themas „menschliche und künstliche Intelligenz“. Folgerichtig beginnt das Buch mit mehreren Abschnitten, in denen zunächst geklärt werden soll, was menschliche Intelligenz überhaupt ist, wie man sie misst, wo man sie im Körper findet und was sie uns nützt. Es stellt sich heraus, dass es zu keiner dieser Fragen endgültige und abschließende Antworten gibt. Nicht einmal der folgenden Definition von Intelligenz stimmen alle an diesem Thema arbeitenden Wissenschaftler zu:

Am 13. Dezember 1994 veröffentlichten 52 Intelligenzforscher im Wall Street Journal unter dem Titel „Mainstream Science on Intelligence“ eine Stellungnahme zur Intelligenzforschung, die folgende Definition enthält:

„[Intelligenz ist] eine sehr allgemeine geistige Kapazität, die unter anderem die Fähigkeit zum logischen Denken, Planen, Problemlösen, abstrakten Denken, Verstehen von komplexen Ideen, schnellen Lernen und Lernen aus Erfahrung einschließt. Es ist kein reines Bücherwissen, keine akademische Sonderbegabung oder testorientiertes Spezialtraining. Es ist vielmehr eine breite und tiefe Fähigkeit zum Verständnis unserer Umgebung – ‚begreifen‘, ‚einen Sinnzusammenhang verstehen‘ oder ‚herausfinden, was zu tun ist‘.“

Und zur Intelligenzmessung:

„Die so definierte Intelligenz kann gemessen werden, und Intelligenztests messen sie gut. Sie zählen zu den genauesten psychologischen Tests (technisch gesprochen haben sie eine hohe Reliabilität und Validität). Sie messen nicht die Kreativität, den Charakter, die Persönlichkeit oder andere wichtige Unterschiede zwischen einzelnen Menschen und sind dafür auch nicht vorgesehen. Obwohl es unterschiedliche Arten von Intelligenztests gibt, messen doch alle dieselbe Intelligenz.“

Über diese Themen habe ich mir auch seit langem meine eigenen Gedanken gemacht und bin häufig über den Widerspruch gestolpert, dass mein Eindruck eines intelligenten Menschen nicht mit den offiziellen Ergebnissen von IQ-Tests übereinstimmt. (Ich kenne ziemlich viele Menschen, die derartige Tests mit guten Ergebnissen absolviert haben. Einige würde ich nicht als besonders intelligent bezeichnen.) Grüters Buch inspiriert mich dazu, im Folgenden meine eigene „Theorie“ zum Begriff der Intelligenz zu skizzieren.
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Wochenrückschau

19. September 2010 Keine Kommentare

Eine der Standardforderungen in der Integrationsdebatte ist es, dass die hier lebenden Ausländer, die dauerhaft bleiben wollen, Deutsch lernen sollen. Zunächst erscheint das als eine sehr vernünftige Forderung, aber derjenige der sie aufstellt, sollte sich auch eine gute Entgegnung überlegen, wenn er mit dem Einwand konfrontiert wird, dass es woanders auch mehrsprachig geht: In Südtirol, das im Übrigen eine sehr interessante und mit der Geschichte Hitlerdeutschands und Mussoliniitaliens eng verwobene Geschichte hat, in der Schweiz mit den vier Amtssprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch, im Süden der USA mit Spanisch.

Südtirol ist interessant, weil dort jeder, der in der Verwaltung arbeiten will, Zweisprachigkeit nachweisen muss, Italienisch und Deutsch. Konflikte zwischen den Italienern und Deutschen gibt es natürlich genug, wen wundert das auch bei dieser Geschichte? Rätoromanisch als Amtssprache in der Schweiz ist auch interessant, denn der Anteil dieser Muttersprachler in der Schweiz beträgt 0.5%. Zum Vergleich: Die Anzahl der Türken in Deutschland liegt irgendwo zwischen 2,5 Millionen und 4 Millionen, also zwischen 2% und 5% der Bevölkerung. Die Forderung nach Deutsch als gemeinsamer Sprache ist deshalb auch implizit ein Eingeständnis, dass man es deutschen Verwaltungsbeamten und Polizisten nicht zutraut, eine oder mehrere Fremdsprachen zu beherrschen.

Aber zurück zum Deutschen. Wenn Deutsch, dann welches Deutsch? Auch hier wieder meine Unterstellung, dass jeder, der möchte, dass jemand deutsch spricht, sein Deutsch meint und nicht das einer anderen Region oder einer anderen Zeit. Dazu ein schönes Video:
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