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Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft’

Gehört der Islam zu Deutschland?

4. März 2019 Keine Kommentare

Die Frage ist eigentlich sprachlich unsinnig, denn Deutschland ist ein Land. Thüringen oder Bayern gehören zu Deutschland, so wie Deutschland und Frankreich zur EU (politisch) oder zu Europa (geografisch). Der Islam ist eine Weltanschauung. Religion wäre im Gegensatz zum Christentum zu kurz gedacht, denn der Islam macht den Muslimen viel weiter gehende Vorschriften für ihr politisches und gesellschaftliches Leben als das Christentum seinen Anhängern. Gemeint sind in der Frage also eher die Folgen, die eine wachsende muslimische Bevölkerung für unser Land hat.

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Wäre es eine gute Idee wenn Leute ab einem bestimmten Alter regelmäßig einen Fahreignungstest machen müssten?

12. Februar 2019 Keine Kommentare

Altersabhängige Fahrtests würden vor dem Bundesverfassungsgericht wegen Altersdiskriminierung scheitern.

Zudem zeigt die Unfallstatistik, dass die meisten Unfälle von jungen Leuten verursacht werden. Die bestehen zwar einen Test mit Leichtigkeit, weil sie sich für den Zeitraum des Tests zusammenreißen würden. Im Alltag werden sie dann aber trotzdem ihre riskante Fahrweise fortsetzen.

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Ist die Theorie von Karl Marx noch anwendbar?

7. Januar 2019 Keine Kommentare

„Die Theorie“ von Marx gibt es gar nicht. Die verschiedenen Teile seiner Arbeit können durchaus verschieden beurteilt werden.

Die Verbrechen, die später im Namen des „Marxismus“ begangen worden sind, haben eine einfache Ursache, die man auch bei anderen Gelegenheiten findet und die immer Probleme verursacht: Im Ergebnis seiner ökonomischen Analyse hat Marx die Gesellschaft in zwei Hauptklassen unterteilt, die der Kapitalisten und die der Arbeiter. Während Marx hier sicher der Ansicht war, dass die Klasse der Kapitalisten beseitigt werden soll, indem das Privateigentum an Produktionsmitteln beseitigt wird, haben die sogenannten „Marxisten“ die Menschen verfolgt, die der Kapitalistenklasse angehören. Marx hätte das sicher nicht so gewollt, sein bester Freund war Friedrich Engels, ein Kapitalist.

Dasselbe Schema findet man auch wieder, wenn „die Juden“, „die Ausländer“ oder wer auch immer als Ursache für ein Problem ausgemacht werden. Menschen sind aber zuerst Individuen und nicht Angehöriger einer Gruppe. Dieses Grundprinzip liegt der Rechtsordnung jedes beliebigen zivilisierten Landes zugrunde: Es zählen individuelle Taten, die der Einzelne auch zu verantworten hat.

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Ist ein bedingungsloses Einkommen eine gute Idee?

5. Januar 2019 Keine Kommentare

Vor einigen Jahren habe ich das Buch von Götz Werner zum bedingungslosen Grundeinkommen gelesen. Er wirbt dort sehr eindringlich für diese Idee. Der zweite Teil seines Buchs ist einer radikalen Steuerreform gewidmet: Alle Steuern mit Ausnahme der Mehrwertsteuer sollen abgeschafft werden. Diese würde dann etwa 50% betragen müssen, damit in etwa das heutige Steueraufkommen erreicht werden kann.

Inzwischen ist die Idee des Grundeinkommens sehr vielen bekannt. Es lässt aufhorchen, dass es Befürworter in allen politischen Lagern gibt, bei den Linken, den Liberalen und den Konservativen. Man kann deshalb vermuten, dass jede Fraktion eigentlich ganz andere Ziele mit dem BGE verfolgt und eine ganz andere Höhe des BGE anstrebt. Die Linken wollen natürlich den Ärmeren mehr geben, die Liberalen die Freiheit des Einzelnen stärken und die Konservativen … auch irgendetwas Gutes.

Ein BGE würde nach dem Willen seiner Befürworter eine ganze Reihe von heutigen Sozialleistungen ersetzen. Dazu würden vermutlich steuerfreies Existenzminimum, Kindergeld oder Steuerfreibetrag, Krankengeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Rente zählen. Ein kurzer Kommentar zu diesen Sozialleistungen:

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Was ist Autotheismus?

3. Januar 2019 Keine Kommentare

Genauso wie es bei den Weltbildern die Weiterentwicklung vom geozentrischen über das heliozentrischen zum egozentrischen Weltbild gab, gibt es bei den Gottesbildern die Entwicklung vom Polytheismus über den Monotheismus zum Autotheismus, der Selbstvergötterung.

Man begegnet dem egozentrischen Autotheisten überall, der typische Vertreter ist der Smombie, der ins Smartphone glotzende Zombie. Er hat nur eine kurze Lebenserwartung, denn die anderen Objekte unseres Planeten, wie Auto, Laternenpfahl oder Baugrube, nimmt er nicht wahr, aber sie ihn.

Der Smombie wird meist mit seinem Gehirnersatz beerdigt, denn die Glas- und Plastereste des Smartphones sind nach dem Überrollen durch das Auto, dem Zusammenprall mit dem Laternenpfahl oder dem Sturz in die Baugrube meist fest in den Schädel eingedrückt – dorthinein, wo sich früher beim Menschen das Gehirn befand.

Bewegt sich die Menschheit langsam in Richtung Atheismus?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Unter Atheismus wird an verschiedenen Stellen etwas anderes verstanden:

  • Gottlosigkeit als Nichtglauben an einen personalen Gott.
  • Spiritualismus kennt diese Art des Nichtglaubens auch, aber ist das Atheismus?
  • Antitheismus als eine Art missionarische antireligiöse Bewegung.
  • Agnostizismus als die Annahme der Unbeantwortbarkeit der Frage nach der Existenz eines oder mehrerer Götter.
  • Naturalismus als Ablehnung übernatürlicher Kräfte.
  • Konfessionslosigkeit als Nichtzugehörigkeit zu einer anerkannten Glaubensgemeinschaft.
  • Zwangsatheismus, wenn die vorherrschende Staatsideologie Religionen unterdrückt.

Atheismus ist kein neues Phänomen, zeitgleich mit dem griechischen Götterpantheon gab es bereits die ersten Atheisten. Die Gründe waren damals dieselben wie heute: Die den Göttern zugeschriebenen Eigenschaften halten logischen Schlüssen nicht stand und Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten in der Welt lassen am göttlichen Wohlwollen zweifeln.

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KategorienGesellschaft, Philosophie, Quora, Religion Tags:

Zu welchem Zeitpunkt soll eine Frau das Recht verlieren, die Entscheidung über eine Abtreibung zu treffen?

2. Januar 2019 Keine Kommentare

Die Ansichten zu dieser Frage waren in der Geschichte der Menschheit und sind auch heute noch in vielen Ländern der Erde sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite ist es zum Teil bei Naturvölkern heute noch so, dass sowohl mehrjährige Kinder als auch alte Menschen getötet oder ausgesetzt werden, um das Überleben des Stammes zu gewährleisten. Auf der anderen Seite ist es bei streng orthodoxen Gläubigen so, dass sie bereits die befruchtete Eizelle als menschliches Leben ansehen, das von Gott gestiftet wurde und vom Menschen nicht genommen werden darf. Diese Extreme sind Beispiele dafür, dass aus dem Sein kein Sollen folgt – das Humesche Gesetz der Ethik. Jede Gesellschaft kann ihre eigenen Argumente suchen, Gesetze erlassen und Regeln bestimmen.

Was die Abtreibung betrifft, ist es so, dass daran nicht nur die Frau und der Embryo beteiligt sind, sondern sehr viele andere Menschen. Es gibt einen potenziellen Vater und andere Verwandte, den Abbruch muss ein Arzt vornehmen, usw. Kein Mensch hat zu allen Zeiten und bei allen Gelegenheiten die Möglichkeit, vollständig über sein Leben oder das eines anderen zu entscheiden. Wir leben in Gruppen oder in Gesellschaften mit wechselseitigen Abhängigkeiten.

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Caster Semenya

19. August 2016 Keine Kommentare

In einem Fernsehbeitrag von der Olympiade wurde auch über Caster Semenya berichtet. Im Unterschied zum hier verlinkten Wikipediabeitrag, der darüber nichts enthält, wurden im Fernsehen Details über den bei ihr wohl doch vorhandenen Hermaphroditismus gebracht. Semenya hat zwar eine Vagina, jedoch keine Gebärmutter und stattdessen im Körper liegende Hoden. Caster Semenya könnte über 800m aufgrund ihrer Besonderheiten die Goldmedaille gewinnen. Männer und Frauen unterscheiden sich im Mittel deutlich in der körperlichen Leistungsfähigkeit, nicht ohne Grund werden deshalb im Sport die Wettkämpfe nach Männern und Frauen getrennt durchgeführt. (Ob es auch Unterschiede in der geistigen Leistungsfähigkeit gibt, darüber lässt sich trefflich streiten, warum gibt es bei Schachwettkämpfen eine Geschlechtertrennung, wenn dem nicht so ist?)
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Andreas Eschbach: Herr aller Dinge

27. Oktober 2015 Keine Kommentare

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„Der Herr aller Dinge“ ist ein typisches Buch von Andreas Eschbach. Science Fiction, aber sorgfältig recherchiert, auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft aufbauend und eine denkbare Entwicklung in die Zukunft extrapolierend. Ich möchte hier keine Inhaltsangabe seines Buchs geben, sondern nur drei wesentliche Gedanken kommentieren. Die erste Idee beschäftigt sich mit der Zukunft der Arbeit, was Aufgabe der Technik ist und was Reichtum wirklich bedeutet:

Wenn wir von Reichtum reden, dam reden wir nicht von Geld, sondern von Arbeit. Würde Reichtum bedeuten, viel Geld zu haben, wäre es ja einfach, jeden reich zu machen: Man müsste nur genügend Geld drucken und es an alle verteilen. Das funktioniert nicht, weil Geld eben nur bedrucktes Papier ist. Es geht nicht um Geld – es geht um Arbeit. Reichtum heißt, imstande zu sein, andere für sich arbeiten zu lassen.

Hiroshi Kato, die Hauptfigur im Buch, stammt aus einem armen Elternhaus und erkennt diesen Zusammenhang sehr früh in der Kindheit. Sein Plan besteht darin, Maschinen zu bauen, die jedem Menschen die benötigten Güter zur Verfügung stellen. Dann wäre jeder reich, ohne dass andere für ihn arbeiten müssten. An der Uni diskutiert er mit einem Professor darüber:

»Ach ja? Nach Ihrer Logik wird es aber nach und nach immer weniger Jobs geben.«

»Es wird zunächst andere Jobs geben. Vor hundert Jahren war ein Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, heute sind es noch drei Prozent. Trotzdem haben wir nicht lauter arbeitslose Bauern.«

»Schönes Argument«, meinte DeLouche siegessicher. Er beugte sich leicht vor, wie immer, wenn er damit rechnete, seinem Kontrahenten demnächst den finalen Stoß zu versetzen. »Aber was hilft das dem Arbeiter, der durch einen Roboter ersetzt wurde, auf der Straße steht und Arbeit braucht?«

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Es war so mucksmäuschenstill, dass man die klinisch weißen Leuchtelemente an der Decke surren hörte. Und natürlich das Blech an der Luftzufuhr mit seinem unablässigen tak-a-tak-tak-a.

»Genau genommen«, sagte Hiroshi bedächtig, »braucht er nicht Arbeit. Er braucht Geld. Oder, allgemein gehalten, er muss seinen Lebensunterhalt sicherstellen. Das ist das eigentliche Problem.«

»Womit wir beim Sozialsystem wären«, erwiderte DeLouche. Er musterte Hiroshi über den Rand seiner Brille hinweg. »Können Sie sich eigentlich auch vorstellen, dass Menschen gerne arbeiten? Dass sie ihre Arbeit als identitätsstiftend empfinden? Und nicht nur als Mittel, um den Lebensunterhalt zu sichern?«

»Doch, bei Ihnen kann ich mir das vorstellen«, erwiderte Hiroshi mit ausdruckslosem Gesicht. »Aber meine Mutter zum Beispiel war Wäscherin. Sie hat jahrelang jeden Tag Dutzende von Handtüchern, Tischtüchern und Unmengen von Kleidung gewaschen, getrocknet und gebügelt. Und sie fand das kein bisschen identitätsstiftend. Als sie es nicht mehr tun musste, hat sie sofort gekündigt.«

Es ist eine ähnliche Diskussion, wie sie auch bei uns im Zusammenhang mit dem bedingungslosen Grundeinkommen geführt worden sind.

Hiroshi nickte. »Na also. Sie geben sich die Antwort damit selber. Die Maler werden auch in Zukunft weiter malen, aber die Müllmänner werden eher nicht mehr arbeiten.«

Ohne das an dieser Stelle noch weiter vertiefen zu wollen, ist völlig klar: Viele heutige Tätigkeiten sind nicht sinnstiftend, sie würden sofort nicht mehr gemacht werden, wenn die Betreffenden es nicht müssten – das erfüllt die Definition von Zwangsarbeit.

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Rolf Dobelli: Die Kunst des klugen Handelns

23. Oktober 2015 Keine Kommentare

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Aus den beiden Büchern von Rolf Dobelli Die Kunst des klaren Denkens und „Die Kunst des klugen Handelns“ habe ich bereits mehrere Beispiele zitiert, z.B. hier, hier und hier. Im Folgenden noch vier weitere, die mir aus dem Buch über kluges Handeln im Gedächtnis geblieben sind. (Man kann sich darüber streiten, ob „Handeln“ im Buchtitel das richtige Wort gewesen ist, denn einige Abschnitte betreffen weniger Handlungen als vielmehr Denkweisen.)

Das erste Beispiel ist ein statistisches Phänomen, das mich an einen alten Gedanken zur Arbeitsteilung erinnert hat: Arbeitsteilung ist immer vorteilhaft, unabhängig von den Fähigkeiten derjenigen, die verschiedene Aufgaben untereinander aufteilen. Dobelli:

Will-Rogers-Phänomen

Angenommen, Sie sind Fernsehdirektor eines Unternehmens mit zwei Sendern. Kanal A hat hohe Einschaltquoten, Kanal B extrem niedrige. Der Aufsichtsrat fordert Sie auf, die Quote beider Sender zu steigern, und zwar innerhalb eines halben Jahrs. Schaffen Sie es, winkt ein Superbonus. Schaffen Sie es nicht, sind Sie Ihren Job los. Wie gehen Sie vor?

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Ganz einfach: Sie schieben eine Sendung, die die durchschnittliche Einschaltquote des Kanals A bisher leicht heruntergezogen hat, aber immer noch ganz gut läuft, zu Kanal B hinüber. Weil Kanal B miserable Einschaltquoten hat, erhöht die transferierte Sendung dessen Durchschnittsquote. Ohne eine einzige neue Sendung zu konzipieren, haben Sie die Quoten beider Fernsehsender gleichzeitig angehoben und sich damit den Superbonus gesichert.

Diesen Effekt nennt man Stage Migration oder Will-Rogers-Phänomen, benannt nach einem amerikanischen Komiker aus Oklahoma. Dieser soll gewitzelt haben, dass Einwohner von Oklahoma, die Oklahoma verlassen und nach Kalifornien ziehen, den durchschnittlichen IQ beider Bundesstaaten erhöhen. Das Will-Rogers-Phänomen ist nicht intuitiv verständlich. Um es im Gedächtnis zu verankern, muss man es einige Male in verschiedenen Settings durchexerzieren.

Das zweite Beispiel ist aus dem Bereich „Praktische Tipps für das eigene Leben“. Hier passt der Buchtitel recht gut:

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