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Archiv für die Kategorie ‘Frauen’

Mondfinsternis am 26.6.2010

18. Juni 2010 Keine Kommentare

Von Zeit zu Zeit gibt es ja Mond- und Sonnenfinsternisse zu bestaunen, wobei die Sonnenfinsternisse sicherlich die beeindruckenderen Ereignisse sind, während der Normalbürger die Mondfinsternisse meistens verpasst. Nicht so aber die meisten Pflanzen, die auch des Nachts nicht in warmen Häusern schlafen können, sondern ihre Zeit frierend auf den Fluren und in den Wäldern verbringen und dort auf das Wiedererscheinen der Sonne warten müssen.



So hätte auch ich von der am 26. kommenden Mondfinsternis nichts erfahren, wenn ich nicht von einer Bekannten darauf aufmerksam gemacht worden wäre. Es entspann sich in etwa das folgende Gespräch:

  • Sie: Sag mal, du bist doch so belesen, weißt du, wann die nächste Mondfinsternis ist?
  • Ich: Keine Ahnung, da willst du wohl Kräuter sammeln gehen?
  • Sie: Ja. (Lacht.)
  • Ich: Woher wissen denn die Pflanzen, dass gerade Mondfinsternis ist?
  • Sie: Pflanzen sind sehr intelligent, intelligenter als wir. Sie spüren das.
  • Ich: Dann frag doch einfach eine der Pflanzen, wann Mondfinsternis ist. Erstens sind sie intelligenter als wir und zweitens hat eine Mondfinsternis eine große Bedeutung für sie.
  • Sie: (Schnippisch): Pflanzen haben eine andere Art von Intelligenz, sie sprechen nicht mit, sondern zu uns.

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Frau darf von ihrem toten Mann schwanger werden

15. Mai 2010 Keine Kommentare

Von einer Bekannten bin ich auf ein Urteil des Oberlandesgericht Rostock aufmerksam gemacht worden: Frau darf von ihrem toten Mann schwanger werden. Meine Bekannte war entsetzt, in dem Forum, in dem dieser Fall zur Sprache kam, begann daraufhin eine kontroverse Diskussion. Die Fakten:

Darf sich eine Frau nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes künstlich befruchtete Eizellen in die Gebärmutter einsetzen lassen – und damit das „Kind eines Gestorbenen“ austragen? Über diese heikle Frage hat das Rostocker Oberlandesgericht (OLG) nun entscheiden müssen – und eine Entscheidung von grundsätzlicher Tragweite getroffen.

Das Rostocker Oberlandesgericht befand, dass eine Klinik die künstlich befruchteten Eizellen an die Witwe herausgeben muss.

Die Rostocker Richter argumentierten, dass es strafbar sei, eine Eizelle mit dem Samen eines Mannes nach dessen Tode künstlich zu befruchten. Im Fall der Neubrandenburgerin sei der Samen aber schon vor dem Tod des Ehemannes der Klägerin verwendet und untrennbar von der Eizelle eingeschlossen worden.

Das Paar hatte im Frühjahr 2008 die Zellen einlagern lassen, kurz darauf starb der Mann bei einem Unfall. Das Krankenhaus verweigerte daraufhin der heute 29-jährigen Witwe unter Berufung auf das Embryonenschutzgesetz die Herausgabe. Die Frau legte Berufung beim OLG ein und bekam nun recht – nach einer mehrmonatigen schwierigen Prüfung.

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Jamie Zeppa: Mein Leben in Bhutan

12. März 2010 Keine Kommentare

Bis Ostern arbeite ich nur halbtags, habe ich mit meinem Chef vereinbart. So komme ich fast jeden Tag auf dem Nachhauseweg an der Bibliothek vorbei, wenn sie noch geöffnet hat. Das Ordnungssystem der Regale in der Bibliothek ist für mich ziemlich ungeeignet, an den Regalen steht „Romane“, „Krimis“, „Sachbücher“ etc., anstelle von „Das könnte dich interessieren“ oder „Das lohnt sich nicht, nach Hause zu schleppen“.

Weil ich mich einmal in den Bücherschluchten fast verirrt habe und mich danach mit zwei dickleibigen Kunstbänden und mehreren Kinderbüchern abschleppen musste, inspiziere ich jetzt nur noch das Regal mit den Neuerwerbungen und die Bibliotheksecke mit den Hörbüchern. Das ist deutlich rückenschonender. Zu Beginn der Woche fiel mein Blick, nachdem ich Krimis, Koch-, Back- und Yogabücher sowie Bücher mit Titeln wie „XYZ für Dummies“ beiseite geschoben hatte, auf „Mein Leben in Bhutan“.
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Die Päpstin

26. Oktober 2009 Keine Kommentare

Gestern habe ich mir „Die Päpstin“ zusammen mit einem guten Freund angesehen. Normalerweise werde ich in solchen Filmen immer von seiner Frau begleitet, da er mehr auf Action steht. Dieses Mal aber haben ihr wahrscheinlich die Kritiken nicht so gut gefallen, sie wollte sich deshalb die Bilder in ihrem Kopf, die sie sich nach dem Lesen des Buches gemalt hatte, nicht verderben lassen. Ich hatte zuvor zwar die Mäkelei in der Telepolis gelesen, wollte den Film aber trotzdem sehen und fand ihn recht gut.

Immer wenn ich ein solches außerordentlich begabtes Kind sehe und dann die Umstände, unter denen es mehr leidet als lebt, frage ich mich, wie viele Talente in der Menschheitsgeschichte schon vergeudet worden sind. Johannes Johanna Angelicus ist da ein typisches Beispiel und hat bei aller Tragik trotzdem noch Glück, denn sie vollbringt letztendlich ja Außerordentliches. Die Schulszene, in der sie als Mädchen zuerst von einem Beauftragten des Bischofs gelobt und dafür dann von ihren Mitschülern auf Geheiß des Lehrers mit Tinte übergossen wird, tat mir schon fast körperlich weh.
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Chris Crocker

8. März 2009 Keine Kommentare

Ich hole meine Mails immer noch klassisch mit dem Webinterface ab. Da ist es unvermeidlich, dass man vor dem Einloggen der Werbung des Diensteanbieters ausgesetzt ist, weil der einen Teil seines Geldes auch mit nicht für den Service zahlenden Nutzern verdienen will. In anderen Medien ist es ähnlich, auch bei Spiegel Online besteht inzwischen ein knappes Drittel der Nachrichten aus den Fußballergebnissen, woran offenbar ein großes Interesse besteht und was SPON neue Leserschichten erschließen soll. Rechnet man dann noch die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands dazu, die mich gestern mit der Schlagzeile „Die hundert gesündesten Lebensmittel“ erfreute, so könnte man sich bestimmten „Nachrichten“ praktisch nur durch totale Medienabstinenz und Nichtkommunikation entziehen.

Eine dieser wichtigen Informationen der letzten Tage war, dass es bei Deutschland-sucht-den-Superstar einen Eklat gegeben hat, weil zwei Teilnehmerinnen gleichzeitig auf die innovative Idee gekommen sind, sich auf der Bühne die Kleider vom Leibe zu reißen. Nun sind Männer zwar von der Natur so gemacht, dass sie auch der zweiten Frau noch gern beim Ausziehen zugesehen hätten, aber der Marktwert der zweiten Stripperin in besagter Show wäre sicherlich nicht so hoch wie der der ersten. Es darf sich keiner, der die Marktwirtschaft für die alternativlos beste Wirtschaftsform hält, über diese Form der Nachrichten und der Unterhaltung beschweren, denn offensichtlich ist das genau das, was die Mehrheit sehen oder lesen will. Und das Gros der Nachrichten und der Unterhaltung wird mit Blick auf den Konsumenten (und damit quasi planwirtschaftlich) produziert und entsteht nicht im Selbstlauf.
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Cornelia Funke

17. Dezember 2008 Keine Kommentare

Der Name Cornelia Funke sagte mir nichts, ich wusste weder, dass sie Kinderbücher schreibt, noch dass sie als die erfolgreichste deutsche Schriftstellerin gilt. Aber nach dem Lesen des Spiegelinterviews mit ihr (Nr. 50, 8.12.2008) wundert mich ihr Erfolg nicht, ihre Sprache gefällt mir, an einigen Stellen hat sie mich zum Nachdenken gebracht.

Spiegel: Ein anderes Thema ihrer Bücher ist die Macht des Erzählers: In der Tintenwelt entgleitet dem Erzähler die von ihm erschaffene Realität – je weiter die Geschichte voranschreitet, desto weniger kann er seine Helden kontrollieren.

Funke: Das ist natürlich auch ein philosophisches Spiel: In welchem Maß wird unser eigenes Leben geschrieben, ohne dass wir es steuern können? In meinem Leben haben sich auf seltsame Weise immer wieder Vorgestelltes und Wirkliches vermischt: Da entwerfe ich eine Figur für eine Geschichte – und plötzlich taucht eben so ein Mensch in meinem Leben auf. Da schreibe ich über Tod und Verlust – und verliere meinen Mann. Zwischendurch habe ich mich gefragt: Beschwörst du das durch deine Worte herauf? Oder wussten die Worte vorher, was noch nicht passiert war? Ist unser wohlsortiertes Gestern, Heute, Morgen Illusion?
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Nicole Schuster

20. Oktober 2008 Keine Kommentare

Ich habe bei Youtube den Mitschnitt einer Talkshow mit Nicole Schuster gefunden (die Rezension eines Buches, das sie geschrieben hat, findet sich hier). Der erste Teil der Aufzeichnung:


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Esther Vilar: Der dressierte Mann. Das polygame Geschlecht. Das Ende der Dressur

13. Oktober 2008 Keine Kommentare

Wie ich hier schon kurz erwähnt habe, wurde Esther Vilar nach Veröffentlichung ihres Buchs „Der dressierte Mann“ in den 70er Jahren von anderen Frauen bedroht, auf der Straße zusammengeschlagen und musste wegen Morddrohungen Deutschland verlassen. Später hat sie dem ersten Buch zwei weitere zum selben Thema folgen lassen: „Das polygame Geschlecht“ und „Das Ende der Dressur“. Esther Vilar hat einer erneuten Veröffentlichung in Deutschland nur zugestimmt, wenn alle drei Bücher in einem Taschenbuch zusammen erscheinen können. Aus meiner Sicht eine sehr vernünftige Entscheidung, weil einigen ihrer sehr provokanten (und zum Teil Frauen verletzenden) Äußerungen so Erklärungen und Lösungsmöglichkeiten angefügt worden sind. Zur Einstimmung ein weiteres Video mit ihr:


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Esther Vilar, die Nonkonformistin

10. Oktober 2008 Keine Kommentare

Meine Entdeckung der letzten Wochen ist Esther Vilar, von der ich im Zusammenhang mit dem Streit um Eva Herman (gegen Alice Schwarzer & Co.) zum ersten Mal gehört habe und von der ich derzeit die Trilogie „Der dressierte Mann / Das polygame Geschlecht / Das Ende der Dressur“ lese.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die Welt, so wie wir sie kennen, weniger durch ihre Existenz ausgezeichnet ist als dadurch, dass wir sie in unseren Köpfen konstruieren, die derzeitige Finanzkrise beweist es nachdrücklich. Gesellschaft und Wirtschaft sind noch nahezu dieselben wie vor vier Wochen, es wird genauso produziert und konsumiert wie vor einem Monat, trotzdem stehen wir am Beginn einer ernsten Wirtschaftskrise – weil eine große Zahl von Menschen das Vertrauen ineinander verloren hat und stattdessen an eine kommende Rezession glaubt.
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Charlotte Roche: Feuchtgebiete

23. August 2008 Keine Kommentare

Ich hab’s getan. Ich hab’s gelesen. Das Buch, das seit Monaten die (Verkaufs-)Bestenliste des Spiegel anführt. Eine Inhaltsangabe ist sicher nicht mehr notwendig, weil das andere bereits vor mir und in sehr guter Qualität getan haben, z.B. Tinius bei ReadingEase. Im Folgenden also nur meine eigenen Beobachtungen und Empfindungen.

Auf der ersten Seite steht:

für Martin

Und auf der zweiten:

Ich halte sehr viel von der Altenpflege im Kreise der Familie. Als Scheidungskind wünsche ich mir wie fast alle Scheidungskinder meine Eltern wieder zusammen. Wenn sie pflegebedürftig werden, muss ich nur ihre neuen Partner ins Altersheim stecken, dann pflege ich meine geschiedenen Eltern zu Hause, wo ich sie in ein und dasselbe Ehebett reinlege, bis sie sterben. Das ist für mich die größte Vorstellung von Glück. Irgendwann, ich muss nur geduldig warten, liegt es in meiner Hand.

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