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Archiv für Juni, 2016

Die Grenzen von Raum und Zeit

29. Juni 2016 1 Kommentar

Spätestens mit der Relativitätstheorie hat sich unser Verständnis von Raum und Zeit grundlegend geändert. Newton – und zum Beispiel auch Kant – gingen davon aus, dass Raum und Zeit unabhängig von den Dingen sind, die es in der Welt gibt. Einstein hat gezeigt, dass es keinen Sinn hat, von Zeit zu sprechen, wenn es keine Uhr gibt, um sie zu messen. Genausowenig ist es müßig, einen Raum anzunehmen, ohne Maßstäbe zu verwenden. Uhren und Maßstäbe sind aber materielle Objekte, deshalb sind die Begriffe Raum und Zeit nur im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Materie von Bedeutung.

Wichtig ist sich klarzumachen, dass das Bestimmen von Längen oder Zeiten immer das Vergleichen von zwei Objekten bzw. Vorgängen ist. Man misst zum Beispiel die Zeit, indem man zählt, wie viele Takte (Perioden) der Uhr ein bestimmter Vorgang andauert. Einstein hat das insofern mit Materie (Masse, Energie) verknüpft, indem er gezeigt hat, dass die gemessenen Längen und Zeiten von der relativen Bewegung zwischen Uhr bzw. Maßstab und Messobjekt in der Speziellen Relativitätstheorie abhängig sind. Die allgemeine Relativitätstheorie zeigt dann grundlegender den Zusammenhang zwischen Masse, Beschleunigung, Raum und Zeit.

Spannend werden die Zusammenhänge zwischen Materie, Raum und Zeit, wenn man die Konsequenzen astronomischer Beobachtungen zum sogenannten Urknall überdenkt. Weil sich das Universum im Laufe der Zeit räumlich ausdehnt, gelangt man bei einer Extrapolation der Messdaten rückwärts in der Zeit zu einem Punkt, an dem alles auf einem einzigen Raumpunkt konzentriert war. Dieser Raum-Punkt korrespondiert mit einem Zeit-Punkt und der Annahme des Beginns von Raum und Zeit in diesem Punkt.
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KategorienPhilosophie, Physik Tags: