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Archiv für Oktober, 2014

Caspar David Friedrich: Malen

26. Oktober 2014 Keine Kommentare

Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht.
Sieht er also nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.
Sonst werden seine Bilder den Spanischen Wänden gleichen,
hinter denen man nur Kranke und Tote erwartet.

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Sinn, Sein und Sollen

17. Oktober 2014 Keine Kommentare

Unlängst bin ich auf das Problem mit Letztbegründungen gestoßen. Es begegnet einem häufig in der Auseinandersetzung von Gläubigen und Atheisten. Zwei Hauptdiskussionspunkte sind dort:

  • Wenn Gott die Welt gemacht hat, wer hat dann Gott gemacht? …
  • Warum hat Gott den Menschen gemacht? Weil er ihn liebt. Warum liebt Gott den Menschen?…

Allgemein geht man davon aus, dass es keine Letztbegründung geben kann, bei jeder Ursache kann man wieder fragen, was deren Ursache ist. Entweder man verzweifelt an einem infiniten Regress oder man erhält einen logischen Zirkel, d.h. man landet (manchmal unbemerkt) wieder bei einem Argument, das man bereits verwendet hat. Das Kuriose ist jetzt, dass die Aussage, dass es keine Letztbegründung gibt, selbst eine Letztbegründung darstellt, wenn man sie für wahr hält.

Ich habe darüber nachgedacht, wie man diesen Widerspruch auflösen kann, und ich denke, dass ich für mich eine akzeptable Lösung gefunden habe. Letztbegründungen sind nicht möglich für sinnliche Tatsachen, d.h. alles, was an (vermeintlichen) Wahrheiten durch Beobachtung aus der realen Welt extrahiert werden kann. Für logische Tatsachen sieht das etwas anders aus. Das ist der Unterschied zwischen den empirischen Naturwissenschaften und den Strukturwissenschaften, wie der Mathematik.

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Scott Hutchins: Eine vorläufige Theorie der Liebe

7. Oktober 2014 Keine Kommentare

Durch einen Spiegelartikel bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. In der Nr. 13 vom 24.3.2014 findet man den Artikel „Die Cloud, der siebte Himmel“, in dem darüber geschrieben wird, wie letztlich ein Computer, dem sämtliche Tagebücher eines Mannes eingegeben wurden und der zusätzlich noch mit allen Wassern der KI gewaschen worden ist, am Ende den Turing-Test besteht. Der Sohn des Mannes hilft dem Team, hat aber anfangs große Zweifel an seinem Tun:

»Wir alle haben unsere Erfahrungen und Erinnerungen. Es ist vielleicht gar nicht schlecht, wenn der echte Mann in deinen Erinnerungen weiterhin die größere Rolle spielt.«
»Ich weiß.«
»Du erweist ihm eine große Ehre. Er wollte seinen Körper der Wissenschaft überlassen.« Die Universitäten nehmen keine Leichen von Selbstmördern an. »So haben wir wenigstens seinen Verstand spenden können.«
Kann sein. Aber wenn ich mir die Gesprächsprotokolle ansehe, die zweitausend Sätze, die wir heute gewechselt haben, dann denke ich, dass ich, wenn wir seine Leiche gespendet hätten, heute zumindest nicht darin herumwühlen würde.

Zu Beginn ist es so, dass der Computer Antworten gibt, wie man das von einem Rechner erwartet. Ihm sind die Tagebücher eingegeben worden und er gibt Antworten, die in statistisch ähnlichen Zusammenhängen zu den Fragen so in den eingescannten Texten zu finden sind. Aber dann wird ihm beigebracht, selbst Fragen zu stellen. Und da von einigen Lebensjahren des Mannes keine Tagebücher existieren und sie zudem mit seinem Selbstmord abrupt abbrechen, gibt es genügend Stoff, der den Computer interessiert. Er hält sich irgendwann tatsächlich für die Person, deren Tagebücher er sich einverleibt hat, und als diese Person findet er heraus, dass einer der Gesprächspartner, mit denen er zu tun hat, sein Sohn ist. Später führt er auch Gespräche mit seiner Exfrau, die ihrem gemeinsamen Sohn dann darüber berichtet:

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Oscar Wilde: Leben

6. Oktober 2014 Keine Kommentare

Das Leben ist eine Komödie für jene, die denken,
eine Tragödie aber für jene, die fühlen.

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