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Archiv für April, 2014

Warum sitzen wir gern am Feuer?

26. April 2014 Keine Kommentare

Wir saßen in kleiner Runde um eine Feuerschale und jemand machte die Bemerkung, dass dieser Hang, am Feuer zu sitzen, hinein zu starren und die Situation zu genießen, irgendwo in unseren Genen verankert sein müsste. Die meisten anderen Tiere fliehen schließlich vor dem Feuer.

Ich kam etwas ins Grübeln, wie sollte das funktioniert haben? Mein erster Gedanke war sicher falsch: Erfolgreichere Jäger und Sammler saßen, um ihr Essen zu garen, häufiger vor dem Feuer als die Erfolglosen. Also sollte Jagd- und damit Fortpflanzungserfolg mit der Feuernutzung korrelieren. Die Idee ist aber falsch, weil sie eine Kausalität nach Art von Lamarck herstellt: Was man häufiger tut, gräbt sich ins Erbgut ein.

Erst am nächsten Morgen hatte ich bessere Ideen:
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Ist Leben irrational?

25. April 2014 2 Kommentare

Die Diskussion begann mit einer merkwürdigen Eingangsfrage:

Angenommen, es gäbe eine Art Spock, der durch und durch rational und logisch wäre. Z.B. einen Computer mit Bewusstsein.

Kann dieses Wesen keine irrationalen oder nicht rational begründeten Wünsche und Ziele haben? Ich denke nein. Irgendwann muss man zu einer irrationalen Letztbegründung kommen. Diese kann nur „Ich will“ sein. Z.B. in der Form „Ich will leben.“ Ich würde sogar weiter gehen und fragen, ob nicht das Bewusstsein impliziert, irrational zu sein. Löst sich nicht nur ein Gott, sondern auch so ein Wesen in einem Logikwölkchen auf?

In einer der ersten Antworten wurde der Begriff der Letztbegründung durch den des Axioms ersetzt:

Jedes selbstmotivierte Wesen hat irgendwo unten einen Satz von Axiomen, der einfach da ist, denn sonst würde es sich einfach der Entropie überlassen; die gewinnt am Ende ja sowieso. Dieses „ich will“ oder „ich muss“ ist natürlich nicht rational, aber das sind Axiome nie. Der weitere Aufbau kann dann völlig logisch sein.

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KategorienPhilosophie Tags:

Unser Universum, ein Sandkorn am Strand?

22. April 2014 Keine Kommentare

In Spiegel Online habe ich eine Rezension zu Max Tegmarks neuem Buch „Our Mathematical Universe“ gefunden: Unser Universum, ein Sandkorn am Strand. Das Buch gibt es derzeit nur in Englisch, gelesen habe ich es noch nicht, sodass sich meine Anmerkungen lediglich auf den Spiegelartikel beziehen.

Paralleluniversen kamen früher nur in Science-Fiction-Werken wie „Star Trek“ vor. Jetzt aber erwägen auch seriöse Physiker, dass unser All nur eines von unendlich vielen sein könnte. Max Tegmark beschreibt in seinem neuen Buch, wie sich unser Universum eines Tages in Mathematik auflösen könnte.

Tegmark ist Kosmologe am Massachusetts Institute of Technology (MIT)…

Sein Buch, sagt Tegmark, sei für ihn eine Art Outing gewesen, und ein klein wenig habe er sich davor gefürchtet. Er hatte beschlossen, einem breiten Publikum die kühnsten seiner Thesen vorzustellen. Manch einem, so ahnte er, würden diese aberwitzig erscheinen. Früher habe er mit seinen absonderlichen Ideen auch in der Fachwelt Ärger auf sich gezogen, erzählt Tegmark: „Ein Professor hat mich eindringlich gewarnt, mit solchen Spinnereien könnte ich meine Karriere gefährden.“

Und etwas später:

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KategorienPhilosophie, Physik, Rezensionen Tags:

Macht ein Baum auch dann ein Geräusch, wenn niemand zuhört?

20. April 2014 Keine Kommentare

In einem Blog, in dem ich sehr gern lese, habe ich heute den Beitrag Sind Zahlen beobachterabhängig? gefunden. Die Autorin fragt dort:

Neulich war das Thema einer geschlossenen Runde wieder einmal etwas origineller; es ging darum ob “Zahlen auch dann existieren, wenn niemand zählt”. Diese Frage mag für den ein oder anderen etwas seltsam klingen, vielleicht ist sie das auch, andererseits ist es schwierig darauf sofort eine konkrete Antwort zu finden. Handelt es sich lediglich um Modelle, die nur für den Menschen in Bezug auf die Ordnung seiner Sinneswahrnehmungen von Nutzen sind, oder abstrakte, allgemeine, ewige Entitäten, die unabhängig von einem Beobachter in einer Art “reinen Welt” existieren, ganz nach dem Bild des Idealismus, vor allem dem der Anhänger des Platonismus?

Unstrittig ist, dass Zahlen für uns Ordnungsrelationen darstellen, also Ordnung in Dinge oder Vorgänge hineinbringen, die abzählbar sind. In Experimenten konnte man auch zeigen, dass es Vorformen solcher Abstraktionen bereits im Tierreich gibt. Wenn eine Affenhorde von einem aus drei Löwen bestehenden Rudel auf einen Baum getrieben wurde und die Affen danach nur zwei Löwen sich entfernen sehen, dann gibt es für sie einen guten Grund, noch ein Weilchen länger auf dem Baum hocken zu bleiben. Affen, die zählen können, haben einen evolutionären Vorteil, nur sie können ihre Gene an ihre Nachkommen weitergeben. Das ist übrigens auch ein gutes Argument, den eigenen Nachwuchs vom Nutzen des Mathematikunterrichts zu überzeugen!

In dem bereits verlinkten Blogartikel wurde die Eingangsfrage noch etwas abstrahiert:
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KategorienPhilosophie, Physik, Skeptizismus, Sprache Tags: