Archiv

Archiv für November, 2013

Frederik Jötten: Ohrstöpsel

28. November 2013 Keine Kommentare

Selbst Ohrstöpsel haben heute ein Verfallsdatum – als ob sie sich just nach diesem Tag in innenohrvertilgende Maden verwandeln würden! Falls jemand unbenutzte Ohrstöpsel über dem Verfallsdatum hat – bitte an mich schicken. Ich werde sie benutzen.

KategorienZitate Tags:

Jonathan Stroud: Schokokekse

23. November 2013 Keine Kommentare

Schreiben ist schlecht für die Zähne.

Schokokekse sind die Geheimwaffe von Jonathan Stroud gegen Schreibblockaden.

KategorienZitate Tags:

David Wagner: Leber

21. November 2013 Keine Kommentare

Das ist keine fremde Leber. Das ist jetzt meine. Es war nicht immer meine, aber sie ist jetzt bei mir. Sicher, diese Leber hat mir das Leben gerettet, aber ohne mich wäre auch sie jetzt tot. Sie wäre mit dem Spender gestorben.

KategorienZitate Tags:

Haiku XLVI

19. November 2013 Keine Kommentare

Nebliger Morgen,
Berge bleiben unsichtbar,
Bald wird Schnee fallen.

KategorienHaikus & Gedichte Tags:

Naturwissenschaft und Glauben

17. November 2013 2 Kommentare

Es gibt bestimmte Anschauungen, über die ich mich außerordentlich ärgern kann. Das Folgende gibt eine solche wieder. Gefunden habe ich sie ausgerechnet im MindMag, dem Mitgliedermagazin von Mensa. Der folgende Link führt zum Heft mit dem ärgerlichen Text: MinMag 96, Seite 17ff. Zunächst werden darin Experimente aus der Schule geschildert, so wie sie im naturwissenschaftlichen Unterricht durchgeführt werden. Das folgende ist das letzte von dreien:

Physik-Unterricht, 11. Klasse Grundkurs, Thema: Schwingungen und Wellen

Der Rubinlaser kommt zum Einsatz. Der Raum wird verdunkelt, nur der Laser verbreitet ein angenehmes rotes Licht. Dann schiebt die Lehrkraft einen Vorsatz vor die Austrittsöffnung des Laserstrahls. Plötzlich breitet sich das Licht nicht mehr gleichförmig aus, sondern über den gesamten Unterrichtsraum verteilt schweben rote Punkte in der Luft, dazwischen ist es dunkel. Deutung: Licht verbreitet sich in Wellen, durch das Gitter entstehen Interferenzen, die das Punktmuster hervorrufen. Ein Beweis für die Welleneigenschaften des Lichts! Warum sollen die Schüler das nicht glauben?

Die beiden anderen Beispiele entstammen dem Biologieunterricht der fünften und dem Chemieunterricht der achten Klasse. Danach folgt das Fazit der Autorin:
Mehr…

KategorienPhilosophie, Religion Tags:

Weltweite verbindliche Geburtenregelungen?

16. November 2013 6 Kommentare

In meinem Blog hat Achim Wolf in Alan Weisman: Die Welt ohne uns einen längeren Kommentar geschrieben, in dem er auf eine Petition hingewiesen hat, die die Einführung weltweiter, verbindlicher Geburtenregelungen fordert: Weltweite Geburtenregelungen verbindlich einführen!

Unter anderem schreibt Wolf:

Alle großen Probleme der Menschheit (Umweltschutz, Lebensqualität, gesellschaftlicher Zusammenhalt, wirtschaftliche Entwicklung) hängen direkt oder indirekt mit dem ungehemmten Wachstum der Weltbevölkerung, die auch die Hauptursache für sehr viele weitere Übel auf der Erde ist.

So wird beispielsweise der Klimawandel durch den vermehrten CO2-Aussstoß von immer mehr Erdenbewohnern beschleunigt und wächst sich zu einer Klimakatastrophe ungeheuren Ausmaßes aus, wenn nichts wirklich Greifendes dagegen unternommen wird, die Folgen noch zu minimieren.

Der Klimawandel ist tatsächlich eines derjenigen Probleme, die globale Ursachen haben, weltweite Auswirkungen zeigen und deshalb nur gemeinsam sinnvoll angegangen werden können. Nehmen wir den CO2-Ausstoß: Tatsächlich ist es so, dass das vom Menschen erzeugte CO2 von der Anzahl der Menschen abhängt. Wenn sie steigt, dann könnte sich die Menge des von allen emittierten CO2 vergrößern – wenn man an allen anderen Einflussfaktoren nichts ändert.
Mehr…

KategorienEthik, Gesellschaft Tags:

Ray Bradbury: Die Mars-Chroniken

9. November 2013 Keine Kommentare

Das bekannteste Werk von Ray Bradbury ist sicher Fahrenheit 451, eine Dystopie auf eine Zukunft, in der der Besitz von Büchern streng verboten ist, weil vermeintlich das mit dem Lesen verbundene Denken die Menschen in der Vergangenheit in den Abgrund getrieben hat. Die Mars-Chroniken sind etwas früher erschienen, aber es ist auch dort eine nicht wünschenswerte Zukunft, die der Autor skizziert: In der Mitte des 21. Jahrhunderts erreichen erst ein, zwei und schließlich sehr viele Raumschiffe den Mars, der bereits seit langem von telepathisch begabten Marsianern besiedelt ist. Diese werden aber im Verlauf der menschlichen Kolonialisation immer weiter verdrängt und spielen letztlich nur noch eine Nebenrolle im Buch.

Das Buch ist 1950 geschrieben worden, die darin enthaltenen und lose miteinander verknüpften Geschichten beschreiben Ereignisse in den Jahren 2030 bis 2057. Ich habe früher sehr viel ScienceFiction gelesen, in den letzten Jahren eher weniger. Wenn ich heute SF-Bücher von damals in die Hand nehme, dann sind tatsächlich nur noch die interessant, in denen weniger konkrete technische Geräte und Erfindungen, als vielmehr komplexe menschliche Beziehungen und Auseinandersetzungen beschrieben werden. Das Futuristische spielt nur eine Rolle, um die Geschehnisse aus dem Hier und Jetzt in eine fremde Umgebung und andere Zeit zu platzieren. Bradburys Buch ist dafür ein charakteristisches Beispiel. Man nehme z.B. den folgenden Absatz:

Auch auf dem Mars war der Mensch zu sehr Mensch geworden und nicht genug Tier. Und die Menschen vom Mars erkannten, dass sie, wenn sie überleben wollten, jene eine Frage nicht mehr stellen durften: Warum leben wir? Das Leben war seine eigene Antwort. Leben hieß, weiteres Leben hervorzubringen und ein möglichst gutes Leben zu leben. Die Marsianer erkannten, dass sie sich die Frage Warum leben wir überhaupt? vor allem in einer Periode des Krieges und der Verzweiflung stellten – zu einer Zeit, da es keine Antwort gab. Aber als die Zivilisation wieder zur Ruhe gekommen und der Krieg beendet war, wurde die Frage auf andere Art sinnlos. Das Leben war jetzt etwas Gutes und machte Diskussionen unnötig.«

Mehr…

KategorienFiktion, Rezensionen, Visionen Tags:

Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens

7. November 2013 Keine Kommentare

Ich interessiere mich sehr für Argumentations- und Denkfehler. Die Klassifikation solcher Fehler ist natürlich nicht leicht, denn viele Fehler lassen sich durchaus verschiedenen Kategorien zuordnen oder verschiedene und sich zum Teil überlappende Kategorien festlegen. Das Buch von Dobelli steht derzeit in einigen Bestsellerlisten auf vorderen Plätzen, es ist recht unterhaltsam. Eine „richtige“ Rezension ist schwierig, weil das Buch von den vielen Beispielen lebt.

Wenn man etwas über den Autor erfahren möchte, findet man hier ein Interview mit ihm. In seinem Buch wird häufig auf Nassim Taleb verwiesen, der lange Zeit mit Dobelli befreundet war. Jetzt haben sich die beiden zerstritten. Taleb behauptet, dass Dobelli von ihm abgeschrieben hat. Hier gibt es über diese Plagiatsvorwürfe einen Bericht.

Da Dobelli dazu auffordert, selbst zu denken, im Folgenden zwei Beispiele, bei denen ich der Meinung bin, dass Dobelli selbst Denkfehlern aufgesessen ist.

Das Kapitel „The hyperbolic discount“ beginnt mit einem interessanten Gedanken:

Sie kennen den Satz: »Genieße jeden Tag, als wäre es dein letzter.« Er findet sich mindestens dreimal in jeder Life-style-Zeitschrift, und er gehört zum Standardrepertoire jedes Lebenshilferatgebers. Schlauer macht ihn das nicht. Stellen Sie sich vor, Sie würden ab heute nicht mehr die Zähne putzen, sich die Haare nicht mehr waschen, die Wohnung nicht mehr reinigen, die Arbeit liegen lassen, keine Rechnungen mehr bezahlen – Sie wären in Kürze arm, krank und vielleicht sogar im Gefängnis.

Stimmt. An seinem letzten Lebenstag müsste man sich nicht mehr die Zähne putzen. Das ist eine Investition in die Zukunft, die dann reichlich sinnlos ist. Aber dieser Absatz dient nur zur Einleitung für ein weiteres Beispiel:
Mehr…

KategorienAlltag, Rezensionen Tags:

Künstliche Bienen

2. November 2013 3 Kommentare

Wer kennt den Roman von Michael Crichton, „Beute„, (nicht)? In diesem Buch entwirft der Autor ein Szenario, in dem ein Schwarm von Nanorobotern außer Kontrolle zu geraten droht. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Büchern, die sich dem Thema des grey goo, des grauen Schleims, widmen. Wie weit ist man in der Realität? Ich fühlte mich jedenfalls bei dem Artikel „Künstliche Bienen“ in Spektrum der Wissenschaften daran erinnert. Die drei Autoren Robert Wood, Radhika Nagpal und Gu-Yeon Wie, Professoren für Ingenieurwesen, Informatik und Elektrotechnik/Informatik, forschen, wie der Titel es schon sagt, an „künstlichen Bienen“:

Während des letzten Jahrzehnts begann eine rätselhafte Krankheit namens »Völkerkollaps« (colony collapse disorder, CCD), ganze Völker von Honigbienen in den USA auszulöschen -so massiv, dass gravierende Folgen für die Landwirtschaft zu befürchten waren. Aus diesem Anlass begannen wir 2009 gemeinsam mit Kollegen von der Harvard University und der Northeastern University, ernsthaft über die Schaffung künstlicher Bienen nachzudenken. Die kleinen Maschinen sollten sich nicht nur jede für sich verhalten wie eine Biene, sondern im Zusammenspiel zu Tausenden die kollektiven Aktionen vollbringen, zu denen ein echter Bienenschwarm fähig ist. Inzwischen ist es uns gelungen, die ersten fliegenden Roboter in Bienengröße zu bauen; jetzt arbeiten wir am kooperativen Schwarmverhalten.

Das Bild, das einem auf der zweiten Seite des Artikels gezeigt wird, ist noch Fiktion:
Mehr…