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Archiv für Januar, 2013

Eingepflanzte Veganer

22. Januar 2013 Keine Kommentare

Ich saß in der Mensa und aß einen Salat, der auch einige Fleischstreifen enthielt. Ein Kollege spöttelte: „Du als eingefleischter Veganer isst Schnitzel?“ „Ich bin kein Veganer“, wollte ich zuerst antworten, doch dann fiel mir etwas Besseres ein: „‚Eingefleischter Veganer‘ ist ein Oxymoron. Es muss ‚Eingepflanzter Veganer‘ heißen!“ Später erinnerte ich mich noch daran, dass mir am Wochenende ein Bekannter erzählt hatte, dass er „fast Veganer“ sei. Er äße nur Tiere, die ihrerseits ausschließlich Pflanzen fräßen. Ich bezweifelte das, denn es würde seinen Speisezettel schon sehr einschränken. Viele Tiere verschmähen einen Fleischhappen nicht, so er sich ihnen bietet. Am Ende dieses lustigen Mittags blieben nur wenige Fragen ungeklärt: Wenn man etwas einpflanzen kann, was danach eingepflanzt ist, warum wurde dann jemand Eingefleischtes nicht zuvor eingefleischt? Und: Dürfen Veganer fleischfressende Pflanzen essen?

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Haiku XLIII

22. Januar 2013 Keine Kommentare

Räder drehen durch,
mit dem Heck kann man wedeln.
Schnee im Übermaß.

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Gerhard Staguhn: Quarks, Atome, Moleküle

17. Januar 2013 Keine Kommentare

Dieses Buch war ein Zufallskauf. Wir hatten vor dem Beginn des Films noch etwa eine halbe Stunde Zeit, und da sich in demselben Einkaufszentrum, in dem das Kino war, auch ein Buchladen befand, stöberten wir etwas darin herum. Im Nachhinein bin ich recht zufrieden mit meinem spontanen Griff ins Regal. Angetan war ich schon auf den ersten Seiten:

Die vier Elemente in der antiken Philosophie decken sich sehr schön mit der modernen Vorstellung von den drei Zustandsformen der Materie, wobei das Licht (= Feuer) zur Materie noch hinzukommt. Die Zustandsform »fest« entspräche der »Erde«, »flüssig« dem »Wasser« und »gasförmig« der »Luft«. Das Licht nimmt eine Sonderstellung ein, da es streng genommen nicht Materie ist; es gibt feste, flüssige und gasförmige Stoffe, aber keine Licht-Stoffe. Licht ist keine Erscheinungsform von Materie, sondern eine Folge von Materie. Materie, egal ob fest, flüssig oder gasförmig, kann Licht aussenden, muss aber nicht. Licht ist unlösbar mit der Materie verbunden. Gäbe es kein Licht, würden bestimmte Eigenschaften der Materie, etwa die Farbe von Stoffen, gar nicht existieren. Ein ganz bestimmter Bereich der Materie auf unserer Erde, nämlich die lebendige Materie in Gestalt von Pflanzen, Tieren und Menschen, ist ohne das Licht nicht denkbar.

Diese antike Vorstellung von den vier Urelementen findet man in vielen Einführungen der Philosophie, aber bis jetzt hatte ich für diese alte Vorstellung der Griechen noch nirgends eine plausible Erklärung gelesen. Auch die Antwort des Autors auf die Frage „Warum sind die Atome so klein?“ ist (be)merkenswert:
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Haiku XLII

17. Januar 2013 Keine Kommentare

Dichtes Schneetreiben.
Ich hatte schon so gehofft,
Winter ist vorbei.

🙁

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Leophobie?

17. Januar 2013 Keine Kommentare

In Kurioses zum Jahresbeginn hatte ich vermerkt, dass sich 99% aller Menschen vor Löwen fürchten. Nach reiflichem Nachdenken möchte ich das doch jetzt bezweifeln. Ist es nicht eher so, dass sich die Löwen, weil sie sich vor uns fürchten, hinter Gittern verstecken, oder wenn sie sich einmal nicht vor uns fürchten, durch Klatschen vertrieben werden können? Der Beweis fällt recht leicht: Dort wo niemand klatscht, befinden sich die Löwen hinter Gittern. Dort wo geklatscht wird, gibt es keine Löwen. Zirkus mit Löwen ist Tierquälerei und gilt nicht.

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Mars 500++ G-Shock

10. Januar 2013 Keine Kommentare

Im Mai 2007 hatte ich zum ersten Mal von Mars 500 gehört und kurze Zeit an eine Bewerbung gedacht: Ein Traum. Die vereinte Frauenschaft unter meinen engsten Vewandten hat mir das (unter Tränen!) ausgeredet, und so ernst hatte ich das wahrscheinlich auch gar nicht gemeint. Das Experiment selbst, also das Einschließen einer Gruppe von Männern in einen Container und der simulierte Marsflug über 500 Tage, fand von Mitte 2010 bis Ende 2011 statt. Zum Ende dieses Experiments habe ich einen weiteren Kommentar abgegeben: “Mars 500″-Crew vor der Rückkehr. Ein paar Informationen aus der Zeit während des Fluges hat die DLR hier veröffentlicht.

Jetzt, ein weiteres Jahr später, werden die ersten ausführlicheren wissenschaftlichen Ergebnisse publik. Wegen der gut überwachbaren Nahrungsaufnahme und medizinischen Kontrolle konnte man ein paar Dinge besser untersuchen, als es sonst möglich ist. Sowohl von der Hypothese als auch vom Ergebnis war es nicht erstaunlich, dass die Höhe der Salzaufnahme einen Einfluss auf den Blutdruck hat: Der Salzhaushalt der Marsonauten. Mich hat daran zunächst erstaunt, dass dieses Ergebnis bisher noch nicht gesichert war. Aber die neue Studie liefert auch den Grund dafür:
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Kurioses zum Jahresbeginn

5. Januar 2013 2 Kommentare

Natürlich kann man nicht erwarten, dass mit dem Ausbleiben der vorhergesagten Weltuntergangskatastrophe (erinnert sich noch jemand an den 21.12.2012?) die Welt jetzt vernünftiger geworden wäre. Nein, das neue Jahr beginnt so, wie das alte geendet hat. Hier meine drei Lieblingskuriosa der letzten Woche:

1. Die Eine-Billion-Dollar-Münze
In einem Spiegelartikel habe ich von dem Vorschlag erfahren, den Haushaltstreit in den USA durch das Prägen einer Eine-Billion-Dollar-Münze zu beenden. Der Spiegelartikel ist hinreichend unverständlich formuliert, jedenfalls hatte ich nach dem Lesen dieses Textes nicht begriffen, wie das Procedere funktionieren soll. In einem Artikel in der Süddeutschen wird es besser erklärt.
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Dinner for one

3. Januar 2013 Keine Kommentare

Es tut gut, sich gewisse Riten über die Jahre hinweg zu erhalten. Eine von diesen alten Angewohnheiten ist sicherlich bei vielen, sich am Silvestertag „Dinner for one“ im Fernsehen anzuschauen, wo es zu verschiedenen Uhrzeiten quer durch alle (dritten) Programme gezeigt wird. Wenn man nicht von diesen Programmen abhängig sein will (oder gar kein Fernsehen hat ;-)), kann man es sich inzwischen auch im Internet anschauen:

Über die Jahre sind einige weitere Versionen dazugekommen, hier eine Version, passend zur Finanzkrise, mit Sarkozy (auch schon wieder Geschichte) und Merkel (noch nicht):
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Haiku XLI

1. Januar 2013 Keine Kommentare

Woher das Wasser,
das seit Tagen herabfällt?
Wo bleibt die Sonne?

Griesgrame Menschen
durcheilen Dauerregen.
Warum schneit es nicht?


In Ilmenau
bleibt es seit Tagen grau.
Es weint der Ziegenbock
und seine Frau.

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