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Archiv für September, 2012

Peru-Reisebericht

29. September 2012 Keine Kommentare

Im August dieses Jahres sind wir über drei Wochen lang in Peru gewesen, die nachfolgenden sieben Kapitel enthalten einen Bericht über einige Abschnitte dieser Reise. Die Kapitelnummern I bis VI findet man auch in der abgebildeten Karte wieder. (Für eine vergrößerte Darstellung der Karte einfach in diese hinein klicken.)

  1.   Einleitung
  2.  Nasca-Linien
  3. Das Inkareich und die Spanier
  4. Titicaca-See
  5.  Inkatrail und Machu Picchu
  6. Tropischer Regenwald
  7. Lost & Found
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Peru VII: Lost & Found

29. September 2012 Keine Kommentare

Zum Abschluss der Reiseberichte über Peru noch einige kommentierte Bilder, die sich thematisch bisher nicht einordnen ließen:

Ein häufiger Anblick: Hölzerne Balkone vor steinernen Häusern. Eine vor der Erfindung der elektrischen Klimaanlagen offenbar bei den Spaniern sehr beliebte Art der Kühlung. Die meisten dieser Balkone haben eine völlig andere Farbgebung als die dahinterstehenden Häuser.
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Ostrock

29. September 2012 Keine Kommentare

Gestern waren wir zu einem gemeinsamen Konzert der Gruppen Puhdys, Karat, City, Renft und Rockhaus. Allen diesen Gruppen ist gemeinsam, dass ihre aktivste Zeit in den 70er und 80er Jahre in der DDR lag. Die älteste dieser Bands ist Renft, die 1958 gegründet und 1975 verboten wurde. Rockhaus ist die jüngste, die erst 1978 gegründet wurde. Mit Ausnahme von Renft gibt es die anderen in geänderten Besetzungen heute noch.

Mein Verhältnis zu diesen Gruppen (und sicher das vieler anderer) war als Jugendlicher ambivalent: Die DDR-Oberen legten auf deutschsprachige und nicht allzu kritische Titel wert, sodass man eher mit seinem Kassettenrekorder am Westradio hing und sich seine Musik von dort saugte. Bei den englischsprachigen Liedern fiel die Seichtheit der Texte nicht so auf. Heute sieht das Verhältnis zu den alten Ostgruppen anders aus, die Lieder von damals sind jetzt für mich Ohrwürmer, die wehmütige Erinnerungen an die alte Zeit hervorrufen. Auch der Hintersinn vieler Texte erschließt sich erst im jahrzehntelangen Abstand.

Vielleicht das bekannteste Lied der Puhdys ist „Alt wie ein Baum“:

Das ist eine Liveaufnahme von 1999, inzwischen sind die Bandmitglieder nochmals 13 Jahre älter. Hier eine Aufnahme von einer Original-LP. Die Band gibt es seit 43 Jahren. Ihren Traum, einmal gemeinsam mit den Rolling Stones in Peking aufzutreten, konnten sie sich bisher nicht erfüllen. Von den Puhdys stammt auch die Filmmusik zu einem der schönsten DDR-Filme, Die Legende von Paul und Paula, darunter das Lied Wenn ein Mensch lebt. Mein Link führt auf ein Video von 1977.
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Peru VI: Tropischer Regenwald

25. September 2012 Keine Kommentare

Laut Veranstalter waren etwa anderthalb Tage Aufenthalt im tropischen Amazonasregenwald geplant, der einen großen Teil des Territoriums von Peru einnimmt. Da für den Besuch dort zwingend eine Gelbfieberimpfung gefordert und in den Reiseunterlagen auch Malariaprophylaxe empfohlen wurde, waren wir vor der Reise beim Tropenarzt. Er hat auch gleich die Gelbfieberimpfung durchgeführt und die Auffrischung der üblichen Standardimpfungen überprüft.

Eine Malariaprophylaxe hielt er aber nicht für notwendig. Sein Ratschlag war recht logisch: Da der Urwaldaufenthalt am Ende der Reise stattfinden sollte, würden die ersten Symptome erst nach unserer Rückkehr nach Deutschland auftreten. Wenn bei einem Bluttest dann Erreger nachgewiesen würden, könnte man sie immer noch rechtzeitig mit Antibiotika bekämpfen. Vor Ort erwies es sich dann noch viel einfacher, denn unser Reiseführer konnte uns mitteilen, dass unser Reisegebiet malariafrei ist. Eine Sorge weniger.

Die Anreise zu unserer Lodge war mit dem Boot. Wer ein paar Dokumentationen über tropische Wälder gesehen hat, weiß auch warum: An Land kommt man durch das Gestrüpp einfach nicht schnell genug voran – von den großen und kleinen Tieren, für die man entweder ein Leckerbissen oder ein Ärgernis ist, ganz zu schweigen. Auf dem Bild sieht man von diesem Dickicht gerade nichts, weil das Land bereits zu einem Anwesen mitten im Dschungel gehört.
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Identität einer Person

25. September 2012 4 Kommentare

In „Hohe Luft“ 4/2012 gibt es ein Interview mit Ronald Dworkin, den viele als den größten lebenden Rechtsphilosophen bezeichnen. In diesem Interview gibt es eine Passage, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht:

Nehmen wir das Beispiel Demenz. Vor Jahren argumentierten Sie einmal, dass eine im Zustand der Klarheit getroffene Patientenverfügung bindende Wirkung haben sollte. Einige Philosophen widersprachen: Auch demenzkranke Menschen seien noch in der Lage, ihre Situation zu bewerten…

RONALD DWORKIN: Ich stimme dem zu. Demenzkranke Menschen behalten diese Fähigkeit. Mit meinem Freund Thomas Nagel hatte ich einmal eine Diskussion über eine demente Frau. Sie saß einfach nur in der Sonne, aß Sandwiches mit Erdnussbutter und blätterte in einem Buch die Seiten um. Und sie genoss das sichtlich. Die Frage ist ja nicht, ob wir ein Gewehr nehmen und diese Frau töten sollen. Die Frage ist nur: Wenn sie in ihrem früheren Leben, als sie noch vollkommen klar bei Verstand war, eine Verfügung unterzeichnet hat, dass sie in einem solchen Zustand im Falle einer Herzattacke nicht wiederbelebt werden will – sollen wir ihre damaligen Anweisungen dann befolgen oder nicht? Ich glaube, wir sollten es tun. Manche vertreten die Auffassung, es handle sich dabei um zwei verschiedene Personen – und es wäre nicht fair, dass die frühere Person über die spätere Person bestimmt. Aus meiner Sicht ist es ein und dieselbe Person. Die Frage ist also, welches ihrer Leben respektieren wir als ethisch unabhängig. Aus meiner Sicht ist es ihr früheres Leben. Denn nur damals war sie in der Lage, ein Urteil dieser Art zu fällen.

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Haiku XXX

20. September 2012 Keine Kommentare

Herje, es wird Herbst.
Heute Morgen erster Frost,
Scheiben frei kratzen.

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Peru V: Inkatrail und Machu Picchu

18. September 2012 Keine Kommentare

Ein Höhepunkt unseres Peruaufenthalts war zweifellos der knapp viertägige Inkatrail, der mit dem Besuch von Machu Picchu endete. Für viele aus meiner Reisegruppe ist diese Inkastadt sicherlich der Hauptgrund gewesen, Peru zu besuchen. Da sie sehr versteckt in den Bergen liegt, ist sie der Aufmerksamkeit der Spanier entgangen und wurde erst 1912 wiederentdeckt. Hundert Jahre später, 2012, hat man also in Peru an diesem historischen Ort ein rundes Jubiläum feiern können. Auch weil schriftliche Aufzeichnungen fehlen, sind in den vierhundert Jahren, in denen Machu Picchu in Vergessenheit geraten war, viele Informationen verloren gegangen. Völlig zu Recht heißt es deshalb in der Wikipedia:

Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zufolge um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqui, der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein.

Die Forschung geht heute davon aus, dass die Stadt in ihrer Hochblüte bis zu 1.000 Menschen beherbergen und versorgen konnte. Die Anlage, deren ursprünglicher Name unbekannt ist, wurde nach einem der nahe gelegenen Berggipfel benannt, zwischen denen die Ruinenstadt liegt.

Über den Sinn und Zweck dieser Stadt wurden verschiedene Theorien entwickelt. Tatsächlich existieren über sie keine Überlieferungen beziehungsweise wissenschaftliche Aufzeichnungen, weshalb auf der Grundlage archäologischer Funde nur mehr oder weniger begründete Vermutungen angestellt werden können.

Allerdings findet man in demselben Artikel auch Ausführungen darüber, dass das Wissen über diese Stadt über die Jahrhunderte eben doch niemals ganz verloren gegangen ist. Da sie aber inmitten hoher Berge liegt und es nur wenige schmale Pfade gab, über die sie zu erreichen war, hatte sie für die Einheimischen kaum oder keine wirtschaftliche Bedeutung. – Von anderen alten Bauten weiß man ja, welchen Gebrauch man in späteren Jahrhunderten von ihnen machte – das Forum Romanum in Rom diente im Mittelalter als Ziegenweide, das Kolosseum als Steinbruch.
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Peru IV: Titicaca-See

15. September 2012 Keine Kommentare

Die Wikipedia weiß über den Titicaca-See:

Der Titicaca-See ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3810 m über dem Meeresspiegel, ist 178 km lang und bis 67,4 km breit und hat eine maximale Tiefe von 281 m.

Unser Reiseführer hat diese Größe mit der des Bodensees verglichen, der Titicaca-See ist etwa fünfzehnmal größer. Mir sagt das nichts, denn ich kenne auch den Bodensee nicht aus eigenem Anschein. Aber ich habe hier schon mal ein Video verlinkt und selbst nachgerechnet, wie weit der Horizont im Flachland entfernt ist: Vier bis fünf Kilometer. Wenn man also an einem Gewässer steht, das deutlich größer ist, dann kann man das gegenüberliegende Ufer nicht mehr sehen. „Gefühlt“ ist also der Titicaca-See eher ein Meer als ein See.

Wir haben dreimal am Ufer des Titicaca-Sees übernachtet. Am ersten Abend sind wir spätabends in Puno angekommen, der größten Stadt am Ufer. Die Durchschnittstemperaturen dort betragen zwischen 3° im Winter und 14° im Sommer. Da unser Besuch in die Winterzeit fiel, war es schon ordentlich kalt. Der See übt aber einen ausgleichenden Einfluss auf das Klima aus, sodass es im Winter wärmer bleibt, als man aufgrund der Höhenlage erwarten sollte. Von Puno sind wir am frühen Morgen mit dem Boot zu den Uros gefahren. (Ich schreibe hier bewusst Uros und nicht Urus, wie die Wikipedia, denn auf einem Anhänger von dort haben sie sich selbst so bezeichnet.)

Die Uros leben auf schwimmenden Schilfinseln mitten in einem flachen und ziemlich dicht mit Schilf bewachsenem Teil des Sees. Als kleines Experiment habe ich hier eine Google-Map eingebunden, auf der man einen Kranz weißer Punkte erkennen kann, das sind diese Schilfinseln von oben fotografiert:


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Vollgeld und Monetative

11. September 2012 12 Kommentare

Ein Artikel im Spiegel Zwei Alternativen zur Geldschwemme hat mir den neuen Begriff des „Vollgelds“ nahegebracht und mich veranlasst, dazu etwas genauer zu recherchieren.

Die meisten Menschen werden zu den Themen, wie Geld entsteht und wie Banken arbeiten, eine völlig falsche Vorstellung haben. Ich muss gestehen, ich hatte diese bis vor kurzer Zeit auch und habe sie erst vor reichlich anderthalb Jahren in diesem Artikel beerdigt: Geld – Mythos und Macht. Die Lieschen-Müller-Vorstellung ist in etwa die folgende:

Wenn wir 100 Euro bei der Bank anlegen, zahlt uns diese vielleicht nach einem Jahr 2% Zinsen, wir erhalten 102 Euro zurück. In dieser Zeit verleiht die Bank dieses Geld für z.B. 4% Zinsen, erhält nach eínem Jahr 104 Euro zurück und deckt mit den zwei Euro Unterschied zwischen Soll- und Habenzinsen ihre Kosten.

Stutzig machen dürfte einen hier nur, wie dann die Deutsche Bank unter Herrn Ackermann eine Rendite von 25% erzielen konnte. Immerhin, wie man heute lesen durfte, wollen sie seine Nachfolger auf 12% reduzieren: Deutsche Bank kämpft gegen das Gier-Image. Aber auch mit den jetzt angepeilten 12% kann die obige Lieschen-Müller-Vorstellung nicht stimmen. Die wahren Verhältnisse beschreibt das folgende Beispiel besser:
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Peru III: Das Inkareich und die Spanier

8. September 2012 3 Kommentare

Der Begriff „Inka“ (siehe Wikipedia) wird in mehreren verschiedenen Bedeutungen verwendet. Entweder ist die Kultur bzw. das Inkareich oder die ethnische Gruppe, der der Herrscher entstammt, oder der Herrscher selbst gemeint. Aus dem Wikipediaartikel kann man auch entnehmen, dass das Inkareich etwa zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert existiert hat, bis es in einem Vizekönigreich Spaniens „Peru“ auf- bzw. unterging. Dieses Schicksal hat es mit anderen indigenen Kulturen Mittel- und Südamerikas gemeinsam.

Im 13. Jahrhundert haben die Inka unter ihrem legendären ersten Herrscher Manco Cápac die Stadt Cusco gegründet, die bis zum Ende des Inkareichs dessen Hauptstadt blieb. Nach Meinung eines unserer Reiseführer in Peru muss man sich nicht alle Inkaherrscher merken, größere Bedeutung haben nur der erste Inka (der Reichsgründer), der neunte Sapa Inka Pachacútec und der „zwölfeinhalbte“ Atahualpa (warum der 12½., dazu später mehr). Pachacútec, der etwa von 1438 bis 1471 regierte, hat deshalb eine so große Bedeutung, weil in seiner Regierungszeit die größte Erweiterung des Herrschaftsgebietes der Inka erfolgte und weil sehr viele Gebäude und Straßen in seiner Zeit entweder entstanden oder erneuert worden sind. Das Jahr 1471 ist auch nicht mehr so weit entfernt von 1492, als der Spanier Christoph Kolumbus in Nordamerika vermutlich zuerst auf die zu den Bahamas gehörende Küste von San Salvador traf.

Im Jahr 1519 eroberte Hernán Cortés das Aztekenreich. Seit 1502 war auch der damals vermutlich 26jährige Francisco Pizarro in Amerika und machte vor allem in Haiti und Panama bereits ein Vermögen, bevor er 1532 (also etwa 56jährig) mit etwa 300 Spaniern im Inkareich eintraf (dort, wo sich heute Peru befindet).
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