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Archiv für März, 2012

Sprache und Denken III

22. März 2012 3 Kommentare

Ein Hinweis in einem Forum lässt mich auf eines meiner Lieblingsthemen zurückkommen, das ich zuletzt hier diskutiert hatte, den Zusammenhang zwischen Sprache und Denken. In der FAZ(.net) findet sich ein Artikel, in dem ein Zusammenhang zwischen dem Sparverhalten der Deutschen und Griechen auf der einen und Besonderheiten der Grammatiken des Deutschen und des Griechischen auf der anderen Seite hergestellt wird: Warum die Griechen mit Deutsch weniger Schulden hätten.

Bereits der Teaser ist ziemlich reißerisch:

Rehabilitation für die viel gescholtenen Griechen. Laut einer Yale-Studie lässt sich ihre Schuldenmentalität mit der gesprochenen Sprache erklären. Mit Deutsch als Landessprache wäre das anders.

Und im Artikel wird diese These dann so erklärt:

Unterscheidung zwischen Gegenwart und Zukunft
Der Ausgangsgedanke, auf der die Studie basiert, ist dabei sehr einfach. Und zwar ist die Grundlage die Tatsache, dass Sprachen grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt werden können. Die eine Gruppe unterscheidet dabei deutlich zwischen Gegenwart und Zukunft, während bei der anderen Gruppe der Übergang fließender ist. So kann im Deutschen auch gesagt werden, „Morgen scheint die Sonne“, im Englischen wird dagegen in der Regel klar zwischen der Gegenwart („die Sonne scheint jetzt“) und der Zukunft („Morgen wird die Sonne scheinen“) unterschieden.

Wer sprachlich weniger trennt, spart mehr
Angesichts dieser Unterschiede fragte sich Chen, ob die letztgenannte Sprachgruppe mit einer klaren Trennung zwischen Heute und Morgen unter wirtschaftlichen Aspekten nicht auch den kurzfristigen Ertrag höher gewichten als den langfristigen Ertrag. „Das war in höchstem Maße der Fall. Sprachmuster können die Denkmuster und die Handlungsmuster beeinflussen“, so Chen.

Chen ist deshalb davon überzeugt, dass Menschen mit einem mehr fließenden Gebrauch von Gegenwart und Zukunft mehr Sparen, weniger Rauchen, sportlich aktiver sind und sich allgemein aktiver auf die Zukunft vorbereiten. Wer umgekehrt agiere und etwa weniger spare, kommuniziere und denke dagegen vermutlich mit einer klaren sprachlichen Differenzierung zwischen Gegenwart und Zukunft.

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Du bist das Beste, was mir je passiert ist…

18. März 2012 Keine Kommentare

Gestern hatte ich auf einer kurzen Autofahrt doch einmal das Radio angemacht. Normalerweise tue ich das nicht, denn ich hasse diese Dauerwerbesendungen, die von kurzen Musikeinspielungen unterbrochen werden, und die mir das Gehirn zumüllen. Aber dieses Mal war es etwas anders, jedenfalls habe ich mich heute früh bei Youtube auf die Suche nach diesem einen Lied gemacht, das mir gestern so gut gefallen hat. Ich kannte es nicht und wusste so auch nicht die Gruppe, aber bei deutschen Texten ist die Chance doch recht gut, fündig zu werden:

Silbermond also.
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Wulff -> Gauck

18. März 2012 Keine Kommentare

Heute ist ja nun die Wahl, die keine ist. Ich bin mir weder sicher, ob Gauck der Richtige ist, noch ob wir überhaupt einen Bundespräsidenten brauchen. Aber Ein Resümee der beiden letzten Jahre deutscher Politik kann man ja mal ziehen. Wie wäre es damit:

Gut gefällt mir auch diese kleine Dokumentation:
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Denkfallen und Paradoxa

17. März 2012 3 Kommentare

Das folgende Rätsel hat mir ein Kollege zugemailt:

1.

Hier soll in der letzten Zeile die fehlende Zahl ergänzt werden. Als ergänzender Text war noch zu lesen:

Das folgende Rätsel können Vorschulkinder in 5-10 Minuten lösen, Informatiker in einer Stunde und Menschen mit höherem Bildungsabschluss brauchen angeblich noch länger.

Die Logik dieses Satzes ist etwas verquer. Haben Informatiker etwa keinen höheren Bildungsabschluss? Aber egal, wenn ich mich dieser Logik anschließe, dann habe ich das Niveau eines einjährigen Säuglings, denn ich brauchte etwa eine Minute, bis ich die richtige Idee hatte. Aber natürlich ist das nicht ganz fair, denn die Aufgabe erinnerte mich an eine andere, auf die ich vor zwei Jahren gestoßen war und die ich damals nicht lösen konnte:
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al GEBRA

13. März 2012 Keine Kommentare

Eine Flasche roten Weines und ein Büchlein mit Gedichten
Und die Hälfte eines Brotes, anderes wünsch ich mir mitnichten;
Dann nur irgendeine Wüste, um mit dir darin zu wohnen,
Und beneiden will ich fürder keinen Herrscher von Millionen.

Der Titel des Artikels und dessen Schreibweise und dieser Ausschnitt aus einem Gedicht haben vordergründig nichts miteinander zu tun. Derzeit lese ich gerade das Buch 50 Schlüsselideen Mathematik von Tony Crilly. Der Autor zitiert im 14. Kapitel „Algebra“ aus einem Gedicht von Omar Khayyam, der im 11. Jahrhundert lebte. Bevor Omar diese Liebesgedichte schrieb (oder sammelte?), hatte er im Alter von 22 Jahren ein Buch veröffentlicht, dass sich u.a. mit der Lösung von kubischen Gleichungen beschäftigte.
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Peter Duecks Unpro-Prinzip

8. März 2012 1 Kommentar

Heute bin ich auf den sehr schönen neuen Artikel Das Unpro-Prinzip… von Peter Dueck gestoßen. Die meisten werden sicherlich das Peter-Prinzip kennen:

In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.

Oder anders ausgedrückt:

  1. Wenn jemand gut ist, dann wird er befördert.
  2. Wenn jemand nicht gut ist, wird er nicht befördert.
  3. Also werden alle solange befördert, bis sie an einer Stelle arbeiten, an der sie nicht mehr gut sind.

In der Wikipedia wird auch eine wesentliche Voraussetzung genannt: Es muss genügend viele Hierarchiestufen geben. Das Prinzip hat einen positiven Aspekt: Der Beförderte weiß wenigstens über seine Unterstellten gut Bescheid, weil er deren Tätigkeiten früher mit einigem Erfolg selbst ausgeübt hat.

Das Dilbert-Prinzip ist das genaue Gegenteil:

Beim Dilbert-Prinzip werden die ineffizientesten Arbeiter unverzüglich ins Management versetzt, wo sie den geringsten Schaden anrichten können. Dadurch verfügt die Person im Management weder über die notwendigen sozialen Eigenschaften eines Managers, noch über die fachlichen Kenntnisse bzgl. des von ihr gemanagten Bereiches.

Diese beiden „Beobachtungen“ werden sicherlich nicht immer stimmen, aber auch eine gute Satire zeichnet sich ja dadurch aus, dass sie ein Körnchen Wahrheit enthält. Peter Dueck versucht sich in seinem Artikel an einer weiteren Modifikation dieser beiden Prinzipien. Den wahren Kern des Peter-Prinzips erläutert er an einem Beispiel:
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