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Archiv für Februar, 2012

3+3=8

28. Februar 2012 2 Kommentare

Lege ein Hölzchen so um, dass die Gleichung stimmt!

Das ist eine der Aufgaben aus der Streichholzschachtelaufgabenschachtel, die ich meinem Kollegen zum Geburtstag geschenkt habe. Wir schauen uns die Aufgaben jetzt in den Pausen gemeinsam an. Bei dieser Aufgabe brauchte ich etwas länger.

Dann hatten wir folgendes Gespräch:
Er: Und, hast du es raus?
Ich: Ja, 5+3=8.
Er: Es gibt übrigens zwei Lösungen.
Ich, nach kurzem Stutzen: Klar, 3+5=8.
Er: Irgendwie ist die zweite Lösung doch leichter, dafür hast du viel weniger Zeit gebraucht.
Ich: Stimmt. Aber trotzdem ist mir die erste Lösung zuerst eingefallen.

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Sorites-Probleme

26. Februar 2012 9 Kommentare

Vor etwa einer Woche bin ich erneut auf das Haufenparadoxon gestoßen. Ich kenne es seit über zwei Jahren, bei Sainsbury schien es mir seinerzeit eins von vielen weniger bedeutsamen Kuriosa zu sein. Vor ein paar Tagen habe ich aber diesen Artikel gefunden: Informationsimmune Unbestimmtheit. Ich weiß schon nicht mehr genau wo, vermutlich in irgendeinem anderen Blog.

In diesem Artikel wird unter anderem erklärt, warum dieses bereits 24 Jahrhunderte bekannte Problem auch heute noch die Philosophen beschäftigt. Es wird Eubulides zugeschrieben, auf der Diskussionsseite zum Haufenparadoxon findet sich ein Abschnitt, der sich wie eine Übersetzung des Originals aus dem Altgriechischen liest, obwohl es das sicher nicht ist:

„Ein Sandkorn ist doch gewiss kein Haufen?“
„Gewiss nicht!“
„Und Zwei Sandkörner sind auch kein Haufen?“
„Auf jeden Fall!“
„Und wenn ich zu einer Anzahl Sandkörner, die kein Haufen ist, ein einzelnes Sandkorn hinzugebe, kann sie dadurch ein Haufen werden? Denn Zwei ist ja auch die Hinzugabe von einem zu Einem?“
„Fürwahr, Eubulides, so scheint es!“
„Und dennoch gibt es einen Haufen, der Aus Sandkörnern und nichts als einzelnen Sandkörnern besteht, die eines zu anderen gegeben wurden!“
„Nun bin ich verblüfft, Eubulides, und sehe ein, dass Aristoteles in allem Unrecht, und du in allem Recht hast.“

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Kann man über seinen Schatten springen?

17. Februar 2012 Keine Kommentare

Gestern Abend habe ich in einen Spektrum-Epoche-Heft über China gelesen, woher der Ausspruch „Schmiergeld zahlen“ kommt. Im alten China wurde der Handel in einigen Städten von kriminellen Banden beherrscht. Wollte man mit seinem Karren ihr Gebiet passieren, musste man Schmiergeld zahlen. Mit diesem Geld wurde das (völlig überteuerte) Fett für die Lager bezahlt, obwohl die Achslager in den meisten Fällen überhaupt keine Schmierung nötig hatten. Diese schöne Geschichte ist mir heute anlässlich des Rücktritts von Wulff eingefallen, da wurde dann gleich das nächste Wortspiel gebraucht: Frau Merkel müsse über ihren eigenen Schatten springen, wenn sie Joachim Gauck nominiert, den sie aus parteitaktischen Gründen seinerzeit für Christian Wulff abgelehnt hatte. Pyhsikalisch ist es unmöglich, über den eigenen Schatten zu springen, denn in allen Situationen bewegt sich der Schatten schneller als man selbst. Wenn hier jemand eine Konstruktion weiß, in der es anders ist, lasse er es mich wissen.
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Valentinstag

14. Februar 2012 Keine Kommentare

Dieses nette Video aus meiner Geburtsstadt habe ich gestern bei SPON gefunden:

Mein Lieblingskollege hält es für einen Fake, weil der Opa zu direkt in die Kamera blickt und doch sehr an Georg Schramm erinnert, aber ich denke, es ist echt. Das zweite nette Video, das wir gestern gemeinsam ausgegraben haben, ist dieses:
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Was ist Kunst?

11. Februar 2012 2 Kommentare

In der letzten Woche hatte ich eine Diskussion darüber, was Kunst ist. Irgendwie waren wir im Gespräch auf die MoMA gekommen, die im Sommer 2004 in Berlin stattgefunden hat. Ich erzählte, dass mich dort unter anderem dieses Bild von Picasso beeindruckt hat:

Ich erinnere mich sehr gut an dieses Bild. Es ist etwa lebensgroß, und als ich davor stand, bemerkte ich eine Art hilflose Verzweiflung des Harlekins. Später habe ich dann gelesen, dass Picasso dieses Bild zu einer Zeit gemalt hat, als seine Frau im Sterben lag. Der Harlekin ist ein immer wiederkehrendes Motiv in seinem Schaffen, Picasso hat in seinem Leben viele von ihnen gemalt, in vielen verschiedenen Stilen:
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Haiku XXVII

10. Februar 2012 Keine Kommentare

Kein Vogelgesang?
Ich weiß des Rätsels Lösung:
Zwanzig Grad minus.

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Gott, Logik und Unendlichkeit

9. Februar 2012 11 Kommentare

Ich hatte hier ja bereits geschrieben, dass ich von dem neuen Philosophie-Magazin „Hohe Luft“ sehr angetan bin. Ehe ich das erste Heft jetzt endgültig aus der Hand geben kann, muss ich noch einen kurzen Kommentar zu dem dort zu findenden Beitrag „Gott, Logik und Unendlichkeit“ abgeben.

In diesem Text wird auf die immer wieder versuchten Gottesbeweise und auf deren Widerlegungen eingegangen. Einer der ältesten Beweisversuche stammt aus dem 11.Jahrhundert von Anselm von Canterbury und ist als der ontologische Gottesbeweis bekannt:

Er versetzte sich in das Denken eines Nicht-Gläubigen. Angenommen also, Gott existiert nicht. Dann gibt es »das, worüber hinaus nichts Größeres denkbar ist« – also Gott – nicht wirklich, sondern nur gedacht. Aber dann kann man sich etwas noch Größeres als das »größte Denkbare« denken – denn wirkliche Existenz ist von größerer Vollkommenheit als nur gedachte Existenz. Etwas Größeres als das größte Denkbare, das ist ein Widerspruch. Also muss die Annahme falsch sein. Gott existiert doch; quod erat demonstrandum (was zu beweisen war).

Dieser Beweis wurde vielfach kritisiert, die berühmteste Widerlegung stammt zweifellos von Imanuel Kant:
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