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Archiv für November, 2011

Theresa Bäuerlein: Fleisch essen, Tiere lieben

29. November 2011 2 Kommentare

Vor anderthalb Wochen war ich zu einer Lesung mit Karen Duve, die dort ihr neues Buch „Anständig essen: Ein Selbstversuch“ vorgestellt hat. Ihr „Selbstversuch“ bestand darin, dass sie 2010 sich zuerst zwei Monate ökologisch korrekt, dann zwei Monate vegetarisch, dann vier Monate vegan und dann abschließen zwei(?) Monate fruktarisch ernährt hat. Zuvor war sie eine Alles-und-Viel-und-Wahllos-Esserin.

Ihr Selbstversuch war nicht zur Untersuchung der Folgen unterschiedlicher Ernährungen für die eigene Gesundheit gedacht, sondern um die praktischen und ethischen Konsequenzen der verschiedenen Ernährungsformen auszuloten. Während der Phasen des Selbstversuchs hat sie dann auch Betriebe aufgesucht und sich mit Vertretern der verschiedenen Fraktionen unterhalten. Die vegane Phase hat sie verlängert, weil es sehr schwer ist, sich vegan zu ernähren, wenn man sich die Mühe macht, das Kleingedruckte bei verarbeiteten Lebensmitteln zu lesen und dann wirklich konsequent alle tierischen Produkte aus dem eigenen Leben zu verbannen.

Am Ende der Recherchen hat sie sich dann die Frage gestellt: Kann ich jetzt mit all dem Wissen so weitermachen wie vorher? Ihre sinngemäße Antwort: „Ich ernähre mich jetzt vegetarisch, aber würde mich nicht als Vegetarierin bezeichnen. Letzteres würde mich zu einer Gläubigen machen, die sich beim ersten Bissen Fleisch als vom Glauben Abgefallene betrachten müsste. Ersteres ist eine Haltung, die gelegentliche Ausnahmen zulässt.“

Das Buch von Theresa Bäuerlein ist demselben Thema gewidmet, ist eine Zusammenfassung wiederum ihrer Recherchen, und ist 2011 erschienen, vier Monate nach dem Buch von Karen Duve. Theresa Bäuerlein ist – auf den ersten Blick – zu einer entgegengesetzten Schlussfolgerung gekommen: In ihrer Kindheit und Jugend war sie Vegetarierin, jetzt ist sie eine (maßvolle) Fleischesserin.
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eBooks

27. November 2011 3 Kommentare

Im Spiegel Nr. 46/2011 gibt es den Artikel „Lesen im Schwarm“. Dort wird über die ersten Lesezirkel berichtet, die die Möglichkeiten von eBooks nutzen. In dem Artikel findet sich auch die Aussage, dass inzwischen 80% der Titel aus der Bestsellerliste des Spiegels als eBooks verfügbar sind. Nun, das interessiert mich eigentlich recht wenig, interessanter finde ich, wieviele der Bücher, die in meinem eigenen Bücherschrank stehen und die ich noch nicht gelesen habe, elektronisch verfügbar sind. Zudem ist für mich interessant, ob man dabei zugleich sparen kann.

Hier diese Übersicht, ein fehlender Preis in der elektronischen Spalte gibt die mangelnde Verfügbarkeit an. Die Liste ist nicht vollständig, ich habe einfach die ersten 20 Bücher genommen, es sind tatsächlich über 50:
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KategorienAlltag, Gesellschaft, Rezensionen Tags:

Kleines Betthupferl

24. November 2011 Keine Kommentare

Ein Kollege hat mich auf dieses Video aufmerksam gemacht. Es wurde innerhalb von vier Jahren 115 Millionen Mal aufgerufen und 268.000 Kommentare geschrieben. So richtig kapiere ich das nicht.

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Kapitalanlage- versus Umlageverfahren II

24. November 2011 3 Kommentare

Im Jahr 2005 war ich bei einem Vortrag von Bert Rürup, eine Zusammenfassung über diese Veranstaltung habe ich hier geschrieben: Die Rente ist sicher. Ein Jahr später habe ich meine Zweifel an einer kapitalgedeckten Rentenversicherung in einem weiteren Artikel formuliert: Kapitalanlage- versus Umlageverfahren. Anfang der Woche habe ich nun hier einen sehr schönen Vortrag gefunden, in der ein Wirtschaftswissenschaftler die beiden unterschiedlichen Methoden einmal sauber vergleicht: Alterssicherung und gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Der Artikel ist nicht allzu lang, nur 12 Seiten, und er ist in einer sehr verständlichen Sprache abgefasst, sodass sich seine Lektüre wirklich lohnt. Die zentrale Eingangsthese in dem Artikel stammt von Gerhard Mackenroth und findet sich so auch in der Wikipedia:

Nun gilt der einfache und klare Satz, dass aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muss. Es gibt keine andere Quelle und hat nie eineandere Quelle gegeben, aus der Sozialaufwand fließen könnte, es gibt keine Ansammlung von Fonds, keine Übertragung von Einkommensteilen von Periode zu Periode, kein ‚Sparen’ im privatwirtschaftlichen Sinne – es gibt gar nichts anderes als das laufende Volkseinkommen als Quelle für den Sozialaufwand.

Es ist egal, woher ein Rentner sein Geld bezieht. Wenn er für seine Rente ein Brötchen kauft und isst, kann dieses Brötchen kein anderer mehr kaufen und essen. Das gilt für alle Waren und Dienstleistungen, die ein Nichtarbeitender verbraucht, sie müssen zeitnah produziert bzw. zur Verfügung gestellt werden, und sie bedingen einen Konsumverzicht eines anderen zur selben Zeit. Beim Umlageverfahren wird das Geld zur selben Zeit von einem Arbeitenden zur Verfügung gestellt (er zahlt in die Rentenversicherung ein und diese überweist dieses Geld dem Rentner), beim Kapitalanlageverfahren hat der Rentner selbst vor vielen Jahren Konsumverzicht geleistet (er hat in irgendeine Kapitalanlage investiert) und erhält sein Geld jetzt verzinst zurück – zumindest sieht es auf den ersten Blick so aus.
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Haiku XXIII

16. November 2011 Keine Kommentare

Schnee fällt überall.
Wenn der Winter Zähne zeigt,
wünsch ich mir Frühling.

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Pastafarianismus

15. November 2011 1 Kommentar

In meinem Heimatort gibt es verschiedene Kirchen, außer natürlich den Katholiken und Protestanten, auch die Neuapostolischen und die Sieben-Tages-Adventisten. Sogar einen Königreichsaal der Zeugen Jehovas haben wir hier. So kam das Gespräch gestern Abend unweigerlich auch auf den Pastafarianismus, der Religion, der ich am ehesten zugeneigt bin.

Fliegendes Spaghetti-Monster
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KategorienPolitik, Religion, Skeptizismus Tags:

Haiku XXII

15. November 2011 Keine Kommentare

Auf dem Berg stehend
weit in die Ferne geblickt
und Nähe gefühlt.

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Abschied vom Baukastenprinzip

13. November 2011 3 Kommentare

„Syntax“ und „Semantik“ sind zwei Begriffe, die jeder kennt, der sich mit Programmierung beschäftigt. Im Allgemeinen heißt es, dass „Syntax“ die formalen Regeln einer Sprache definiert, während „Semantik“ all das beinhaltet, was man mit dieser Sprache ausdrücken kann. Hier stößt man auf die folgende Grafik:

In der Wikipedia findet man die folgenden Begriffsdefinitionen:
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KategorienGehirn & Geist, Philosophie, Sprache Tags:

Haiku XXI

9. November 2011 Keine Kommentare

Meine Welt steht Kopf:
Senryu im September
vor nur acht Wochen.

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Multiversum in Beweisnot

8. November 2011 7 Kommentare

„Multiversum in Beweisnot“ ist ein Artikel überschrieben, den man in der Novemberausgabe von „Spektrum der Wissenschaft“ findet. Ich finde es gut, dass darin der Begriff des Multiversums endlich einmal von einem Kosmologen kritisiert wird – von George F. R. Ellis, der in Südafrika arbeitet und als Spezialist für die Relativitätstheorie gilt.

Seit einigen Jahren debattieren Kosmologen über eine kühne These: Außer dem expandierenden Universum, das wir wahrnehmen, sollen noch ungezählte weitere Universen existieren. Es gäbe demnach nicht nur einen Kosmos, sondern ein Multiversum. Der amerikanische Physiker Brian Greene bezeichnet diese Vorstellung als »super-kopernikanische Revolution«, da ihr zufolge nicht nur unser Planet einer unter vielen ist, sondern sogar unser gesamtes Universum in kosmischem Maßstab unbedeutend.

Was genau ist das, ein Multiversum? Zunächst einmal hat das Wort mehrere Bedeutungen. Astronomen vermögen bis zu einer Entfernung von rund 42 Milliarden Lichtjahren zu sehen; diese optische Grenze definiert unseren kosmischen Horizont. Es gibt aber keinen Grund, warum das All dort aufhören sollte. Jenseits des Horizonts dürften viele – sogar unendlich viele – Bereiche liegen, die dem für uns sichtbaren Kosmos gleichen. Zwar war die Materie anfänglich in jedem dieser Bereiche anders verteilt, aber in allen gelten dieselben Naturgesetze. Fast alle Experten akzeptieren diesen Typ desMultiversums, den der amerikanische Kosmologe Max Tegmark »Ebene 1« nennt.

Doch manche Theoretiker gehen weiter. Sie postulieren völlig unterschiedliche Universen mit einer jeweils anderen Physik, mit einer eigenen Geschichte oder gar mit unterschiedlich vielen Raumdimensionen. Die meisten dieser hypothetischen Welten sind lebensfeindlich, doch einige wimmeln von Organismen. Ein Hauptvertreter dieses »Ebene-2«-Multiversums ist der russisch-amerikanische Physiker Alexander Vilenkin. Er entwirft das dramatische Bild einer unendlichen Menge von Universen mit unendlich vielen Personen darin, die Ihren Namen tragen und gerade diesen Artikel lesen.

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KategorienPhilosophie, Physik Tags: