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Archiv für Mai, 2011

Welche Maßstäbe muss man zugrundelegen?

29. Mai 2011 Keine Kommentare

Eine Bekannte von mir hat gerade das Violettbuch gelesen, eine Analyse der Kirchenfinanzierung in Deutschland. Sie war ziemlich entrüstet darüber, dass für viele Einrichtungen, die von der Kirche betrieben werden, in erheblichem Maße Staatsgelder verwendet werden. Staatsgelder sind Steuergelder, sie werden also auch von Menschen aufgebracht, die keine Mitglieder oder Anhänger der Kirchen sind.

Ich antwortete ihr trocken, dass sich da doch die Kirchen nicht anders verhalten als Konzerne und andere Institutionen auch. Das brachte meine Bekannte noch mehr auf. „Aber die tun immer so moralisch überlegen.“ Auch das überzeugte mich nicht. „Schau dir mal Werbung im Fernsehen an. Auch da wird versucht einem weiszumachen, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, genau dieses Produkt XYZ, das Beste von allen zu nehmen.“ „Aber das kann man doch nicht vergleichen“, antwortete sie, „die Kirchen würden sich selbst nie als schnöde Wirtschaftsunternehmen bezeichnen!“

Ich antwortete: „Sie sich wahrscheinlich nicht, aber du musst dich für eine von zwei Positionen entscheiden. Entweder du betrachtest rein atheistisch eine Kirche als ein Unternehmen, das ein bestimmtes Produkt herstellt und an den Mann zu bringen versucht, und dabei alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt, eben auch Subventionen. Oder du billigst – religiös argumentierend – Kirchen eine Sonderstellung zu.“
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Energiespeicher

22. Mai 2011 Keine Kommentare

Vor zwei Wochen habe ich in Goldisthal ein Pumpspeicherkraftwerk besucht. Dieser Kraftwerkstyp ist nicht dafür gedacht, kontinuierlich Energie zu erzeugen, sondern seine elektrischen Maschinen können sowohl als Turbinen als auch als Motoren arbeiten. Fließt das Wasser von einem höher gelegenen in ein niedriger gelegenes Becken, dann treibt das fließende Wasser die Maschinen als Turbinen an und es wird Strom erzeugt. Speist man hingegen in dieselben Maschinen Strom ein, der in einem anderen Kraftwerk erzeugt wurde, dann arbeiten die Maschinen als Motoren und pumpen das Wasser aus dem Unter- in das Oberbecken. Die Aufgabe eines solchen Kraftwerks ist also die Speicherung von Energie für eine zeitlich spätere Nutzung.

Das Kraftwerk in Goldisthal ist das größte dieses Typs in Deutschland, hier eine Übersicht. Von insgesamt vier Turbinen kann etwas mehr als ein Gigawatt Leistung zur Verfügung gestellt werden. Das ist mehr als der gesamte Verbrauch Thüringens. Allerdings ist nach acht Stunden das Oberbecken leer. Es wieder zu füllen, dauert etwa 11 Stunden. Der Wirkungsgrad der Motoren / Turbinen ist ziemlich gut. Es gibt zwei Synchronmaschinen mit etwa 80% Wirkungsgrad und zwei Asynchronmaschinen mit sogar 90% Wirkungsgrad.

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