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Archiv für März, 2011

Kalte Kernfusion

26. März 2011 Keine Kommentare

Seit etwa 60 Jahren wird der heißen Kernfusion prognostiziert, dass sie dereinst die Energieprobleme der Menschheit lösen kann. Beim Lesen von Artikeln darüber begegnet man einer interessanten „Naturkonstante“, die langsam von 30 auf etwa 40 Jahre angewachsen ist. Vor 50 Jahren hieß es, dass in etwa 30 Jahren (also etwa um 1990 herum) mit den ersten Fusionsreaktoren zu rechnen sei. 2010 wurde dieses Ziel dann für etwa 2050 angekündigt. Die Erklärung für das langsame Anwachsen dieser Größe ist einfach:

Wird ein beteiligter Wissenschaftler gefragt, wann er denn mit der praktischen Nutzung seiner Forschungen rechnet, dann überschlägt er grob die ihm bereits bekannten Probleme und erkennt, dass er sie in seinem Berufsleben wohl nicht mehr lösen wird, und gibt einen Zeitpunkt an, der nach seinem vermuteten Todesdatum liegt. Da in den letzten Jahrzehnten die Lebenserwartung auch der Wissenschaftler angestiegen ist, wird diese Zeitkonstante größer. Jedes gelöste Problem hat zugleich neue hervorgebracht.
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Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott

19. März 2011 Keine Kommentare

Ich habe eine junge Bekannte, die sich auf einer Sinn-Suche befindet. Sie hat vergangenen Herbst nach einem sozialen Jahr begonnen zu studieren. Neugierig auf andere Menschen, inzwischen Veganerin und wie gesagt auf der Sinnsuche. Klarträumen hat sie im Gegensatz zu meinem eher theoretischen Interesse schon praktisch ausprobiert, den Film What the bleep do we know haben wir unabhängig voneinander gefunden, auf Waking life habe ich sie aufmerksam gemacht. Jetzt hat sie sich gewissermaßen mit dem Buch von Walsch revanchiert.

Sie stammt aus einem nichtkonfessionellen Elternhaus. (Anstelle von „nichtkonfessionell“ habe ich nach einem alternativen Wort gesucht. „Heidnisch“ trifft es nicht, denn auch das ist eine Art Religion. „Atheistisch“ passt auch nicht, denn das wäre eine bewusste, verstandesmäßig getroffene Entscheidung, die ich überhaupt nur einer kleinen Anzahl Menschen zutraue. Wer dem Gedankengang eines der klarsichtigsten Atheisten aller Zeiten folgen möchte, der lese Bertrand Russells Text Warum ich kein Christ bin.) Aber genauso wie man in manchen Gegenden des Westens qua Geburt katholisch oder evangelisch wurde, war es im Osten Deutschland eben die staatlich verordnete Konfessionslosigkeit. Religion als Opium des Volkes, sagte Marx, und seine Statthalter haben das konsequent exekutiert, auch in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes.
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Surprise, surprise

18. März 2011 Keine Kommentare

Mein Fundstück der Woche:


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Moratorium

14. März 2011 Keine Kommentare

Jetzt gibt es also ein Moratorium zur Aussetzung der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. „Man müsse die neuen Erkenntnisse aus den japanischen Störfällen prüfen.“ Ich wollte mich eigentlich nicht zum Thema äußern, aber das reizt mich jetzt doch zum Widerspruch. Zunächst die Fakten:

  • An den deutschen Kernkraftwerken haben die Erdbeben und der Tsunami in Japan keine Schäden angerichtet.
  • Vergleichbare Erdbeben und Tsunamis sind in Deutschland nicht zu erwarten.

Die technischen Fakten geben es also nicht her, dass man zu einer Neubewertung der Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke kommen wird. Und in einem Vierteljahr wird das nicht anders sein. Diejenigen Fachleute, die deutsche AKW für sicher halten, müssen dieselbe Einschätzung auch in einem Vierteljahr vertreten, die Sachverständigen der anderen Seite werden ihre Bewertung ebenfalls beibehalten, für Deutschland gibt es keine neuen technischen und geologischen Fakten. Was Merkel und ihre Parteifreunde also abwarten wollen, sind die Wahlausgänge und die Entwicklung der öffentlichen Meinung. Daran ist nicht einmal etwas Verwerfliches, denn Politiker in einer Demokratie zu sein bedeutet, sowohl die Meinung derjenigen zu vertreten, die einen gewählt, als auch derjenigen, die einen bezahlt haben. Zwischen beiden Gruppen gibt es Unterschiede, weil zwar alle eine Stimme haben, aber unterschiedlich viele Steuern bezahlen.
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Guy Deutscher: Im Spiegel der Sprache

6. März 2011 Keine Kommentare

Als ich vor einem knappen Jahr den Beitrag Hängt die Farbwahrnehmung von der Anzahl der Farbwörter ab? geschrieben habe, hat mich ein Bekannter auf das Buch von Guy Deutscher aufmerksam gemacht. In diesem Buch werden neben vielem anderen historische Untersuchungen und aktuelle Experimente zur Farbwahrnehmung und deren Interpretation diskutiert. (Zum Fazit siehe das Ende dieses Artikels.) Zentrales Thema des Buchs ist aber allgemeiner Sprache und deren Verhältnis zum Denken und zur Welt.

Die einführenden Beispiele im Buch sind der Farbwahrnehmung gewidmet:

Warum sollte ausgerechnet die Farbe im Zentrum so heftiger Auseinandersetzungen stehen? Vielleicht deshalb, weil sich die Kultur, wenn sie in einen so tief verwurzelten und anscheinend instinktiven Bereich der Wahrnehmung eingreift, erfolgreicher als Natur tarnt als in jedem anderen Bereich der Sprache. Der Unterschied zwischen Gelb und Rot oder zwischen Grün und Blau scheint nichts an sich zu haben, was auch nur im Entferntesten abstrakt, theoretisch, philosophisch, hypothetisch oder sonstwie -isch wäre. Und da Farben an der Basis der Wahrnehmung angesiedelt sind, wäre doch anzunehmen, dass die Farbbegriffe die Domäne der Natur sind.

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Militärausgaben Chinas

5. März 2011 Keine Kommentare

Die Erhöhung der Militärausgaben Chinas war ja gestern gerade ein großer Aufreger in den Nachrichten. Das hat meine Neugier geweckt, hier kann man sich eine schöne Grafik anzeigen lassen. Und die sieht so aus, wenn man die USA, Deutschland und China miteinander vergleicht:

militaer

Dazu vielleicht noch eine kleine Tabelle, die die Zahl der Soldaten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt:

Land Bevölkerung Soldaten Prozent
USA 3,11E+008 1,48E+006 0,48%
Deutschland 8,20E+007 2,28E+005 0,28%
China 1,33E+009 2,29E+006 0,17%

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Guttenberg, Köhler und Käßmann

1. März 2011 Keine Kommentare

Karl-Theodor zu Guttenberg ist heute zurückgetreten. Aus seiner Erklärung:

Die enorme Wucht der medialen Betrachtung meiner Person, zu der ich selbst viel beigetragen habe, aber auch die Qualität der Auseinandersetzung bleiben nicht ohne Wirkung auf mich selbst und meine Familie. Es ist bekannt, dass die Mechanismen im politischen und medialen Geschäft zerstörerisch sein können. Wer sich für die Politik entscheidet, darf, wenn dem so ist, kein Mitleid erwarten. Das würde ich auch nicht in Anspruch nehmen. Ich darf auch nicht den Respekt erwarten, mit dem Rücktrittsentscheidungen so häufig entgegen genommen werden. Nun wird es vielleicht heißen, der Guttenberg ist den Kräften der Politik nicht gewachsen. Das mag sein oder nicht sein. Wenn ich es aber nur wäre, indem ich meinen Charakter veränderte, dann müsste ich gerade deswegen handeln.

Als nächstes die Rücktrittserklärung von Horst Köhler:
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