Archiv

Archiv für Februar, 2011

Übernatürliche Wesen und Intentionalität

27. Februar 2011 Keine Kommentare

In dem Beitrag EPR-Phänomen und Emergentismus wurde davon gesprochen, dass der Naturalismus höhere, übernatürliche Wesen zur Erklärung von Naturvorgängen ausschließt. In einem der ersten Kommentare wurde daraufhin kritisiert, dass „höher“ nicht „übernatürlich“ bedeuten muss. Bis jetzt hatte ich, ehrlich gesagt, noch gar nicht gründlich über diese Begriffe nachgedacht. Ehe das jetzt erfolgen soll, noch ein Nachtrag zu diesem letzten Artikel.

Emergentismus in Bezug auf Abwärtsverursachung und Freien Willen

Wenn man unter Zuhilfenahme der Wechselwirkungen auf höheren Komplexitätsebenen begründet, warum zusammengesetzte Systeme Eigenschaften zeigen können, die sich prinzipiell nicht in ihren Bestandteilen nachweisen lassen, dann nimmt dieser Erklärungsansatz auch zwei anderen Phänomenen ihre Mystik: Abwärtsverursachung und Freier Wille. Über die Abwärtsverursachung wurde hier schon mal etwas geschrieben. Über den freien Willen gibt es inzwischen sogar mehrere Artikel:

Aus diesem Grund hier nur zwei Beispiele, was mit diesen Begriffen gemeint ist:

  1. Wenn die Menschheit beschließt, keine Raumschiffe zum Mond zu schicken, dann werden keine Raumschiffe zum Mond fliegen.
  2. Mir ist kalt, deshalb ziehe ich mir einen Pullover an und trinke einen Tee.

Mehr…

Der Klassensprecher

24. Februar 2011 Keine Kommentare

In der Schule gab es einen Klassensprecher, der bei seinen Mitschülern äußerst beliebt war. In der letzten Klassenarbeit, bei der er zwischen zwei seiner Klassenkameraden saß, schrieb er von seinen Banknachbarn ab. Sein linker und sein rechter Nebenmann erhielten eine Zwei, er selbst jedoch eine Eins, weil er sich ja aus beiden Quellen bedienen konnte.

Als die Klassenarbeit ausgewertet wurde, lobte ihn die Lehrerin: „Schaut her, was Ihr für einen fleißigen Mitschüler habt. Obwohl er als Klassensprecher doch so viel Arbeit hat, hat er sich doch gut auf die Klassenarbeit vorbereiten können und als einer von ganz wenigen eine Eins erhalten.“ Danach teilte sie die Klassenarbeit aus. Als die Kinder sich gegenseitig ihre Arbeiten zeigten, kam der Beschmuh heraus. Bevor die Lehrerin dem Musterschüler eine Fünf geben konnte, rief dieser aus: „Ich sehe meinen Fehler ein, bitte, Lehrerin, geben Sie mir eine Fünf!“
Mehr…

KategorienAlltag, Fiktion, Politik Tags:

EPR-Phänomen und Emergentismus

19. Februar 2011 Keine Kommentare

Reduktionismus versus Emergentismus

Seit langem gibt es im naturalistischen Lager einen Streit zwischen den so genannten Reduktionisten und den Emergentisten. Zur Begriffsklärung:

  • Naturalisten sind der Meinung, dass zur Beschreibung und Erklärung der Naturvorgänge kein Rückgriff auf ein höheres, übernatürliches Wesen notwendig ist.
  • Reduktionisten vertreten die Ansicht, dass Vorgänge, die derzeit auf einer bestimmten Betrachtungsebene am besten erklärt werden können, im Prinzip auch auf niedrigeren Ebenen vollständig beschrieben werden können. Vulgo: Bewusstseinsvorgänge sind biologische Vorgänge, biologische sind chemische und chemische sind physikalische.
  • Emergentisten hingegen denken, dass auf höheren Komplexitätsebenen neue Eigenschaften auftreten, die irreduzibel sind. Wechselt man die Beschreibungsebene, dann können diese Eigenschaften dort nicht mehr erklärt werden, weil sie auf dieser niedrigeren Ebene gar nicht vorhanden sind.

Wer ein einprägsames Beispiel benötigt: Reduktionisten, wenn sie zugleich dem Determinismus anhängen, müssen der Aussage zustimmen, dass das Ergebnis der nächsten Bundestagswahl im Prinzip durch eine Untersuchung aller Atome aller beteiligten Menschen und ihrer Umwelt bestimmt werden kann. Emergentisten sind der Meinung, dass das prinzipiell unmöglich ist. Selbst wenn man den Determinismus weglässt, kommen Reduktionisten zu Schlussfolgerungen, die unseren Alltagserfahrungen widersprechen, z.B. leugnen sie die Willensfreiheit des Menschen. Reduktionisten müssen ihn zu einer Illusion machen, weil er in der Physik nicht existiert. (Bissiger Einwurf: Konsequenterweise müsste das dann aber für alle nicht physikalischen Phänome genauso gelten, für Leben, Bewusstsein, den deutschen Bundestag.)
Mehr…

Wo befindet man sich, wenn man blind und taub ist?

18. Februar 2011 Keine Kommentare

Mit einem Kollegen habe ich gestern eine interessante Diskussion geführt. Ich konnte ihn recht schnell davon überzeugen, dass man sein Selbst als sich hinter den Augen befindliches Etwas empfindet. Das liegt nicht daran, dass sich dort das Gehirn befindet, sondern dass sich diese Stelle des Körpers nicht bewegt, wenn man den Kopf dreht, und das seine Position bezüglich der wichtigsten Sinnesorgane, Augen und Ohren, beibehält.

Das bleibt auch so, wenn man von anderen Körperteilen Rückmeldungen erhält. Schält man zum Beispiel eine Apfelsine, dann melden die Finger zwar haptische Reize, aber das Selbst schaut gewissermaßen dabei seinen eigenen Händen bei ihren Bewegungen zu.

Es gibt interessante Experimente bezüglich dieser Selbst-Erfahrung. Zum Beispiel hat man Menschen, die ihre Beine unter einem Tisch verborgen hatten, für sie unsichtbar auf ein Knie geklopft und gleichzeitig und synchron und für sie sichtbar auf den Tisch. Nach kurzer Zeit hatten sie die Empfindung, dass der Tisch zu ihrem Körper gehört. Bei einem anderen Experiment wurde einem Probanden für ihn selbst nicht sichtbar auf die Nase geklopft und gleichzeitig auf eine Säule, die vor ihm stand. Schnell hatte er die Empfindung, dass er die Säule ist und sich von dort selbst sehen kann.
Mehr…

KategorienGehirn & Geist Tags:

Johannes Gutenberg

18. Februar 2011 Keine Kommentare

Es ist total unfair, wie der Arme Guttenberg jetzt als Kopist beschimpft wird. Dabei war es doch sein Namensvetter Johannes Gutenberg, der der Stammvater aller Plagiatoren ist…

Bei Ebay wird übrigens gerade die Tastatur versteigert, auf der Guttenberg seine Dissertation geschrieben hat:

Strg-A
Strg-C
Strg-V
Fertig ist der Doktor.
Mehr…

KategorienPolitik Tags: