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Archiv für November, 2010

Tierversuche und Ethik

28. November 2010 Keine Kommentare

Manchmal stapeln sich bei mir die Zeitschriften, wenn ich zwischendurch ein Buch lese. Dann kann es vorkommen, dass ich Ausgaben derselben Zeitschrift in umgekehrter Reihenfolge zur Kenntnis nehme. Im vorliegenden Fall habe ich also zuerst den Artikel „Bonobos bauen keine Kathedralen“ in „Gehirn und Geist“ 12/2010 gelesen. In diesem Artikel streiten zwei Wissenschaftler über die Zulässigkeit von Tierversuchen.

Der Philosoph Klaus Peter Rippe von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stellt die gängige Praxis der Tierversuche radikal in Frage: Ihm zufolge gibt es zwischen Mensch und Tier ethisch betrachtet keinen grundlegenden Unterschied. Der Mediziner Wolf Singer vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main hält Laborexperimente mit Tieren dagegen für gerechtfertigt – ja für unverzichtbar.

Die aktuellen Probleme rühren daher, dass die Wissenschaft, eben auch durch Tierversuche, festgestellt hat, dass die Unterschiede zwischen Menschen und Tieren viel kleiner sind, als man früher angenommen hat.

Die Positionen der beiden Wissenschaftler sind letztlich unvereinbar.

Wenn er aber jetzt unscharf geworden ist [der Unterschied zwischen Menschen und Tieren] – wie rechtfertigen Sie Tierversuche dann? Singer: Für mich reduziert sich das Problem auf die Beurteilung der Leidensfähigkeit. Hier besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Mensch und Tier. Zum Beispiel sind Tiere nicht in der Lage, ihren eigenen Tod zu antizipieren, weil ihnen bestimmte Frontalhirnstrukturen fehlen. Sie begreifen ihr Leben nicht als endlich. Dazu kommt ein sozialer Aspekt: Die speziell für Laborversuche gezüchteten Tiere wachsen in Forschungsinstituten auf – ihnen fehlt die Sozialisierung in einem Rudel oder einer Herde. Wenn solch ein Tier stirbt, gibt es in der Zuchtkolonie keine Trauer. Deshalb glaube ich: Wenn ich das Leben einer Ratte opfere, erzeuge ich weniger Leid, als wenn ich die Suche nach den Ursachen bislang unheilbarer Krankheiten einfach unterlassen würde. Wir müssen einen Kompromiss finden, bei dem Kosten und Nutzen in einem möglichst ausgewogenen Verhältnis stehen.

Herr Rippe, darf man zur Minimierung von menschlichem Leid an Tieren forschen? Rippe: Die Argumente, die eindeutig dafür sprechen, gelten heute nicht mehr. Wir Menschen haben keine moralische Sonderstellung, etwa weil wir Gottes Ebenbild wären – oder weil wir durch unsere Vernunft einen absoluten Wert besäßen. Da sich Mensch und Tier nicht kategorial unterscheiden, sind Kosten-Nutzen-Abwägungen ethisch nicht haltbar. Nur in einer echten Dilemma-Situation sind Güterabwägungen unvermeidlich: Entweder stirbt das eine Lebewesen oder das andere – es besteht keine Chance, beide zu retten. Oft instrumentalisieren wir Lebewesen aber nach dem Motto: Ich füge einer Kreatur Leid zu, um aus meiner Sicht möglicherweise ein positives Ziel zu erreichen.

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Alexander Unzicker: Vom Urknall zum Durchknall

22. November 2010 Keine Kommentare

Als ich von Alexander Unzickers Buch „Vom Urknall zum Durchknall“ über eine Rundmail in einem Diskussionsforum erfuhr, habe ich zuerst einmal nachgeforscht, wer der Autor ist. Es gibt im Netz zu viele „Widerlegungen“ der Physik, als dass es sich lohnt, jeder einzelnen von ihnen nachzugehen. Aber Unzicker ist ein promovierter Physiklehrer, sein Buch ist im Springerverlag erschienen, und nachdem auch in „Spektrum der Wissenschaften“ eine Rezension erschienen war, gab es für mich wenig Grund es nicht zu bestellen und zu lesen.

Im Buch werden nacheinander die verschiedenen Gebiete der modernen Physik vorgestellt, analysiert und kritisiert. Kosmologie, Teilchenphysik und Stringtheorie sind dabei die wesentlichsten. Ein bisschen Vorwissen sollte man jedoch schon haben, wenn man das Buch lesen und Gewinn daraus ziehen möchte.

Kosmologie
Die Urknalltheorie gilt derzeit als die wahrscheinlichste Erklärung der Entstehung unseres Universums. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde beobachtet, dass sich die Abstände zwischen den Galaxien ständig vergrößern, und zwar umso schneller, je weiter die beobachteten Objekte von uns entfernt sind. Extrapoliert man diesen Vorgang in die Vergangenheit, dann gelangt man zu der Schlussfolgerung, dass unser Universum früher sehr viel kleiner (und damit auch sehr viel heißer) als heute gewesen sein muss.
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Dr. House oder MRT mit einer Kugel im Kopf?

22. November 2010 Keine Kommentare

Heute hatte ich einen lustigen Disput in einem Diskussionsforum mit ein paar Bekannten anlässlich dieses Spiegel-Artikels.

Vor dem CIA-Hauptquartier steht eine Skulptur, auf der ein Künstler vier Krypto-Rätsel verewigt hat. Während drei davon inzwischen geknackt sind, beißen sich die Experten am vierten die Zähne aus. Leider konnte der Autor des Diskussionsbeitrags die Lösung auch nicht finden und so antworte ich traurig:

Eigentlich hatte ich beim Lesen deines Artikels gedacht, da kommt jetzt die Lösung. Aber trotzdem verrate ich dir jetzt etwas: Auch die NSA ist bis jetzt gescheitert. Vielleicht haben die bis jetzt noch keine Zeit gehabt … und arbeiten noch am Voynich-Manuskript.

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Gorleben

13. November 2010 Keine Kommentare

Da unsere demokratisch gewählte Regierung dankenswerterweise für uns entschieden hat, dass der Wiedereintritt in eine strahlende Zukunft eine gute Idee ist, scheint es an der Zeit, auch einige diesbezügliche Ideen aus den späten siebziger und frühen achtziger Jahren wiederzubeleben. Wie wäre es zum Beispiel mit einem eigenen Atomschutzbunker?


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Lösungen

6. November 2010 Keine Kommentare

Lösungen für diese beiden Aufgaben.
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Die Insel der Oculaner

3. November 2010 Keine Kommentare

Heute früh zeigte ich meinem blitzgescheiten Kollegen die folgende Aufgabe:

Multiple Choice: Wenn du die Antwort dieser Frage rätst, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du richtig liegst?
A) 25%
B) 50%
C) 60%
D) 25%

Mein Kollege vertiefte sich einige Minuten in den Text, dann schaute er mich an, grinste und sagte: „Deine Bekannten haben nach dem Ausschlussverfahren wahrscheinlich C) gewählt.“ Ich grinste zurück und antwortete: „Nein, die meisten haben sich für E) entschieden.“ Da derweil ein weiterer Kollege ins Zimmer gekommen war, schrieb ich für diesen die Aufgabe nochmals an unsere Weißwand. Bei dieser Gelegenheit bereute ich, dass ich kein Fotohandy besitze, denn diesen seinen Gesichtsausdruck hätte ich mir gern elektrifiziert.

Später an diesem Vormittag stellte ich meinem Zimmerkollegen eine weitere Aufgabe:
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