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Archiv für Mai, 2010

Der Zug, der niemals anhält

30. Mai 2010 Keine Kommentare

In einem Diskussionsforum wurde gerade über das folgende Video diskutiert. Das Video selbst muss schon älter sein, ich habe es vor mindestens einem Jahr schon einmal gesehen.

Der Zug fährt am Bahnhof durch und nimmt dabei vorn auf seinem Dach einen Aufsatz mit, in den zuvor neue Passagiere eingestiegen sind, während er hinten einen Aufsatz zurücklässt, aus dem nach dem Anhalten diejenigen aussteigen, die hier den Zug verlassen wollen.
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KategorienPhysik, Videos, Visionen Tags:

Hungert denn der alte Yogi noch, Yogi noch, Yogi noch? Teil 2

19. Mai 2010 Keine Kommentare

Vermutlich nicht mehr, denn der Versuch ist ja vorbei, hier dazu Teil 1. Ein Bekannter hat das folgende lustige Bild gepostet (und vielleicht selbst erstellt):

yogi2

Er vergaß nicht, in seinem Begleittext auf die Standby-LED hinzuweisen. (Wer findet sie nicht in dem Bild?) Aber interessanter ist doch ein Artikel im Guardian: India’s man who lives on sunshine. Zitate:
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KategorienMedizin, Skeptizismus Tags:

Johann Pachelbels Kanon in D

17. Mai 2010 Keine Kommentare

Beim Surfen bin ich auf dieses schöne Stück gestoßen:

Pachelbel

Natürlich zunächst nicht auf die Noten, sondern auf Interpretationen mit der Violine bei Youtube. Zunächst vielleicht als Einstimmung auf das Motiv ein Hörbeispiel:

Diese Version stammt von einer Seite, auf der man unzählige Versionen findet, alle in etwas anderen Tonlagen und Stimmungen. Aber gefunden habe ich das Lied zuerst hier:
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KategorienMusik, Videos Tags:

Frau darf von ihrem toten Mann schwanger werden

15. Mai 2010 Keine Kommentare

Von einer Bekannten bin ich auf ein Urteil des Oberlandesgericht Rostock aufmerksam gemacht worden: Frau darf von ihrem toten Mann schwanger werden. Meine Bekannte war entsetzt, in dem Forum, in dem dieser Fall zur Sprache kam, begann daraufhin eine kontroverse Diskussion. Die Fakten:

Darf sich eine Frau nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes künstlich befruchtete Eizellen in die Gebärmutter einsetzen lassen – und damit das „Kind eines Gestorbenen“ austragen? Über diese heikle Frage hat das Rostocker Oberlandesgericht (OLG) nun entscheiden müssen – und eine Entscheidung von grundsätzlicher Tragweite getroffen.

Das Rostocker Oberlandesgericht befand, dass eine Klinik die künstlich befruchteten Eizellen an die Witwe herausgeben muss.

Die Rostocker Richter argumentierten, dass es strafbar sei, eine Eizelle mit dem Samen eines Mannes nach dessen Tode künstlich zu befruchten. Im Fall der Neubrandenburgerin sei der Samen aber schon vor dem Tod des Ehemannes der Klägerin verwendet und untrennbar von der Eizelle eingeschlossen worden.

Das Paar hatte im Frühjahr 2008 die Zellen einlagern lassen, kurz darauf starb der Mann bei einem Unfall. Das Krankenhaus verweigerte daraufhin der heute 29-jährigen Witwe unter Berufung auf das Embryonenschutzgesetz die Herausgabe. Die Frau legte Berufung beim OLG ein und bekam nun recht – nach einer mehrmonatigen schwierigen Prüfung.

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KategorienEthik, Frauen, Gesellschaft, Medizin Tags:

Verrücktheiten

11. Mai 2010 Keine Kommentare

Um das Jahr 2000 herum hatte ich zweimal mitten im Wald eine Fahrradpanne. Studenlang musste ich das Rad zurückschieben. Ich ärgerte mich, weil ich noch kein Handy besaß, und schaffte mir kurzerhand eines an. Wahrscheinlich hat mich dabei oder etwas später Schrödingers Katze gebissen, jedenfalls bin ich seitdem pannenfrei unterwegs. Dieses erste Handy hatte noch eine kleine Stummelantenne und funktionierte einige Jahre einwandfrei, solange bis der Akku fast tägliches Aufladen forderte, Zeit für ein neues Gerät.

Ich bin ein Extremwenigtelefonierer und hatte immer große Mühe, den Zeitpunkt zum Kauf einer neuen Prepaidkarte nicht zu verpassen, denn damals verfiel das Guthaben bei einer Nichtverlängerung sofort. Auf der Karte war deshalb noch ein Guthaben von über 50 Euro. Deshalb war ein Kriterium beim Kauf eines neuen Geräts die Simlockfreiheit. Im nächstbesten Laden wurde mir ein Handy zum damals unglaublich günstigen Preis von 70 Euro angeboten. Wahrscheinlich wollte man das Gerät loswerden, denn mit seinem quittegelben Gehäuse sah es bereits damals nicht mehr up to date aus. Ich taufte das Nokia 2100 „meinen kleinen gelben Spülstein“ und war mir sicher, dass es mir mit diesem Aussehen niemand stehlen würde.
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KategorienAlltag Tags:

Andreas Eschbach: Der Nobelpreis

10. Mai 2010 Keine Kommentare

Viele werden Andreas Eschbach indirekt kennen – weil er das Buch Das Jesus-Video geschrieben hat, das Grundlage für den gleichnamigen Film war. Die Grundidee der Geschichte, jemand reist 2000 Jahre zurück, um Jesus zu filmen, weist Eschbach als einen SciFi-Autor aus. In späteren Bücher gibt es zwar immer noch phantastische oder wissenschaftliche Elemente, die Geschichten sind aber keine SciFi im ursprünglichen Sinn mehr. Charakteristisch ist, dass er jeweils ausführlich in populärwissenschaftlichem Stil Kenntnisse über das jeweilige Milieu bzw. Fachgebiet in seine Handlungen einbettet. So habe ich es in seinem Buch Eine Billion Dollar kennengelernt und so ist es auch in Der Nobelpreis.

Man erfährt eine Menge Details darüber, unter welchen Umständen Alfred Nobel die Nobelpreise (für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Frieden) gestiftet hat und wie später – und noch immer umstritten – der Preis für Wirtschaftswissenschaften dazu kam. Das Auswahlverfahren wird beschrieben, der Ablauf der Auszeichungszeremonie, die Rahmenveranstaltungen, das Bankett und die Geheimnisse um dessen Speiseplan.
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KategorienRezensionen Tags:

Hängt die Farbwahrnehmung von der Anzahl der Farbwörter ab?

8. Mai 2010 Keine Kommentare

Die spontane Antwort darauf ist „Nein“, denn zunächst beginnt unsere Farbwahrnehmung mit einem physiologischen Prozess in den Sinneszellen, die sich in den Augen befinden. Die Antwort darauf ist aber dann doch nicht so einfach, außerdem ist diese Frage ein Spezialfall der beiden allgemeineren, inwiefern Sprache unser Denken beeinflusst und beide unsere Sinneswahrnehmung.

Der Mensch besitzt in den Sinneszellen der Augen verschiedene Proteine, die sich bei Lichteinfall jeweils (reversibel) chemisch ändern können und dabei für verschiedene Wellenlängen des Lichts unterschiedlich empfindlich sind. Normalerweise gibt es drei Proteinarten, die drei verschiedene spektrale Empfindlichkeitskurven haben. Da die Gene der Farbpigmente für Rot und Grün nahe benachbart auf dem X-Chromosom liegen, sind Männer, die ja nur ein X-Chromosom besitzen, stärker von Rot-Grün-Fehlsichtigkeit betroffen, währenddessen es bei Frauen vorkommen kann, dass sie auf ihren beiden X-Chromosomen unterschiedliche Allele dieser Gene tragen und dann vier spektral unterschiedliche Zapfentypen haben können.

Der Sehvorgang ist mit der elektrochemischen Erregung dieser Zellen aber nicht beendet, die Signale laufen ins Gehirn und werden in weiteren Verarbeitungsstufen von nachfolgenden Zellen zu einem Farbeindruck verknüpft, und aus Signalen von verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten weitere Informationen berechnet. Wir sehen keine monochromen Lichtpunkte, sondern Objekte, die eine Farbe und eine Form haben und die sich bewegen können, sich zu größeren Aggregationen verbinden oder selbst aus Bestandteilen zusammengesetzt sein können.
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Man schmiede eine goldene Brosche…

7. Mai 2010 Keine Kommentare

Als Köppnick zum ersten Mal die Stufen zur königlichen Schatzkammer hinabstieg, war ihm seltsam zumute. Was würde er wohl dort vorfinden, worin das Erbe seines Vaters bestehen? Der Oberste Schatzzwerg öffnete die schwere Eisentür und bat ihn herein. Obwohl der Raum nur mit wenigen Kerzen versehen war, die durch den Luftzug der geöffneten Tür knisternd zu flackern begannen, erschien der Raum sehr hell. Ein intensives Leuchten ging von den geöffneten Truhen aus.

Köppnick beugte sich über die erste, der Widerschein färbte auch sein Gesicht und ließ seine Augen glänzen. Sein Herz begann zu pochen, als er die goldenen Münzen und Pokale sah, von denen einige mit Edelsteinen besetzt waren, die noch heller glitzerten als das Gold, und die ein Punktmuster an die Wände der Truhe und die Mauern der Kammer warfen. „Hier, Euer Majestät!“ Ehrerbietig verneigte sich der Zwerg vor seinem Herrn und ließ einen noch warmen Goldbarren in Köppnicks Hände gleiten.
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KategorienFiktion Tags:

Gesprochene versus geschriebene Sprache

3. Mai 2010 Keine Kommentare

Vor der Rechtschreibreform war die deutsche Sprache für mich nur ein Mittel zum Zweck. Ich sprach und schrieb irgendwie und ärgerte mich manchmal auch über meine Fehler. Mit dieser Reform aber begann ich mich mehr für das Thema zu interessieren. Das erste Buch, das ich über die deutsche Sprache gelesen habe, war der dtv-Atlas Deutsche Sprache. Er war mir von einem Schriftsteller empfohlen worden. Danach einige Bücher von Wolf Schneider, unter anderem Deutsch für Profis, das weniger für Profis geschrieben als vielmehr gegen die von ihnen verübten Verbrechen an der deutschen Sprache gerichtet ist.

Sehr erhellend fand ich dann Rechtschreibreform und Nationalsozialismus. Das Buch hat seinerzeit einige Wellen geschlagen, vergleicht es doch die neuere Reform mit den älteren Änderungsversuchen zu Zeiten des Dritten Reichs. Diese Assoziation schmeckte natürlich den Kultusministern und den von ihnen beauftragten Wissenschaftlern überhaupt nicht.

In der letzten Woche bin ich wieder an das Thema erinnert worden. Ich habe für einige andere Blogs ein Email-Abonnement, und mit Alsos Threpsoneires als Absender klingelte bei mir zweimal der virtuelle Postbote. Das erste Mal wegen einem Artikel von Unke, den er importiert hatte. Das Datum über dem Artikel, 8. August 2006, weist darauf hin, dass es sich um einen älteren Artikel handelt, der offenbar nochmals korrigiert wurde: Orthographisches. Anlass der Korrektur war vielleicht der zweite und neue Artikel: sprachkritikastereien. Für mich ist der Inhalt der beiden Texte ein guter Anlass, auf sie zu verweisen.

Der erste Grundgedanke aus Orthographisches ist sicherlich durch das folgende Zitat gut wiedergegeben:

Rechtschreibregeln sind, wie überhaupt die ganze Fixierung von Sprache mittels Schriftzeichen, etwas Künstliches und Gemachtes. Schreibregeln sind von ihrer Natur her immer explizit. Ihre Formulierung und Erlernung erfordert ein Nachdenken und ein Sich-bewußt-Werden, wie überhaupt die Erfindung der Schrift eine intellektuelle Leistung war. Schrift ist sekundär, der Sprache nachgeordnet. Deshalb verändern sich Schreibregeln auch nicht (jedenfalls nicht, solange es eine amtliche oder ähnlich für alle verbindliche Regelung gibt), es sei denn, jemand beschließt eine Änderung. Weil aber einerseits Schreibregeln ersonnene und starre Konstrukte, Sprachen andererseits sich fortwährend wandelnde Regelsysteme sind, folgt daraus, daß jede Orthographie irgendwann entweder historisch einen älteren Sprachzustand abbildet oder bewußt geändert werden muß, wenn sie dem aktuellen Sprachzustand folgen soll.

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KategorienGehirn & Geist, Sprache Tags: