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Archiv für April, 2010

Hungert denn der alte Yogi noch, Yogi noch, Yogi noch?

30. April 2010 Keine Kommentare

Jaa, er hungert noch, hungert noch, hungert noch!

Vorgestern postete eine Bekannte einen Link zu der folgenden Nachricht: Ärzte untersuchen asketische Fähigkeiten von Yogi. Der Teaser:

Ein extrem asketisch lebender Hindu ist aufgrund seiner Fähigkeiten nun zum Studienobjekt indischer Ärzte geworden. Der 83-jährige Yogi Prahlad Jani, der nach eigenen Angaben seit mehr als 70 Jahren weder Nahrung noch Wasser zu sich genommen hat, wurde in ein Krankenhaus im westindischen Ahmedabad eingewiesen. Dort unterziehe er sich einer Reihe von medizinischen Tests und werde rund um die Uhr beobachtet, sagte G. Ilavazahagan, Direktor des nationalen Verteidigungsinstituts, am Mittwoch.


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Josef H. Reichholf: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends

29. April 2010 Keine Kommentare

Es gibt verschiedene Positionen, die man zum Klimawandel einnehmen kann. Manche Skeptiker bezweifeln entweder vollständig eine derzeitige globale Erwärmung, andere stellen den anthropogenen Einfluss infrage, d.h. dass der Mensch wesentlich zur Erwärmung beiträgt. Weiterhin kann man auch der Meinung sein, dass die Erwärmung nicht negativ sein muss, denn Warmzeiten waren in der Vergangenheit immer gute Zeiten für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Dann gibt es noch die Einstellungen, dass es sowohl dringendere von der Menschheit zu lösende Probleme gibt, als auch dass andere durch den Menschen induzierte Veränderungen viel größeren Einfluss auf die Natur haben.

Was von den meisten Wissenschaftler inzwischen nicht mehr bezweifelt wird, sind folgenden Tatsachen bzw. Zusammenhänge:

  • Kohlendioxid ist ein „Treibhausgas“, eine erhöhte Konzentration in der Atmosphäre führt unter sonst gleichen Bedingungen zu deren Erwärmung.
  • Der in der Atmosphäre gemessene erhöhte Anteil an Kohlendioxid korrespondiert mit dem gestiegenen Verbrauch fossiler Brennstoffe.
  • Eine wärmere Atmosphäre führt zur verstärkten Freisetzung weiterer klimarelevanter Gase wie Wasserdampf und Methan. Mehr Wasserdampf entsteht, weil wärmere Gewässer eine höhere Verdunstung haben. Methan wird nicht nur durch die Landwirtschaft freigesetzt (Tierzucht, Fleischkonsum), sondern ist auch in den auftauenden Permafrostböden enthalten und im Methanhydrat in den Ozeanen.

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KategorienEvolution, Natur, Rezensionen Tags:

Figurenbretzel

27. April 2010 Keine Kommentare

Eine kleine Figurenbretzel, mehr für zwischen als für durch:

bretzel

Das Kontrablem dürfte nicht klar sein: Finde die Kombination in der unteren Reihe, die sich am besten als Ersatz für das Fragezeichen in der oberen Folge eignet. Eine schöne Illustration für das Prinzip, dass es leichter ist, eine Lösung zu verstehen, als sie zu finden. Daran scheiden sich die Geister.
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Bedroht die Quantenverschränkung Einsteins Theorie?

18. April 2010 Keine Kommentare

Die Hefte der Reihe „Spektrum-Dossier“ des Spektrum-Verlags sind jeweils einem bestimmten Thema gewidmet. Meistens werden dort Artikel nochmals veröffentlicht, die bereits zuvor in anderen Zeitschriften des Verlags, z.B. in „Spektrum der Wissenschaften“ erschienen sind. Manchmal kann ich mich sofort wieder an einen Artikel erinnern, manchmal gar nicht, manchmal kommt mir ein Beitrag erst beim Lesen wieder bekannt vor. Der Artikel „Bedroht die Quantenverschränkung Einsteins Theorie?“ ist ein Beispiel für den dritten Fall.

Thema dieses Artikels ist die Diskussion der Konsequenzen der quantenmechanischen Verschränkung für die (spezielle) Relativitätstheorie. Der Wikipediaartikel zur Quantenverschränkung ist als Einstieg wenig erhellend, deshalb hier mein Versuch einer einfacheren Erklärung. Man kann zwei oder mehrere Teilchen so miteinander koppeln, dass man bei der Messung von Eigenschaften eines Teilchens zugleich eine Aussage über Eigenschaften des anderen Teilchens machen kann, ohne die betreffende Eigenschaft an diesem Teilchen selbst zu messen. Solche Teilchenensemble gelten dann als verschränkt.
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IQ-Tests bei RTL2

13. April 2010 Keine Kommentare

Von einer Bekannten war ich auf die IQ-Show am Sonntag bei RTL2 aufmerksam gemacht worden. Da mich so etwas interessiert, saß ich an diesem Abend, bewaffnet mit einem Zettel und einem Kuli, vor dem Fernseher. Unglücklicherweise hatte ich vorher einen halben Liter Joghurt getrunken und mir vor Beginn der Sendung ein Bierchen aufgemacht. Das erwies sich als keine so gute Idee, denn die Werbepausen kamen nicht wie erwartet in halbstündigem Rhythmus. Das Konzept der Sendung: Zwei Moderatoren (Sonja Zietlow und Micky Beisenherz) führten bei einem halben Dutzend Prominenten und fünf verschiedenen Gruppen von Studiogästen einen richtigen IQ-Test durch.

Googelt man ein wenig im Netz, findet man eine Menge Spott und Häme für RTL2 wegen dieser Sendung, und in der Tat hat RTL2 nicht gerade den besten Ruf, wenn es um den intellektuellen Anspruch und die Intelligenz seiner Zuschauer geht. Auch die Aufteilung der fünf Gruppen im Studio (Putzfrauen, Bodybuilder, Bauern, Sekretärinnen, Akademiker) lädt zur Bestätigung wohlfeiler Klischees ein.

Man sollte es sich allerdings nicht zu einfach machen, Studiogast war Johannes Hoppe, der als leitender Psychologe bei MinD (Mensa in Deutschland) die Auswertung der Mensa-Gruppentests verantwortet. RTL2 bzw. Endemol hatten sich wegen dieser Sendung um Unterstützung an Mensa gewandt. Ich würde also davon ausgehen, dass der verwendete Test zwar fernsehkompatibel gemacht wurde, aber zumindest für durchschnittliche IQs einigermaßen richtig kalibriert war. Jedenfalls wurde bei den Testaufgaben auf die Einhaltung der Zeitbegrenzungen geachtet und auch die Aufteilung in verschiedene Aufgabenklassen entsprach dem, was in mir bekannten Tests üblich ist.
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Karlheinz Deschner: Abermals krähte der Hahn

11. April 2010 Keine Kommentare

In einem Diskussionforum wurde unlängst die Frage gestellt:

Was wäre wenn: „Nach neuen Quellenanalysen findet ein internationales Archäologen-Team in Palästina ein unangetastet Grab. Bei genauer Untersuchung der erstaunlich gut erhaltenen Leiche verdichten sich die Anzeichen: Hier liegt der historische Jesus begraben. Kreuzigungsmale, Abdrücke der Dornenkrone, Wunde an der Flanke. Über neuartige Analysen mit radioaktiven Markern kann ferner – neben einer exakten Datierung – der ungefähre Lebensweg festgestellt werden, wo der Tote aufgewachsen ist, etc. All diese Fakten stimmen exakt mit den Schilderungen der Bibel überein.“

Was passiert jetzt? Welche Auswirkungen hat das auf die christlichen Konfessionen, wie groß ist der Verlust an Gläubigen, ist dieser in den verschiedenen Konfessionen gleich hoch?

Welche Auswirkungen hat dies auf andere Religionen? Profitieren sie (z.B. der Islam) durch Konvertiten (denn die „Entdeckung“ berührt ja nicht so stark Jesus Stellung als ein Prophet), oder leiden auch sie durch ein allgemein größeres Misstrauen in Religionen?

Hätte dies über die Religionsgemeinschaften hinaus Auswirkungen auf unsere Gesellschaft? Welche?

Die Frage ist nicht neu, über dieses Thema gibt es schon einige Bücher und Filme:

  • Das Jesus-Video von Andreas Eschbach wurde als bester deutscher Roman des Jahres 1998 bezeichnet.
  • Das Buch war die Vorlage für einen vom Roman stark abweichenden Film (Das Jesus-Video).
  • Eine weiterer Film über dieses Thema ist The Body.

Als diese Diskussion begann, las ich gerade das Buch von Karlheinz Deschner Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte. Ich schrieb als einen Kommentar:
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Miriam Meckel: Brief an mein Leben

5. April 2010 Keine Kommentare

Ein Artikel in Spiegel Online Plop, plop, plop Anfang März machte mich auf das Buch aufmerksam. In ihm beschreibt Miriam Meckel ihren Burnout. Miriam Meckel ist eine sehr erfolgreiche Frau, Professorin, Politikberaterin, im Fernsehen und Radio präsent. Als seinerzeit Anne Will mit ihrer Talkshow ins Rampenlicht rückte, entschlossen sich die beiden Frauen, sich mit ihrer Partnerschaft zu outen, um erst gar keinen üblen Klatsch aufkommen zu lassen.

Mich hat das Thema interessiert, denn zwischen einem Burnout und einer Depression gibt es viele Gemeinsamkeiten. Burnout ist ein anglizistischer Euphemismus mit positiver Konnotation, denn gewiss hat unsere Gesellschaft viel Verständnis dafür, wenn ein erfolgreicher Mensch mal überarbeitet ist und eine Auszeit benötigt. Tatsächlich haben aber ein „chronischer Erschöpfungszustand mit einer Schädigung mehrerer Stoffwechselorgane“ – die medizinische Definition eines Burnouts – und eine anhaltende Depression eins gemeinsam: Wenn man nichts an seinem Leben ändert, dann kann man nicht gesünder und wieder glücklicher werden.

Eine solche chronische Erschöpfung bzw. eine Depression entwickeln sich nicht über Nacht, sondern sie entstehen, wenn man über einen langen Zeitraum alle Warnsignale ignoriert. Bis es dann eines Tages überhaupt nicht mehr geht.
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