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Archiv für Februar, 2010

Ellen Winner: Hochbegabt

28. Februar 2010 Keine Kommentare

Erst der Untertitel des Buchs verrät etwas mehr über den Inhalt: „Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern“. Ellen Winner ist Psychologieprofessorin in Boston. Der Textteil des Buchs ist knapp 300 Seiten lang, darauf folgen 70 Seiten Anmerkungen und ein fünfzigseitiges Literaturverzeichnis. Ein so langes Literaturverzeichnis lässt erahnen, dass sie sich erstens beruflich sehr ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat und zweitens in ihrem Buch so ziemlich alle Aspekte davon beleuchten wird.

Begabung und Intelligenz
Der Begriff der Hochbegabung wird auch bei uns überwiegend im Zusammenhang mit einem sehr guten Abschneiden in einem Intelligenztest verwendet. Dabei müssen in begrenzter Zeit Aufgaben auf überwiegend mathematischem und sprachlichem Gebiet gelöst werden. Hinter dieser Verwendung des Worts „Begabung“ verbirgt sich die Annahme, dass man damit eine allgemeine Persönlichkeitseigenschaft messen kann, die auch Aussagen über die Leistungsfähigkeit auf anderen Gebieten erlaubt und die auf verschiedenen Gebieten, also nicht nur Mathematik und Sprache, sondern auch Musik und Malerei oder Bildhauerei bei einer Person annähernd gleich entwickelt ist.
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Rücktritt von Bischöfin Käßmann

27. Februar 2010 Keine Kommentare

Es wird ja immer wieder von Atheisten betont, wie entbehrlich Religion ist. Nun habe ich den folgenden Satz gelesen, den Margot Käßmann in ihrer Rücktrittsrede verwendet hat:

Ich weiß aus vorangegangenen Krisen, du kannst nie tiefer fallen, als in Gottes Hand.

Man kann in das Bewusstsein eines anderen Menschen nicht hineinschauen, aber bei einer Bischöfin vermute ich, dass sie „Gott“ nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn verwendet hat. Im Übrigen ist diese Gewissheit, die sie da äußert, eine sinngleiche Version eines Ausspruchs von Aurelius Augustinus, der im 4. Jahrhundert Bischof und einer der bekanntesten Gelehrten seiner Zeit war:

Aus Gottes Hand empfing ich mein Leben,
unter Gottes Hand gestalte ich mein Leben,
in Gottes Hand gebe ich mein Leben zurück.

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Kein Gedenken für die Opfer des deutschen Luftangriffs in Kunduz durch den Bundestag

26. Februar 2010 Keine Kommentare

Kein Gedenken für die Opfer des deutschen Luftangriffs in Kunduz durch den Bundestag, stattdessen wird über die erneute Aufstockung der Truppen beraten. Das Bild zeigt Angehörige der Linksfraktion, als sie Transparente mit einigen Namen der Opfer des Bombardements hoch halten. Sie werden daraufhin von Parlamentspräsident Norbert Lammert des Saales verwiesen.

Spiegelartikel mit Video des Ereignisses.
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Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen

21. Februar 2010 Keine Kommentare

Wenn man sich für die Frage interessiert, wie Wissenschaft funktioniert und von Wissenschaftlern betrieben wird, stößt man vor allem auf zwei Namen: Karl Popper und Thomas Kuhn. Über Karl Poppers Überlegungen zu diesem Thema hatte ich bereits hier etwas geschrieben.

Die Ideen von Kuhn zur Wissenschaftstheorie sind zu einem späteren Zeitpunkt als die von Popper entstanden, Kuhn vertritt einen vollkommen anderen Ansatz als Popper. Über Poppers Auffassung schreibt Kuhn:

Eine ganz andere Art, dieses Netz von Problemen anzugehen, hat Karl R. Popper entwickelt, der die Existenz irgendwelcher Verifikationsverfahren überhaupt bestreitet. Er betont dafür die Bedeutung der Falsifikation, d. h. einer Prüfung, die aufgrund des negativen Ergebnisses die Ablehnung einer etablierten Theorie erforderlich macht. Zweifellos ist die der Falsifikation damit zugesprochene Rolle derjenigen sehr ähnlich, welche dieser Essay den anomalen Erfahrungen beimißt, also jenen Erfahrungen, die eine Krise hervorrufen und dadurch den Weg für eine neue Theorie bereiten. Trotzdem dürfen anomale Erfahrungen nicht mit falsifizierenden gleichgestellt werden. Ich glaube sogar, daß es letztere überhaupt nicht gibt.

Wie schon wiederholt hervorgehoben worden ist, löst keine Theorie jemals alle Rätsel, mit denen sie zu einem bestimmten Zeitpunkt konfrontiert ist, auch sind die bereits erzielten Lösungen oft nicht vollkommen. Im Gegenteil, gerade die Unvollständigkeit und Unvollkommenheit der jeweiligen Übereinstimmung von Daten und Theorien definieren viele der Rätsel, welche die normale Wissenschaft charakterisieren. Wenn jede einzelne Nichtübereinstimmung ein Grund für die Ablehnung einer Theorie wäre, müßten alle Theorien allezeit abgelehnt werden.

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Arztgespräche

15. Februar 2010 Keine Kommentare

Meine Physiotherapeutin hatte mir eine orthopädische Tagesklinik empfohlen. Die Idee gefiel mir ziemlich gut, zumal diese Einrichtung nur eine halbe Stunde entfernt liegt. Man fährt vormittags hin, wird am Tag behandelt und ist abends wieder zu Hause. Mit einer Mail hatte ich mich nach den Modalitäten erkundigt und eine Telefonnummer erhalten. Dort rief ich an und trug meine Malaisen und mein Anliegen vor. Folgendes Gespräch zwischen der Schwester S und Köppnick K:

S: „Um Sie hier aufzunehmen, müssen wir eine Aufnahmeuntersuchung machen, dafür brauchen Sie einen Termin.“
K: „Dann hätte ich gern einen Termin.“
S: „Im März hätten wir noch einen Termin frei, eher geht nicht, denn der betreffende Arzt ist für 14 Tage zu den Olympischen Spielen gefahren.“
K: „Oh!“
S: „Aber es eilt ja auch nicht, denn wir sind bis Ende Mai ausgebucht und können Sie sowieso frühestens im Juni behandeln.“
K: Verabschiedete sich höflich und legte den Telefonhörer auf.
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Karl R. Popper: Ausgangspunkte

13. Februar 2010 Keine Kommentare

Als ich einem Bekannten davon berichtete, dass ich gerade Poppers Buch lese, antwortete er mir:

[Habe ich] leider, leider auch getan und mir dabei mein positives Popperbild zerstört: Wie unerträglich selbstüberhöhend er da über die Entstehung seiner bedeutenden Gedanken berichtet ist schon abstossend. Was Gutes er für auch immer für die Wissenschaftstheorie leistete, im naturwissenschaftlichen hatte er seine Hände nicht immer an den Eiern Platons (wenn diese Wendung gestattet ist) … Nicht, dass ich Popper nicht mögen würde.

Ich bin da offenbar duldsamer und habe das gewisse Maß an Selbstbeweihräucherung besser überlesen können. Viele Arbeitsschwerpunkte Poppers kannte ich schon, von der „Offenen Gesellschaft“ über die „Logik der Forschung“ bis zu „Das Ich und sein Gehirn“. Einiges aber war mir neu, zum Beispiel seine Diskussionen mit berühmten Physikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die er alle persönlich kennenlernen durfte: Bohr, Einstein, Schrödinger, Heisenberg. Und natürlich fehlt auch eine Schilderung seines einzigen Aufeinandertreffens mit Wittgenstein nicht.
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Pomplamoose Music

2. Februar 2010 Keine Kommentare

Gestern bin ich einem Link von Ehrensenf gefolgt und habe Pomplamoose Music gefunden. Diese Band spielt Coverversionen bekannter Stücke. Je länger ich zuhöre, umso besser gefallen mir die Lieder.

Auch die Videogestaltung finde ich klasse. Am Ende gibt es ein bisschen Werbung, aber das scheint die Fans nicht zu stören, jedenfalls haben bis jetzt alle Videos der Band, und von denen gibt es einige, eine Bewertung mit fünf Sternen erhalten.


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Vegetarismus

1. Februar 2010 Keine Kommentare

Eine Bekannte hat vor einiger Zeit zu den Vegetariern gewechselt. Sie isst seitdem weder Fisch noch Fleisch, hat aber gegen den Konsum von Eiern, Milch und Honig nichts einzuwenden. Sie wohnt in einer WG und hat insofern Glück, als alle dort inzwischen Vegetarier sind, was gemeinsame Mahlzeiten und gemeinsames Einkaufen sicher vereinfacht. Als Kind war sie schon einmal Vegetarierin, auch damals gemeinsam in einer Clique von Mädchen ihrer Klasse. Sie war Pferdeliebhaberin, wollte man sie ärgern, musste man nur sagen: „Mm, lecker Pferdebratwurst“. Dann aber kam eine Phase, in der sie intensiv Kraftsport betrieb, und dazu gehört meistens ein verstärkter Konsum von magerem Fleisch und Reis, also proteinreicher und fettarmer Lebensmittel.

Physiologisch gesehen ist der Mensch ein Allesfresser. Über viele Millionen Jahre sind wir als Jäger und Sammler durch die Welt gezogen, es herrschte Mangel und wir haben buchstäblich alles gefressen, was nicht vor uns davon laufen konnte. Schimpansen leben heute ähnlich. Überwiegend ernähren sie sich von Pflanzen, aber wo sie es können, machen sie Jagd auf andere und primitivere Affen, um sie zu töten und zu fressen.
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Von der Leyen möchte „Hartz IV“ abschaffen

1. Februar 2010 Keine Kommentare

Arbeitsministerin von der Leyen hält nichts von „Hartz IV“. Sie meint aber nur den Ausdruck: Das Wort sei so negativ besetzt, dass es eine differenzierte Debatte über Langzeitarbeitslosigkeit behindere. Nun soll ein anderer Begriff für das Arbeitslosengeld II her.

Berlin – Die Arbeitsministerin mag das Wort nicht. Ursula von der Leyen möchte „Hartz IV“ gerne aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verbannen. Den Begriff hält sie für unvorteilhaft besetzt. Deshalb sei es „absolut wünschenswert, dass auf die Dauer das Wort ‚Hartz IV‘ verschwindet“, sagte sie der „Welt“. Sie selbst will aber keine neue Bezeichnung dafür einführen. Neue Begriffe könne man nicht von oben verordnen. „Das geht nur, indem sich das Bild in der Bevölkerung zum Positiven verändert.“

Link zum zitierten Artikel

Der Ministerin kann geholfen werden: Wie wäre es anstelle von „Hartz IV“ mit „HIV“?
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