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Archiv für Mai, 2009

92 Prozent für Internetsperren gegen Kinderpornographie

25. Mai 2009 Keine Kommentare

Mit Umfragen kann man viele schöne Dinge machen. Menschen, die sich mit Sprache gut auskennen, wissen auch, welche Manipulationsmöglichkeiten man allein mit der Art der Fragestellung hat. Ein besonders krasses Beispiel ist eine der letzten Umfragen von „infratest dimap“ zu den so genannten „Internetsperren gegen Kinderpornografie“. Hier findet man einen kommentierenden Text. Infratest dimap bewertet das Ergebnis der Umfrage so:

Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von Internetseiten, die kinderpornografische Inhalte verbreiten. Eine Mehrheit von 92 Prozent der Deutschen befürwortet ein solches Gesetz, 7 Prozent sehen in einer Sperrung keine sinnvolle Maßnahme gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Netz. Generell sprechen sich die Deutschen für ein Internet aus, in dem der Staat Seiten mit strafbaren Inhalten kontrollieren und sperren kann. Ein völlig freies Internet ohne staatliche Kontrolle fordern 9 Prozent.

Es lohnt sich, die Fragen einmal genauer anzusehen, die da gestellt worden sind:
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KategorienPolitik Tags:

Die Ethik des Klimawandels

25. Mai 2009 Keine Kommentare

Kein ernstzunehmender Wissenschaftler wird heute noch bestreiten, dass ein Klimawandel begonnen hat. Die Erde heizt sich durch menschliches Handeln immer weiter auf. Die Bekämpfung und Milderung der Auswirkungen wird in der Zukunft beträchtliche Ressourcen verschlingen. Entweder direkt durch die Auswirkungen des Klimawandels oder durch den Abzug von sonst an anderer Stelle verwendbarer Ressourcen werden Menschen in der Zukunft zu Schaden kommen. Es ist deshalb sinnvoll, frühzeitig gegen die Ursachen der Veränderungen anzugehen.

Allerdings bedeutet das, dass bereits heute Ressourcen umverteilt werden müssen, wodurch die heute lebenden Menschen benachteiligt werden, durch Wohlstandsverluste oder durch den Abzug von für sie lebensnotwendigen Ressourcen. Es liegt also ein klassisches ethisches Problem vor: Wie balanciert man die Interessen der heute lebenden Menschen mit denen der Menschen der Zukunft aus? In „Spektrum der Wissenschaft“ 04/09 findet man von John Broome, einem Professor für Moralphilosophie an der Universität Oxford einen außerordentlich interessanten Artikel:

Wie sollen wir, die wir heute leben, das Wohl künftiger Generationen, die doch wahrscheinlich über mehr materielle Güter verfügen werden, im Vergleich zu unseren eigenen Lebensbedingungen einschätzen? Viele Menschen, einige schon auf der Welt und andere noch ungeboren, werden an den Folgen des Klimawandels sterben. Ist jeder Tod gleich schlecht, oder zählt er weniger, wenn die Person erst in ferner Zukunft stirbt? Viele Menschen werden umkommen, bevor sie Nachwuchs haben. Ist es verantwortbar, diese ungeborenen Kinder um ihre Lebenschance zu bringen? Begehen die reichen Nationen durch die Emission von Treibhausgasen ein Unrecht gegenüber der armen Weltbevölkerung? Wie soll man die geringe, aber doch reelle Gefahr in Ansatz bringen, dass der Klimawandel zu einer globalen Katastrophe führt?

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Dirk Müller: C(r)ashkurs

24. Mai 2009 Keine Kommentare

Ein Kollege war recht angetan von dem Buch, ich zeigte mich nur mäßig begeistert von seinen Zitaten, deshalb brachte er mir das Werk mit. Der Autor ist „Mister Dax“, in der Frankfurter Börse soll sein Arbeitsplatz so liegen, dass sein Gesicht häufig zusammen mit der Anzeigetafel gezeigt werden kann und so sein Gesichtsausdruck die Stimmung der Börsianer widerspiegeln soll – ob das stimmt, keine Ahnung. Geschrieben wurde das Buch 2008, ein kurzes Kapitel am Ende wurde im November 2008 ergänzt, als die Finanzkrise voll ausgebrochen war.

Viele der Geschichten (und der Verschwörungstheorien) im Buch kannte ich schon, einige Zusammenhänge sind auch offensichtlich, wenn man sich mit bestimmten Ereignissen beschäftigt.

Im sogenannten Bretton-Woods-Abkommen legten die USA fest, dass eine Unze Gold exakt 35 US-Dollar wären. Alle anderen Länder mussten ihre Währungen entsprechend anpassen. So waren also auch die Währungen der anderen Länder quasi goldgedeckt, da sie in einem festen Wechselkurs in US-Dollar getauscht werden konnten und diese wiederum gegen Gold.

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Klaus-Dieter Sedlacek: Unsterbliches Bewusstsein

10. Mai 2009 Keine Kommentare

Ich war etwas irritiert, als ich dieses Buch auf meinem Bücherstapel entdeckte, hatte ich etwa irrtümlich ein Esoterikbuch gekauft? Normalerweise tue ich das nicht, ich musste also irgendwo und irgendwann eine positive Rezension gelesen haben, an die ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann. Die Homepage des Autors verrät sein Interesse an naturwissenschaftlichen Themen und bei Amazon findet man eine Reihe von Science-Fiction-Büchern, die er geschrieben hat.

Im Buch lädt Professor Allman eine ganze Reihe Wissenschaftler, darunter Physiker, Philosophen und Theologen, ein, mit ihm über eine neue Theorie zu diskutieren. Auf der Rückseite des Buchs steht darüber:

Fünfunddreißig hochkarätige Wissenschaftler haben eine Vision. Sie treffen sich in der Abgeschiedenheit und wollen etwas über die Unsterblichkeit des Bewusstseins und den Sinn des Lebens erfahren. Am Ende steht das sensationelle Ergebnis: Es gibt ein Jenseits.

Dieses Sachbuch beschreibt konkret und glaubwürdig die Dinge jenseits der Erfahrungswissenschaft und der physischen Welt. Schulkenntnisse reichen aus, um es zu verstehen.

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KategorienPhysik, Rezensionen, Visionen Tags: